Nur Probleme seit wir Eltern sind

    • (1) 30.09.17 - 17:50

      Hallo

      Ich lese hier schon länger mit da ich versuche mir Tipps und Tricks zu suchen wie man als Paar überleben kann wenn man ein Baby bekommt doch so richtig Infos zu dem Thema habe ich nicht gefunden. Darum möchte ich direkt nachfragen. Seit wir Eltern sind scheint es mit uns vorbei zu sein. In der Schwangerschaft dachte ich das wird super werden und es ist ein natürlicher Schritt in einer Partnerschaft dass man eine Familie gründet. Doch so habe ich mir das nicht vorgestellt. Wir haben uns verloren. Vorher waren wir ein super team, heute arbeiten wir fast nur gegeneinander. So scheint es zumindest. Ich verstehe sie nicht mehr und sie mich nicht. Ich liebe sie aber manchmal würde ich am liebsten abhauen und nie wieder zurück kehren. Was machen wir falsch? Es gibt Millionen Paare die jedes Jahr Kinder bekommen und wir scheitern schon nach wenigen Monaten. Ich bekomme von allen rein gedrückt es liegt an mir. Vor allem von ihr natürlich. Und ihrer Familie. Ihre Mutter hat Erwartungen wo ich mir denke sie ist nicht mehr ganz knusper. Und sie redet ihr Flöhe ins Ohr die sie dann an mir auslässt. Sie hat sich so sehr verändert seit sie Mutter ist. Ich erkenne sie nicht wieder manchmal. Es ist bestimmt auch für sie frustrierend dass es nicht mehr klappt zwischen uns. Sie ist auch nicht glücklich. Aber weder sie noch ich wissen was wir ändern sollen. Sie spricht mit ihrer Mutter darüber und einige Freundinnen. Ich kenne keine Freunde die Väter sind. Für mich ist es schwer "Verbündete" zu finden die mir Ratschläge geben und wenn dann sind sie mindestens 10 Jahre älter. Da ist dann die Situation ein wenig anders als bei uns. Deswegen versuche ich es hier. Auf diesem Weg. Es gibt hier vor allem Mütter nehme ich an, also muss diese Phase mehr oder weniger erfolgreich überstanden worden sein. Ich bin dankbar für alle Tipps.
      Danke
      Jonas

      • Okay, ihr habt Probleme seitdem ihr Eltern seid. Aber das was du beschreibst, klingt sehr allgemein gehalten.

        Beschreibe doch mal konkret wie so ein verkorkster Samstag bei euch abläuft und was da passiert!!!

        • Ich könnte hier einen ganzen Roman schreiben, ich wollte niemanden volltexten. Aber gut. Hier die letzten 24 Stunden. Es ging schon gestern Abend los ich bin um 21:30 heim gekommen nachdem ich 3 Tage beruflich unterwegs war. Ich hatte mich wirklich auf zu Hause gefreut und auch auf sie. Ich dachte auch sie auf mich. Ich komme heim, sie war im Bad und meinte sie macht sich bettfertig sie ist müde. Ich habe sie gefragt ob wir noch etwas reden wollen, ich würde noch was essen ob sie sich dazu setzen will damit wir über die letzten 3 Tage sprechen wie es war usw. Sie meinte nein sie ist müde. Sie ist dann ins Bett und ich habe mir eine Pizza aufgebacken, mir ein Bier geholt und fern gesehen um vom Tag runter zu kommen. Mitternacht bin ich ins Bett. Um zwei Uhr habe ich mit bekommen die Kleine hat gequakt , sie hat ihr eine Flasche gemacht und innerhalb von 20 Minuten hat sie wieder geschlafen. Um kurz nach 6 Uhr war die Kleine wach und sie meinte sie ist müde ob ich mit ihr raus gehe. Ich habe ihr gesagt ich bin auch müde, sie ist seit 21:30 Uhr im Bett, wie kann sie müde sein? Mit einer Unterbrechung um 2 Uhr? Sie ist sauer aufgestanden und meinte ist ja klar. Um 8 Uhr bin ich aufgestanden und habe mit der Kleinen etwas herum gealbert und sie meinte sie geht duschen in der Zwischenzeit. Sie war duschen und mein Chef hat geschrieben er will den Bericht über den letzten Kunden noch heute weil er dort am Montag hin fahren muss und Bescheid wissen will wie es war und was wir besprochen haben. Ich habe angefangen zu schreiben und die Kleine lag auf der Decke und hat sich herum gerollt. Für mich alles klar. Sie kam aus der Dusche und hat mich angemeckert dass ich nicht 15 Minuten es mit ihr aushalte und sie direkt weg lege. Hallo? Sie war zufrieden und hat sich auf der Decke gerollt und ich wollte das bald fertig haben und an den Chef schicken damit ich endlich Wochenende haben kann. Sie meinte wir sollten jetzt Wocheneinkauf machen gehen. Ich habe ihr gesagt ich muss denn Besuchsbericht fertig machen. Sie hat gerade mal 10 Minuten gewartet und als ich nach ca. einer halben Stunde aus dem Büro gekommen bin war sie schon gegangen. Ich verstehe das nicht. Ist doch nicht so als ob ich mir Pornos im Büro angesehen habe. Ich sollte etwas berufliches machen. Und sie benimmt sich als ob ich sie absichtlich warten lassen würde. Am Nachmittag sind meine Eltern da gewesen zum Kaffe und Kuchen und meine Mutter hat sich gefreut die Kleine wieder zu sehen, weil das letzte Mal schon 4 Wochen her war. Sie wollte sie auf dem Arm halten was ich für verständlich halte und sie hat immer wieder gesagt die Kleine soll auf der Decke liegen, sie soll nicht immer auf dem Arm. Ich habe ihr gesagt meine Eltern sind nicht so weit gefahren um die Kleine von 2 Meter Abstand zu sehen. Sie bleiben 3 Stunden da können sie sie wohl auch 3 Stunden auf dem Arm halten. Sie war wieder angepisst. Als meine Eltern weg waren meinte sie sie braucht jetzt ihre Ruhe und ist abgedampft. Nun ist sie immer noch weg und ich denke mir wie toll das Wochenende doch ist. Doch es ist nichts ungewöhnliches. Anstatt uns zu freuen und die gemeinsame Zeit sinnvoll zu nutzen, zicken wir uns an. Ich bin gespannt wann sie wieder kommt und was ihr dann nicht passt. Wahrscheinlich habe ich die Kleine falsch gefüttert, oder zu früh, oder sonst etwas. Egal was ich tue es ist immer falsch anscheinend.

          • Hallo Jonas,

            aus der kurzen Beschreibung eures Alltag entnehme ich mal, dass ihr beide typisch ichbezogen seid.

            Beide denken von sich, dass sie ihren Mann/Frau stehen in dem jeweiligen Job und keiner achtet auf den anderen. Dabei macht ihr euren Job jeweils gut, aber ihr gebt euch gegenseitig keine Anerkennung dafür und straft euch gegenseitig mit Nichtbeachtung bzw. Geringschätzung.

            An deinem Job ist sicher anstrengend, dass du drei volle Tage unterwegs fernab von zu hause beruflich eingespannt warst und kaum bist du zu Hause, fordert dein Chef Bericht an.

            An ihrem Job ist anstrengend, dass sie 24 h /7 Tage hat ohne Gehalt, ohne Chef, ohne Kollegen, ohne Anerkennung, immer der gleiche Trott. Sie fühlte sich in den drei Tagen oder vielleicht öfters "wie alleinerziehend". Das zermürbt.

            Ihr gebt euch gegenseitig offensichtlich keine Anerkennung und ihr fordert vom jeweils anderen Anerkennung, Interesse, Zärtlichkeiten, Liebe. Ich-bezogen kommt mir das vor.

            Liebe ist aber geben, nicht nur nehmen. Liebe geht den ersten Schritt zum anderen hin.

            Jonas, hast du in den drei Tagen ihr geschrieben, sie gefragt wie es ihr geht, was sie macht, hast du ihr deine Liebe beteuert, wie du sie vermisst ... etc...? Hast du nach dem Kind gefragt?

            Wenn deine Eltern da waren und sollten das Kind nicht auf dem Arm halten - warum hast du nicht nach dem Grund gefragt, weshalb deine Frau das nicht wollte? Ein nachvollziehbarer Grund? Da hast ihren Einwand einfach übergangen. Sie hatte vielleicht Gründe, die hättest du wenigstens erfragen können.

            • Ich habe ihr Abends geschrieben als ich im Hotel war, das war aber meistens spät da wir mit einigen Problemen zu kämpfen hatten und nichts so funktioniert hat wie es sollte bei den Einstellungen der Software. Dementsprechend musste auch der Bericht an den Chef länger ausfallen damit er über alle Probleme im Bild ist wenn er am Montag da ist. Ich habe sie immer gefragt wie ihr Tag war und was sie gemacht haben. Auch nach der Kleinen habe ich natürlich gefragt.

                • Ich habe zu dem Rest nichts geschrieben, da ich es nicht so sehe dass ich ich-bezogen bin. Ich bin bereit ihr auch entgegen zu kommen und ihr zu helfen. Aber wenn man so oft Ablehnung erhält und wenig Liebe und Zärtlichkeiten dann schlägt das auch auf die Laune und dann wiederum bin ich auch genervt und bin nicht bereit ihr entgegenzukommen. Es ist ein Teufelskreis scheint es mir.

                  • (8) 30.09.17 - 19:56

                    Was meinst du mit „Entgegenkommen“? Dich in die Versorgung des Kindes einzubringen?

                    • (9) 30.09.17 - 20:07

                      Ich meine damit aufstehen obwohl sie viel mehr Schlaf ab bekommen hat als ich und ich saumüde bin.

                      • (10) 30.09.17 - 20:35

                        Die hellste Kerze bist du jetzt aber nicht, was?

                        Boah, sie hat sich die Nächte alleine mit dem Kind rumgeschlagen, macht das auch, wenn du wieder da bist und muss trotzdem am nächsten Morgen früh aufstehen. Klar hast du auf deiner Dienstreise arbeiten müssen, aber du hattest dann auch irgendwann frei und konntest die Nacht durchschlafen. Dann gehst du freiwillig spät ins Bett, hättest ja auch um 10 ins Bett gekonnt und erwartest am nächsten Morgen, dass sie das ausbadet. Auf der anderen Seite finde ich es aber auch wirklich nicht nett, dass sie sich nicht noch kurz zu dir gesetzt hat. Ideal hätte ich gefunden: Beide sitzen noch kurz zusammen und gehen dann um 10 ins Bett. Nachts hättest du entweder die Flasche übernommen oder wärst morgens aufgestanden.

                  (12) 01.10.17 - 04:41

                  "Aber wenn man so oft Ablehnung erhält und wenig Liebe und Zärtlichkeiten dann schlägt das auch auf die Laune und dann wiederum bin ich auch genervt und bin nicht bereit ihr entgegenzukommen. Es ist ein Teufelskreis scheint es mir"

                  Wenn sie genauso denkt und davon gehe ich bei Deiner Beschreibung aus, dann kracht es bald richtig und eure Familie ist im Eimer.

                  Um aus einem Teufelskreis rauszukommen, MUSS einer von beiden anfangen etwas zu ändern. Mir scheint, dass bei euch die Kommunikation gestört ist.

                  Versuch weiter mit ihr ins Gespräch zu kommen, geh dabei auf sie ein.

                  Und gib nicht gleich auf, wenn sie erstmal weiterzickt.

        Ich konnte jetzt nicht alles bis zu Ende lesen, aber was ich dir auf jeden Fall sagen kann, ist folgendes:
        Der Schlafmangel als Mutter ist unbeschreiblich... Das kannst du dir beim besten Willen nicht vorstellen. Es macht dich so kaputt, selbst der stressigste Job deines Lebens ist damit nicht vergleichbar.

        Ich habe schon Karriere gemacht in meinem Leben und hatte so viele stressige Jobs, aber das Jahr Elternzeit mit Baby, das war wirklich ätzend.

        Schlafmangel, keine Arbeit zu haben, die einen befriedigt, immer sich selbst zurücknehmen müssen, immer in der Wohnung rumhängen, du kannst das niemals verstehen, wenn du es nicht am eigenen Leib erfahren hast. Das ist nun mal leider so.

        Da können dir jetzt noch Hunderte von Müttern dir stundenlang ausführlich erzählen wie es ist, wenn du es nicht selbst gespürt hast, kannst du es nicht glauben. Es ist einfach nur Scheiße, auf deutsch gesagt.

        Und das Einzigste, was du als Mann tun kannst, ist das Ganze auszuhalten und nicht rumzustressen. Denn es kommen ja auch wieder bessere Zeiten. Aber du solltest dich jetzt nicht so wichtig nehmen, denn deine Frau wird einfach keine Kraft mehr haben auf dich eingehen zu können.

        (14) 01.10.17 - 10:02

        Sie meinte wir sollten jetzt Wocheneinkauf machen gehen. Ich habe ihr gesagt ich muss denn Besuchsbericht fertig machen. Sie hat gerade mal 10 Minuten gewartet und als ich nach ca. einer halben Stunde aus dem Büro gekommen bin war sie schon gegangen.
        ---------------

        Das hatte ich beim Verfassen meiner Antwort vergessen zu fragen:

        Hat sie kein Auto unter der Woche? Oder aus welchem Grund tätigt ihr/sie den Einkauf am Samstag? Ist das so üblich oder nur eine Ausnahme, weil du 3 Tage weg warst?

Hallo,


wo eure Probleme genau liegen kann ich in deiner Schilderung nicht erkennen.

Eine Frau verändert sich wenn sie Mutter ist. Sie muss andere Prioritäten setzen und in ihrem Leben oder besser gesagt in eurem Leben wird sich viel verändern.

Aber genauso wie sich deine Partnerin verändert wird es auch in deinem Leben Veränderungen geben. Als Vater sollte das Wohl Ergehen deiner Familie im Vordergrund stehen.

Fg

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