Update zu "Es ist viel schwerer, seinem eigenen Rat zu folgen..."

    • (1) 06.09.17 - 18:49
      Sinnundunsinn

      Liebe Forum-Gemeinde,

      vor einigen Wochen hatte ich den folgenden Beitrag eröffnet:

      https://www.urbia.de/forum/16-partnerschaft/4954181-es-ist-viel-schwerer-als-ich-dachte-meinem-eigenen-rat-zu-folgen

      Viele haben sich gemeldet und gesagt, ich muss etwas ändern.

      Das wusste ich ja auch schon, nur hatte ich das Gefühl, dass ich das nicht kann, weil ich aufgrund Arbeit usw. einfach funktionieren muss.

      Nachdem ich eure Beiträge und auch meinen eigenen noch mehrmals gelesen habe, hatte ich mich entschlossen, endlich zum Arzt zu gehen und dort "alles auf den Tisch zu legen".

      Das habe ich am folgenden Montag auch gemacht. Es war wirklich sehr schwer, mir selber einzugestehen, dass ich viel zu viel von mir verlangt habe - und das wirklich über Jahre!

      Ich wurde direkt 2 Wochen krankgeschrieben, um zunächst zu ruhen. Auch das habe ich gemacht - ohne meine Vollzeittätigkeit war das auch gar nicht so schwer.

      Mit meinem Chef habe ich gleich im Anschluss gesprochen und auch dort die Karten auf den Tisch gelegt, dass ich etwas länger ausfalle. Ich habe eine Kollegin in die wichtigen Abläufe eingearbeitet und auch die Buchführung der Firma übergeben.

      Meinen Schlüssel musste ich abgeben - das tat schon ziemlich weh.

      Und dann war ich erst mal zuhause. Ich hatte immer noch sehr viel zu tun, weil so viel liegen blieb und ständig neues dazu kam.

      Jede kleine Aufgabe - manchmal nur das Wäsche wegräumen - strengt mich sehr doll an.

      Am Montag muss ich wieder zum Hausarzt, dann wir eine physiologische Untersuchung gemacht und auch Blut abgenommen usw.

      Ich habe einen Kennenlerntermin bei einem Psychotherapeuten und auch einen weiteren Termin bei einer Psychologin mit Schwerpunkt Psychosomatik. Ob ich wegen meiner Depression Antidepressiva benötige, wird erst später entschieden.

      Alles ist immer noch wahnsinnig schwer und ich habe Angst, dass es gar nicht mehr leichter wird.

      Ich habe eine Liste gemacht mit Dingen, die ich regelmäßig tun muss und wie lange ich durchschnittlich (normal) dafür brauche (Haushalt, Kind abholen, einkaufen usw.). Dabei habe ich gemerkt, dass die Vollzeitarbeit grundsätzlich gar nicht ohne Verluste möglich ist. Ich habe jahrelang stressmäßig und zeitmäßig massiv am Limit gelebt.

      Seit meiner Krankschreibung bin ich ständig krank: Rückenschmerzen, Schnupfen, Fieber, Kopfweh, Magen-Darm, Übelkeit, Schlaflosigkeit usw. Das werde ich am Montag gleich nochmal mit dem Hausarzt besprechen.

      Ich werde definitiv nicht an meinen Arbeitsplatz zurückkehren, wenn es mir nicht durch und durch gut geht. Ich habe dazu mittlerweile eine sehr egoistische Einstellung gewonnen.

      Ich habe mir auch eine Liste gemacht mit Dingen, die ich gern tue. Auf diese Liste konnte ich tagelang gar nichts drauf schreiben, weil ich nichts mehr gern tue. Aber nach und nach fallen mir dann wieder ein paar Sachen ein.

      Es geht also bergauf, denke ich.

      Vielen Dank für eure Unterstützung, mir haben eure Meinungen und Einschätzungen wirklich geholfen, mich endlich von meiner leistungsverrückten, perfektionistischen Einstellung zumindest teilweise zu lösen.

      Und siehe da: Die Welt dreht sich weiter - und ab und zu lache ich sogar wieder.

      Ich wünsch euch daher alles, alles Gute!

      Viele Grüße


      Sinnundunsinn

      • (5) 07.09.17 - 07:55

        Du hast die eine Türe endlich zugeschlagen, aber passe auf, dass du es auch schaffst die Türen zu zu schlagen die sich jetzt öffnen.
        Du bist dermaßen ungesund über dein Limit gegangen, da muss man aufpassen sich nicht in anderes zu verlieren....

        Hallo,

        vielen, lieben Dank für das Update. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, die ersten Schritte sind gemacht und alles andere wird sich ergeben.

        Alles Gute #klee

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