Wie mache ich meinem Mann das Landleben schmackhaft?

    • (1) 13.09.17 - 20:07

      Hi,

      Folgende Situation: Wir leben in einer Großstadt in einer 3-Zimmerwohnung (80 qm) mit zwei Kindern (1 und 3). Es ist eine schöne Altbauwohnung in einem ruhigem Stadtteil. Mein Mann lebt schon sein ganzens Leben in dieser Stadt. Ich wurde auf dem Land groß. Ca. 30 km von hier entfernt. Als ich vor 10 Jahren hier her gezogen bin, konnte ich gar nicht schnell genug aus dem "Kaff" raus. Seit wir aber Kinder haben fühle ich mich in der Stadt zunehmend "eingeengt." Die Wohnung platz aus allen Nähten.

      Ich habe schon kurz nach der Geburt unseres ersten Kindes gefragt, ob mein Mann sich vorstellen könne aufs Land zu ziehen, aber davon wollte er nichts wissen. Nun ist es so, dass meine Oma im Juni verstorben ist und meinem Vater ein Haus hinterlassen hat. Jetzt haben uns meine Eltern angeboten in dieses Haus zu ziehen. Wir müssten nur alle Nebenkosten bezahlen. Das Haus ist zwar sehr alt, wurde aber vor 8 Jahren saniert. Es wurde isoliert, das Dach wurde neu gedeckt, neue Heizung installiert, neue Fenster. Klar müssten renoviern. Neue Bodenbelege, Tapeten, eventuell Badezimmer modernisieren. Die Terasse müsste neu gemacht werden und die Einfahrt neu gepflastert, aber sonst ist das Haus in gutem Zustand. Es hat 4 Zimmer auf 110 qm + Doppelgarage + Anbau und 400 qm Garten.

      Der Ort selbst hat ca. 2000 Einwohner. Es gibt einen Kindergarten mit 35 Kindern auf geteilt auf 2 Gruppen mit 3 Vollzeit- und 2 Teilzeitkräften. Das ist echter Luxus. Daneben gibt es eine Grundschule mit ca. 100 Kindern und Klassengrößen von 20 bis 25 Schülern! Die Kinder können sich im Dorf frei bewegen. Es gibt zwei Spielplätze und viel Sportangebot für Jung und Alt. Es gibt auch einen Supermarkt und eine Apotheke. Jeder kennt jeden. Ich hätte meine Eltern und meine Schwester um die Ecke. Die nächste Stadt ist 7 km entfernt. Es ist zwar keine Großstadt, aber es gibt dort alles was man braucht. Ich würde so gern dort hinziehen. Klar hätten wir dann einen weiteren Weg zur Arbeit und wir müssten ein zweites Auto anschaffen, aber dafür müssten wir keine Miete zahlen. Es ist schon richtig, dass das Freizeitangebot in der Stadt viel größer ist und auf dem Land um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden aber seit wir Kinder haben gehen wir eh nicht mehr so viel aus. Und um uns mit Freunden zu treffen, sind 30 km auch keine große Entfernung.

      All die Argument sieht mein Mann auch ein, kann sich aber trotzdem irgendwie nicht durchringen. Er meint, er würde sich dort zu Tode langweilen. Andere Argumente hat er nicht. Er hat hier in der Stadt auch keine Familie mehr. Seine Mutter ist schon tot und sein Vater lebt bei seiner Schwester 400 km weit weg. Mich hält hier in der Stadt nichts mehr und ich fühle mich zunehmend eingeengt. Ich weiß nicht mehr was ich noch sagen soll um ihn zu überzeugen. Meine Eltern drängen auch so langsam auf eine Entscheidung, weil sie das Haus sonst verkaufen oder vermieten wollen. Für Tipps wäre ich deshalb sehr dankbar.
      #winke

      • (2) 13.09.17 - 20:20

        Hallo,

        meine Antwort lautet kurz und knapp: gar nicht.
        Entweder möchte er es aus freien Stücken oder nicht.

        LG

        Eine Freundin von mir hats andersrum ihr Mann will was eigenes und größeres, sie will aber nicht aus der Stadt raus.
        Man sollte auch nicht unterschätzen, dass Haus und Garten wesentlich mehr Arbeit machen. Wer soll das denn alles machen? Ich hätte da auch keine Lust drauf.
        Was ich machen würde: dein Mann soll sich zu Tag X eindeutig entscheiden: ja oder nein und dann teilt ihr es euren Eltern mit. Fertig.
        Wenn sie wirklich nur vermieten, habt ihr vielleicht in ein paar Jahren nochmal die Entscheidungsmöhlichkeit und er sieht anders. Spätestens dann wenn es Zeit ist, dass eure Kinder eigene Zimmer wollen.

        • Ich würde sein Argument akzeptieren, wenn er welche hätte. Er arbeitet 50 Stunden in der Woche und ist dann Abends meistens eh zuhause. Er geht ein bis zwei mal pro Woche ins Fitnesstudio und das wars. Und am Wochenende kann man, wenn man was unternehmen will auch mal die 30 km fahren.

          • (9) 13.09.17 - 21:06

            Hallo,
            sein Argument ist, sich dort zu Tode zu langweilen. Wieso ist das nicht zu akzeptieren?

            LG

            Der Mann arbeitet 50h soll jetzt aber noch Gartenarbeit, Renovierungen und einen weiteren Fahrtweg auf sich nehmen?

            Das er rumeiert liegt daran, dass er weiß was es dir bedeutet und auch, dass ihr da ne einmalige Chance habt, aber so richtig will er eben nicht.

            Naja - einer wird nachgeben müssen und wenn du das tust, habt ihr momentan die wenigsten Veränderungen ;-)

            • Nein, er muss nicht renovieren. Hat er noch nie gemacht und kann es auch nicht. Ich würde das mit meinem Vater zusammen machen. Für den Fahrtweg würde er ca. 10 min. länger brauchen, weil er nicht mehr durch die Stadt fahren müsste im zähfließenden Verkehr.

          (12) 14.09.17 - 10:51

          Hallo,
          Du bestimmst in eurer Beziehung über die Gültigkeit der Argumente?
          Ich denke, bei euch läuft mehr falsch als die Frage nach eurem dauerhaften Lebensaifenthalt.
          Bei allem Verständnis auch für dich - da ihr unterschiedliche Lebenseinstellungen habt - aber ihn zu etwas reindrängen oder überreden wird eure Beziehung gefährden, wenn ihr nicht aufpasst. Letztlich deine Sache, ob und wie du ihn weiter bedrängen willst. Aber dann musst du auch damit verbundene Folgen in Kauf nehmen können.
          Lg

          • Ich verstehe nicht, warum du die TE hier so angehst. Von Reindrängen habe ich hier nichts gelesen. Ich finde die TE hat sehr schlüssige Argument, während das Argument ihres Mannes eher drüftig ist. Ich kann den Mann schon verstehen, wenn er sein ganzes Leben schon in dieser Stadt lebt und sich wohlfühlt, dass es ihm schwerfällt auf etwas neues einzulassen. Aber er ist nicht mehr alleine und sollte auch Rücksicht nehmen auf die Familie. Besonders im Hinblick darauf, dass die jetztige Wohnsituation alles andere als ideal ist. Mit zwei Kindern in einer Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 m³ finde ich auch katastrophal. Und eine Änderung der Wohnraumknappheit in Großstädten ist in naher Zukunft nicht absehbar.

            Um ehrlich zu sein, finde ich den Mann egoistisch.

            • (14) 14.09.17 - 20:01

              Hallo,

              es ist nicht mein Ansinnen, jemanden "anzugehen". Wenn ich etwas kühl und gar herzlos der TE gegenüber herüber kommen mag, dann liegt's wohl daran, dass ich zwar einerseits Verständnis für ihren Wunsch habe (steht explizit da), andererseits mir, das sei mal an dieser Stelle gesagt, eigentlich echt das Verständnis dafür abgeht, dass man solche elementaren Lebensfragen nicht eingangs ner Beziehung und Schaffung von Zukunftsperspektiven klärt bzw. erst dann merkt, wie unwohl man sich mit seinen verschiedenen Lebenshaltungen fühlt, wenn schon zu viel dran hängt (hier: Kinder). Und auch denke ich, dass die TE sich auch einfach selbst keinen Gefallen tun wird, ihren Mann zu etwas zu überreden, wozu er innerlich nicht bereit ist. Völlig unabhängig von der Schlüssigkeit irgendeiner Argumentation gibt es manchmal Lebenseinstellungen oder -haltungen, die reine Herzenssachen sind und sich nicht so ohne Weiteres rational oder vernünftig verargumentieren lassen. Dazu gehört sowas wie Verbundenheit mit seiner Heimatstadt.

              Und bzgl. der TE, die nun merkt, sie fühlt sich eingeengt, ist schon die Frage erlaubt, wie man sich dann selbst diese Wohnungsnot, die sie empfindet, herbei schafft. Oder war sie an dieser Entscheidung unbeteiligt gewesen? (Ich finde 80qm in ner City für ne Familie schon bereits großzügig; aber vor allem Stadtrealität. Ich hatte jahrelang eine sehr kleine Wohnung mit Tochter zusammen...! Is für mich auch kein "schlüssiges" Argument, sondern vielmehr eins unterschiedlicher Prioritätensetzung oder Wünsche...!)

              Wenn sie es schafft, ihn zu überreden, dann denke ich schon, dass es okay ist und kein "angehen", sie darauf hinzuweisen, dass sie dadurch durchaus in aktiver Rolle ihre Beziehung gefährdet. Gesetzt den Fall er fühlte sich irgendwann zu diesem Schritt von ihr gedrängt, fliegt ihr und ihm das vielleicht alles um die Ohren.
              LG

              • Ich finde du damatisiert das Ganze. Es geht hier schließlich nur um eine Entfernung von 30 km. So wie ich das verstanden habe, arbeitet der Mann in dieser Stadt. Er wäre also täglich dort und stehe ihm der Sinn danach, könnte er nach Feierabend dort noch Unternehmungen nachgehen oder Freunde besuchen. Ich verstehe das ganze Aufhebens darum nicht.#gruebel

                So elemanter, wie du empfinde ich angesichts der lächerlichen Entfernung diese "Lebensfrage" nicht. Eine gewisse Felxibilität setzt man heutzutage doch voraus. Was macht der Gute denn, wenn er in seiner Heimatstadt irgenwann keinen Job findet? Dann bleibt er arbeitslos mit Familie, weil er nicht bereit ist sein Heimatstadt zu verlassen? Ich finde das sehr engstrinig.

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