Ich habe keine Gefühle

    • (1) 15.09.17 - 08:45
      Eisklotz

      Hallo!

      Ich bin mir nicht sicher ob ihr mir helfen könnt doch ich versuche zu erklären worum es geht. Und zwar habe ich keine Gefühle. Für niemanden. Das ist schwer zu verstehen und jemandem zu erklären aber ich fühle einfach NICHTS. Keine Freude, keine Trauer, keine Liebe. Nichts. Soweit ist es für mich normal weil ich es nicht anders kenne und mir zwar vorstellen kann wie es ist das alles zu fühlen und ich versuche es auch aber es funktioniert nicht. Ich habe einen tollen Freund seit 3 Jahren und ein Baby und ich versuche natürlich alles zu tun damit es ihnen gut geht. Was für mich sehr schwierig ist weil ich immer nur mir vorstellen kann was sie brauchen und es aber nicht fühle. Also wenn mein Baby schreit dann weiss ich es braucht Nähe oder Essen oder hat Windel voll und will dass es aufhört und tue alles dafür. Wenn sie fällt und sich weh tut weiß ich sie hat schmerzen und will getröstet werden. Das tue ich dann weil ich will dass es ihr besser geht.
      Genauso mein Freund. Wenn er Stress auf Arbeit hat weiß ich er will sich auskotzen und Verständnis haben. Oder wenn er kuscheln will oder Sex, dann ist klar dass er auch Nähe will und die bekommt er dann auch.
      Trotzdem gibt es immer wieder Schwierigkeiten weil ich manchmal nicht weiß was er nun von mir erwartet. So war er am letzten Wochenende bei seinen Eltern mit der Kleinen und hatte auf dem Rückweg einen Autounfall. Er hat angerufen und ich habe gefragt wie es den beiden geht und dem Auto. Als er mir gesagt hat sie sind ok und das Auto ist nur vorne etwas eingedellt da war das für mich sehr gut und die Sache war für mich erledigt. Er kam heim und hat den ganzen Abend geschimpft wie blöd der vor ihm war und total ohne Grund gebremst hat und er eigentlich nicht Schuld war und bla bla. Für mich war das Thema erledigt, was passiert ist ist passiert. Kann man nicht ändern. Er hat mir vorgeworfen ihn nicht ernst zu nehmen.
      Oder als sein Hund gestorben ist. Er war schon 12 Jahre alt und hatte einen Tumor. Ich kann verstehen dass er traurig ist und habe ihn auch an dem Tag getröstet. Aber er war bestimmt 2 Wochen so fertig, dass ich irgendwann gesagt habe ob er nicht übertreibt. Immerhin wusste er schon ewig dass er sterben wird. Da wirft er mir vor ich bin ein Eisklotz. Und würde ihn nicht verstehen. Doch er versteht mich doch auch nicht.
      Das schlimmste war gestern. Da hatten wir einen richtigen Streit deswegen. Unsere Tochter wollte nicht schlafen und ich bin ganz geduldig bestimmt 5 Mal zu ihr gegangen und habe ihr den Rücken gestreichelt, gesungen und Schnulli wieder rein. Und für mich war das in Ordnung 5 Mal und ich denke das ist ausreichend. Ich war dann duschen gegangen und wollte auch ins Bett es war schon nach 22 Uhr. Er kam dann heim und hat gemeint ich sei eine schlechte Mutter weil ich in Ruhe duschen gehe während sie schreit. Doch ich habe alles getan was zu tun war. Sie war satt, hatte trockene Windel, Schnulli, ich war 5 Mal bei ihr und hatte ihr Nähe gegeben und sie hatte Globuli für die Zähne bekommen. Mehr kann man nicht machen. Oder? Muss ich ein schlechtes Gewissen haben? Er gibt mir immer das Gefühl nicht gut genug zu sein und hat kein Verständnis. Dabei bemühe ich mich sehr den beiden gerecht zu werden.
      Ich habe Angst er verlässt mich irgendwann weil er mit mir nicht zurecht kommt.
      Denkt ihr das gehört zu normalem Partnerschaftssttreit oder ist das schon bedenklich? Ich kann das nicht so gut einschätzen. Es wäre schade wenn die Beziehung scheitert. Vor allem für unsere Tochter.
      Danke für eure Einschätzung.

      P.S: Er weiss übrigens nicht dass ich dieses Gefühlsproblem habe. Ich fand es ungünstig wenn er es erfahren würde und dann damit nicht klar kommt. Er weiß auch nichts über die Gründe usw.

      • (2) 15.09.17 - 08:51

        "Doch ich habe alles getan was zu tun war. Sie war satt, hatte trockene Windel, Schnulli, ich war 5 Mal bei ihr und hatte ihr Nähe gegeben und sie hatte Globuli für die Zähne bekommen. Mehr kann man nicht machen. Oder? "

        Doch... bei ihr bleiben...


        Hol dir Hilfe!

        (3) 15.09.17 - 08:54

        Eigentlich ist es der letzte Satz, der mich nachdenklich stimmt.

        "Er weiß nichts über die Gründe".

        Gibt es Gründe? Welche, die du benennen kannst? Vielleicht kannst du dort ansetzen, zur Not auch mit professioneller Hilfe?

        Denn wenn es Gründe gibt, dann bist du nicht ohne Emotionen geboren.
        Dann hast du dich eingemauert um dich zu schützen.

        Dann könntest du aber auch daran arbeiten, dass du dich wieder öffnest.

        Alles Gute

        Hezna #klee

        • (4) 15.09.17 - 09:00

          Ja es gibt Gründe aber die liegen in der ganz frühen Kindheit und das weiß ich auch nur aus Erzählungen. Ich kenne es nur so wie es jetzt ist. Schon als Kind. Ich war damals schon als Grundschulkind so wie jetzt und habe nie irgendwas gefühlt. Weder etwas positives noch negatives.
          Ich weiss aus Therapien was die Gesellschaft von mir erwartet und die Menschen um mich herum. Und ich tue mein bestes um das zu erfüllen. Doch ich höre immer es reicht nicht. Ich weiß nicht wie ich daran arbeiten soll. Was soll ich anders machen?

          • Wenn du schon dein ganzes Leben weisst, dass du nichts fühlst, warum versaust du dann mindestens 2 Menschen das Leben? Warum setzt du ein Kind in die Welt, wenn du weisst, dass du es nie lieben wirst? Warum gehst du eine Beziehung ein, wenn du nicht liebst?
            Für was??? Das ist ja nicht mal egoistisch, da du nichts davon hast, das ist eher fies und gemein und vorsätzlicher, seelischer Missbrauch. Toll!

            • (6) 15.09.17 - 09:34

              Wie bitte? Findest du ich sollte mein Leben lang alleine bleiben? Ich finde es schön eine Familie zu haben und ich bin mir sicher dass ich ihr Leben nicht versaue. Ich tue alles damit es meinem Baby und meinem Freund gut geht. Wie viele "normale" Mütter kümmern sich einen scheiß um ihre Kinder? Eltern schlagen ihre Kinder, mißbrauchen sie, vernachlässigen sie. Ich gebe ihr alles was sie braucht weil ich ihr eine glückliche Kindheit geben will, weil ich es nicht hatte. Obwohl meine Mutter wohl "normal" war. Ich finde es sehr verurteilend was du schreibst.

              • (7) 15.09.17 - 11:03

                Du bist nicht allein.
                Aber hier vei Urbia bist du absolut falsch mit deinem Anliegen.
                Hier wird immer direkt gesagt man sei " krank , bräuchte professionelle Hilfe usw.
                Nur weil man nicht ständig dem schreienden Kind zur Verfügung steht.
                Ich bin auch so.
                Wenn das Kind schreit, dusche ich trotzdem oder erledige etwas anderes zum Beispiel im Haushalt, wenn ich schon mehrmals da war und Prösenz gezeigt habe.
                Aber jeder der nicht ständig die Bedürfnisse des Kindes priorisiert, ist eine schlechte Mutter und schadet dem Kind.
                Nicht jeder ist super empathisch oder sensiblel gegenüber anderen, ich finde es vermessen dir auszusprechen Kinder zu haben nur weil du bist wie du bist.
                Ich bin mittlerweile schon älter, meine Kinder sind groß und ich konnte bisher nicgt feststellen dass sie emotional verwahrlost oder psychisch krank sind weil ich nicht bei jedem Pups gerannt bin.
                Auch dein Mann hat sie nicht alle.
                Es ist doch super, dass du Dinge sachlich betrachten kannst und dich nicht rein steigerst. Ich kann mit emotionalen Menschen auch nichts anfangen und denke mir nur: die sind nicht normal.
                Ich hatte vor Jahren einen schweren Autounfall, meine drei Kinder saßen im Auto, die Front des Wagens war nicht mehr vorhanden, ich hatte 70 kmh drauf als mir jemand die Vorfahrt genommen hat.
                Derjenige war sofort tot, sein Beifahrer schwer verletzt.
                Ich konnte noch aussteigen, und war auch noch handlungsfähig, ich hsb erst geschaut welches Kind verletzt ist bzw.mich am dringendsten braucht.
                Eins war bewusstlos, eins schrie und die Große sagte nur: Mama, ich bin nicht verletzt.
                Also hab ich das bewusstlose Kind zuerst versorgt, aus dem Auto geholt und mit Wiederbelebung angefangen.
                Andere Helfer haben mich dann abgelöst, das schreiende Kind hab ich erst mal nicht groß beachtet denn es lebte ja offenbar.
                Ein Ersthelfer hat dich drum gekümmert und versucht eine Blutung am Hals zu stoppen.
                Meine Tochter war" unverletzt " wie sich hersus stellte, hatte sie das Schlüsselbein gebrochen und einige Prellungen.
                Andere werden dann absolut hysterisch ubd handlungsunfähig, ich nicht.
                Es hat also auch Vorteile.
                Du bist nicht krank, nur anders, und du schadest sicher niemand damit, nur weil du so bist.
                So wie du es schilderst, bist du eine gute engagierte Mutter, etwas wovon viele Kinder mit desinteressierten Eltern die es zu Hauf gibt, nur träumen können .
                Ich habe ein Kind in der 28 .Woche verloren, hab zur Kenntnis genommen, es lebt nicht mehr, habe es geboren, mir angesehen und konnte das sehr schnell abhaken.
                Es sollte nicht sein, es war offensichtlich missgebildet und ich war eher froh, dass mit das erspart geblieben ist, ein schwer behindertes Kind zu haben.
                Ich hab mir die Missbildungen interessiert angesehen, aber nicht als Mutter, sondern aus Neugier.
                Mein Mann ist zum Glück ähnlich sachlich von daher wirft er mir nicht vor ein Eisklotz zu sein.
                Auch dass ich nicht groß getrauert habe, fand er nicht ungewöhnlich.
                Im Umfeld hat mich such niemand blöd angemacht, dass ich eine Woche später wieder gearbeitet habe und meinem Alltag nachgegangen bin.
                Lass die Muttis hier reden, du bist git wie du bist.

                • (8) 15.09.17 - 11:10

                  Danke für deine Antwort. Du scheinst gut damit zu leben und zufrieden wie du dein Leben lebst. Bei mir ist es leider nicht so. Ich komme mir immer vor, als fehlt mir etwas. Etwas wichtiges. Fast schon wie eine Behinderung im Alltag weil ich anscheinend nicht angemessen reagieren kann auf Situationen. Egal ob es mein Kind oder meinen Freund betrifft. Ich möchte eine gute Mutter sein. Und eine gute Partnerin. Eine wo das Kind später sagt es hatte eine schöne Kindheit. Wie bei der Situation mit der Dusche als das Kind schreit. Hätte ich gedacht ich kann ihr noch irgendwie helfen, dann wäre ich niemals duschen gegangen. Doch ich hatte gedacht ich habe alles getan. Es war keine Gleichgültigkeit.

                  (9) 15.09.17 - 11:11

                  Ach du Scheisse...also ich komme jetzt nicht mit "normal" oder nicht (hat hier eh nie jemand geschrieben) aber das ist echt hart und ich bin froh dich nicht als Mutter /Vater/Lebensgefährten zu haben. Gruselig.

                  (10) 15.09.17 - 11:55

                  Die Ausnahmesituation mit dem Unfall lässt sich aber nicht gut mit einem ganzen Leben vergleichen. In einer solchen Situation steht man unter Schock, selbst sehr emotionale Menschen handeln dann völlig rational, funktionieren einfach nur. Das ist eine Ausnahmesituation für Körper und Psyche und hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, wie man im normalen Leben agiert.

                  Dass man den Verlust eines Kindes so spät in der Schwangerschaft gut verarbeiten kann, wünscht man wohl jeder Frau, die so etwas durchmachen muss. So wie du es beschreibst, finde ich es allerdings schon sehr befremdlich, als hättest du gar keine Bindung zum Kind gespürt. Ich hoffe, bei deinen drei Kindern bist du anders und kannst auch einfach mal eine liebevolle Mama sein.

                  • Diese userin hat hier schon öfter über ihre Einstellung zu Kinder, Familie, Karriere und Partnerschaft viele Threads in verschiedenen Unterforen eröffnet und ihre befremdliche Einstellung kund getan. Viele halten Sie für einen fake der hier mit seinen provokanten texten aufmischen will.

                    (12) 15.09.17 - 12:04

                    Ich bin sicherlich alles aber nicht liebevoll oder warmherzig.
                    Ich entscheide rational : Kind schreit, es löst nix in mir aus, also kein Mitleid oder das Befpmich zu kümmern.
                    Mein Verstand sagt mir aber " Kind schreit, also hin gehen wenn auch nicht sofort : Check: Hunger, Windel voll, u.a.
                    Wenn es nur Nähe will, bekommt es die aber nicht so lange es will sondern so lange ich will. ...körperliche Nähe ist mir unangenehm.
                    Daher hab ich auch nie gestillt.
                    Ich habe eine Form von Autismus und kann halt nur rational nachvollziehen was andere möchten, ich empfinde es aber nicht.
                    Ich kann nachvollziehen warum jemand traurig ist wenn er sein Kind verliert , empfinde das aber selbst nicht so und tue auch nicht so als ob.
                    Wenn das Baby schreit, berührt mich das nicht aber da ich weiß, dass es nötig ist zu reagieren, tue ich es,aber arbeite nur mein Programm ab ohne wirklich emotional beteiligt zu sein.
                    Am schlimmsten ist das Unverständnis der Umwelt...

      (13) 15.09.17 - 08:56

      Du brauchst professionelle Hilfe!

      (14) 15.09.17 - 08:58

      Willst Du wissen, was mit Dir los ist, warum Du keine Gefühle empfindest oder nur lernen, wie Du das kompensieren kannst, damit Deine Beziehung nicht scheitert?

      • (15) 15.09.17 - 09:02

        Ich weiß was mit mir los ist. Doch ich möchte ein normales Leben führen denn ich kann es nicht ändern. Habe ich kein Anrecht auf eine Familie oder einen Partner? Ich versuche mein bestes dass es funktioniert doch bei so etwas versteht er mich nicht. Ich konnte ihr nicht helfen. Alles was nötig war habe ich getan.

        • (16) 15.09.17 - 09:28

          Manchmal braucht man aber Empathie um zu spüren, dass der andere vielleicht mehr braucht, als nur das, was nötig ist.

          Du fragst oben, was du ändern kannst...das kann dir vermutlich nur eine Tiefenpsychologische Therapie sagen.

          Und schon allein um deines Kindes willen solltest du am Ball bleiben.

          Denn dein Kind lernt von dir. Übernimmt Verhaltensweisen. Und du wirst nicht alles überdecken können, so gut schauspielert niemand.

          • (17) 15.09.17 - 09:38

            Ich schauspielere nicht. Ich möchte den beiden alles geben was sie brauchen und es macht mich zufrieden zu sehen wenn die beiden glücklich sind. Das ist mein Ziel. Menschen glücklich zu machen, da ich es nicht empfinden kann. Und nie konnte.
            Ich hatte viele Therapien seit ich zu meinen Pflegeeltern gekommen war und ich verstehe rational auch alles was mit mir vor geht. Doch Gefühle beibringen konnten die leider auch nicht.

        so etwas versteht er mich nicht

        Wie auch? Die Gesellschaft oder zumindest dein Partner kann nämlich eigentlich auch erwarten, dass du ihm ehrlich über dein Gefühlsproblem berichtest. Fairerweise wäre das geschehen, bevor du mit ihm ein Kind bekommst.

        Ja, dein Partner hat in meinem Augen ein Recht darauf, es zu wissen, sonst hat er keine Chance dich auch nur annähernd zu verstehen.

        Und bei einem Kind kommt man manchmal an einem Punkt, wo man nicht weiß, was man noch tun soll - dann bleibt man bei ihm und gibt ihm Nähe!

        Lg

        (19) 15.09.17 - 09:44

        Wo habe ich denn ausgedrückt, dass Du kein Anrecht auf eine Familie oder einen Partner hättest? Ich wollte nur wissen, um was es Dir geht.

        Wenn Du weißt was mit Dir los ist, dann solltest Du damit auch offen umgehen. Zumindest da, wo es wichtig ist: Bei Deiner Familie. Die müssen wissen, was Du empfinden kannst und was eben nicht. Du verlangst, dass er Dich versteht. Auf welcher Grundlage denn?

        • (20) 15.09.17 - 10:11

          Ich glaube nicht dass er das verstehen kann. Was soll ich ihm sagen? Ich liebe dich nicht weil ich keine Liebe empfinden kann? Aber ich möchte trotzdem sehr gerne mit dir zusammen sein? Das ist für einen der nicht davon betroffen ist doch unvorstellbar oder?

          • (21) 15.09.17 - 10:30

            Klar, Du hättest ihm früher erzählen sollen, wie Du bist. Er kann Dich ja gar nicht kennen, nur Dein äußeres Bild, Deine Anpassungsversuche und Deine Geschichten. Jedes "ich liebe Dich" wäre gelogen.
            Deine Therapeuten haben Dir aber sicherlich auch geraten, Dich nicht zu verstecken und ehrlich zu sein.

            Du hast ja hier geschrieben, weil Du Bedenken hast, er könnte sich irgendwann aufgrund Deines irritierenden Verhaltens trennen. Und Du beschwerst Dich sowohl darüber, dass Dein Kind mehr braucht, als Du geben willst und darüber, dass er Dich nicht versteht. Da bleibt nur noch Ehrlichkeit als Lösung übrig oder abzuwarten, bis er genug hat.

            • (22) 15.09.17 - 10:46

              "Und Du beschwerst Dich sowohl darüber, dass Dein Kind mehr braucht, als Du geben willst und darüber, dass er Dich nicht versteht"

              Die beiden brauchen mehr als ich geben KANN das ist ein Unterschied. Ich will ihnen alles geben doch es scheint nie genug zu sein. Ich hätte ihn auch zwei Wochen lang jeden Tag wegen seinem Hund trösten können. Oder 10 mal zu meiner Tochter rein gehen. Oder Oder. Jetzt weiß ich es und werde es beim nächsten Mal versuchen besser zu machen. Doch es kommen immer wieder neue Situationen wo ich überlege wie ich handeln soll, was richtig ist. Weil ich mich nicht wie andere Menschen auf mein Gefühl oder Intuition verlassen kann. Und dann stehe ich da.

              Ich weiß nicht was ich ihm sagen soll. Um ihn nicht zu verletzen oder zu verschrecken.

              • (23) 15.09.17 - 11:06

                "Die beiden brauchen mehr als ich geben KANN das ist ein Unterschied."

                Das passt für mich gerade gedanklich nicht zusammen. Du wolltest doch nicht zwei Wochen lang die Trösterin geben, weil Du der Meinung warst, jetzt hat er genug getrauert. Und Du wolltest nicht noch häufiger zur Tochter gehen, weil Du der Meinung warst, Du hättest bereits alles getan und nun kann sie auch mal Ruhe geben. Das waren doch bewusste Entscheidungen?

                Übrigens sind das gerade zwei Beispiele, die auch andere Menschen so sehen, wie Du. Die sind dann nicht komplett emotionslos, sondern nur in diesen Punkten unempathisch. Oder autistisch. Oder oder.

                Wenn Du eben willst, dass er Dich versteht, dann musst Du schildern, was Du denkst und fühlst. Beispielsweise eben dass Du oft nicht weisst, was Du noch hättest tun oder sagen sollen, als er in Trauer war. Das Problem ist doch, er checkt so langsam, dass Du da eben besonders bist. Soll er denken, Du machst das absichtlich und es ist Dir egal? Ein Autist (mal um bei diesem Beispiel zu bleiben) kann ja auch nichts dafür, dass er Menschen nicht lesen kann.

                • (24) 15.09.17 - 11:14

                  Es ist interessant dass du das mit dem Autisten ansprichst. Ich komme mir manchmal vor wie behindert oder krank weil ich verschiedenes nicht fühlen oder empfinden kann. Und ich kann auch nichts dafür. So habe ich das noch nicht gesehen.

                  Ich möchte nicht dass er denkt er oder seine Gefühle oder die unserer Tochter sind mir egal. Sie sind es nicht. Ich kann es nur nicht nachfühlen und damit angemessen umgehen.

                  Denkst du er würde es verstehen wenn ich versuche es ihm zu erklären?

                  • (25) 15.09.17 - 11:29

                    "Denkst du er würde es verstehen wenn ich versuche es ihm zu erklären?"

                    Mein Partner würde alles versuchen, um es zu verstehen. Aber das ist eben mein Partner, den ich da sehr gut einschätzen kann. Der hätte auch kein Problem damit, wenn ich in Deiner Situation dann anbieten würde, eine Therapie plus Paartherapie zu machen, damit Verständnis füreinander von beiden Seiten gelernt werden kann. Für meinen Partner wäre auch dann klar, wenn ich sage "Ich liebe Dich" dann ist das eben im Rahmen meiner Möglichkeiten ehrlich gemeint.

                    Ich kann Dir aber natürlich nicht sagen, wie Dein Partner gestrickt ist. Das wäre auch fatal, wenn ich dazu eine Prognose abgeben würde.

                    Vielleicht hilft Dir ja auch erstmal Dich mit Autismus zu befassen und zu sehen, wie diese Menschen und ihr Umfeld damit umgehen.

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