Verzweifelt nach Umzug

    • (1) 26.08.17 - 16:50

      Hallo ihr Lieben,

      ich bin nun total am verzweifeln/unglücklich und weine jeden Tag... Und weiss nicht wo ich Rat suchen soll:

      Ich bin mit meinem Mann nun seit 9 Jahren zusammen, vor einigen Jahren haben wir uns über Hausbau/kauf Gedanken gemacht. Zur Auswahl waren Hauskäufe (die mir aber nicht zugesagt haben) oder ein Umbau eines leerstehendes Hauses am Elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb den er vermutlich übernehmen wird (seine Eltern wohnen aber dort nicht mehr).

      An Mangel an Alternativen haben wir uns für den Hausumbau am Betrieb (Äcker und Vieh) entschieden. Wir sahen die Vorteile: Man ist als Familie oft zusammen, er sieht seine Kinder besser aufwachsen, ich kann eventuell zuhause arbeiten, mit und bei den Kindern usw...

      nun haben wir wirklich vier Jahre umgebaut und verdammt viel Geld investiert und vor vier Monaten sind wir nun endlich eingezogen. Gleichzeitig ist unser drittes Kind auf die Welt gekommen!!

      Der große Nachteil der mich nun einholt und überrolt: das DORF!! Es ist hier NICHTS - kein Spielplatz, keine anderen Kinder, keine netten Nachbarn... nichts... Das Dorf besteht aus 15 Häuser neben einer Hauptstraße - alles ältere Leute
      Im inneren wusste ich das immer, dass mir die Ortschaft nicht zusagt und dass ich in wirklichkeit ich hier nicht her möchte - aber das hab ich irgendwie ausgeblendet.

      Nun wohne ich hier und vermisse die Möglichkeiten Spatzieren zu gehen bei dem man andere Leute, andere Kinder trifft usw... selbst mit dem Rad ist es ganz schön weit... ich möchte gleichgesinnte für mich UND für meine Kinder in der Nähe haben... dass die Kinder mit Nachbarsrkinder spielen, oder zu mindest mit dem Fahrrad jemand erreichen können. Nichts möglich :-(

      Gleichzeitig vermisse ich meine Heimatgemeinde (ist zwar eh in 10 Minuten mit dem Auto erreichbar, aber dort hatten wir alles - wir wohnten bei meinen Eltern im Obergeschoss in einer netten Gasse mit netten Menschen. Also wir waren immer unter Menschen und hatten alles im Ort). Nun ist es hier so leer und einsam. Ich heule jeden Tag und bereue die Entscheidung zu tiefst.

      Ich möchte meine drei Kinder + Mann schnappen und wo anders hinziehen... Aber das geht leider nicht (Betrieb, Geld, usw...)

      Wie kann ich meine Stimmung aufheitern... (es belastet meinen Mann auch - er hat nun Jahre am Hausumbau gewerkt und ich bin nun unglücklich)...
      Liebe Grüße

      • Jeder ist seines Glückes Schmied. Ihr habt 4 Jahre! Umgebaut, alles nerven und geld rein gesteckt und jetzt fällt dir auf das du im letzten kuhdort wohnst und dir das nicht zusagt!??
        Sorry, so völlig blind kann man garnicht sein. Wäre ich dein mann wäre ich verdammt sauer auf dich.

        Ein auto hast du sicherlich wenigstens?? Wenn in dem Dorf nichts ist muss man eben die zwerge einpacken und die 10 min bis in die stadt fahren.

        Also ich bin auch erst kurzem weg gezogen 350km und vermisse meine Heimat auch sehr. Ich bin alleine umgezogen mit meinem Sohn. Wenn ich es Rückgängig machen könnte würde ich es wohl auch tun wobei bei mir andere Gründe vorlagen für den Umzug. Ich möchte das jetzt auch nicht offen erklären warum wieso weswegen ich umgezogen bin.

        Ich glaube es ist erst mal normal und dauert bis man sich eingewöhnt hat. Du hast den Vorteil du bist in 10 min. mit dem Auto da wo du hin willst ich nicht... Ich bin in der Vergangenheit auch schon öfter umgezogen anfangs war es fast immer so das ich auch erst unglücklich war.

        Was mir bei dir seltsam erscheint ist das ihr vier Jahre umbaut und dir erst im nachhinein auffällt das du da nie hin wolltest. Da wäre ich glaub ich lieber in einer Wohnung geblieben als in das Haus gezogen. Ich kann dir nur sagen halte durch und versuche dich da einzuleben. Am sonsten hast du den Vorteil du kannst schnell dahin fahren wohin du willst den Vorteil hab ich nicht mehr.

          • Hallo
            Ja das finde ich auch. Was ich bei der ganzen Sache besonders merkwürdig finde ist das es in den Jahren davor nicht aufgefallen ist. Ob mit oder ohne Kind schaue ich doch was das für eine Gegend oder Ort ist wo ich hinziehe und was da in der Nähe ist was ich benötige. Das mein "neues zu Hause" an einer Hauptstraße ist und ich keine direkten Nachbarn in meinem Alter hab sieht man ja auf den ersten Blick für klingt das alles reichlich unüberlegt bzw. gemacht um nicht suchen zu müssen wobei ich finde das man in vier Jahren schon was gefunden haben sollte.

      Du weinst jeden Tag, weil du 10 min fahren musst, bis du unter Leute kommst? Nicht dein Ernst, oder?

      Verkauft das Haus doch einfach....

    • Hallo,

      das ist doch normal, dass man sich erst einmal eingewöhnen muss und fremd fühlt. Das ist nicht selten. Noch dazu bist du wahrscheinlich etwas empfindlich durch die Hormone und das dritte Baby. Warte erst einmal ab, die alten Leute entpuppen sich bestimmt als riesig nett und du kannst dich immer noch ins Auto setzen und zu deinen Eltern fahren, ist doch kein Weg. Wenn die Vertrautheit wächst, wird bestimmt alles besser. Ein zurück gibt es nicht mehr und du solltest auch an deinen Mann denken und dich zusammenreißen!

      LG Sabine

      Hallo,

      kann es sein, dass du noch ein bisschen "Hormone" hast und das "rundum-Paket" bei deinen Eltern vermisst, was nach den anderen beiden Geburten da war? (Ich meine das nicht böse!)

      Ansonsten ganz ehrlich: was in 10 min mit dem Auto erreichbar ist, ist im Normalfall in 20 min mit dem Fahrrad zu erreichen. Überall, wo ich seither gewohnt habe, sind 10 min mit Fahrrad, Öffis, Auto, zu Fuss eine völlig normale, eher geringe Zeitspanne von Punkt A nach Punkt B.

      Wenn du noch nie woanders gewohnt hast, als bei deinen Eltern, kann ich deine Panik ein wenig verstehen - und weiß genau, warum meine Mutter noch "in die weite Welt" geschickt hat und ich das mit unseren Söhnen auch tun werde.

      Wir haben auch Landwirtschaft mit Viehhaltung und ehrlich gesagt, würden wir nicht hier wohnen, würde meine Familie mich in den Hochzeiten nicht sehen. So ist immer einer von uns verfügbar. Beschäftigt, aber ansprechbar und durchaus auch flexibel.

      Kann es sein, dass du eigentlich hast nicht "zu Hause" weg wolltest? ich finde, es ist irgendwann an der Zeit, sich abzunabeln...

      LG und alles Gute!

      - Wahrscheinlich hast du gerade eine kleine Schwangerschaftsdepression!?

      - Sei dankbar für deinen treuen, fleißigen Mann und ankenne ihm seine Leistungen. Das ist nicht selbstverständlich. Schau auf das was du hast, nicht auf das was du nicht hast. Wenn du in deinem Ort wohnen würdest, dann würdest du jetzt heulen, dass dein Mann immer weg auf dem Betrieb ist und vielleicht noch andere Dinge.

      - Ältere Leute im Dorf? Auch ältere Leute können sehr sehr nett sein, und du kennst sie doch noch gar nicht alle. Laß dir Zeit Freunde zu finden. Da gibt es einen guten Spruch: die einzige Methode einen Freund zu finden, ist ein Freund zu sein. Aber bitte verurteile das Dorf und seine Bewohner nicht im Voraus.

      - Lade die jungen Familien zu dir nach Hause ein. Baut eine Holzhütte für Feriengäste dazu, ladet ein, oder bietet Ferien auf dem Bauernhof. Gründe einen Verein, oder geh in einen Verein. Wenn keine Leute in dem Dorf sind, dann bringst du eben die Leute dort hin in euer Dorf.

      • Vielen Dank für eure Kommentare - es hat mir wirklich geholfen, jeder einzelne!!

        Leider ist es oft so, dass ich meine Wünsche hintenran stelle und oft einfach "ja" sage... das fällt mir nun auf den Kopf

        An eine SS-Depression haben wir auch schon gedacht - vielleicht spielt das mit. Bzw. kommen im Moment sicher viele kleine Dinge zusammen.

        Und als ich noch keine Kinder hatte, war mir leider nicht so sehr bewusst dass es wertvoll/schön ist Kinder in unmittelbarer Nähe zu haben. Ich befürchte, ich gleiche das mit viel Spielzeug aus bei meinen Kindern um ihnen etwas "zu gönnen", wenn sie schon keine Spielkameraden in der Nähe haben. Obwhol ich immer ein Gegner von zu viel Spielzeug war/bin. Wir verabreden uns natürlich manchmal, aber das geht leider nicht immer bzw. nur selten.

        Kontakt mit den Nachbarn hat man hier kaum - es liegt alles direkt an einer stark befahrenen Hauptstraße. Aber ich werde es sicher probieren alle kennenzulernen :-) !

        Im Moment habe ich einfach das Gefühl hier so einsam zu sein, man hört und sieht niemanden.Ich weiß nicht ob ich hier glücklich werden kann. Ich versuche mich immer zusammenzureissen, dass meine Familie meine Traurigkeit nicht mitbekommt - ist nicht leicht...

        • (11) 27.08.17 - 15:32

          Hi,

          hast du ken Auto?
          Du kannst doch alles mit Kids machen...such dir Spielgruppen, mach selber eine auf...
          such Dir Spielplätze in der Nähe da sind immer irgendwelche Mütter. Nur zu Hause drauf zu warten, das sich die Langeweile sich verändert....sorry, da wartest du aber lange.
          Ich wohne im größeren Dorf aber auch keine Geschäfte, .....Nachbarn alle zerstritten, da druften die Kids nicht miteinander spielen.
          Sorry, entweder schliesst man sich ein und bemitleidet sich selber odet man sucht Auswege!

          Mütter die sagen, ihnen ist langweilig, haben mit sich ein grosses Problem. Kinder, keine Nachbarn, einsam gelegenes Haus.....ist nur eine Ausrede!

          lg
          lisa

    Hallo,
    es tut mir leid, dass du so traurig bist, aber ich versuche dir ein bisschen Mut zu machen. Ich bin vor gut zwei Jahren aus meiner Heimat 300km weit weggezogen. Aus einer Großstadt erst in eine Kleinstadt und nun vor zwei Monaten auf ein Kuhdorf, weil ich es so einfach deutlich näher zur Arbeit habe.

    Ich war am Anfang auch kreuzunglücklich. Ich habe die Entscheidung bereut und meine Heimat unendlich vermisst. Im Laufe der zwei Jahre bin ich aber immer heimischer geworden. Der Umzug auf das Dorf war dadurch keine ganz so schlimme Veränderung mehr, obwohl es schon eine Umstellung bedeutet im Ort nicht einkaufen gehen zu können. Außerdem haben wir zurzeit kein Auto, also ist der Weg in die nächste Kleinstadt echt ein Unterfangen, das man sich schonmal spart. Trotzdem geht es mir hier inzwischen wirklich gut und ich freue mich, dass wir unser Leben hier eingerichtet haben und nicht zurückgekehrt sind. Ihr wohnt noch nicht lange dort und es ist für dich eine gewaltige Umstellung. Deine Kinder werden in den Bedingungen aufwachsen, die ihr vor Ort habt und darunter auch nicht unendlich leiden. Wichtig ist, dass du dich darauf einstellen musst, mehr zur Verfügung für Fahrdienste zu stehen. Aber deine Kinder werden in kindergarten und Schule ihre Freunde finden, dann ist es halt etwas aufwändiger, sie zu Verabredungen zu bringen, aber so ist das Leben halt. Schau dir lieber an, was ihr jetzt habt. Das macht dich weitaus glücklciher, als einer Nachbarschaft, die man womöglich eh nicht abkann hinterher zu trauern.
    Kopf hoch
    liebe Grüße

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