Patchwork - was kann ich tun?

    • (1) 29.09.17 - 10:36
      -hilflos-

      Hallo,

      ich weiß, dass das die falsche Kategorie ist, aber ich möchte gerne anonym schreiben.


      Wir leben seit vier Jahren als Patchwork-Familie; d. h. mein Mann, seine Teenager-Kinder (2) ich und seit diesem Jahr unser gemeinsames Kind.

      Ich war von Anfang an der familiären Konstellation gegenüber positiv eingestellt.
      Aber inzwischen komme ich an meine Grenzen.
      Die Kinder sind jedes zweite Wochenende und oft in den Ferien bei uns.
      Zudem ist die Ex-Frau schwer krank und einmal im Jahr auf Kur, sowie öfter für lange Zeit im Krankenhaus.
      D. h. zusätzlich zum normalen Umgang sind die Kinder mehrmals für mehrere Wochen am Stück bei uns.
      Das war und ist für mich auch kein Problem. Ich war diejenige, der es wichtig war, dass sie hier ein Zimmer haben und jederzeit willkommen sind.

      Aber ich weiß bald nicht mehr, wie ich das finanzieren soll.
      Solange ich gearbeitet habe, habe ich diese Mehrkosten aufgefangen, aber jetzt im Elterngeld (das bald zu Ende ist) ist das nicht mehr möglich.

      Als wir dem Jugendamt mitteilten, dass wir ein Baby bekommen haben, wurde der Unterhalt neu berechnet inkl. Aufforderung, dass sich mein Mann einen Nebenjob suchen muss.
      Das ist aber nicht möglich. Er ist depressiv und ich bin schon froh, wenn wir nicht (wieder) ins Krankengeld kommen.
      Das Attest seiner Ärztin wurde nicht anerkannt.

      Jetzt macht eines der Kinder ein FSJ und verdient. Das müsste ja eigentlich in die Berechnung einfließen.
      Aber das Jugendamt reagiert einfach nicht auf die Schreiben vom Anwalt.

      Ab Januar werde ich etwas hinzu verdienen, aber die Situation entspannt es nicht wirklich.

      Am Ende des Monats weiß ich manchmal nicht, wovon ich die Lebensmittel bezahlen soll...

      Kann ich irgend etwas tun?
      Wie bekomme ich das Jugendamt dazu zu reagieren?

      Lg

      • Diese Frage solltest du deinem Abwalt stellen. Wenn das Jugendamt lange genug untätig gewesen ist, könnt ihr eine Untätigkeitsklage einreichen. Oder ein Abänderungsklage, damit der Unterhaltstitel neu festgesetzt wird, direkt bei Gericht.

        Hallo,

        "Aber ich weiß bald nicht mehr, wie ich das finanzieren soll."

        Fragt sich dein Mann das denn auch manchmal?

        Er hat eine erhöhte Erwerbsobliegenheit, da er mittlerweile drei Kindern unterhaltspflichtig ist.
        Ich gehe davon aus, dass euer bisheriges Leben allein durch dein Gehalt aus deinem Job zu stemmen war? Also war abzusehen, dass ein finanzieller Einbruch kommt, wenn du Elterngeld beziehst.
        Ich denke, du wirst nach dem Elterngeld wieder jobtechnisch einsteigen müssen und nicht nur etwas "dazuverdienen".

        Ich habe mir sagen lassen, dass das leider das Los der Frauen ist, die ein Kind von einem Mann bekommen, der bereits mehreren Kindern unterhaltspflichtig ist und scheinbar gerade genug verdienen, um die Unterhaltspflicht der erstgeborenen Kids zu erfüllen.

        Ansonsten wie dir schon geraten wurde, einen Rechtsanwalt damit beauftragen, eine Neuberechnung durch das Jugendamt zu erwirken.

        Alles Gute

        Nici

        Leider schreibst du nicht, wie alt die Kinder sind. Da Su vom FSJ schreibst, gehe ich mal von volljährigen Kindern aus?

        Im FSJ besteht nur Unterhaltsanspruch, wenn das FSJ auf einen Beruf vorbereitet. Ist das nicht der Fall, besteht keine Unterhaltspflicht mehr.

        Außerdem sind nach Ende der Schulausbildung sowohl das gemeinsame Kind als auch du vorrangig unterhaltsberechtigt.

        Sind die Kinder noch minderjährig, sind sie gleichberechtigt, das FSJ-Geld wird aber hälftig auf den Bedarf angerechnet.

        LG

        • (5) 29.09.17 - 12:00

          Die Kinder sind 16 Jahre alt.

          Gilt zur Schulausbildung auch die Berufsausbildung?

          Mein Problem ist, dass bei der Unterhaltsberechnung weder das Baby noch die langen Betreuungszeiten der Teenies, noch der Verdienst einbezogen werden.

            • (7) 29.09.17 - 14:22

              Der Unterhalt wurde nach der Geburt neu berechnet, mit dem Ergebnis, dass dann ein Mangelfall eintreten würde.
              Mein Mann wurde aufgefordert sich einen Nebenjob zu suchen (mit Nachweisliste, wo er sich beworben hat).
              Ein Attest seiner Ärztin, dass er gar nicht mehr arbeiten kann, wurde nicht akzeptiert.
              Also haben wir den Einwand zurück genommen und den vollen Unterhslt bezahlt.

              • Da habt ihr euch meiner Meinung nach richtig schön verarschen lassen. :-(

                • (9) 29.09.17 - 14:27

                  Ja, das Gefühl habe ich leider auch ☹️
                  Aber mit depressivem Mann mit Suizidgedanken und Neugeborenem im Wochenbett hatte ich keine Kraft für den Sch...

                  • Aber jetzt, ran an die Sache. Hast Du eine clevere und bissfreudige Freundin, die Dir da beistehen möchte?

                    • (11) 30.09.17 - 14:13

                      Normalerweise bin ich da gar nicht so doof. Für andere kann ich mich gut einsetzen - nur für mich mache ich das meist nicht.
                      Aber das muss sich jetzt echt ändern!

                      Für mich war tatsächlich das Schlimmste, so hilflos zu sein und nichts tuen zu können, da die Ex mit Jugendamt am längeren Hebel sitzt.
                      Deine / eure Antworten haben mir gut getan und Kraft gegeben.

                      Nächste Woche gehts zum Anwalt und dann wird geklagt 😊

                      Danke!

              Wieso den Einwand zurück genommen und weiter gezahlt? Ist euer Anwalt unfähig oder woran hapert es?

              Was bedeutet denn, das Attest wurde nicht akzeptiert? Was genau macht euer Anwalt? Besorgt euch neue, weitere Atteste, geht anwaltlich vor.
              Viel Erfolg.
              Während die Kinder bei euch sind, zahlt der Vater da weiter Unterhalt an die Mutter? Gibt sie euch Haushaltsgeld für die Zeit? Habt ihr mit den 16jährigen über die prekäre finanzielle Situation gesprochen?

              • (14) 30.09.17 - 14:04

                Mich haben die ganzen Antworten gestärkt, dass wir da unbedingt ganz schnell handeln müssen.
                Ich muss dabei leider meinem Mann immer in den H... treten, durch die Depression schiebt er alles von sich.

                Der nächste Schritt wird ein baldiger Termin beim Anwalt und eine Abänderungsklage sein.

                Wenn die Teenies so lange bei uns sind, bekommen wir keinen Cent; mein Mann muss den vollen Unterhalt überwweisen.
                Sie haben dann nicht mal Pflegeprodukte dabei, die finanzieren wir auch. Ebenso Busticket für Schulausflüge usw.
                Anfangs hatten sie nicht mal Unterwäsche dabei.

                Sie sind manchmal den ganzen Monat hier und das läuft dann unter "regulärem"Umgang.

                Da sind schon Sachen gelaufen... ☹️

                • Aber WARUM haben sie nichts dabei? Und warum können sie nichts holen, so zwischendurch? Leben die Kids so weit von euch entfernt? Haben sie keinen Wohnungsschlüssel, wenn Mama im Krankenhaus ist? Ich würde mit der Mutter der beiden Klartext reden.
                  1. Wenn die beiden bei euch sind, müssen sie ausreichend Kleidung und Hygieneartikel dabeihaben
                  2. Wenn die beiden über Tage und Wochen bei euch sind, müsst ihr dafür Haushaltsgeld erhalten, denn essen muss jeder. Nahrung zählt an und für sich ja zum laufenden Unterhalt.
                  3. Busticket etc sind in der Regel auch vom Unterhalt zu zahlen. Ebenso Ausflüge etc.

                  Ich würde im Zweifel folgendes tun: Ich würde die Kinder zu mir holen. Mit allem, was dazugehört. Kindergeld, Unterhalt, ZACK. Wenn die Mutter damit nicht einverstanden ist, soll sie sich für ihre Kuren, Erkrankungen etc. eine andere Unterkunft für die beiden suchen oder eben dem Vater und dir in Sachen Unterhaltszahlungen entgegenkommen.

                  Manches davon ist einfach zu lösen: Die Kids bringen ihre Anziehsachen und Hygieneartikel von zu Hause mit, wenn sie länger bleiben. Wobei Zahnpasta und co. ja jetzt nicht sonderlich ins Geld gehen. Wenn ihr mit der Mutter reden könnt, vereinbart ihr miteinander einen Betrag X, den ihr von ihr erhaltet, um die Bedürfnisse der beiden über die Zeit bei euch abzudecken. Damit meine ich nicht "wir nehmen die Mutter jetzt aus", sondern "wir kriegen die Kinder satt, ohne Ende des Monats Minus zu machen, weil wir quasi doppelten Unterhalt zahlen."
                  All das hätte man ganz am Anfang des Problems angehen müssen. Jetzt wird es sicher schwierig, aber ich würde nicht mehr zögern, sondern Klartext reden. Mit der Mutter. Ist sie nicht einsichtig, so würde ich einen Anwalt hinzu ziehen.
                  Die Kids sind auch alt genug, um zu verstehen, dass das Geld nicht vom Himmel fällt und ihr nicht grenzenlos zahlen könnt für Dinge, die ihr bereits gezahlt habt (sprich: Unterhalt).

                  Ich wünsche dir harte Nerven, ein kranker Mann, eine kranke Kindesmutter, ein Baby, du mitten drin. Das geht auch an die Substanz. #herzlich

Top Diskussionen anzeigen