Partner steht auf SM

    • (1) 12.09.17 - 09:47
      No SM

      Hallo alle zusammen,

      Mein Lebensgefährte und ich sind jetzt über 7 Jahre zusammen. Die ersten Jahre waren einigermaßen glücklich. Wir haben zwei Kinder, Haus, Garten. Er hat einen sehr guten Job. Verdient gut und ich betreue unsere Kinder (2 und 5) daheim. Bis dahin alles sehr klassisch.

      Wir streiten relativ oft. Besonders in letzter Zeit. Er hat viel Stress auf der Arbeit und lässt dann daheim oft seinen Frust ab. Ich bin in letzter Zeit ein bisschen dünnhäutig, da die Kinder momentan recht anstrengend sind und ich da auch kaum Entlastung habe.

      Mein Mann hat eine sehr ausgeprägte Neigung zum SM. Auch einen Lack und Leder und Latexfetish. Ich mag noch die Klamotten kann aber mit dem SM wenig anfangen. Ich habe vieles mit ausprobiert. War immer offen. Mein Mann ist (finde ich) sehr extrem. Von auspeitschen, Atemreduktion, Klinikspiele, Erniedrigungen steht er auf das Ganze große Spektrum - je extremer umso besser... Er sagt er sei mehrheitlich devot, aber er wollte mich auch schon dominieren. Was ich merkwürdig finde. Ich habe viel gelesen darüber...

      Nun ist es so, dass mir das Ganze weder in die eine noch in die andere Richtung gefallen hat/gefällt. Es verschafft mit Null Befriedigung. Ich fühle mich dabei schlecht und auch irgendwie austauschbar. Mein Mann wurde auch schon mal sauer, als ich irgendwas nicht so gemacht hat, wie er wollte.
      Wenn wir die Kinder mal nicht da haben, erwartet er immer, dass wir spielen. Ich ignoriere das dann, weil ich absolut keine Lust auf sowas habe, dann ist er natürlich wieder sauer und enttäuscht. Das wirkt sich auf unsere ganze Beziehung aus.

      Was ich mir wünsche, interessiert ihn nur am Rande. "normalen Sex" haben wir vielleicht einmal im Jahr! Er ist nie auf meine Bedürfnisse eingegangen. Der Sex war entsprechend mies und frustrierend.

      Inzwischen habe ich mich irgendwie entliebt. Es schüttelt mich bei dem Gedanken, von ihm angefasst zu werden.
      Ich habe ihm auch schon gesagt, er soll zu einer Domina gehen, ich will mit dem SM Zeug nichts mehr zu tun haben. Das will er nicht. Er liebt mich und will das nur mit mir. Ich werde das aber nicht mehr mit ihm tun.

      Ich weiss nicht mehr was ich tun soll. Ich kann mich doch nicht nur wegen unseres schlechten Sexlebens von ihm trennen. Obwohl ich das tief drinnen möchte. Eigentlich will ich frei sein und auch mal wieder schönen, befriedigenden Sex haben..., bei dem ich mich fallen lassen kann. Mit ihm wird das nie möglich sein. Er bekommt ohne SM Spielchen kaum eine Erektion.

      Wir haben Kinder, er ist sonst relativ fürsorglich. Aber da stimmt es schon lange nicht mehr bei uns.

      Geht es jemandem ähnlich? Wie geht ihr damit um?

      • (2) 12.09.17 - 09:57

        Hallo,

        Du schreibst doch, Du hast Dich entliebt, Du möchtest Dich nicht mehr von ihm anfassen lassen, nicht so und nicht so. Dann musst Du jetzt den nächsten Schritt gehen, Dein Mann scheint keinen Schritt zurück machen zu wollen.

        LG

        • Hi!

          Irgendwie werfen sich beim Lesen ein paar mehr Fragen auf.
          Seit wann wusstest Du denn von der Neigung Deines Mannes? War es von Beginn an bekannt oder kam das, als ihr schon verheiratet wart?

          Ich meine, wenn ich schon zu Beginn merke, dass ich mit den Neigungen meines Partners überhaupt nicht konform gehe, würde ich wohl den Schritt in Richtung Heirat und Kinder nicht gehen, weil ich dann ja irgendwie schon in einer nicht wirklich befriedigenden Situation stecke.

          Es ist natürlich schwierig, wenn nur ein Partner diese Neigung verfolgt und der andere so gar nichts damit anfangen kann. Es ist schwer von ihm zu verlangen, diese aufzugeben, sowas lässt sich nicht einfach unterdrücken.

          Ich denke aber, dass die Hauptbelastung aktuell wohl eher auf dem Job liegt, so wie sich das liest. Und um dieser zu entgehen, versucht er über seine Neigung den Druck rauszunehmen.
          Ist es vielleicht irgendwie möglich mal völlig fernab von Sex und Zwang irgendwie eine gewisse Zeit miteinander zu verbringen und sich mal nur auf sich und die Beziehung zu konzentrieren? Hat er jemanden, mit dem er mal die Problematik im Job besprechen kann? Das scheint wirklich ein wichtiger Faktor zu sein, der durchaus auch eine Beziehung ruinieren kann.

          Vielleicht hilft es euch, wenn ihr euch an einem neutralen Ort miteinander trefft und vor allem völlig urteilsfrei und ohne Anfeindungen miteinander sprecht, eure Ängste und Sorgen äussert, ohne das ein "du hast" oder " du bist schuld an" fällt. Sprecht aus der "Ich"-Perspektive, tauscht euch aus. Und dann schau, wie es Dir damit geht.

          Sich zu entlieben ist ein langer Prozess, so dass das Problem ja nicht erst seit gestern besteht. Wenn Du für dich jetzt an dem Punkt bist, wo Du sagst, es geht nicht mehr, weil mal völlig unabhängig vom Sex, so nichts mehr ist, ist es wohl an Dir zu schauen was Du willst. Ausbrechen aus der Beziehung, Trennung. Wenn das für Dich in die Richtung geht und sich richtig anfühlt, dann zieh es durch. Die Entscheidung kann Dir keiner abnehmen.

          Alles Gute!

        • (6) 12.09.17 - 10:30

          Ich wusste von seinen Neigungen von Anfang an. So wie er wusste, dass ich keine habe. Ich habe ALLES mit ihm ausprobiert und bin offen gewesen und auf ihn und seine Vorlieben eingegangen. Leider kam von seiner Seite nichts zurück. Das gibt er auch zu. Wir sind übrigens nicht verheiratet.

          Der Job frisst ihn schon irgendwie auf. Beim "Sex" will er dann einfach die Verantwortung abgeben. Sagt er.
          Ich ertrage das aber so nicht mehr. Für mich ist das einfach nur "Arbeit" - aufwendig, für mich null entspannend geschweige sexuell befriedigend. Ihm ist das egal. Hauptsache ich tue, was ihm gefällt.

          Wir gehen schon zur Therapie und seit wir das tun, nervt und stresst mich alles nur noch mehr...

          Es sind auch noch andere Dinge vorgefallen. Zur "Entspannung" hat er bis vor kurzem recht oft und regelmäßig Cannabis konsumiert. Und war daheim entsprechend teilnahmslos oder aggressiv...

          • (7) 12.09.17 - 10:37

            Ganz ehrlich: dann ist es jetzt wohl an Dir zu entscheiden, was Du machen möchtest.
            Spätestens wenn mein Partner mir oder sogar den Kindern gegenüber aggressiv auftritt, ist Feierabend. Das macht der ein Mal, dann nie wieder.

            So wie es sich liest, habt ihr beide euch da in eine Beziehung geflüchtet, die so nicht klappen kann. Seid euch und euren Kindern gegenüber so ehrlich und bringts wohl besser zu einem Abschluss. Gebt euch die Chance glücklich zu werden, jeder für sich.

    Entkoppelt Sex bzw spiel von der restlichen Beziehung...sehe ich als einzige Möglichkeit...dass ihr das beide (!) schon so lang ertragt finde ich bewundernswert!

    (9) 12.09.17 - 10:06

    Ein mir bekanntes Paar hat das so gelöst, dass jeder eine Beziehung ausserhalb der Ehe führte. Hat meines Wissens gut funktioniert.

    (10) 12.09.17 - 10:07

    Ihr könnt nur versuchen zu reden und euch dahin zu einigen, dass jeder seine Bedürfnisse woanders stillen darf.

    Wenn dein Mann allerdings bei der Meinung bleibt, das ausschließlich an dir ausleben zu wollen, bleibt dir nur die Trennung.

    Deine Ablehnungshaltung wird mit der Zeit nur schlimmer werden, und dein Mann mit Sicherheit immer ungehaltener, wenn er merkt, dass du ihn nicht willst.

    Gruß Hezna #klee

    (11) 12.09.17 - 10:08

    Ja, mir ging es so ähnlich... ich beschreibe es mal im Schnelldurchlauf... ICH hab mir dann wen für meine sexuelle Befriedigung besorgt und dann hatte er auch irgendwann wen... Unsere Beziehung lief dadurch besser... Dann ist sie durchgedreht, hat versucht ihm ein Kind unterzuschieben, wollte mich los werden... und dann ist mein Papa gestorben. Das Elend meiner Mama hat mich daran erinnert, wie sehr ich meinen Mann liebe... ich habe also ab dem Tag begonnen, so richtig ernsthaft die Sadistin zu geben - um ihn zu halten... aber: der Appetit kam beim Essen und mittlerweile macht es mir ordentlich Spaß... gleichzeitig ist er viel mehr um mein Wohl besorgt... seine Dankbarkeit ist für mich also definitiv spürbar. Seit dem Tiefpunkt sind jetzt 3 Jahre vergangen und uns geht es wirklich gut...

    • Die Übergriffigkeit der Sex-Partnerin Deines Mannes, der Tod Deines Vaters und das Elend Deiner Mutter führten dazu, daß Du Dich seinen Neigungen anpasstest und Dich nun seiner Dankbarkeit erfreust?

      Da muss ich jetzt mal drüber nachdenken.

      • (13) 12.09.17 - 11:29

        Wenn Du es so zusammenfasst, klingt es in der Tat... befremdlich :)
        Nein - die übergriffige Frau und der Tod haben dafür gesorgt, dass mir klar wurde, dass ich meinen Mann will, mit allem was dazu gehört... ich denke schon, dass das soweit nachvollziehbar ist - in der Tat war mein Gedanke dann "in den sauren Apfel zu beissen", während ich mich vorher dem SM-Part komplett verweigert habe. Im Laufe eines Jahres ca. habe ich gemerkt, dass es so schlecht gar nicht ist und mittlerweile (3 Jahre später) hat es einen ähnlich hohen Stellenwert für mich wie für ihn.
        In der Tat war es dann aber ein geben und nehmen - nachdem mein Mann erste Befriedigung erfahren hat, war auch plötzlich wieder "normaler" Sex möglich, Cunnilingus.... ein geben und nehmen halt. Ist jetzt so, dass jeder auf seine Kosten kommt, dass keiner unausgelastet ist, dass es auch kein Problem ist (für beide) wenn X oder Y nicht geht oder grade nicht gewollt ist.

        Klingt es in der extended-Variante weniger absurd?

    (15) 12.09.17 - 10:47
    ach du liebe liese

    #rofl #klatsch

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