Partnerschaft

Wer hier die "Dornenvögel" erwartet, wird enttäuscht. Stattdessen wird ernsthaft darüber diskutiert, wie man mit unterschiedlichen Wertvorstellungen bzw. Einstellung zum Glauben in einer Beziehung zusammenleben kann...
Ein Tipp vom urbia Team

06.09.17 - 10:17
Unglaube

Verliebt in einen Pfarrer

Hallo meine Lieben,

mir schwirrt seit Längerem schon ein Mann im Kopf herum. Er ist sozusagen mein Traummann. Er hat alles, was ich mir bei einem Mann wünsche. Das Problem ist nur, dass er evangelischer Pfarrer ist. Er ist, wie ich, geschieden. Er hat keine Kinder, ich habe eine Tochter. Kennengelernt haben wir uns bei einem gemeinsamen Projekt und haben uns sehr gut verstanden. Wir haben viele Gemeinsamkeiten und einen ähnlichen Humor. Wir konnten immer so viel lachen. Er ist überhaupt nicht so, wie ich mir immer einen Pfarrer vorgestellt habe. Er ist locker und witzig. Und ich glaube, dass auch er sich von mir angezogen fühlt. Nun zum Problem. Ich bin nicht getauft und auch überhaupt nicht gläubig, habe aber kein Problem mit dem Glauben Anderer. Für ihn ist sein Beruf eine Berufung und ich frage mich, ob das unter diesen Umständen überhaupt sinn macht und ob das auf Dauer gutgehen kann. Der Glaube spielt in seinem Leben natürlich eine sehr einnehmende Rolle und in meinem überhaupt nicht. Führt das nicht irgendwann zu Diskrepanzen? Deshalb wollte ich mal fragen, jemand Erfahrung mit einer Beziehung hat mit unterschiedlichem Glauben?

22 direkte Antwort(en) auf den ausgewählten Beitrag:

06.09.17 - 10:20

>>>jemand Erfahrung mit einer Beziehung hat mit unterschiedlichem Glauben?<<<

Mit unterschiedlichem Glauben kann man sich evtl. arrangieren, aber du glaubst ja überhaut nicht. Wie sollte das gutgehen, wenn du den Lebensinhalt deines Partners für dich ablehnst?

06.09.17 - 10:43

Ich stelle es mir schwierig vor. Natürlich kannst du ausprobieren, ob es klappt. Allerdings denke ich, dass er seinen Beruf(ung) ja wahrscheinlich auch mit nach Hause nimmt. Ich weiß nun gar nicht, wie der evangelische Glauben gelebt wird. Eventuell wird aber doch auch zu Hause gebetet und in bestimmten Lebenssituationen wird er sich immer in seinem Glauben an Gott wenden.

Ich bin nicht sicher, ob ihr damit dann umgehen könnt. Du wirst es für Blödsinn halten und er sich dann eventuell gekränkt fühlen.

Für mich wäre eine Beziehung mit einem gläubigen Menschen sehr schwierig, da ich - wie du - gar nicht gläubig bin.

06.09.17 - 10:48

Ich habe gerade mit meinem Mann über deinen Fall geredet, er ist selbst evangelischer Pfarrer ;-)
Ihr seid in eurer Beziehung noch ziemlich am Anfang, deshalb könnt ihr es ja erst mal locker und unverkrampft angehen lassen. Du schreibst, dass der Glaube in deinem Leben keine Rolle spielt und du den Glauben anderer respektierst. Wie offen bist du, seinen Glauben kennenzulernen?
Als ich meinen Mann kennen lernte, konnte ich mit der Kirche auch nichts anfangen und er begann damals das Theologiestudium. Aber wir mochten uns und ich war bereit, mir seine Welt zeigen zu lassen und mir gefällt die evangelische Kirche gut und ich fühle mich dort geborgen.
Ich weiß nicht, wie weit du in die Zukunft planst. Aus kirchlicher Sicht ist eine kirchliche Trauung langfristig erwünscht, aber das ist bei euch beiden ja noch einige Zeit hin.
Was ich dir auf jeden Fall empfehlen kann, sprich mit ihm und frag ihn nach seinen Gedanken.
Wenn du magst, kannst du mich auch gerne mal persönlich anschreiben.
Alles Liebe,
Jukimaus

06.09.17 - 10:57

Hallo,

ich finde, du machst den zweiten Schritt schon vor dem ersten.

Weiß er denn überhaupt, dass du dir eine Beziehung mit ihm vorstellen kannst? Weiß er vor deinen Gefühlen für ihn? Und wenn ja, erwidert er diese überhaupt? Allein, dass man sich gut versteht und nett findet... Tja, da müsste ich mich in fast jeden meiner Arbeitskollegen vergucken.
Aber egal. Lern ihn doch erst einmal kennen, ich meine nicht auf der beruflichen Ebene sondern als Mann (wenn er deine Gefühle erwidern sollte).
Dann hast du einen Einblick in sein (Privat-)Leben und kannst dir schon ein viel besseres Bild machen, wie er tickt und so weiter.

Im Übrigen ist unser evangelischer Pfarrer im Ort, ein weltoffener Typ, dem man im Normalfall überhaupt nicht anmerken würde, dass er Pfarrer ist. Er ist ein Typ zum sprichwörtlichen "Pferdestehlen", der mit seiner Familie und seinen Kindern ein ganz normales Familienleben führt. Ob sie vor dem Essen beten, kann ich dir nicht sagen. Zumindest isst er auf Festen seinen Kuchen bzw. seine Grillwurst, ohne vorher zum lieben Gott zu beten...

Alles Gute

Nici

06.09.17 - 11:05

Hallo

nun ja ich denke es kommt darauf an was du erwartest.

Gehen wir mal davon aus ihr führt eine Beziehung. Er bekleidet ein öffentliches Amt in der Gemeinde und du wirst dann automatisch da mit rein genommen weil du ja die Frau /Freundin vom Pfarrer bist.
Mein Mann ist "nur" Lektor bei uns in der Gemeinde und ich habe tatsächlich mit der Glaubenssache nicht wirklich was am Hut aber ich verstehe das es ihm wichtig ist und ich unterstütze ihn da auch. Was für mich heißt: Helfen in der Gemeinde wenn es zeitlich geht; Kuchen backen für diverse Feste usw. Und ja auch ich stehe da ungewollt manchmal als schmückendes Beiwerk dabei und ich fühle mich nicht immer wohl.
Ich finde es auch immer ziemlich schräg mit wem wir so per du sind. Klar sind alles Menschen aber das gehört schon zu einer Öffentlichkeit die ich nicht so gerne mag. Da muss man manchmal schon aufpassen das man nicht aus versehen mit auf dem Bild für die Zeitung landet.

Also ich denke wenn beide etwas wollen kann alles funktionieren aber du musst wenn du damit so gar nichts am Hut hast den größeren Kompromiss eingehen

LG

06.09.17 - 11:31

Hallo,

ich glaube, relevanter als der Glaube an sich ist ein gemeinsam geteiltes Wertesystem.
Auch Atheisten (ich zähle mich zB dazu) haben ja gewisse ethische und moralische Normen, ohne eben an eine "höhere" Macht oder dergleichen zu glauben.

Wie sieht das denn bei euch aus?
Ich finde einige christliche Werte durchaus auch in den Atheismus integrierbar und lebbar.

LG

06.09.17 - 11:40
toojung

Da du, deinem Schreibstil, bzw. Ausdrucksweise und auch dem Inhalt des Geschriebenen nach, sehr jung zu sein scheinst, würde ich von dieser Teenieschwärmerei absehen. Der arme Mann, was soll der mit einer gerade mal 12-jährigen? Oder ok, lass es max. 14 sein. Trotzdem zu jung.

06.09.17 - 12:37

Entschuldige, aber ist es zwischen Euch denn soweit, dass man sich darüber Gedanken machen sollte?
Vielleicht empfindet er nicht wie Du und dann haben sich die Gedankengänge auch schon erledigt.

06.09.17 - 12:59

<<<Er ist sozusagen mein Traummann>>>

Diese Aussage finde ich etwas zu gewagt und du solltest dich da nicht in etwas verrennen, was noch nicht mal begonnen hat.

Ich würde mir auch keine Gedanken über seinen Glauben machen, da dies meiner Meinung nach, in einer Beziehung keine Rolle spielen sollte, so lange ihr euch und eure Einstellung gegenseitig akzeptiert und toleriert.

Alles andere wird sich entwickeln oder auch nicht.

06.09.17 - 13:41

Das halte ich für selbstverständlich, dass man als "Atheist" oder Ungläubige wie du dich bezeichnest, keinen evangelischen Pfarrer heiratet. Sein Glaube ist seine Berufung, und du kannst ihn in keinster Weise unterstützen, wenn du nicht ebenfalls seinen tiefen Glauben teilst. Und er kann sich mit dir nicht "auf Augenhöhe" über das unterhalten, was ihm elementar wichtig ist. Mit der Zeit wird euch das auf die Nerven gehen. Du musst alle Kirchenfeste, alles was das Kirchenjahr so ausmacht irgendwie ja mit begleiten. Mich würde das nerven.

Es gibt allerdings auch Pfarrer, die selbst nicht so eng nehmen mit dem Glauben und selbst die grundlegendsten Glaubenssätze ihrer Kirche nicht für wahr halten. Da ist es dann egal. Die predigen dann auch mehr über Politik und allgemeine Themen als über Gott. Sie hängen dann mehr an den Traditionen als an den Glaubensinhalten.

06.09.17 - 13:55

Also, wenn Ihr Euch sowieso schon näher gekommen seid, dann bleibt Dir nur die direkte oder indirekte Nachfrage. Du sagst ja, Du willst jetzt wissen, ob ein weiterer privater Kontakt Sinn macht, um nicht irgendwann sagen zu müssen, dass das Scheitern von Anfang an klar war.

Entweder stellst Du Dich der Sache und fragst ihn, wie das mit Euch weiter gehen soll oder Du gibst ihm ein fiktives Beispiel vor, in dem er sich und Dich wiedererkennt. Wenn er sagt, eine Atheistin wäre an seiner Seite völlig verkehrt, hast Du doch Deine Antwort.

06.09.17 - 14:03

Guckst du hier!

https://www.youtube.com/watch?v=280E1JsSZ0A

06.09.17 - 15:41
.. .. ..

Hallo
glaubst du wirklich an nichts? Auch nicht an die Kraft der Liebe beispielsweise? Es muss kein Gott sein oder einanderes Gottesbild, es kann aber etwas sein, was du fühlst, spürst, was dich berührt, etc...

und als Pfarrer kann man die Berufung völlig unterschiedlich auffassen. Ich kenne einen, der einfach wirklich ein Menschenfreund ist, durch und durch. Wenn er nicht katholisch wäre, könnte ich mir bestens vorstellen, dass er auch mit einer "Ungläubigen" aus vollstem Herzen eine Beziehung eingehen könnte.

durch gemeinsame Gespräche über, was euch durchs Leben trägt, was euch wichtig ist, was euch tief berührt, über eure Werte und Wertvorstellungen etc. könnt ihr - denke ich - ziemlich schnell herausfinden, ob es passt.
Würde er dich bekehren wollen oder wäre es für ihn eine Bedingung, dass du getauft bist, stelle ich es mir schwierig vor.
Hättest du Probleme damit, dass er als Pfarrer Ansprechpartner für seine Gemeinde ist und immer ein offenes Ohr hätte, wahrscheinlich auch.
Trefft ihr euch aber auf einer ganz privaten Ebene und genießt es, dass jeder sein Ich in die Beziehung bringt, könnte es traumhaft schön werden...

liebe Grüße

06.09.17 - 16:32

Mein Schwager ist ebenfalls Pfarrer und soweit ich weiß, sollten Ehepartner von Pfarrern und Pfarrerinnen ebenfalls evangelisch sein. Sie müssen aber zumindest einer christlichen Kirche angehören.

Nun seid ihr ja noch nicht so weit, aber es gehört sich für einen Pfarrer nicht in wilder Ehe zu leben und somit ist er verpflichtet sich auf lange Sicht auch krichlich trauen zu lassen.

Für dich würde das bedeuten, dass du dich taufen lassen müsstest. Meine schwester war katholisch. Das hätte eigentlich gereicht, aber es war sehr gern gesehen, dass sie zum evangelischen Glauben gewechselt hat.

06.09.17 - 16:49

Also ich war noch nie mit einem Pfarrer liiert dementsprechend kann ich dir das nicht wirklich sagen...
Ich bin zwar getauft aber würde mich als kein Stück gläubig bezeichnen gehe nicht in die Kirche oder so und wenn nur sehr selten....
Ich würde das jetzt ganz pragmatisch sehen es ist sein Job! Du hast damit ja nix direkt zu tun.
Wäre ich mit jemanden zusammen der Beispielsweise Moslem ist wäre das für mich grundsätzlich kein Problem wenn er seiner Religion nachgeht aber ich würde nicht muslima werden weil ich diese Religion als sehr anstrengend empfinde.
Überlege gerade nach einem Beispiel...Stell dir vor der Mann wäre Metzger und Vegetarier oder Veganer das kann ja auch gut gehen und das obwohl es das alltägliche Leben aus meiner Sicht noch mehr beeinflusst. Würde ihn mal fragen wie er das sieht. Würde auf keinen Fall mich taufen lassen irgendeinen Glauben annehmen nur für einen Mann.

06.09.17 - 18:03

Es geht mir auch nicht so sehr darum, ob ich mit seinem Glauben zurecht komme. Das könnte ich schon. Die Frage ist viel mehr, ob er mit meinem Nicht-Glauben zurechtkommt?
------

Warum fragst du ihn das nicht? Unterschiedliche Ansichten können ja auch interessante Diskussionen hervorrufen. Du bist tolerant und lässt jeden leben und glauben, wie und was er mag.

Und wenn er seinen Job ernst nimmt und ihn wirklich lebt, dann müsste er noch um ein Vielfaches toleranter sein und dich keinesfalls als Mensch ablehnen, weil du nicht an Gott glaubst. Außerdem scheint er auch nicht verbissen bibeltreu zu sein, denn obwohl die evangelische Kirche recht liberal eingestellt ist, sind Scheidungen dennoch nicht gern gesehen und das "bis dass der Tod euch scheidet" hat hier auch Bedeutung. In unserer Gemeinde hat eine geschiedene evangelische Pfarrerin keine Trauungen mehr vornehmen dürfen.

Deine Sorgen verstehe ich nicht so ganz. Ich weiß nicht, ob sich ein Fußballtrainer oder -Spieler bzw. deren Frauen derartige Gedanken machen. Deren halbes Leben dreht sich um den Sport und vermutlich ist es nicht lebensnotwendig, dass die Partnerin ebenfalls fußballverrückt ist. Sie muss vermutlich hauptsächlich tolerant sein und damit leben können, dass der Partner viel unterwegs ist, abends noch Fußball im TV schaut, am WE arbeitet etc.
Ich glaube nicht, dass ein Pfarrer von seiner Familie verlangt, dass diese jeden Sonntag in der Kirche sitzt.

06.09.17 - 19:00

Ich sage es knallhart: keine Chance! Es geht nicht um unterschiedlichen Glauben, sondern Du hast garkeinen und auch keinerlei Gefühl dafür, das ist ganz was anderes.
Ich kenne unsere evangelische Pfarrersfrau, die aktiv in der Gemeinde mitarbeitet. Arbeit mit Kindern, mit Senioren - alles mögliche, aber natürlich alles mit dem entsprechenden evangelisch-christlichen Hintergrund. Sie hilft in der Konfirmandenarbeit mit und noch einiges mehr. Genauso war auch eine andere evangelischer Pfarrersfrau, die ich auch schon kennenlernte.
Wie willst DU das alles leisten, ohne hierzu die geringste christliche Einstellung zu haben?
Das geht nicht und würde die Beziehung zerstören, früher oder später. Wahrscheinlich ist sowieso schnell Schluß, wenn er merkt, wie Du zu Glauben stehst.
Lass ihn am besten in Ruhe - um ihm und Dir Probleme und Verletzungen zu ersparen.
Glaube/Kirche ist eine zu diffizile Sache, als dass man gravierende Unterschiede hier einfach überspielen könnte.
LG Moni

06.09.17 - 19:32

Hallo!

Einer meiner besten Freunde ist evangelischer Pfarrer (jetzt a.D.) und ich selbst habe bis zu meinem Umzug lange ehrenamtlich in der evangelischen Gemeinde mitgearbeitet.

Ihr steht ja noch ganz am Anfang, aber ich verstehe natürlich, worauf Du hinaus willst und worüber Du Dir Gedanken machst.

Ok, tun wir mal so, mit Euch beiden ist es jetzt ernster geworden und so langsam geht es an die Zukunftsplanung.

Dabei gibt es eigentlich nur eine einzige Sache, die wichtig ist:

Was erwartet Dein (potentieller) Partner von der Frau an seiner Seite? Erwartet er eine "Pfarrersfrau" oder einfach eine Partnerin?
Das ist etwas, das Du klären musst.
Die Ehefrau meines Freundes war zeitlebens ganz aktiv mit in die Gemeindearbeit eingebunden, so wie hier auch schon von anderen Usern beschrieben. Seniorenarbeit, Kreise leiten, musikalische Begleitung des Gottesdienstes... Sie hatte auch einen eigenen Beruf (Musikpädagogin), war aber immer und zu jeder Zeit mit an Bord.
Sie haben klassisch im Pfarrhaus neben der Kirche gelebt und "gehörten" damit quasi der Gemeinde.

Als mein Freund vor einem Jahr in den Ruhestand ging, sind sie weit weg gezogen. Das hatte unterschiedliche Gründe aber eben auch ganz besonders den, dass sie auch im Ruhestand niemals wirklich "Ruhe" gehabt hätten. Gerade hier auf dem Dorf ist ein Pfarrer immer ein Pfarrer und wird auch nach dem Ende seiner Dienstzeit gern ehrenamtlich eingespannt, übernimmt Aufgaben usw.

Ich kenne auch einen ganz anderen Fall aus einer Nachbargemeinde:

Ein neuer Pfarrer kam in die Gemeinde und lehnte es ab, mit seiner Familie im Pfarrhaus zu leben. Er kaufte ganz normal ein Haus im Wohngebiet und lebt dort ein stinknormales Familienleben. Die Frau war lange Hausfrau und Mutter OHNE Engagement in der Gemeinde und arbeitet jetzt seit wenigen Jahren Teilzeit in ihren Bürojob.
Natürlich weiß ich nicht, wie sie ihren Glauben privat ausleben, aber zumindest sehe ich in diesem Fall nicht, dass die Frau in den Beruf ihres Mannes integriert ist.

Gerade die jüngeren Pastoren mit ihren Familien leben inzwischen eher so, dass sie den Beruf "Pfarrer" und ihr sonstiges Leben versuchen voneinander zu separieren.

Du musst also mit der Zeit ein offenes Gespräch mit dem Mann führen und klären, was er sich von einer Partnerin erwünscht und erwartet.
Da er selbst geschieden ist, gehe ich jetzt mal nicht davon aus, dass er evangelikal sondern liberal protestantisch ist.
Es gibt ja immer unterschiedliche Strömungen.
Mein Freund hat auch ohne Probleme Homosexuelle getraut - sein Nachfolger tut es nicht!


Deine private Haltung zum Glauben scheint ihn bisher ja nicht gestört zu haben. Solange ihr gegenseitig tolerant, offen und neugierig auf den Anderen und seine Welt bleibt, denke ich, dass es durchaus klappen kann.

Ich selbst bin gläubige, evangelische Christin, mein Mann hat mit der Kirche nichts zu tun. Das war nie ein Problem! Weder für ihn, noch für mich! Der Taufzeuge meiner Tochter ist türkischer Muslim, der Pate mein Schwager, der zwar noch in der Kirche, aber tiefster Atheist ist.

Ich wünsche Dir viel Glück. Mich würde mal interessieren, wie die Geschichte weiter gegangen ist!

Alles Liebe

06.09.17 - 21:22

Ein guter Freund ist evangelischer Pastor. Natürlich ist es kein Job wie jeder andere, na ja, welcher Job ist dss schon? Aber der Glaube ist es nicht, was den Mann ausmacht und alles bestimmt. Die Berufung ist eher die Arbeit als Gemeindepastor, das Soziale. Das Religiöse spielt gerade im Privatleben eine eher untergeordnete Rolle. Ich habe im Studium mit einem Theologiestudenten zusammen gewohnt. Er sagte, dass man im Studium gezwungen ist, sich derart kritisch mit dem Glauben und der Bibel auseinandersetzen muss, dass man seinen Glauben nahezu verliert. Und auch mein Freund der Pastor ist durchaus kritisch, betont viel mehr die Bedeutung des Glaubens für die Menschen.
Seine Frau ist selbst berufstätig und hat gar keine Zeit dazu, noch die traditionelle Pastorenfrau zu sein.
Auch bei uns im Ort, wir haben eine Pastorin, spielt der Ehemann gar keine Rolle. Das, was in meiner Kindheit noch von der Pastorenfrau übernommen wurde, wird heute von Diakonen oder auch Lektoren gemacht.
Ich würde es darauf ankommen lassen. Wenn es sich entwickelt, dann lasse es zu. Ihr werdet ja nichts überstürzen und du hast Zeit auszuprobieren, ob es funktioniert.

06.09.17 - 22:06

Hi,
wenn Du kein Problem damit hast, an den Feiertagen alleine daheim zu sitzen, oder mit ihm kirchlich unterwegs zu sein, ist doch alles schick.

Unser letzter Pfarrer, hat das nur als Job gemacht, nicht als Berufung. Meine Schwester und ich haben beide ersten Söhne, mit Zweitnamen nach unserem Verstorbenen Bruder benannt.

2002 beim Taufgespräch, fragte er warum er als Zweitname Oliver hat, da war der Unfall gerade 3 Jahre her. 1100 Einwohner hat die Gemeinde.

2006 fragt er bei unserem Taufgespräch :-[

Das wäre den 2 Pfarrern vor ihm nicht passiert. Auch hat seine Frau, selbst Pfarrerin ohne Stelle, fein aus allem rausgehalten. Die Frauenkreise usw. die von den Pfarrer Gattinen vorher ins Leben gerufen wurden, sind vom Kirchenvorstand und Freiwilligen weitergemacht worden.

Evangelischer Kindergarten, Fest mit Gottesdienst - Gottesdienst macht der Kirchenvorstand, Pfarrer hat keine Zeit.

Von 2005 - 2015, 1x war der Pfarrer auf dem Kindergartenfest

Ich bin getauft und evangelisch, mein Mann katholisch. Aber wir sind keine Kirchgänger. Wir versuchen gute Menschen zu sein. Sind fleißig mit den Kindergarten Veranstaltungen in die Kirche gegangen, Ostern, Weihnachten, St. Martin, Hochzeiten.

Aber der Pfarrer war auch nicht so der Hit. Den wir seit letztem Jahr haben ist Weltoffen, ihm kann man zuhören, er geht in die Gemeinde. Er und seine Frau sind auch beide geschieden und neu verheiratet. Sie hält jetzt auch wieder die Pfarrer Gattin Stelle.

Schau einfach mal, ob wirklich die Chemie stimmt, ich fände es nicht schlimm, wenn die Freundin des Pfarrers, weder getauft noch sonst was ist. Nett muss sie sein, und nicht mehr.

alles Gute
Claudia

23.09.17 - 19:33

Ich denke nicht, dass es so aussichtslos ist wie viele hier schreiben. Ich selbst habe auch evangelische Theologie studiert und mein Mann ist nicht gläubig. Zwar arbeite ich nicht als Pfarrerin, dennoch sind unsere Kinder getauft. Das Leben besteht immer aus Kompromissen egal welcher Art. Mein Mann gehe zum Beispiel Heiligabend mit in die Kirche als stummer Zuhörer. Dafür begleite ich ihn wenn er Zum Feuerwehrball muss. Es ist immer ein Geben und ein Nehmen in einer Beziehung. Allerdings finde ich auch, dass man seinen Glauben niemanden aufzwängen soll. Der Glaube sollte das Leben einfacher nicht komplizierter machen und auch nicht den Blick auf andere Lebenseinstellungen behindern.
Was ich damit sagen will, dass so eine Beziehung nicht gleich zum Scheitern verurteilt ist aber natürlich viele Kompromisse eingegangen werden müssen, wozu auch Beide bereitsein müssen.

15.10.17 - 14:12
NaUnd123

Ich denke Wertvorstellungen können verschieden begründet werden. So lange ihr Beide ähnliche Wertvorstellungen habt und respektiert, dass der Gegenüber diese (teilweise) anders begründet spricht doch nichts dagegen.

Ich kann aus eigener Beobachtung sagen, dass eine Beziehung der Art funktionieren kann. Ihr müsst nur Beide bereit sein auf den jeweils anderen Menschen zuzugehen und offen interessiert seine Ansichten anzuhören und damit umzugehen. Das sollte aber meiner Meinung nach die Grundlage jeder Beziehung sein.

Die einzige Sache die du beachten solltest ist, dass Pfarrer wie Lehrer Personen des öffentlichen Lebens sind und an Feiertagen (wenn im Kirchendienst tätig) meist arbeiten muss. Aber auch da kann sich etwas im Laufe der Zeit ändern. Ein Pfarrer muss nicht sein Leben lang im Kirchendienst arbeiten. Er kann auch an Schulen arbeiten, für die Diakonie oder direkt für die Kirche. Das Arbeitsfeld eines Pfarrers ist groß.

Versuch es doch einfach. Es wird sicher für euch Beide eine Bereicherung sein.

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