Kind weg geben

    • (1) 14.09.17 - 14:21
      Billabo

      Hallo,
      Was ist, wenn man merkt, dass man mit dem eigenen Kind nichts anfangen kann und es in eine Pflegefamilie gibt?
      Ist das ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein oder ein Zeichen persönlichen Versagens?
      Wie sieht das Umfeld so eine Entscheidung, Wie reagieren Freunde und Familie?

      • (2) 14.09.17 - 14:26

        Wenn der einzige "Grund" der ist, dass man mit dem Kind "nichts anfangen kann", dann ist es mehr als gut, dass das arme Wesen aus solchen Asi-Verhältnissen raus kommt.

        Wenn ich mich nicht (mehr) angemessen um mein Kind kümmern könnte würde ich zunächst versuchen, es bei Verwandten oder Freunden unterzubringen. Dem Kindsvater, den eigenen oder seinen Eltern, Geschwistern etc.
        Pflegefamilie käme erst danach in Frage, weil es die Personen ja nicht kennt und der Aufwand viel höher wäre. Geht ja nur über das Jugendamt.

        Persönliches Versagen würde ich eher darin sehen, wenn ich das Kind auf Biegen und Brechen behalten und dann emotional oder körperlich misshandeln (aktiv oder passiv) würde. Bspw. wenn ich psychisch krank würde und den ganzen Tag nur im Bett liegen könnte, weil ich nicht mehr aufstehen kann und das Kind sich selbst überlassen wäre.

        Und wie mein Umfeld reagiert würde mich nur peripher reagieren, weil ich dann ja im Sinne des Kindeswohls handeln würde und davon auch sehr überzeugt wäre. Da würde es mir kaum etwas ausmachen, wenn man mich blöd anmacht, weil mir klar wäre, das kann ein Außenstehender nicht verstehen.

        Was mir dann aber definitiv wichtig wäre: Dauerhaften regelmäßigen Kontakt und ich würde dem Kind auch jederzeit zu meiner Entscheidung aufkommende Fragen beantworten.

        Wenn ich nicht angemessen für mein Kind sorgen kann (dazu gehört eben auch, es bedingungslos lieben zu können), ist es sogar meine Pflicht, es dort unterzubringen, wo es gut aufgehoben ist. Das ist verantwortungsbewusst. Weil man das wohl des Kindes höher priorisiert, als das eigene wohl. Als Familienmitglied oder freund würde ich diese Entscheidung nur dann in Frage stellen, wenn nicht vorher alles andere versucht wurde und es nur darum geht, seine Verantwortung los zu werden. Denn die hat man trotzdem.

      Nichts anfangen? Inwiefern?
      Grundsätzlich halte ich eine Pflegefamilie dann für angemessen, wenn das seelische/leibliche Wohl des Kindes gefährdet ist.

      (Wobei Pflegefamilien auch oft genug die Hölle auf Erden sind).

      Gruss
      agostea

    (15) 14.09.17 - 16:14

    Ich bin von Beruf Dipl. Sozialpädagogin und habe vier eigene Kinder und im Laufe der Jahre 17 Pflegekinder betreut. Ich galube nicht das diese Kinder bei mir die Hölle erlebt haben. Ganz im Gegenteil wenn die gemerkt haben, dass Sie nicht wegen jeder Kleinigkeit geprügelt werden, haben die auch ein bißchen was erzählt! Da stehen einem wenn man das hört die Haare zu Berge! Ich muss dazu sagen das ich normalerweise hier nicht schreibe. Allerdings hab ich viele deiner Antworten gelesen und gerade die letzte Antwort von dir kann ich nicht so stehen lassen. So wie du schreibst reagieren viele der Eltern meiner Pflegekinder!

Du müsstest schon konkreter werden.

Nun ich möchte hier nichts verurteilen

Warum hast du das Gefühl?
Wie alt ist das Kind
Man kann auch an Mutter Kind Beziehungen arbeiten

Es gibt sogar in München eine Klinik
Die mit Eltern zusammen arbeiten;)

Baby Blues?

Sowas gibt es doch auch bei Männern
Die erst mit dem Kind was machen wenn es ein Ball halten kann

Warum auch nicht bei Müttern ;)
Überlege woran es liegt
Ängste
Ratlosigkeit

Wünsche euch was

Sorry aber da ist die Sicht bei urbia ja immer ganz eindeutig.

Viele sind ja nur hier um sich bei solchen Themen zu profilieren. Wie TOLL sie sind. Wie perfekt!!!

Und jetzt meine Antwort.

Es ist eine Einsicht. Um zu dieser Einsicht zu kommen, braucht es viele Gedanken, viel hinterfragen und viel Reflektion.
Denn es ist das Eingeständnis - Ich kann nicht für mein Kind sorgen, nicht alles das geben, daß es benötigt um ein stabiler, gesunder, Mensch zu werden.

Wieso das "oder"
Wenn man seinen eigenen Anforderungen nicht genügt hat man natürlich versagt. Dann kann man sich verantwortungsbewusst zeigen und die beste Lösung sowohl für das Kind wie auch für sich selbst suchen.

Wie das Umfeld die Entscheidung sieht, hängt von der Lösung ab und entgegen der einhelligen Meinung, daß es einem wurscht sein sollte, ist dies nicht der Fall. In der Regel wird jede Mutter, die ihr Kind "weggibt" verdammt und trifft auf absolutes Unverständnis. Gerade hier bei Urbia.

Ich kenne da einen Fall, da ist das eine Kind nach der Trennung bei der Mutter und das andere beim Vater. Ein Aufschrei ging durchs Dorf, wie die Mutter so etwas tun könne. Die Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen und hat viele Tränen gekostet, war aber wohl die richtige.

Pauschal kann man allerdings eine solche Frage nicht beantworten

Schau dir doch mal diese Seite an

https://www.khbrisch.de

Das meinte ich, da kann man auch zur Kur gehen , und an eurer Bindung arbeiten, bin sicher das dein Kind dich sehr liebt ;)

Egal wo es lebt, eure Bindung bleibt ja

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