Ich fühle mich so mies

    • (1) 27.08.17 - 12:54
      Verzweifelte86

      Vorab, ich gehöre wahrscheinlich ins Forum alleinerziehende aber ich hab so Angst vor manchen Reaktionen und hier geht's in schwarz.

      Mein Partner, nicht verheiratet, hat sich Hals über Kopf von mir getrennt. Ich war wie vor den Kopf geschlagen und riss mir den Boden unter den Füßen weg.

      Nach einem ersten Schockzustand habe ich angefangen mich neu zu sortieren und für unser Kind dazusein. Er ist 1 Jahr und 2 Monate. Ich habe mit meinem Arbeitgeber gesprochen und kann meine Elternzeit eher beenden und zurück kommen. Ich muss ja von etwas Leben und alles nun irgendwie neu aufstellen.

      Wir haben nun eher mit Kitaeingewöhnung angefangen und es läuft so gar nicht. Der kleine fühlt sich so gar nicht wohl da und mir bricht es das Herz.

      Mit Hilfe meiner Exschwiegermutter (sie ist trotz allem an meiner Seite und ich so dankbar), ist es möglich, dass der Kleine erst so zur 9e gebracht wird von ihr um dann eher von mir abgeholt werden zu können.

      Ich fühle mich so schlecht meinem Kind gegenüber. Ich habe nichts früh morgens von ihm, er wird von der Oma gebracht und wird nur weinen in der kita. Er versteht doch die Welt nicht mehr? Ich hab Angst, dass alles zu Lasten seiner Entwicklung geht.

      Ich weiß dass es hier viele gibt, die von Fremdbetreuung unter 3 Jahren nichts halten. Aber was soll ich denn machen? Die Erzieher sind schon lieb und geduldig und meinen das wird schon, ich bezweifel das.

      Und dazu kommt das Beziehungsaus selber. Ich schiebe es vor mir weg, weil ich denke, dann haut es mich völlig um und das kann ich mir nicht erlauben. Es ist grade alles so mega viel. Ich brauch ne neue bezahlbare Wohnung, mein Kind braucht mich, ich steh eigentlich selber neben mir.

      Was mach ich nur?

      • (2) 27.08.17 - 13:22

        Es tut mir leid, was du grade alles organisieren musst.

        Bezüglich der Fremdbetreuung kann ich dich beruhigen. Die Kids werden ankommen. Meine beiden waren auch recht früh in der Krippe. Die Trennungen waren für sie nicht leicht. Die Kids werden jedoch auch von den Erziehern beruhigt und orientieren sich an anderen Kids.

        Schön ist, wenn es bei der Bringzeit 9 Uhr bleibt!

        Ich bin ein Fan von Fremdbetreuung unter 3 Jahren, jedoch nicht ganztägig.

        Allerdings waren meine eigenen Kids an 4 Tagen ganztägig in der Kita! Das hätte ich gern anders gemacht. Allerdings bin ich auch froh, wie es mir als Alleinerziehende JETZT geht.

        Kids mittelgroß, unser Leben Läuft super. Auch einen perfekten Mann gibt es seit 2 Jahren in unserem Leben.

        Heftig, durch was du jetzt alles durch musst-

        gute Nerven. #blume

        Hey,

        Es tut mir leid, dass bei dir gerade so ein Chaos ist. Aber mach dir doch wegen deines Sohnes kein schlechtes Gewissen! Meine Tochter würde auch mit 15 Monaten bei der Tagesmutter eingewöhnt. Bei ihr lief es zum Glück völlig problemlos, Aber für viele Kinder ist es eben eine enorme Umstellung. Aber das wird sich einpendeln und dein Sohn wird viel Spaß in der Kita haben! Meinte Tochter ist inzwischen 1,5 und will manchmal gar nicht gehen, sondern weiter spielen. In meiner Umgebung ist es auch völlig normal, dass die Kinder mit 1 in die Kita gehen, weil die Mütter wieder arbeiten wollen.
        Du hast gerade viel zu verarbeiten. Lass deinem Sohn einfach die Zeit, die er braucht und versuche ihm Vertrauen und Zuversicht zu vermitteln. Ihr kriegt das schon hin! Und du wirst sehen, dass es ihm bald alles leichter fallen wird. Er muss das alles ja genauso erstmal verarbeiten.

        LG

        Überdenke deine Haltung zur Krippe und geh selber positiv an die Sache, dann klappt auch die Eingewöhnung.

        Wenn die Mutter (oder wer auch immer dabei ist) selber unter der Trennung leidet, wird es für das Kind nur noch schwieriger.

      • Liebe Verzweifelte86,

        Du musst gerade ganz schön viel leisten und dein Leben neu organisieren. Du musst wieder arbeiten gehen, damit euer Lebensunterhalt gesichert ist. Du kannst bei deinem Arbeitgeber früher wieder einsteigen und das ist ja schon mal eine beruhigende Sache. Und du kannst stolz auf dich sein, dass du dich um euer "neues" Leben kümmerst.

        Du hast dir diese Lebensumstände nicht so vorgestellt und nicht ausgesucht, das ist sicher schwer. Aber versuche, deinem Kind gegenüber eine positive Haltung gegenüber der KiTa rüberzubringen, damit es nicht denkt, dass "da was nicht stimmt", sondern es als "normal" empfinden kann, in der Betreuung zu sein. Dann kann es diese neue Umgebung auch besser annehmen. Du hast die Unterstützung von der Oma, das ist doch auch schon viel wert, dann sind die Tage nicht ganz so lang für den Kleinen.

        Ich war zwar nicht allein erziehend, musste aber aus finanziellen Gründen jeweils nach 6 Monaten wieder ins Berufsleben einsteigen. Dieser Schritt ist uns nicht leicht gefallen, aber es ging nun einmal nicht anders. Die Kinder haben sich nach einer kurzen Übergangsphase an ihre Tagesmutter gewöhnt und wir haben einen anderen Rhythmus als Familie gefunden und die uns verbleibende Zeit intensiver genutzt. Heute sind beide Kinder Teenies und es sind tolle, ausgeglichene und fröhliche Kids, trotz (oder wegen?) der frühen Fremdbetreuung. Nur Mut, es wird sich finden und einpendeln.

        Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit.

        LG
        fontaine

        Hallo!

        Wenn Du gerade die eigene Trennung noch nicht verarbeitet hast und auch das Kind die Trennung vom Papa noch verkraften muss, dann ist eben gleichzeitig eine Krippeneingewöhnung echt ganz schön viel auf einmal.

        Da brauchst Du wirklich kein schlechtes Gewissen haben, weil es im Moment eben vor allem wegen der Gesamtumstände nicht gut läuft.

        Aber: es wird besser. wenn Du eine positivere Einstellung hast, es Dir selbst wieder besser geht und ein Stück weit der "Alltag" einzug hält, dann wird es auch in der Kita deutlich besser klappen.

        Vor allem Dein Bauchgefühl macht viel aus: Du findest die Erzieher nett und sie geben sich große Mühe. Fang an, sie nicht mehr als Fremde wie in Fremdbetreuung zu sehen, sondern als Freunde, die auf Dein Kind aufpassen. Das ändert schon ganz viel von Deiner Einstellung - und im Moment ist deine Einstellung auch das Gefühl des Kindes, das übernimmt dieses Bauchgefühl von Dir. Das ist keine Fremdbetreuung, sondern Freunde, die auf eine Gruppe von Kindern aufpassen, die auch bald Freunde deines Kindes sind.

        Und es wird wirklich besser. Auch wenn im Moment echt alles Scheiße ist.

      • Ich finde es super wie du dich der Situation stellst und alles organisierst. Das zeigt das du eine verantwortungsvolle Mama bist. Sieh es positiv, das Kind wird sich gut eingewöhnen und ihr nutzt die gemeinsame Zeit dann umso intensiver. Wann kannst du ihn mittags holen?

        Ich möchte dich beruhigen! Ich bin selbst Erzieherin in einer Krippe und ich/ wir geben uns täglich die grösste Mühe, um uns um die uns anvertrauten Kinder unter drei Jahren zu kümmern. Ich spreche nicht nur für mich, sondern auch für die vielen Fachkräfte.
        Ich kann dich trotzdem verstehen! Du machst dir Sorgen. Dein Kind muss derzeit mehrere "Baustellen" bewältigen. Er wird es gut meistern, glaub es mir. Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Du wirst das Schaffen!

        (9) 27.08.17 - 19:48

        Danke für die vielen Mut machenden Antworten. Mir kamen echt die Tränen.

        Ich muss zusehen, dass ich selber positiv der Kita gegenüberstehe. Das ist wohl mit das Hauptproblem. Bisher dachte ich immer: was tu ich meinem Kind jetzt noch an, was mute ich ihm da nur zu. Er ist jetzt noch mehr auf Mama fixiert. Was wohl normal ist in der Situation.

        Im Moment ist es noch so, dass wenn ich an morgen denke und wieder Montag, mir ganz anders wird. Ich nehme mir aber vor, morgen früh mit einem positiven Gefühl in den Tag zu starten. So zu 14 Uhr kann ich den kleinen abholen. Bisher war das immer mit Tränen verbunden. Er sieht mich und sofort geht nichts mehr bei ihm.

        Ich hoffe es wird besser mit der Zeit. Es muss noch soviel im Moment wieder gut werden. Aber wenn ich mehr positiv dran gehe, heilen wir uns bestimmt irgendwie gegenseitig. Er kann ja für all das am wenigsten.

        • Dein Kommentar ne erlebt viel über den Tag, neue Eindrücke, Auseinandersetzungen, Anspannung, Müdigkeit. Wenn du kommst kann er sich fallenlassen und es kullern ein paar Tränen. Ich glaube aber, dass das alles im Rahmen ist und eine gute Verbindung zwischen euch darstellt wenn er seinen Gefühlen freien Lauf lässt, sobald du dann da bist. In ein paar Wochen hat sich alles eingespielt und es wird einfacher. Auch bei älteren Kindern läuft die Anfangszeit nicht immer reibungslos, nur halt eben zu einem späteren Zeitpunkt!

      Meine beiden Kinder wuchsen von 2 Monaten nach der Geburt an mit etlichen anderen Kindern bei einer ganz tollen Tagesmutter auf bis zur Einschulung. Sie war es auch nach heutigen Kriterien! Es ging leider bei mir finanziell nicht anders. Damals gab es bei weitem nicht soviel Förderungen und Gelder wie heute. Dazu floppte meine erste Ehe komplett.
      Nach der Einschulung gab es bei uns Hausaufgaben-Tagesgruppen, zu den damaligen Erziehern hat meine Tochter heute noch netten Kontakt.
      Meine Enkelin ging ab dem 3. Geburtstag in eine Kita. Heute ist sie 10 1/2 und geht dort noch immer gerne zu Besuch hin. Sie meinte erst letzte Woche grinsend, dass sie dort gerne mal wieder einen Tag wäre.
      Da ist wirklich viel zu "mütterlich gedacht", dass ein Kind "nur weinen wird in der Kita". Du wärest vielleicht fast enttäuscht, wie schnell sich ein Kind auf andere Kinder und Spielzeug stürzt und die Mama garnicht mehr beachtet - alles schon erlebt. Es heult meistens nur solange, wie es Dich (oder die Oma) SIEHT - aber nicht mehr, wenn Du weg bist.
      Kümmere Dich um Dein künftiges Leben und plane neu - dann spielt sich auch alles ein - samt Kita.
      LG Moni

      Hallo,
      vorab: ich bin ein großer Befürworter von U 3 Betreuung, meine Kinder sind mit unter 1 Jahr schon eingewöhnt worden.
      Als ich deinen Beitrag gelesen habe, fiel mir Folgendes ein: kann es sein, dass du eher das Problem bist? Also, dass dein Kind spürt, dass du selbst nichts davon hältst, ihn in die Kita zu geben und dich schlecht fühlst. Das merken die Zwerge.
      ändere deine Einstellung und dein Kind wird das merken.
      Außerdem: wenn er trotzdem weint, mach dich nicht verrückt, du musst nun mal arbeiten und dein Kind ist ja in der Kita gut aufgehoben.
      Kopf hoch, das wird schon.
      Das mit deinem Freund tut mir Leid, so von jetzt auf gleich verlassen zu werden, ist mies und nagt am Selbstvertrauen.
      Mach dich nicht selbst fertig, dein Kind wird sich dran gewöhnen in die Kita zu gehen.

      Hör auf, Dir selbst ein schlechtes Gewissen einzureden.
      Viele Millionen Kinder kommen hier in Deutschland zum 1. Geburtstag in die Kita. In anderen europäischen Ländern ist es sogar Gang und Gebe, die Kinder viel früher in die Betreuung zu geben, z.B. fast alle skandinavischen Länder, Belgien, Frankreich, Schweiz, Bulgarien und viele mehr. Meinst Du, daraus entstehen Millionen von psychisch gestörten Kindern? Wohl kaum. ;-)
      Sie es doch mal positiv: meine Kinder haben nach ihrem Kitastart mit 11 Monaten große Entwicklungssprünge gemacht, weil sie sich von den älteren Kindern viel abgeschaut haben, sie hatten ein tolles "Unterhaltungsprogramm mit musizieren, turnen, singen, basten etc., was man als Mutter zu Hause seinem Kind kaum in der Form bieten kann.

      Du mutest Deinem Kind also nichts Schlimmes zu, Du bietest ihm eine tolle Chance, sich weiter zu entwickeln und zu wachsen.
      Je selbstverständlicher und gelassener Du selbst in der Zeit der Eingewöhnung reagierst, desto ruhiger und selbstverständlicher wird auch Dein Kind darauf reagieren.
      Alles Gute!

      Hey, mach dir bezüglich der Fremdbetreuung keine Sorgen. Im Osten gab es keine Hausfrauen, Kinder waren praktisch alle ab ca 10 Monaten in der Krippe und es hat nicht wirklich geschadet.
      Auch meine Kinder sind, seit sie ein Jahr alt sind in der Betreuung. Hat alles gut geklappt.

      Aber was wirklich wichtig ist: die Eltern müssen los lassen können, sonst klappt es nicht gut. Dein Gefühl, deine Einstellung ist sehr wichtig. Kinder haben so feine Antennen, sie spüren, wenn Mama " fest hält.

      Das so als Tipp. Zum Rest kann ich nur sagen, dass es ziemlich mies ist, was dein Ex da abzieht. Vor allem so knall auf Fall. Tut mir sehr leid. Ich wünsche Dir viel Kraft!!! Es wird schwer, aber lass auch die Trauer zu. Es geht auch wieder aufwärts und wer weiß, wozu es gut ist. Besser so, als wenn du irgenwann heraus gefunden hättest, dass er dich betrügt!

      Alles Gute!

      Das tut mir sehr leid für dich. Es beweist aber das du stark bist und versuchst alles zu organisieren. Mein sohn war auch erst 16 Monate ich hab quasi fast mit geheult weil wenn ich gegangen bin war er am heulen ich wollte ihn schon wieder raus nehmen aber die Erzieher sagten ich solle das nicht tun. Mit Bauchweh hab ich es nicht getan nach drei Wochen ging es dann ohne Probleme. Es gibt Kinder die brauchen unter umständen 3 Monate bis sich daran gewöhnt haben er sieht ja du kommst und holst ihn wieder ab das ist wichtig! Gelitten hat mein Sohn darunter nicht im Gegenteil er hat ein super sozialverhalten und ist gerade im Umgang mit kleineren Kindern sehr vorsichtig.

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