Trennen oder es dem Kind zuliebe weiter versuchen?

    • (1) 25.09.17 - 12:18

      Hallo ihr Lieben!
      Ich muss mir nun mal Rat bei euch suchen, weil ich gerade nicht vernünftig denken kann..
      Und zwar bin ich 22 und seit 6 Jahren in einer festen Beziehung. Wir studieren beide noch und haben vor 2 Jahren ungewollt ein Kind bekommen. Wir haben uns aber super damit arrangiert und lieben unseren Sohn über alles. Doch leider ist momentan alles total schlimm... Ich wohne aus finanziellen Gründen noch bei meiner Mutter mit meinem Sohn, möchte aber nächstes Jahr ausziehen. Mein Freund hat seit einigen Monaten eine eigene Wohnung und möchte mit mir zusammen ziehen. Ich bin da total unentschlossen und er weiß das. Wir haben momentan so eine richtige Krise weil unsere Familien sich total verkracht haben... Genauer gesagt mein Freund und meine Mutter. Sie haben sich noch nie gut leiden können und sind vermutlich auch beide irgendwie schuld dass es so eskaliert ist. Er hat hausverbot bei meiner Mutter und wenn wir zusammenziehen würden, dürfte sie auch nicht zu uns kommen. Damit könnte ich aber nicht leben, ich habe ihr so viel zu verdanken und fände es irgendwie als würde ich mich dann gegen sie stellen und undankbar sein... Auch so ist es schwierig... Wir sind sehr verschieden und streiten oft. Wir haben keine gemeinsamen Freunde oder Hobbies. Ich weiß nicht ob wir uns nicht noch mehr streiten würden wenn wir zusammen wohnen. Tatsächlich ist es manchmal so schlimm dass ich über eine Trennung nachdenke. Das mache ich allerdings nicht wegen unserem Sohn und weil ich mir denke, dass man schon versuchen sollte die Beziehung zu retten.
      Ein anderes Problem ist unsere Zukunft. Wir haben unterschiedliche Vorstellungen davon. Ich wollte immer eine richtige Familie haben. Heiraten und mehrere Kinder. Er möchte allerdings absolut nicht heiraten oder weitere Kinder haben. Ich weiß dass es egoistisch ist, aber ich weiß nicht ob ich damit leben kann. Wenn das Studium rum ist, werden wir beide ein gutes Leben haben und dann hätte ich schon gerne noch ein Kind, das alles nochmal ohne Unistress und Geldsorgen zu erleben ist eigentlich mein größter Wunsch.
      Nun frage ich mich, ob es unter diesen Bedingungen überhaupt Sinn macht mit ihm zusammen zu bleiben. Wäre unser Kind nicht, hätte ich bestimmt schon Schluss gemacht. Aber ich komme mir halt so egoistisch vor wenn ich ihn verlasse und das unserem Sohn antue, nur weil ich nicht zufrieden bin... Meine Verwandten und Freunde raten mir alle mich zu trennen, weil er eben ziemlich schwierig ist und wir nicht zueinander passen. Aber trotzdem finde ich es zu egoistisch... Ich weiß auch nicht wirklich was ich mir hiervon erhoffe, doch ich brauche mal eine unbeteiligte Meinung. Meine Verwandten sind da natürlich auch sehr unneutral wegen dem ganzen Streit...
      Ich sorge mich einfach dass es hinterher vielleicht sowieso nicht funktioniert und es vielleicht besser wäre sich jetzt zu trennen wenn der Kleine es noch nicht ganz so stark mitbekommt...

      • Welche Mutter stellt sich gegen den Partner des Kindes, grade wenn er Vater des Enkels ist? Kann es sein, dass es Eifersucht ist? Was ist mit Deinem Vater?
        Habt ihr (also Du + Freund + Mutter und Co) schon mal Mediation in Anspruch genommen?
        Mir klingt das danach als würde ganz viel in die Beziehung von außen reingefunkt, das würde ich erstmal versuchen zu klären bevor die Beziehung mit dem Vater Deines Kindes aufgibst.
        Dann könnt ihr klären, was er sich nach dem Studium vorstellen kann. Was ich da lese, da kann ich verstehen, dass er beim Stichwort Familie Angst bekommt.

        • Danke für deine Antwort!
          Mein Vater ist vor 13 Jahren verstorben. Ja darüber habe ich auch schon nachgedacht,dass meine Mutter deshalb nicht mit ihm zurecht kommt. Aber es ist auch eindeutig nicht nur ihre Schuld. Sie hat sich trotzdem immer bemüht mir zu liebe mit ihm zurecht zu kommen. Sie hat ihn auch ein halbes Jahr bei uns wohnen lassen als seine Eltern einfach weggezogen sind und er aber hier studieren musste. Aber er hat schon einige unschöne Dinge zu ihr gesagt und sich quasi komplett von uns aushalten lassen...Sie hat darauf hin gesagt dass sie nicht verstehen kann, warum seine Eltern ihn so gar nicht unterstützen (verdienen sehr gut aber zahlen ihm nicht Mal sein Kindergeld aus). Doch seine Eltern sind ein Wunder Punkt für ihn,er nimmt sie immer in Schutz und geht sofort an die Decke und wird beleidigend. Auch mir gegenüber.

          • Oh je, das klingt mir wirklich als ob auf Eurer Beziehung die Altlasten von zwei ganzen Herkunftsfamilien liegen. Und da wird keiner ein Engel gewesen sein, wenn es soweit gekommen ist.
            Also wirklich mein Vorschlag: sucht Euch jemanden, der Mediation macht. Also ein Aussenstehender, der bei einem Gespräch dabei ist, das strukturiert und Richtung Klärung und Versöhnung arbeitet. Wenn ihr irgendwie kirchlich seid wäre ein Pfr da ne gute Adresse, ansonsten könnte das auch ein Therapeut sein oder vielleicht kann Jugendamt oder so helfen?
            Denn alte Schuld aufrechnen wird keinen weiterbringen.
            Das Kind hat ne komplette Familie verdient, die müssen sich nicht alle gegenseitig schrecklich gern haben, aber zumindest an Geburtstagen und Feiertagen es an einem Tisch aushalten.

      Hi,

      aus welchem Grund haben sich dein Freund und deine Mutter denn verkracht, dass es sogar zum Hausverbot gekommen ist? Ich denke eine Antwort auf diese Frage würde es generell leichter machen dir zu antworten.

      Wenn du also Wert auf eure Beziehung legst, würde ich erst einmal schauen, dass deine Mutter und dein Freund sich wieder annähern.

      Zu allen anderen Punkten: Du musst selber entscheiden, ob du glücklich bist, wenn ihr nie gemeinsam etwas unternehmt, weil eure Interessen so unterschiedlich sind.
      Denk da auch an deinen Sohn. Er würd also auch entweder mit Mama oder mit Papa etwas unternehmen, weil ihr einfach auf keinen gemeinsamen Nenner kommt - so sieht Familienleben für mich nicht aus.

      Und wenn ihr euch ständig streitet, gerade weil ihr so verschieden seid... tja, versetz dich mal in deinen Jungen... streitende Eltern sind der Killer Nr 1 für eine Kinderseele. Kinder beziehen Streitigkeiten der Eltern gerne auf sich und geben sich selber die Schuld daran (egal worum es geht).

      Wenn du meine persönliche Meinung hören willst: Trenn dich.
      Du wirst glücklicher, dein Kind wird glücklicher. Glückliche Mama = glückliches Kind.

      Werf dein Leben nicht weg - du wirst sehr wahrscheinlich irgendwann einen anderen Mann kennenlernen und DANN wirst du begreifen, wie sinnlos diese Beziehung war.

      Und noch zu eurem Zusammenzug: Falls du dich wirklich entscheiden solltest, dass ihr zusammen wohnen wollt, dann würde ich es erst einmal einige Monate auf Testphase laufen lassen.. erst einmal nicht alles packen, sondern nur das Nötigste und mal schauen wie ihr zurecht kommt.

      Ihr seid 6 Jahre in einer Beziehung, habt nie zusammen gelebt, den Alltag mit Kind kennt er auch nur zeitweise. Und wenn ihr euch jetzt schon so sehr in der Wolle habt, dann wird das höchstwahrscheinlich euer Aus bedeuten.

      Viel Glück bei der Entscheidungsfindung #klee

      Hey du solltest ergründen, was dich bei deinem Partner noch hält.

      Wenn eure Lebenskonzepte so unterschiedlich sind und das Zusammensein nur noch auf der rationalen Vernunftsbasis existiert, jedoch keine Liebe mehr vorhanden ist, ist es besser, sich zu trennen.

      Ich habe 9 Jahre der Kinder wegen eine Ehe aufrecht erhalten, die keine mehr war, nur um den Kindern die Familie nicht zu nehmen.

      Sowas macht einen Stück für Stück kaputt, denn man beginnt sich selbst und den Partner dafür zu hassen.

      Keiner von euch beiden wird glücklich werden. Das Kind jedoch ebenso wenig, denn es wird mitbekommen, dass Mama und Papa im besten Falle noch distanziert miteinander umgehen.

      Mit so einer Entscheidung verlieren alle Seiten.

      Dann lieber glücklich und allein als gezwungenermaßen zusammenbleiben und sich und alle anderen damit unglücklich zu machen.

      Bei Fragen kannst du mich anschreiben.

    • Ich lasse jetzt mal den Familienstreit außen vor.

      Ich vermute, dass eure Teenagerliebe ein Ende gefunden hat und nicht für eine "erwachsene" Partnerschaft reicht.

      Ich glaube auch, dass eure Zeit vorbei ist. Ihr habt euch als Kinder kennengelernt und jetzt seid ihr langsam erwachsen und es passt nicht mehr.
      Soweit so normal.

      Nun habt ihr aber ein Kind zusammen und werdet die nächsten Jahrzehnte verbunden sein. Das bedeutet aber sicher nicht, dass ihr "dem Kind zuliebe" zusammen bleiben müsst. Das würde wahrscheinlich auch gar nicht klappen, tut es ja jetzt schon nicht.
      Ihr solltet aber versuchen, geordnete Verhältnisse hinzukriegen, auch mit der Oma.

      Warum setzt ihr euch nicht einmal alle zusammen an einen Tisch und versucht, die nächsten Jahre grob zu planen, ja auch mit deiner Mutter.
      Dir würde ich raten, weitere Kinder noch ein wenig zu verschieben und erst mal beruflich Fuss zu fassen. Deine Prioriäten sollten erst einmal sein, auf eigenen Füssen zu stehen und selbstständig zu werden.

      lg thyme

      Vielleicht noch als Ergänzung:
      Wir hatten schon lange Probleme. Als wir 3 Jahre zusammen waren hat er mich betrogen und ich mich getrennt. Blöderweise war ich genau da schon schwanger. Er wollte unbedingt dass ich abtreibe, seine Mutter sagt heute noch ich hätte ihm das Leben versaut. Von da an ging es auch los dass meine Familie Probleme mit ihm hatte. In der Schwangerschaft hat er es mir auch schwer gemacht. War selten da, hat sich nicht wirklich für das Kind interessiert. Hat mich nichtmal besucht als ich mit Verdacht auf Schwangerschaftsvergiftung im KH lag. Seit das Kind da ist ist es schon besser. Man merkt dass er sein Kind liebt. Und mittlerweile auch dass er die Beziehung erhalten möchte. Aber wie gesagt, mittlerweile ist es schwer. Der Streit mit der Familie, unsere Streitereien, das hin und her für unseren Sohn weil wir nicht zusammen wohnen. Was meine Gefühle betrifft: ich weiß nicht was ich fühle. Zwischenzeitlich habe ich ihn wirklich gehasst weil er mir so weh getan hat. Ich weiß nicht ob das vielleicht schon zu viel für uns war. Momentan freue ich mich dass er versucht nicht zu streiten und mich unterstützt mit dem Kleinen, aber wir leben halt so nebeneinander her. Tagsüber gehen wir viel mit dem kleinen raus wenn wir nicht an der Uni zu tun haben, doch wenn der kleine Mann dann schläft, können wir kaum etwas miteinander anfangen. Als wir letztens ein Kindfreies Wochenende hatten, wollten wir uns Köln ansehen. Er hat ohne zu fragen 3 seiner Freunde mitgenommen. Wenn ich ihm mal sage ich würde gerne ins Kino oder so, dann sagt er dass er keine Lust hat und ich doch lieber mit einer Freundin gehen könnte...
      Und zu dem Streit: da ist er komplett gar nicht bereit, sich mal hinzusetzen und das mit meiner Mutter mal auszusprechen. Er ist schon verärgert dass ich den Kontakt zu ihr nicht abgebrochen habe. Er meint ich würde nicht hinter ihm stehen. Doch meiner Meinung nach hat er den Streit selber provoziert. Wer meiner Mutter an den Kopf wirft, sie sollte unser Kind nicht betreuen weil sie selber 4 verkorkste Kinder hat, braucht sich meiner Meinung nach nicht wundern dann vor die Tür gesetzt zu werden

      • Um meinen Beitrag von eben noch einmal zu verstärken: Trenn dich. Bitte.

        (11) 25.09.17 - 15:17

        Es tut mir leid das Du so unglücklich bist mit deiner Situation, ich würde mich trennen.
        Du kannst deinem Sohn eine noch bessere Mutter sein, wenn Du Glücklich bist!Wenn dein Partner dich lieben würde, würde er nicht von dir vordern dich gegen deine Mutter zustellen!
        Sowas macht man einfach nicht, das verlangst Du von ihm ja auch nicht obwohl Du ihm laut seiner Mutter das Leben versaut hast!!! Sei stark und befreie dich aus diesem Kreislauf.

        Du kannst deinem Sohn nur insoweit entgegenkommen, dass du den Freund als Vater des Kindes respektierst, und die Umgansregelung so friedlich und respektvoll wie möglich gestaltest. Also dass ihr euch trennt, aber nicht weiter streitet. Das geht, wenn beide sich dazu entschließen.

        Aber als dauerhaften Partner wirst du ihn wohl nicht ertragen. Du hast es ja selbst geschrieben: keine gemeinsamen Zukunftsvorstellungen, er zeigt wenig Verantwortungsgefühl, wenig Anstand, wenig Respekt, wenig Verläßlichkeit. Da fehlt die Basis für eine gemeinsame Zukunft.

        Dass er so mit deiner Mutter gesprochen hat, geht nicht. So wird er auch eines Tages mit dir sprechen. Dass er als Student bei euch wohnte, und dabei weder Miete noch sonst was gezahlt hat (stimmt das?) - man hätte zumindest darüber sprechen müssen. Unterhaltspflichtig sind seine Eltern, nicht deine Mutter für ihn. Ich kann nachvollziehen, dass deine Mutter die Nase voll hat.

    (13) 25.09.17 - 13:34

    Du fühlst dich egoistisch, weil du dich aus einer für dich unerträglichen Situation befreien willst, die zwei erwachsene Menschen geschaffen haben, weil sie ihre Animositäten aus sehr egoistischen Motiven über dein Wohl und das deines Sohnes gestellt haben?

    Such den Fehler!

    Ich könnte mit niemanden zusammen sein, würde mich aber auch von meinen Eltern distanzieren, wenn man nicht in der Lage ist, Konflikte so auszutragen, dass ein zivilisierter Umgang miteinander dauerhaft möglich ist.

    Hi Vaniaskiwu,

    Ich glaube, das Problem ist, dass ihr überhaupt nicht zusammenpasst. Da ihr aber beide super jung seid, schon das Kind habt und wahrscheinlich noch nie vorher eine andere ernsthafte Beziehung hattet, könnt ihr gar nicht wissen, wie schön das Leben eigentlich sein kann mit einem Partner, mit dem alles locker und leicht läuft und man sich einfach nicht ständig streitet.

    Glaub mir, mit einem anderen Mann hättest du wahrscheinlich diese ganzen Probleme gar nicht. Klingt hart zu sagen, ist aber meine Erfahrung. Wenn man so jung ist, kann man sich das gar nicht vorstellen, so ist es aber.

    Die Frage ist, wie es für dich wäre, Alleinerziehende mit deinem Sohn zu sein. Wo würdest du dann wohnen? Könntest du arbeiten und dir eine Wohnung finanzieren?

    Im übrigen finde ich es nicht sehr toll von deiner Mutter, die Situation mit deinem Freund so eskalieren zu lassen. Sie ist die Erwachsenere Von beiden und sollte zumindest wissen, wann sie dir damit anfängt zu schaden.

    Hier länger du mit ihm zusammen bleibst, ihr weniger hast du die Chance, einen Mann kennen zu lernen, der zu dir passt, mit dem du glücklich wirst und der dich heiraten will und mehr Kinder bekommen.

    Verliere deine Ziele nie aus den Augen, auch wenn der Weg nicht einfach ist!

    Für ein Kind ist es übrigens nie toll, wenn die Eltern nur seinetwegen zusammen bleiben und sich dann ständig streiten. Glaub mir, ich hätte mir gewünscht, meine Eltern hätten sich einfach getrennt, anstatt in dieser angespannten Stimmung zu Hause grosswerden zu müssen.

    Viel Glück und Alles Gute,
    avokado

    Hallo!

    Grundsätzlich haben Kinder denkbar wenig davon, wenn ihre Eltern "auf Krampf" zusammen bleiben wollen. Es fehlt einfach so vieles, die Leichtigkeit, das Lachen, die Harmonie und Liebe. Stattdessen herrscht oft eine angespannte Stimmung, ungemütliches Schweigen statt angenehmer Gespräche, und eigentlich ist das einzige gemeinsame Thema der Alltag mit Kind. Das Kind wird damit instrumentalisiert als Beziehungskitt um den tiefen Bruch zu überdecken, aber das funktioniert eben leider nicht richtig.

    Für das Kind ist eine Trennung meistens das kleinere Übel, vor allem, wenn die Eltern es halbwegs mit Anstand schaffen. Gerade weil ihr nicht zusammen wohnt würde euer Sohn kaum was mitbekommen - ob nun der Papa alleine mit ihm zum Spielplatz geht oder ob Du mitgehst und den Papa dann anschweigst, das ist doch egal. Wichtiger ist eher ein großzügiger Umgang, mehr als jedes zweite Wochenende und möglichst ohne Streit.

    Du hast die Chance, später eine neue BEziehung aufzubauen, bitte nicht zu schnell das Kind vorstellen sondern wirklich Zeit lassen, und da dann den Traum der intakten Familie zu leben. Im Moment - ganz ehrlich, bei euch fehlt einfach so vieles an Basis und so viele üble Verletzungen die nicht verarbeitet sind.

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