Warum fühle ich so?

    • (1) 20.09.17 - 14:51
      Traurig......

      Hallo ihr,

      mich würde es mal interessieren, ob es hier noch andere Frauen gibt, denen es ähnlich wie mir geht/ging und ob ihr die Situation lösen konntet...

      Bei mir ist es nun schon zum wiederholten Mal so, dass ich in einer Beziehung bin, die mich anfangs unheimlich glücklich gemacht hat. Die Zuneigung zueinander, die Nähe, die Geborgenheit.... Gemeinsame Unternehmungen, Gespräche, Kuscheln... Alles sooo toll. Und nach 2 Jahren, man ist inzwischen zusammen gezogen und der Alltag ist eingekehrt, fühlt sich das Ganze nur noch wie ein Gefängnis an... Ich fühle mich dauergestresst und erschöpft durch seine ständige Anwesenheit, vermisse Zeit für mich, Zeit für mein Kind und für meine Freundinnen. Es ist alles so anstrengend, so langweilig. Ich würde am liebsten immer wieder ausbrechen, mich erholen - alleine in Urlaub fahren, ein Wochenende mit meinem Kind zelten fahren, mit Freundin Essen gehen... Aber ER ist IMMER da. Und möchte die gesamte gemeinsame Freizeit mit mir verbringen. Versteht meinen Wunsch nach Zeit für andere Dinge nicht. Versteht nicht, dass mir an manchen Tagen mit viel Stress nicht nach Kuscheln oder ähnlichem ist... dass ich allein sein möchte.
      Ich habe das Gefühl zu ersticken... Oft gibt es deswegen Streit. Er fühlt sich vernachlässigt, ich fühle mich gestresst und gefangen in der Beziehung. Sein ständiger Wunsch nach Nähe erdrückt mich. Ich schlafe schlecht. Dennoch habe ich weiterhin Gefühle für ihn. Mir macht nur die Enge der Beziehung zu schaffen - ich brauche Luft!
      Er pflegt keine Männerfreundschaften und zu seinen erwachsenen Kindern hat er nur sporadisch Kontakt. Somit hängt er hauptsächlich an mir...
      Was soll ich nur tun? Gespräche bringen kaum Klärung oder Lösungen, enden meist im Streit. Trennen möchte ich mich eigentlich auch nicht... Ich möchte wenigstens einmal im Leben eine längere Partnerschaft gelebt haben. Wer kennt diese Art von Gefühlen, und wie geht ihr damit um?
      Danke schon mal vorab!

      • Mir würde es definitiv wie dir gehen. Ich halte eine Beziehung auch nicht für gesund, wenn einer so klammert. Ganz ehrlich, ich glaube, du musst da konsequent sein. Er hat dir keine Vorschriften über die Freizeitgestaltung zu machen, wenn du etwas mit Freunden unternehmen willst - ohne ihn - dann ist das so. Wird er das nicht akzeptieren, wird die Beziehung auf Dauer keinen Bestand haben. Er kann nicht erwarten, dass du die gleichen Bedürfnisse hast wie er.

        Mein Mann ist ähnlich wie deiner. Wenig eigene Interessen oder Freunde, ist am liebsten zu Hause. Allerdings hat er nach einer "Kampfphase" eingesehen, dass er mich nicht "einsperren" kann. Ich bin jede Woche ca. 1 - 2 Tage alleine unterwegs, auch zu Hause brauche ich meine Rückzugsorte. Damit kann er mittlerweile gut leben.

        Viel Glück #klee

        Es gibt unterschiedliche Nähebedürfnisse. Manche Beziehungen leben davon, dass man am Liebsten 24h aufeinander hockt, am Besten noch in derselben Firma arbeitet oder wenigstens dieselbe Arbeit ausübt und jede freie Minute aufeinander hockt. Andere leben unter der Woche ihr Leben, jeder macht sein Ding und am Wochenende kann man dann was miteinander unternehmen - aber wenn das mal nicht klappt, auch kein Drama.

        Das sind zwei Extreme, in der Mitte ist viel Platz. Und bei Euch ist das Problem, dass jeder von Euch zu einer dieser Extreme tendiert (mehr oder weniger) und das keine ausgewogene und für beide Seiten glückliche Beziehung mehr ist.

        Warum enden Gespräche zwischen Euch immer im Streit? Will er von seiner Position nicht abrücken?

        (4) 20.09.17 - 17:16

        Bei so einem Klammeraffen hätte ich auch Erstickungsgefühle und garantiert auch Brechreiz.

        Sieh es doch mal ganz pragmatisch, die Zeit der rosaroten Brille ist vorbei. Tja, und so sieht jetzt dein Alltag ohne diese Brille aus. Bei einem Mann, der mich so einengen würde und der anscheinend kein eigenes Leben hat, wäre ich ganz schnell weg. Er ist einfach nciht der Richtige, basta.

        Im Übrigen würde ich meinem Partner was Husten, wenn ich für ihn den Dauerbespaßer mimen soll. Nee Danke. Deine "Freiheitswünsche" sind ja nun nichts ungewöhnliches, im Gegenteil sie sollten selbstverständlich in einer Beziehung sein.

        Andere Mütter haben auch schöne Söhne. Und garantiert sind auch welche dabei, die ihrer Freundin nicht so an der Backe kleben.....nennt sich auch eigenes Leben führen.

        Ich bekomme wirklich einen Schüttelreiz nur vom Lesen. Und ich denke auch nicht, das es besser wird, im Gegenteil.

        • Das was du schreibst, finde ich jetzt wirklich sehr abwertend gegenüber dem Mann. Er hat einfach ein anderes Nähebedürfnis als seine Partnerin. Das ist nicht schlechter oder besser, nur anders.

          • (6) 21.09.17 - 06:49

            Dein Ernst? Das, was die TE beschreibt, hat nichts mehr mit einem größerem Nähegefühl zu tun. Das ist schon eine völlige Fixierung auf den Partner. Du willst mir doch nicht wirklich weißachen, das es in Ordnung ist, das man seine Freunde nicht sehen soll, das man nichts mehr ohne den Partner machen soll? Sorry, das ist in meinen Augen krank und auf solche Spielchen sollte sich niemand einlassen.
            Trotz Beziehung bleibt jeder Partner noch ein eigenständiger Mensch.

            • Das hat sie so nicht geschrieben wie du es ausdrückst.

              Und hasipferdi hat auch so einen Partner, bzw. da ticken beide so. Ich denke, dass die es so machen, dass sie die Freunde gemeinsam treffen.

              Außerdem sie kennen sich erst zwei Jahre. Nach 30 Jahren sieht es vielleicht auch wieder anders aus.

      Ich kann dich verstehen. Manchmal braucht man eben einfach seine Ruhe. Er muss das akzeptieren. Überlege dir, welche Freiräume du brauchst und dann teile ihm das mit und er muss sich einfach damit arrangieren.
      Weil so treibt er dich immer weiter von sich weg. Das wird er doch hoffentlich verstehen.

      Das liest sich so, als ob es besser ist, wenn jeder wieder eine eigene Wohnung hat.

      Wie andere auch schon richtig geantwortet haben: es sind zwei verschiedene Arten eine Beziehung zu leben. Einer mag ständige Nähe, alles zusammen machen, der andere mag Selbständigkeit, Freiheit, Abstand im Wechsel zur Nähe. Am Anfang ist Nähe schön, weil man verliebt ist und der andere neu ist und entdeckt wird. Wenn man sich dann besser kennt, merkt man dass es noch was anderes gibt als nur zusammenhocken. Dann braucht man auch noch seine Freiräume.

      Aber es gibt Paare, die immer zusammenhocken und denen es scheinbar nie zuviel wird.

      Andere Paare machen wenig zusammen und schätzen die gegenseitige Unabhängigkeit und Freiheit.

      Wenn ihr zwei verschiedene Typen in Bezug auf Nähe und Abstand seid, dann gibt es nur den Mittelweg, oder ihr müßt euch trennen. Aber zwingen kann man den anderen nicht, sich anzupassen.

      Hallo!

      Such dir nächstes Mal bitte einen mann, dessen Bedürfnis nach Nähe deinem eigenen Bedürfnis ähnlich ist.

      Es gibt da einfach verschiedene Typen - ich bin rundum glücklich, wenn ich so viel zeit wie nur möglich mit meinem Mann verbringen kann. Ihm geht es dabei ganz genauso, er findet es schon doof, wenn ich für mein Studium am Wochenende einige Stunden alleine im Schlafzimmer verschwinde, um zu lernen (vor allem wenn es mal richtig lange dauert).

      Eine Kollegin dagegen sieht ihren Mann eigentlich nur einen Abend pro Woche, sonst hat immer jeweils einer von beiden Termine - Fußball, Pilates, Freunde, Ehrenamt... und sie haben sogar getrennte Schlafzimmer. Für die beiden passt das aber, weil BEIDE kein großes Bedürfnis nach Nähe und Zweisamkeit haben.

      Man muss einfach nur irgendwo zusammen passen.

      "Gespräche bringen kaum Klärung oder Lösungen, enden meist im Streit. "
      Das ist schonmal ein Problem. Die Situation an sich ist nicht unbedingt ein Trennungsgrund, aber man muss sie schon ändern. Denn sonst wird das für dich vermutlich zum Trennungsgrund. Oder du gehst dran kaputt.

      Warum bringen Gespräche nichts? Versteht er, dass du das Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein hast, aber dass das NICHTS mit ihm zu tun hat? Es ist ein total menschliches und normales Bedürfnis. Und wenn du das seit 2 Jahren quasi nicht berücksichtig hast, ist klar, warum du jetzt so extreme Gefühle hast.

      Ihr müsst versuchen, da auf einen Nenner zu kommen. Er sollte deine Wünsche und Bedürfnisse genauso respektieren wie du seine. Und da ihr quasi immer zu zwei seid, kuschelt usw., sind seine Bedürfnisse scheinbar zu 200% erfüllt. Du solltest dir aber auch eingestehen, dass du deine eigenen eben die letzten zwei Jahre kaum beachtet hast und ihm das auch so erklären. Klar, dass er jetzt nicht versteht, warum du das plötzlich einforderst.

      Solltet ihr das zu zweit nicht schaffen, zu klären und vernünftig zu kommunizieren, dann solltet ihr vielleicht eine dritte, neutrale Person dazu holen.

      Alles Gute.

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