Freizeitproblem, Tipps?

    • (1) 30.09.17 - 18:48

      Hallo zusammen,
      ich habe ein Problem mit dem ich immer weniger zurecht komme und was immer wieder auf den Tisch kommt.
      Mein Mann und ich haben die Hölzerne Hochzeit bereits hinter uns gebracht, sind also schon weit mehr als 10 Jahre ein Paar...
      Mein Mann ist beruflich viel unterwegs. Oft über Monate. Er versucht an den Wochenenden nach Hause zu kommen, was je nach Entfernung nicht immer klappt. Es gibt jedoch auch ein paar wenige Monate, an denen er dann Zuhause ist.
      Wir haben zwei Kinder im Alter von 12 und sieben Jahren. Unser Sohn steckt seit drei Jahren in der Diagnostik und verschiedenen Therapien, wurde jetzt ein Jahr von der Schule zurück gestellt und besucht einen neuen Kindergarten, der sich gezielt um Kinder wie unseren Sohn kümmert. Ein- und Durchschlafen klappt leider bis heute so gut wie nie. Es gibt ein paar Ausnahmen, an denen es tatsächlich mal klappt.
      Mein Mann hat ständig wechselnde Hobbies, die zeitintensiv und z.T. kostspielig sind. Vor gut vier Monaten hat er das Thema "Puch" für sich entdeckt. Es wurde ein Club gegründet, Klamotten bestellt und bestickt, Clubtreffen organisiert und durchgeführt, Puchs gekauft, Ersatzteile gekauft, endlos geschraubt. Selbst angespartes Geld wurde zur Anschaffung ausgegeben mit der Aussage, andere Dinge zu verkaufen, was oh Wunder, nicht funktioniert hat. Es gab schlichtweg keine Interessenten.
      Von vier Wochen Urlaub stand mein Mann drei Wochen in der Werkstatt. Es hatte ihm so viel Spaß und Freude bereitet, er war ein so ausgeglichener Mensch, dass ich dies gut akzeptieren konnte. Sein Urlaub lag eh außerhalb der Ferien.
      Boßeln hat mein Mann ebenso erneut im letzten Jahr für sich entdeckt. Wer sich damit ein wenig auskennt weiß, wie viele Sonntage dafür komplett geopfert werden, mal abgesehen vom oft spontanen Training.
      Ich hingegen habe keine Hobbies (mehr). Mir fehlt dazu die Zeit und der Elan. Würde ich mich z.B. einem Sportverein anschließen oder einen Vertrag abschließen, könnte ich oft nicht daran teilnehmen, wenn mein Mann wieder beruflich unterwegs ist. Außer dem familienentlastenden Dienst, durch den Pflegegrad unseres Sohnes, haben wir keine Kinderbetreuung. Schon oft versucht, schon oft gescheitert.
      Meine besten Freundinnen haben keine Kinder, sind natürlich berufstätig und z.T. in festen Beziehungen. Sie kommen mich gerne besuchen. Eine der Damen hat unseren Sohn auch schon mal übernommen, was aber extrem selten ist. Eine andere Freundin steht mir eher mit gut gemeinten Ratschlägen zur Seite: ich solle mit ihr und ihren Mädels um die Häuser ziehen, richtig einen darauf machen...Sie vergisst gerne mein Schlafdefizit und dass wir 30 km auseinander wohnen.

      Ich selber bin gerade leider nicht beruflich tätig. Mit ein Grund der mich unzufrieden stimmt. Ich war über längere Zeit ziemlich krank und verlor meinen Job. Dieses Jahr erlitt ich einen Rückfall und darf noch immer nicht arbeiten. Und trotzdem habe ich kaum Luft zum Atmen.

      Ich bin zu einem richtigen Hausmütterchen geworden und habe absolut keinen Raum mehr für mich. Ich beseitige das ständige Chaos der Familie - jedes Gespräch diesbezüglich wird abgeschmettert, bin für den Haushalt zuständig, kutschiere die Kinder von A nach B, fahre mit unserem Sohn zu irgendwelchen Diagnoseterminen, fahre mit ihm zum Arzt, kaufe ein, laufe mit dem Hund u.s.w.
      Momentan bin ich total kaputt und sehr unzufrieden. Die Gesundheit, der Tot meiner beiden Großeltern, die ganzen Termine, der nicht endende Papierkram der Behörden, der ganze Kram der an mir hängen bleibt, Schlafdefizit...
      Und irgendwie bin ich selber Schuld!!!! Ich könnte den Mund aufmachen, meinen Mann z.B. daran erinnern dass der Kühlschrank leer ist, er die Kinder auch mal fahren könnte, den Hund ausführen kann oder sich an Abmachungen halten soll...Wenn im Garten Arbeit ansteht packe ich selbstverständlich mit an, im Haushalt hingegen interessiert es meinen Mann absolut nicht, was alles gemacht werden muss. Spricht man ihn auf sein Chaos an, wird er sauer, behauptet er würde es schon weg machen und holt zum Gegenschlag aus. Wenn er dann seinen Kram wegräumt, wird es nur halbherzig gemacht und gleichzeitig wird das Haar in der Suppe gesucht.
      Ist es heutzutage tatsächlich Gang und Gebe den Ehemann auf die anstehenden Dinge ansprechen zu müssen? Ist es nicht selbstverständlich mit offenen Augen durch das Leben zu gehen? Er wohnt doch schließlich auch mit im Haus, hat sich ebenfalls für Kinder und einen Hund entschieden. Sollte es nicht einen Ausgleich geben? Nach dem Motto: ich übernehme mal die Kinder damit du auch mal Zeit für dich hast.
      Und erst recht wenn es mehrfach angesprochen wurde?
      Besonders hilfreich von ihm ist die Aussage, er würde mich bezüglich Hobby oder Freizeit nicht ausbremsen. Fragt sich nur wer dann die Kinder übernimmt?
      Einen Tag mit einem Buch auf dem Sofa oder ein Bad in der Wanne und danach ab mit Kuschelklamotten auf´s Sofa - das wäre was #verliebt

      LG Tasimas

      • Es ist heutzutage Gang und Gäbe, dass sprechenden Menschen geholfen werden kann ;-)

        Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einen anfangen Kleinigkeiten zu stören, wenn man einfach Grundunzufrieden ist.
        Dein Mann, hat sicher noch nie deine Gedanken gelesen, jetzt stört es.
        Ich bin auch jemand, der Arbeit von sich aus sieht, es ist aber eben nicht jeder so.
        Setze dich in einem ruhigen Moment mit ihm hin und sag ihm wie es dir geht!
        Vereinbart feste Termine wo du "frei hast". Bspw. Ist jeder Tag der auf seine Ankunft zu Hause folgt, dein kindfrei Tag.
        Ist er mal länger da, dann fahr doch mal zwei Tage weg...
        Leg es richtig fest, nicht wischiwaschi, ich müsste, ich könnte...

        Ihr habt zwei extreme Positionen, die sich in das extreme weiter hineinmanövriert haben.

        Er der erfolgreiche Berufsmensch, unabhänigig, lebt seine luxeriösen Hobbies... abseits der Familie.

        Du die Hausfrau, Mutter, ohne Beruf, chronisch krank..... Mädchen für alles.

        Was ist der Gegenwert, den dein Mann für deine Unabhängigkeit liefert? Ist es ein gutes großzügiges Gehalt, mit dem er sogar deine private Altersvorsorge großzügig bezahlt?

        Wenn er gut Geld verdient, dann leistet euch doch eine Haushaltshilfe, liefert die Bügelwäsche ab, nehmt euch eine Kinderbetreuung oder ein au-pair Mädchen und einen Helfer für den Garten.

        Dann nehmt euch gemeinsame Freizeit und macht ohne die Kinder was als Paar gemeinsam.

        Hallo,

        ganz klar, sprechenden Menschen kann geholfen werden. Und für deine eigene zufriedenheit bist zunächst mal nur du zuständig.

        Warum nutzt du nicht die Zeit, in der die Kinder ausser Haus sind? Es gibt genug Vereine, VHS sonstwas, die Vormittagsangebote haben - bitte nutze die Zeit um was für dich zu tun. Oder gammel dich halt einen Vormittag die Woche auf die Couch.

        Und nicht zu vergessen - auch der 12 jährige kann seinen Teil beitragen!

        Alles Gute!

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