Abtreibung belastet Partnerschaft

    • (1) 07.09.17 - 17:56
      Rosa Himmel

      Hallo,
      Vor fünf Jahren hatte ich eine Abtreibung, die Schwan war ungeplant und für mich war klar, ich möchte nicht noch ein Kind ( habe 3).
      Mein Mann wollte auch auf keinen Fall nochmal Vater werden, hatte aber mit einem Abbruch moralische Probleme.
      Dieses Argument war aber für mich kein Grund nicht abzutreiben. Ein gutes Gewissen reicht halt nicht um ein Kind groß zu ziehen.
      Wir liefen damals wie heute am Limit: Krankheit von 2 Kindern, mein Mann gesundheitlich schlecht dran, ich selbst schwere Depressionen immer mal besser und dann wieder ein Absturz.
      Dazu der Beruf ( ich arbeite oft 50 Stunden, da mein Mann beruflich immer wieder ausfällt ) beide Eltern, die Hilfe brauchen, dazu der ganz normale Wahnsinn den drei Kinder mit sich bringen.
      In der 10. Woche äußerte der Arzt dann noch beim Ultraschall kurz vor dem Eingriff den Verdacht auf eine ChromosomenStörung (Trisomie).
      Noch ein Grund mehr für den Abbruch.
      Mein Mann und ich hatten bei den Schwangerschaften immer untersuchen lassen ob die Kinder gesund sind da wir uns einig waren, dass wir ein behindertes Kind nicgt bekommen würden.
      Mein Mann kann das Kapitel für sich nicht abschließen und hat vor 2 Jahren sogar eine Therapie begonnen.
      Unser Verhältnis ist seitdem abgekühlt, es steht zwischen uns er ist wütend auf mich.
      In einem Ausbruch warf er mir vor, den Abbruch wie einen ZahnarztBesuch abgehandelt zu haben und such nuchtzmal geweint oder gezögert zu haben.
      Knallhart habe ich das durcjgezogen.
      Meine Argumente dass das so nicht stimmt und es mir sehr wohl was ausgemacht hat, zählen nicht.
      Er findet mich herzlos, und zweifelt daran ob ich " normal "bin...ob ich überhaupt was empfinde für ihn und die Kinder.
      Er stellt alles in Frage .
      Was soll ich noch tun?
      Ich bin am Ende mit meinem Latein.
      Meine psychische Verfassung ist von dem Eingriff nicht negativ beeinflusst worden, also die Depression ist nach wie vor da, aber hat sich nicht weiter verschärft durch den Abbruch.
      Allerdings zieht mich die Situation mit meinem Mann ziemlich runter.

      • Wenn dein mann auf keinen Fall noch ein Kind wollte und ein Abbruch für ihn moralisch nicht vertretbar ist, warum hat er dann nicht verhütet? Mal im Ernst, wer kein kind will, muss verdammt gut verhüten. Ich finde es richtig gemein von ihm, dir eintn Vorwurf zu machen, obwohl er doch mindestens genauso an der Schwangerschaft beteiligt war. Und eure Belastbarkeit ist doch seit Jahren am Limit. Warum macht er es sich so einfach? Da wäre ich eher wütend auf ihn, dass er sich nicht angemessen verhalten hat.

        • (3) 07.09.17 - 18:07

          Er hat ja verhütet, mit Kondom, er hatte zu dem Zeitpunkt auch schon einen Termin zur Vasektomie.
          Ich hatte allerdings nicht mehr zusätzlich verhütet.

          • Ok, dennoch kann er es sich nicht so leicht machen und dir die schuld geben. Rein vom logischen her muss ihm doch klar sein, dass ihr ein weiteres Kind bei eurer täglichen Belastung gar nicht schaffen könnt.

      Dein Mann hätte es tatsächlich besser gefunden, dass es dir vor, während und nach der Abtreibung so richtig dreckig geht?

      Irgendwie klingt das nach einem Kind und nicht nach einem erwachsenem Mann.

      Ich finde es eher seltsam, dass er seit zwei Jahren in Therapie, aber in seiner Haltung noch keinen Schritt vorangekommen ist. Da sollte er mal einen Therapeutenwechsel in Betracht ziehen.

      Fakt ist nämlich, dass er akzeptieren muss, dass Du aus Deinen Gründen heraus anders mit dem Abbruch umgegangen bist, als er. Es ist nicht seine Haltung diejenige, die einzig richtig und wahr ist. Jeder hat ein absolutes Recht auf seine eigenen individuellen Emotionen und niemand hat dem Anderen zu sagen, wie es zu fühlen hat. Das kann man nach so vielen Therapiesitzungen eigentlich schon begriffen haben.

    • Ui.......da wäre ich aber wie ein HB-Männchen unter die Decke gegangen. Was für ein Most, den dein Mann da erzählt.

      ER hat das Problem und lässt sich psychologisch behandeln. Wobei ich das echt merkwürdig finde und noch nie gehört habe, dass ein Mann wegen eines Schwangerschaftsabbruchs eine Therapie brauchte. Vielleicht projiziert er sein eigentliches Problem nur auf diesen Abbruch und schiebt dir jetzt auch noch Schuld zu, weil du dich seiner Meinung nach nicht richtig verhalten hast.

      Hast du ihn mal gefragt, ob er sich besser fühlen würde, wenn nicht nur ER zur Therapie deswegen geht, sondern du auch noch einen psychischen Knacks hättest?
      Vor allem weil er so großartig deine Empfindungen für die vorhandenen 3 Kinder in Frage stellt. Die hätten sich bestimmt gefreut, wenn ihr BEIDE deswegen mit den Nerven zu Fuß gewesen wärt. #klatsch

      ------Mein Mann und ich hatten bei den Schwangerschaften immer untersuchen lassen ob die Kinder gesund sind da wir uns einig waren, dass wir ein behindertes Kind nicgt bekommen würden.-------

      Und zum Thema MORAL: Für ihn ist es moralisch vertretbar, ein krankes Kind abzutreiben. Damit hätte er dann auch keine Sorgen. Aber ein "Vielleicht" krankes Kind und eine desolate Gesamtsituation innerhalb der Familie bringen ihn zum Therapeuten und dir gegenüber zu Vorwürfen .......... Was für eine beschissene Doppelmoral.

      Ich bin relativ tolerant, aber deinen Kerl hätte ich in den Hinterm getreten und ihm gesagt, ER solle sich mal nicht so mimimimi anstellen und was für die Familie leisten statt seine Krankheiten und seine Psyche zu pflegen. Dann wäre ein weiteres Kind vielleicht eine Option gewesen. Zum Kotzen

      (8) 07.09.17 - 21:29

      Hi, ich finde eine Partnerschaft sollte (auch) eine Stütze sein! Du hast bestimmt genug Stress mit Kids, Arbeit , Eltern, Krankheit etc. und da kommt er um die Ecke und kippt noch mehr Müll bei dir ab? Toller Typ! Klar, es gibt zum Thema Abtreibung verschiedene Meinungen und man kann sich sicherlich streiten, aber irgendwann ist auch mal gut! Ich finde eher ihn nicht ganz normal!

      Dein Mann verhält sich in meinen Augen affig. Du hast das sehr klug und wohl überlegt entschieden. Die Entscheidung ist absolut nachvollziehbar. Ich verstehe nicht, warum dein Mann darin überhaupt ein Problem sieht. Oder ist er etwa religiös?

      Mir kommt es so vor, als überträgt er da irgendwas. Dass ihn irgendwas belastet und nun schiebt er es auf die Abtreibung...

      Dein Mann hat....
      entweder den falschen Therapeuten, der absolut nicht in der Lage ist, ihm aufzuzeigen, wie das Ganze endlich abzuschließen ist- und er selber absolut nicht der Unschuldigste dabei war,
      oder
      eine seltsame Lust daran, Dich als allein"schuldiges" Monster dastehen zu lassen und fleißig ein Messer in Dir herumzudrehen.
      Ich sehe ganz bestimmt nicht immer eine Abtreibung als akzeptabel an, aber damals war es euer beider Entscheidung und basta. Der soll mal wirklich sein Jammerlappen-Schuldzuweisungs-Mimimi wegstecken, den Arsch zusammenkneifen und sein Leben wieder in die Hand nehmen. Sag ihm das bitte mal, mit einem schönen Gruß von mir. Und keine Sorge, ich weiß sehr gut, "was Leben ist".
      Alles Gute für Dich. LG Moni

      (11) 08.09.17 - 10:26

      Fair finde ich das nicht. Hier scheint mir eine Abtreibung die einzig vernünftige Entscheidung gewesen zu sein, gerade da du offenbar den Grossteil der Verantwortung stemmst. Und dann dazu noch ein möglicherweise behindertes Kind. Wie stellt er sich den vor, wie das machbar gewesen wäre?

      Ich glaube, hier sucht dein Mann einen billigen Ausweg. Ob bewusst oder nicht kann ich nicht beurteilen. Zudem du noch schreibst, dass weder du noch er ganz gesund seid.
      Der Ansatz mit der Thearpie klingt erst mal gut, allerdings zweifle ich ein wenig daran, dass er a) den richtigen Therapeuten hat und b) es euch in irgendeiner Weise weiter hilft. Vielleicht solltet ihr einmal grundsatzlich darüber nachdenken. wie die Zukunft aussehen soll.

      Alles Gute thyme

      (12) 08.09.17 - 15:25

      Ich verstehe deinen Mann und mich wundert es sogar, dass er noch mit dir zusammen ist. Ich könnte einem Menschen, von dem ich weiß, dass er ein Kind getötet hat (und für mich ist es Tötung), nicht mehr so begegnen, dass ich eine Beziehung führen könnte - auch eine Freundschaft wäre für mich da nicht mehr einfach. Es ist für mich ein nogo - wenige Ausnahmen bei akuter leiblicher Gefährdung der Mutter oder vielleicht nach Vergewaltigungen etc. mal ausgenommen.

      Du hast dich gegen das Kind entschieden, dein Mann hatte moralische Bedenken, du hast es durchgezogen. Gut, jetzt ist das mit deinem Mann halt so. Ich glaub, da hilft nur Trennung.

      • (13) 08.09.17 - 15:56

        Und dass die te und ihr Mann bereits auf dem Zahnfleisch kriechen wehen Belastungen wie Pflege mehrerer(!) engster Angehörigen und eigene gesundheitliche Einschränkungen hast du auch gelesen?

        • (14) 08.09.17 - 16:43

          Danke für eure Antworten.
          Ich hätte ein weiteres Kind nicht geschafft, unsere Jüngste ist verhaltensauffällig und verlangt uns sehr viel ab.
          Auch die Großen leiden unter ihrem Verhalten.
          Mein Mann hätte natürlich erwartet dass ich mich um ein behindertes Kind auch hauptsächlich selbst kümmere.
          Denn er sagt "das macht eine Mutter so".
          Dass ich der Hauptverdiener bin, da er in die Erwerbsminderung gerutscht ist, hätte ich meinen Job aufgeben müssen und wir wären ohne regelmäßiges Einkommen gewesen.
          Von seiner Rente können wir nicht leben, der Kredit fürs Haus wird auch von mir bedient.
          Dass ich dabei vollkommen auf der Strecke geblieben wäre, scheint ihn nicht zu stören.
          Ich bin ja jetzt mit mit drei Kindern, Vollzeitjob u.a schon jahrelang am Limit.
          Anfang des Jahres bin ich zusammen geklappt und war 6 Wochen in einer Klinik.
          Die Kinder waren da quasi sich selbst überlassen da er mit sich selbst beschäftigt ist.
          Was wäre da mit einem weiteren Kind?
          Besonders wenn ws noch behindert gewesen wäre?
          Ich hätte für sein Wohlergehen nicht mehr garantieren können, wer wäre mit dem Kind ins Krankenhaus gegangen wenn nötig oder zu Therapien und Arztterminen?
          Ich bin deb ganzen Tag weg und mein Mann macht: nichts.
          Er sagt selbst, er wäre der Belastung nicht gewachsen gewesen, er hätte mir alles überlassen, aber wann sollte ich das machen?
          Ich denke, ihm ist egal wie ich mich fühle, wahrscheinlich liebt er mich nicht, denn sonst würde er sich anders verhalten und zumindest versuchen mich zu verstehen.

          • (15) 08.09.17 - 20:05

            Hallo,

            zuerst: Ich finde deine damalige Entscheidung absolut überlegt, durchdacht, vernünftig - und richtig!
            Ich werde nie verstehen, warum gerade Frauen andere Frauen in solchen Situationen verurteilen und völlig verklärt in rosa Babyträumen schwelgen ohne auch nur einen Gedanken an die Realität zu verschwenden! Die Realität äußert sich dann so häufig in kaputten Familien, seelisch zerrütteten Frauen und vernachlässigten Kindern - super!

            Dann: Ich habe hier tatsächlich noch NIE zu einer Trennung geraten, aber mal ehrlich: Was hält dich bei deinem Mann? Du hast eben selbst geschrieben, dass es ihm egal ist wie du dich fühlst und er dich wahrscheinlich nicht mehr liebt. Außerdem unterstützt er dich in keinster Weise - im Gegenteil, er ist ein Klotz am Bein: trägt kaum zum Lebensunterhalt bei, macht den Haushalt nicht, kümmert sich nicht um die Kinder, unterstützt dich nicht bei den pflegebedürftigen Angehörigen. Dafür macht er dir aber Vorwürfe, dass du rational gehandelt hast und schiebt dir seine Probleme in die Schuhe.
            Warum lässt du dir das gefallen?

            Gruß, Lena

      (16) 08.09.17 - 20:43

      -----Ich verstehe deinen Mann und mich wundert es sogar, dass er noch mit dir zusammen ist. Ich könnte einem Menschen, von dem ich weiß, dass er ein Kind getötet hat (und für mich ist es Tötung), nicht mehr so begegnen, dass ich eine Beziehung führen könnte -----

      Hasst du überhaupt ihren gesamten Text gelesen? Ich glaube nicht.......

      Sie haben in beiderseitigem Einverständnis in bisher JEDER Schwangerschaft auf Behinderungen/Krankheiten untersuchen lassen, weil sie sich BEIDE einig waren, dass sie ein behindertes Kind nicht bekommen wollen würden.
      (Bei dieser Schwangerschaft gab es Anzeichen für das down Syndrom.)

      Und da schreibst du hier, dass du dich wundert, weil er noch mit ihr zusammen ist?
      Seltsame Einstellung von dir, wenn du angeblich gegen Abtreibungen bist, aber dann auf der Seite des Mannes stehst, der ein krankes Kind aussortiert hätte.

      (17) 08.09.17 - 20:48

      Und was ich noch vergaß:

      Du stellst EIN Embryo über die vorhandenen DREI Kinder und würdest dich trennen wegen einer Abtreibung und so die Familie auseinander reißen, nur um dem moralischen Anspruch gerecht zu werden?

      Mann...mann....mann.......ich würde gern mal wissen, wie du so was den Kindern erklärst. Selten so einen Quark gelesen.

    (20) 08.09.17 - 22:17

    Immer diese Doppelmoral.
    Ein Kind, dass aus einer Vergewaltigung entstanden ist, darf man töten (deine Wortwahl, nicht meine), das hat weniger Recht auf Leben als ein anderes Kind, das aus anderen Gründen abgetrieben wird?

Top Diskussionen anzeigen