Familienansichten

    • (1) 11.09.17 - 09:49
      Lieberso-17

      Guten Morgen,

      ich bin schon seit langem hier bei Urbia, aber in letzter Zeit eher stille Leserin. Da ich mir nicht sicher bin, ob hier Freunde oder Familie auch aktiv ist, schreibe ich lieber in grau. Entschuldigung dafür!

      Zu meiner Situation: Ich bin seit 5 Jahren mit meinem Partner zusammen. Er hat eine Tochter mit in die Beziehung gebracht. Diese ist mittlerweile 13. Ich habe einen Sohn mit in die Beziehung gebracht - dieser wird bald 11. Vor zwei Jahren haben wir uns zusammen ein Haus gekauft.

      Nun der Anlass meines Beitrags: Mein Partner hat eine recht große Familie - noch 2 Brüder auch mit Frauen und Kindern und seine Eltern mit jeweils neuen Partnern. Ich habe meine Eltern und meinen Bruder mit Familie, die leider etwas weiter weg leben. Mein Sohn und ich fühlen uns wohl in dieser großen Familie, werden zu jeder Feier mit eingeladen und laden selbst auch immer mit ein. Kurzum gesagt - für uns ist es in dieser Zeit auch zu unserer Familie geworden.
      Nun ist es so, dass mein Sohn vor längerer Zeit wohl schon mal sagte im Gespräch mit der Tochter meines Partners, dass es auch ja seine Cousins und Cousinen seien (also die Kinder seiner Brüder). Die Tochter hat ihn ziemlich angefahren, dass dies nicht so sei und es auch dem Papa so gesagt. Ich habe daraufhin mit meinem Sohn darüber geredet, dass es verwandtschaftlich gesehen nicht so ist, aber er und ich trotzdem gemocht und akzeptiert werden. War dann auch erst einmal so ok.

      Gestern war wieder eine Familienfeier (Taufe). Bei einem anschließenden Foto sollten alle Kinder sich zusammensetzen, aber mein Sohn wurde nach 2-3 Fotos gebeten jetzt bitte zu Seite zu gehen, damit die Kinder der Familie fotografiert werden können. Ich habe den Gesichtsausdruck meines Sohnes gesehen.... Es tat ihm weh. Mit tat es weh, das zu sehen. Mein Partner hat diese Situation auch mitbekommen.

      Am Abend habe ich mit meinem Partner darüber geredet. Mein Gefühl zum Ausdruck gebracht, dass wir wohl nie richtig dazugehören werden. Er sagte, er fand diese Situation auch nicht in Ordnung und möchte dies definitiv auch mit seinen Brüdern besprechen. Aber mit dem anderen würde ich übertreiben. Wir würden dazugehören. Er wird gemocht und akzeptiert, aber es sei nunmal so, dass wir keine verwandtschaftliche Beziehung zu den anderen haben. Hat er ja auch recht. Ich bin da vielleicht einfach zu emotional. Meine Familie behandelt seine Tochter dahingegen genauso wie meinen Sohn. Das habe ich meinem Partner auch so gesagt.

      Wie seht ihr das? Was könnt ihr mir für Gedanken und Anregungen mit auf dem Weg geben? Wie sollte ich meinem Sohn das vermitteln?

      Entschuldigt bitte den langen Text! Und Danke an alle, die ihn bis zu Ende gelesen haben.

      Sollte ich etwas in meinen Ausführungen vergessen haben, fragt bitte nach.

      Liebe Grüße
      Lieberso-17

          • Wozu???

            FAMILIE ist soviel mehr als Gene.

            Problem ist doch die Unverschämtheit der Familie deines Partner, die offenbar nicht in der lage sind über den Tellerrand hinaus zu schauen

            • (6) 11.09.17 - 13:34

              Ich sagte ja, dass ich es versuche. ;-) Hier kamen ja durchaus auch schon einige rationale Sichtweisen.

              Mit Deinem Satz aus Deinem unteren Post hast Du etwas sehr schönes gesagt: Familie fühlt man.

              Also wir fühlen es und der Rest nicht. Oje - was für ein Dilemma. :-(
              Ich denke darüber nach, ob wir nicht symbolisch tatsächlich mal auf der nächsten Feier wegbleiben sollten. Mal schauen, was das Gespräch der Brüder bringt.

      Ich verstehe, dass dir dein Sohn leid tut. Als Mutter leidet man immer mit.
      Vom rationalen Standpunkt her betrachtet wäre es wahrscheinlich so, solltet ihr euch mal trennen, dass dein Sohn mit der Familie deines Freundes wohl keinen Kontakt mehr hätte. Weil er eben mit ihm nicht blutsverwandt ist. Dann wäre da auf den Bildern ein Kind, an das sich kaum noch jemand erinnert. Bitte nicht falsch verstehen: Ihr seid sicher genauso integriert wie die Frauen der Brüder und so auch. Und wahrscheinlich wird das für immer so bleiben. Ich will dich hier nicht runter ziehen. Versuche nur rational zu denken.
      Mach dir nicht zu viele Gedanken.
      Dein Sohn hat ja auch noch eine Familie väterlicherseits. So ist er ja eh schon besser dran als seine Cousinen. Vielleicht wäre das ein Erklärungsansatz für ihn.

      • (8) 11.09.17 - 10:33

        Hallo Aimee1,

        ich danke für Deine Meinung. Ich verstehe was Du meinst. Ich versuche ja es rational zu sehen, aber bei seinem eigenen Kind ist man eben auch befangen.
        Ein Kontakt zur Familie väterlicherseits existiert nicht. Da muss ich anders bei ihm argumentieren.

        LG

        Es wäre als jemand auf dem Bild an den man sich kaum noch erinnert? Warum?? Weil er kein vollwertiges Familienmitglied ist aufgrund anderer Gene? Man sollte sich immer an Familie erinnern, egal ob Eltern sich mal getrennt haben, ob der Kontakt abgebrochen ist oder ob jemand verstorben ist oder oder oder

    (12) 11.09.17 - 10:43

    Das ist schon krass.

    Da wird ein Kind, das dazu gehört, vom Foto ausgeschlossen. Ich wäre da extrem sauer und hätte da auch gleich die Konsequenz gezogen zu gehen.

    Denn deutlicher kann man die "nicht-Dazugehörigkeit" wohl kaum demonstrieren.

    Ich bin bei solchen Themen durch selbst erlebtes aber auch sehr sensibel.

    Es gab ganz viel Ärger, der zum Bruch mit einer Person und dem Familienanhang meines Mannes führte.

    Solche Sachen sind Gift in jeder Familie.
    Entweder gehört jemand genauso dazu wie alle anderen, dann gehört er zu jeder Feier und zu jedem Foto - oder diese Familie hat für mich keine weitere Bedeutung und ich bin samt Kind weg!

    • (13) 11.09.17 - 10:56

      Hmm, Du meinst mit samt Kind weg von künftigen Feiern? Oder auch gleich weg vom Partner? Der fand die Situation ja ebenfalls nicht in Ordnung will das definitiv beim nächsten Brüdertreffen ansprechen.

      Ich gebe zu, dass ich künftig wohl nicht mehr so unbeschwert bei den Familienfeiern dabei sein werde...

      LG

      • (14) 11.09.17 - 13:23

        Genau.

        Ich hätte die Feier sofort verlassen. Allerdings ohne viel Wind darum zu machen.
        Zum einen, weil man das Fest an sich nicht stört und zum anderen, um der Familie Zeit zum nachdenken zu geben.

        Dem Partner hätte ich das in ruhigem Ton erklärt.

        Es hätte ihm freigestanden ob er das bei seiner Familie ansprechen möchte und ob er auf der Feier bleiben möchte.

        Für die Zukunft hätte ich mich allerdings fern gehalten. Mich und das Kind würden die nicht mehr sehen.
        Meinem Partner würde ich allerdings nichts verbieten und nichts vorschreiben.
        Bedeutet das dieses Thema nicht zum Streitpunkt in der Beziehung werden dürfte.

        Er könnte immer zu seiner Familie gehen, allerdings ohne mich und das Kind.

(15) 11.09.17 - 10:53

Also ich verstehe, dass du dich ärgerst und dir dein Sohn leid tut.

Und ich finde es toll, dass die andere Familie euch herzlich aufnehmt und ihr euch dort wohl fühlt.

Die Fotosituation sehe ich anders. Es sind ja auch Fotos mit ihm gemacht worden - er wurde also nicht ausgeschlossen. Aber letztlich - solltet ihr euch mal trennen - hat er mit der Familie rein gar nichts mehr zu tun. Die anderen Kinder schon.

Für mich ist es "nur" ein Foto. Ob ich da wo drauf bin,...oder ob ein "PatchworkKind" drauf wäre das letztlich am Ende nicht mehr dazugehören könnte, wäre mir herzlich egal. Aber ich kann verstehen, dass man AUCH (ni hat nur) Fotos ohne ihn möchte.

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