schadet es dem Kind, wenn die Eltern nur freundschaftlich miteinander verbunden sind?

    • (1) 20.09.17 - 12:01
      innerezweifel17

      Hallo,

      vielleicht geht es ja jemanden ähnlich oder kann mir aus eigener Erfahrung berichten.

      Wir leben noch zusammen, aber unsere Liebesbeziehung ist schon lange nicht mehr vorhanden. Es gibt keinen Streit oder ähnliches, nur eben auch kein liebevolles Miteinander mehr.

      Wir unternehmen am Wochenende was zusammen, in der Woche bin ich mit den Kindern alleine.

      Ist auch nicht so, dass ein anderer Mann/Frau (bisher) eine Rolle spielt.

      Auf der anderen Seite denke ich vielleicht schadet es den Kindern trotzdem? Gut, wir spielen nichts vor, sind halt Papa und Mama, aber brauchen Kinder nicht Eltern die sich noch innig lieben um später selbst eine gute Beziehung führen zu können #kratz?

      Ich habe starke innere Zweifel und würde gerne mal eine Meinung von außerhalb hören.

      Vielen lieben Dank.

      lg

      • Hallo!

        Ich finde es schon wichtig, dass die Eltern miteinander Lachen können, eine fröhliche Stimmung herrscht, wenn ihr gemeinsam beim Essen sitzt, ihr gerne alle zusammen Ausflüge und Urlaube macht.

        Sobald die Stimmung angespannt oder genervt wird, fängt es an zu schaden, dauerndes Anschweigen ist wenig besser als Streit.

        • (3) 20.09.17 - 12:33

          Vielen Dank für den Denkanstoß.

          Gemeinsame Urlaube machen mir schon lange keinen Spaß mehr.

          Wir schweigen uns nicht an, aber die Gespräche drehen sich hauptsächlich um die Kinder.

          Und es stimmt, am Wochenende ist die Stimmung schon meistens angespannt und ich freue mich immer wenn es dann schnell Montag ist.

          Also läuft doch einiges falsch und meine Zweifel sind berechtigt.

          Danke noch mal für deine Gedanken.

          • <<<<nd es stimmt, am Wochenende ist die Stimmung schon meistens angespannt und ich freue mich immer wenn es dann schnell Montag ist.<<<<


            Kinder bekommen Spannungen mit, auch ohne Streit.
            Trennt euch.

          • Meine Eltern waren schon vor meiner Geburt nicht mehr glücklich - eher Zufall, dass sie mal im Bett gelandet sind.

            Nein, das ist nicht schön für Kinder, meine Brüder und ich haben uns eben wirklich ungesundes Beziehungsverhalten abgeschaut und zu Hause wohl gefühlt hat sich keiner. Meine Kindheit war absolut unglücklich. Ich wurde nicht verprügelt, meine Eltern haben nicht getrunken, es war genug geld da - aber die Liebe hat einfach gefehlt und das Lachen.

            Das macht man nicht "für die Kinder" sondern weil man zu feige ist, das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Meine Mutter hat sich erst getrennt als ich sie mit 16 gefragt habe,m warum sie immer noch mit meinem Vater zusammen ist, wo sie doch so unglücklich ist. Da war die Dauertortur endlich vorbei. Diese kaputte Ehe hat meinen Brüdern und mir die ganze Kindheit versaut.

      Hallo.

      Ich finde es sogar gut, dass ihr miteinander nett und ordentlich umgeht. Habt ihr denn vor, euch zu trennen. Wenn, dann würde ich es schon mal langsam angehen. Wie alt sind die Kinder. Könnt ihr ihnen denn schon gemeinsam erklären, dass ihr zwar noch Eltern seid, aber kein Paar mehr.

      Alles Gute.

      LG

    • Da bin ich der Meinung, Kinder schauen sich unbewusst zu viel von den Eltern ab. Wenn die nur das Nötigste miteinander sprechen, keine liebevollen Gesten austauschen, Gesprächsthemen immer nur oberflächlich vorhanden sind und ansonsten jeder seiner Wege geht, setzt sich das beim Nachwuchs als normales Verhalten fest. Und spätestens wenn die Frage kommt "Mama, warum küsst Du Papa eigentlich nie?" hat man entweder die Wahl, das Kind anzulügen oder man muss halt doch Farbe bekennen.

      Spätestens dann, wenn den Kindern bewusst wird, Mama und Papa lieben sich nicht, fühlen sie sich bestimmt nicht mehr so wohl und bekommen schlimmstenfalls auch noch Zweifel an der Liebe der Eltern zu ihnen selbst.

      • (8) 20.09.17 - 13:53

        Neulich ging es bei unserem Fünfjährigen darum, wer in wen verliebt ist. Da sagte er schließlich: Ich weiß ja, du bist in Mama verliebt.

        Dabei sind wir das schon lange nicht mehr, es gibt auch nur selten Küsse oder Umarmungen. Aber der Sohn stellt es sich offenbar so das "Verliebtsein" vor, weil die Eltern das ja auch eigentlich sein sollten, es aber nur leider nicht mehr sind...

        • Naja, spätestens im Teeniealter, wenn um ihn herum alle Händchen halten und knutschen wird ihm bewusst, dass das bei Euch eingeschlafen ist. Du sagst ja auch nicht explizit, Du liebst Deine Frau nicht mehr, es ist nur die Verliebtheit, die fehlt.

          Vielleicht küsst Du sie jetzt mal wieder öfter und bewusster? ;-)

          (10) 20.09.17 - 16:45

          Mein Mann und ich pflegen schon immer einen sehr sachlichen Umgang miteinander.
          Küsschen und Umarmungen gibt es nie.
          Unsere Kinder kennen es nicht anders.
          Wir waren nie richtig verliebt ineinander, daher ist auch nichts verloren gegangen, ws war nie anders.
          Wichtig ist, den Kindern nichts vorzuspielen.
          Ansonsten denke ich, schadet eine Zweckgemeinschaft nicht , wenn man nicht vor gibt,etwas anderes zu sein.
          Kinder arrangieren sich mit dem was sie vorfinden und wenn die Eltern nicht besonders emotional sind ( auch nicht gegenüber den Kindern ) dann ist das dich stimmig.
          Ich bin überhaupt nicht emotional veranlagt, von daher müsste ich da etwas vorspielen was ich nicht bin.
          Authentizität ist das Wichtigste

    Wenn es schaden würde, könnte z.B. ich heute keine gute Beziehung führen...
    Ich find es ganz schlimm, dass Du darüber nachdenkst ob es dem Kind schadet, was ist mit Dir? Ich wöllte so mein Leben nicht fristen #zitter

    • (13) 21.09.17 - 09:14

      Da hast Du leider recht, mir geht es gar nicht gut dabei :-( es ist sogar unheimlich anstrengend für mich so "klar" zu kommen.

(14) 20.09.17 - 14:28

Also ich habe das Thema gerade durch...Bis zum bitteren Ende wo wirklich gar nichts mehr ging und Frust und Entäuschung über die Lügenkonstrukte in der Beziehung auf die Kinder ausstrahlte.

Seit dem Tag wo der Auszug stattfand, fühlt man sich unendlich befreit und merkt erst, wie sehr einen der Partner eingeschränkt hat und behinderte. Physisch wie psychisch.

Ich kann nur Raten, den Absprung rechtzeitig zu schaffen.

Ich lebte fast 9 Jahre in einer freundschaftlichen Wohngemeinschaft zwecks Kinderaufzucht, wo einem immer Änderungswillen versichert wurde, das Interesse daran aber schon längst erloschen war.

Alles der Kinder wegen. Daran geht man dann irgendwann kaputt...Nicht nur an der emotionalen Kälte sondern auch an den Lügen des Anderen die dann immer größer und frecher werden.

Das alles nehmen die Kinder wahr.

Ich bin dankbar, dass es endlich vorbei ist und hätte selbst diesen Schritt vor 9 Jahren gehen müssen. So ein Zusammenleben tut nicht gut.

Wenn keine Liebe mehr da ist. Trenn dich

  • (15) 20.09.17 - 15:13

    Ja Moment mal, das was du beschreibst ist ja Hinhalterei, die natürlich frustrierend ist.

    Wenn die Fronten geklärt sind, dann gibt es auch keine Lügen, man lebt einfach weiter zusammen, mehr nicht. Ich habe keine Ahnung wo du da reingeraten bist, aber klingt alles andere als nach eine fairen, ehrlichen Zeit.

Hallo!

Ich würde garnicht so sehr an später (was sicherlich nicht ausser Acht zu lassen ist) denken sondern viel mehr an das jetzt. Wie geht es meinen Kindern in der jetztigen Situation und da möchte ich immer wieder gerne an alle Eltern apellieren das Kinder, auch wenn sie noch so klein sind, sehr sehr empfindlich sind und viel mehr mitbekommen als man glaubt.
Sie werden die Spannung zwischen Euch spüren und Kinder in einer unglücklichen Beziehung können, meines Erachtens, nicht glücklich sein.

Warum trennt Ihr Euch denn nicht???
Jedes Kind ist um einiges besser gestellt wenn Mama und Papa glücklich sind. Und was ihr beide dazu benötigt das werdet Ihr wissen.

Aus eigener Erfahrung als Kind darf ich leider sagen das der Schuss, wir bleiben wegen der Kinder zusammen, leider für alle nach hinten los geht!

Alles Gute für Euch!

  • (17) 21.09.17 - 09:21

    Hallo,

    danke für deine Meinung, da hast Du sicher recht. Natürlich merken die Kinder den Unterschied zwischen der Woche und dem Wochenende. Das mit der eigenen Wohnung für mich und die Kinder hatte ich schon angesprochen, aber leider kann der Papa nicht loslassen. Und einfach weg ziehen ist auch nicht so einfach, wir haben gemeinsame Sorgeberechtigung, obwohl wir nicht verheiratet sind.

    Ich glaube, ich bilde mir ein, dass ich so weitermachen kann, aber innerlich macht es mich doch kaputt :-(

(18) 20.09.17 - 15:24

Hallo,

ich kann dir von meinem Arbeitskollegen berichten, der in fast genauso einer Situation steckt.
Er und seine Frau sind getrennt, wohnen aber noch zusammen, da er in der Woche und auch am Wochenende oft auf Geschäftsreise ist.
Das Ganze geht nun schon seit 9 Jahren so. Ihrem Kind haben sie nie gesagt, dass sie getrennt sind.
Die beiden gehen absolut null liebevoll miteinander um, keine Umarmungen, keine Küsse, nichts. Ist ja auch logisch, sie sind ja auch nicht mehr zusammen.
Die Unterhaltungen sind normal weg, trotzdem merkt man oft unterschwellig, dass beide vielleicht doch nicht soooo zufrieden mit ihrer Situation sind.
Er ist oft genervt, weil er eigentlich lieber auch mal ganz alleine wäre, sie ist froh, dass er weiterhin alles zahlt und nur auf 450€ Basis arbeiten gehen muss. Beide arrangieren sich irgendwie, aber im inneren sind beide nicht wirklich zufrieden.
Neue Partner gibt es natürlich nicht, bzw. nur nebenbei mal, nichts festes und auch nie bei sich zu Hause.
Er ist genervt, wenn "Familien-" Urlaub ansteht, sie beisst die Zähne zusammen (bekommt ja schließlich alles bezahlt).

Und dann heißt es immer. Wir machen das nur für unser Kind. Aha, toll! Aber ist es toll, wenn der Junge denkt, dass so eine Ehe, ein Familienleben aussieht? Man lebt wie Brüder und Schwester zusammen? Getrennte Schlafzimmer gab es schon immer, dass wäre/war selbst so, als sie noch ein richtiges Paar waren.
Der Sohn ist jetzt 12 und hat schon mal nachgefragt, warum mama und papa sich nicht küssen. Scheinbar hat er düs bei anderen Eltern gesehen.
Die zwei haben ausweichend geantwortet.
Ich frage mich, wie lange wollen sie ihr Kind noch "anlügen"?
Das kann einfach nicht gut sein, ein Kind sollte sehen, was Ehe und Familie bedeutet, was eine Partnerschaft ausmacht, Liebe, Umarmungen, Küsse, glücklich sein, etc.
Wie wird er mal mit seiner Freundin umgehen? Gebauso lieblos?

Dann doch lieber einen Schlussstrich mit richtiger Trennung, sodass die Kinder auch wissen, Mama und Papa sind getrennt.

Ich habe ihn mal gefragt, wie lange er noch so weiterleben will, er meinte, wenn sein Sohn aus dem Haus ist, dann fängt sein neues Leben an.
Aha, bis dahin ist er Mitte fünfzig und hat die letzten 17 Jahre (wenn der Sohn mit zwanzig auszieht) mit einer Frau zusammengelebt, die er nicht liebt, die ihn nicht liebt und das alles nur, um den Jungen vorzuspielen, sie seien noch zusammen? Deswegen 17 Jahre des eigenen Lebens "verschwenden"?
Ganz zu schweigen dem Jungen jetzt schon 9 Jahre eine Lüge vorgelebt.

Naja ich halte davon nichts.

  • (19) 21.09.17 - 09:31

    Hallo und danke für deine Meinung.

    Das mit deinem Arbeitskollegen ist ja richtiger Mist und noch eine Spur taffer als bei mir.

    Wir spielen nichts vor. Mein Großer weiß, dass die Liebe zwischen uns nicht mehr vorhanden ist, zumindest von meiner Seite und das macht es kompliziert. Der Vater der Kinder, wir sind nicht verheiratet kann nicht loslassen und einfach weg ziehen geht ja auch nicht.

    Also nimmt er lieber in Kauf, dass wir nebeneinander her leben, als uns gehen zu lassen und ich versuche das abzufangen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen. An manchen Tagen fällt mir das wirklich sehr schwer.

Hi,
wieviele Paare gibt es, wo Sex nicht mehr das Wichtigste ist.....jetz mal von den Urbianer abgesehen, die überdurschnittlich #schwimmer ausserhalb der Statistik haben.#schein

Solange kein Streit und alles normal abläuft und du mit "kein liebesvolle Miteinander" jetzt nur Küssen, kuscheln,Sex meinst....warum sollte es den Kids schaden?
Rezeptvolles miteinander, füreinander einzustehen, liebevolle Eltern zu sein...ist doch viel wichtiger, als den Kinder ständig knutschend und kuschelnd zu zeigen aber der Rest stimmt nicht.

Jeder führt seine Beziehung anders....und ebenso das Familienleben.
Ich kenne Familien wo "mehr Schein als Sein" zählt, etc. etc. ob das besser ist?
Gibt es die eine perfekte Rama Familie?

lg
lisa

Vielleicht "schadet" es den Kindern nicht, wobei sie durchaus mitbekommen, dass es Spannungen gibt, auch ohne Streitigkeiten.
Aber es schadet sicherlich euch. Denn ihr verschließt euch damit das Recht, glücklich zu sein. Mit einem Menschen, den man wirklich liebt. Oder als Single glücklich zu sein und nicht immer Zeit mit einem Menschen verbringen zu müssen, mit dem man eigentlich nicht mehr viel anfangen kann, und das nur tut, um die Fassade zu wahren. So klingt das bei euch raus.
Spätestens wenn einer von euch sich in eine andere Person verliebt, ist ziemlich viel Stress vorprogrammiert.
Ich denke, man kann Kindern keine glückliche Kindheit schenken, wenn man selbst nicht glücklich ist. Wenn ihr aber als Menschen euch wirklich ziemlich gern habt, nur die Beziehungsebene krachen gegangen ist, dann kann man trotzdem in getrennten Wohnungen wohnen und viel Zeit zusammen mit den Kindern verbringen.
Ich würde eine räumliche Trennung vorschlagen. Kinder leiden eher unter kaputten Beziehungen als unter einer Trennung, wenn man die vernünftig durchzieht und den Kindern einen respektvollen Umgang miteinander vorlebt. Klappt bei uns zum Glück ganz gut (auch wenn manchmal der Vorschlag kommt, Papa und ich könnten uns ne gemeinsame Wohnung suchen, Papas Freundin dürfe auch mit einziehen :-p.
LG, palo

Kinder brauchen Eltern. Die Eltern müssen kein Paar sein. Nur verlässlich.

Lebenslange monogame Liebe ist eine absolute Illusion. Aus meinem Erfahrungsbereich trifft dies bei einer schwindenden Minderheit zu.

Sich nicht mehr als Paar zu fühlen, aber die Verantwortung für die Kinder zu Übernehmen und ihnen ein stabiles zuHause zu bieten finde ich richtig gut. Lass dich davon nicht abbringen!

Hm, wie äußert sich in Gegenwart von Kindern schon Liebe? Kuscheln und küssen finden meine Kinder total peinlich. Freundschaftlich hört sich gut an, zusammen lachen ist auch immer gut.
Meine Eltern hatten eine Drama-Beziehung....immer nur Extreme, extreme Liebe oder extremer Hass. Fand ich als Kind schrecklich.

  • Liebe äußert sich ja nicht nur in Küssen und Kuscheln, sondern auch im liebevollen, zB fürsorglichen und achtsamen Umgang miteinander?

    Bin ich zB krank, will mein Mann sich um mich kümmern - ob ich ihn lasse, steht auf einem anderen Blatt, aber er macht dann ungefragt Wärmflaschen, Tee oder räumt die Dreckwäsche weg, kocht Lieblingsessen oder ruft an, ob ich irgendwas brauche.
    Er bringt manchmal kleine Überraschungen mit, einfach so, weil er weiß, dass ich die Schokolade/den Autor/die Firma/die Blumen mag...
    Er fragt erst, was "wir" vor haben, bevor er sich fest mit Kumpels zum Weggehen verabredet und all sowas.
    (Und umgekehrt natürlich auch!)

    Diese kleinen Gesten sind es eher für mich, wie wir den Kindern unsere Liebe vorleben.
    Und ich könnte mir vorstellen, dass genau die eben auch verschwinden, neben den Umarmungen, Küssen, Komplimenten und Blicken...

    Ach Gott, jetzt vermisse ich meinen Kerl gerade. #verliebt

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