Diffuse Partnerschaft

    • (1) 02.10.17 - 16:07

      Hallo,
      Da ich seid längeren auf der Suche nach diesem Thema bin, und feststellen muss das ich alleine mit dieser Problematik mich rumschlagen muss eröffne ich mal das Thema X.
      Mein Partner und ich führen seid 4 Jahren eine einerseits streitlastige und andererseits sehr innige Beziehung. Wir haben ein regelmäßiges auch sehr phantasiereiches Sexualleben und der Alltag funktioniert mittlerweile sehr gut. Wir wohnen seid zwei Jahren zusammen und ich habe zwei Mädchen mit in die Beziehung gebracht von mittlerweile 9 und 13 Jahren. Die Streitigkeiten beziehen sich vor allem auf Probleme die er auslebt im Bezug auf seine Bedürfnisse. Er ist furchtbar unreflektiert und kann sich schlecht in andere reinversetzen. An anderer Stelle ist er sehr fürsorglich und liebevoll auch mit den Kindern. Er hat mir am Anfang der Beziehung gestanden das er sich größten Teil schwulenpornos ansieht zum masturbieren. Des weiteren besorgt er es sich selbst anal mit unterschiedlichen Hilfsmitteln....sorry für die Beschreibung. Er hat jetzt seid einem Jahr circa begonnen sich regelmässig als Frau zu verkleiden und Fotos von sich zu schießen die er bisher nicht veröffentlicht hat.
      Er hat zudem das Verlangen einen Mann oral zu befriedigen was er einmal vor zwei Jahren bereits auslebte.
      Ich befinde mich in der Diskrepanz des eigentlich funktionierendem Gerüst ( man nimmt uns als glückliches pärchen war) und des immer wieder aufkeimenden Themas was bei ihm zu deppris Aggros oder sich in sich zurückziehen führt. Ich habe versucht über Gespräche und Beteiligung eine verständnisvolle Partnerin zu sein doch mir geht langsam die Luft aus.
      Beispiel gestern. Ganz simpel. Wir liegen nebeneinander und sind am kuscheln. Haben den ganzen Tag mit Unterbrechung gezärtelt. Er ist von null auf gleich distanziert redet nicht darüber und zieht auf gut deutsch ne Fresse. Ich ahne es hat ihm irgendetwas nicht gereicht aber er kommuniziert null. Ich hab ihn angesprochen er hat schweigend in die Gegend geschaut und da hab ich ihn auf die Couch geschickt da ich nicht mit dieser Art gepaart mit seinen immer wieder aufkeimenden Bedürfnissen umgehen kann. Ich hätte nicht liegen bleiben können in so einer spontanen distanzierten unbesprochenen Situation. Jetzt sind wir heute morgen alle aus dem Haus. Ich hätte schon die Vermutung das er sich krankmeldet. Und er schrieb mir mittags das er Hackbraten kocht und wir hunger mitbringen sollen. Zudem hat er mir eine flasche wein mitgebracht. Ich denke er hat irgendetwas nachgeholt und hat jetzt ein schlechtes gewissen und will zeigen das er doch für uns da ist. Ich kann so eine Beziehung nicht mehr führen das ist so aufgesetzt und weiß nicht mehr weiter. Kennt jemand so eine Lage. Hat jemand Erfahrungen gemacht....
      Ich habe wiederholt versucht mich zu trennen er betont partout wie sehr er mich/uns braucht und liebt....zweckgemeinschaft????

      Brauche Rat!
      Lieben Dank fürs Lesen vorab

            • (7) 02.10.17 - 22:34

              Ich bin glaube ich der eifersüchtigste Mensch der Welt, aber sich wegen Pornoschauen aufgregen, kann ich nicht verstehen. Das ist albern, unreif und Kindergarten. Jeder Mann den ich kenne schaut Pornos und viele Frauen auch. Oft auch zusammen. Deiner 100% auch. Was ist daran schlimm? Die Damen in den Filmen sind doch nicht real, das wäre ja das gleiche, wenn man sich aufregt, wenn der Mann mal einer hübschen Frau hinterschaut oder die Frau einem attraktiven Mann.

              Für mich sind das keine "anderen Frauen".
              Es sind Darstellerinnen.Männer reagieren bekanntlich stark auf visuelle Reize, haben großen Spaß an Pornos, im Gegensatz zu vielen Frauen, auch an schlecht gemachten.
              Ich kümmere mich nicht darum.
              Vielleicht machen manche Männer das auch so, dass Frau es nicht mitkriegt, wenn sie nicht danach sucht?
              Glaubst du wirklich dein Partner würde keine andere Frau mehr ansehen wollen?

              • (9) 03.10.17 - 08:40

                Na ich weiß ja dass er es macht. Meine Posts waren ja auch darauf bezogen dass es mich stört und dass ich nicht glaube dass alle Frauen so tolerant sind, wie sie sich hier geben

      Sicher, dass dein freund nicht eher schwul ist und dich einfach als Mitbewohner benutzt? Er hat ja nun eindeutig mehr Interesse am Männern als an Frauen und du scheinst für ihn nichts weiter als die Mitbewohnerin zu sein, die ihm ein nettes Umfeld schafft. Ich würde mit einem Mann, der auf Männer steht keine Beziehung führen könnrn. Schon gar nicht, wenn er nicht mit mir über das reden kann, was ihn bewegt.

      Hallo

      ich sehe gerade in meinem Umfeld, eine mehr als 20 jährige Ehe ( mit Kindern ) an diesem Thema scheitern.
      Die Bedürfnisse wurden wohl sehr lange oder schon immer unterdrückt.
      Natürlich haben auch diese Männer das Bedürfnis nach Familie.
      Je nach dem wie abhängig bzw. unabhängig ein Mann von der Akzeptanz seines Umfeldes ist, um so länger kann es gut gehen.
      Wie alt ist dein Partner?
      Wie sicher ist er sich bezüglich seiner sexuellen Orientierung?
      Manche halten sich vielleicht für bi-sexuell obwohl sie es längst nicht mehr sind.
      Ich bin der Meinung du kannst nichts tun um diese Beziehung zu verbessern.
      Toleranz, Verständnis und Großzügigkeit verhindern nicht unbedingt unterschwellige Aggressionen.
      Willst du diesen Weg mitgehen?
      Irgendwann oder auch schon bald kann immerhin der Wunsch, nur noch mit Männern sexuell zu verkehren stehen.
      Das ist bitter für die Partnerin und für die Kinder.
      Mir wäre das zu kompliziert.
      Sicherlich wirst du auch jetzt schon, nicht von allen Kontakten wissen.
      Es gibt Männer die das viele Jahre in der Mittagspause oder mit Geschäftsterminen verbinden.Es gibt Selbsthilfegruppen, die geschilderten Schicksale die ich derzeit aus zweiter Hand erfahre, finde ich ganz furchtbar.
      Ich würde mich trennen.
      Du scheinst diesbezüglich sehr tolerant zu sein.

      L.G.

      Ich finde dich sehr tolerant.

      Wo sind deine Grenzen und hast du ihm diese mitgeteilt? Was sind deine Probleme bei der Geschichte? Die unzureichende Kommunikation oder / und sein Sexualleben, welches eher außerhalb der „Norm“ ist. Könntest du damit leben, dass er seine Sexualität noch stärker außerhalb der Beziehung auslebt und eventuell auch mit Männern verkehrt?

      LG

      • Danke für deine Antwort. Ich habe es kommuniziert und ich denke ich habe tatsächlich Problemen mit meiner "Toleranz die eigentlich nicht so ausgeprägt ist wie es scheint. Ich habe ein Problem damit und möchte nicht das andere geschlechtspartner egal welche Bestandteil unserer Beziehung sind. Er ist sehr potent und wenn wir keinen sex hätten und sich alles nach schwul anfühlen würde wäre ich lange weg. Er ist 42 ein türkischer rocksänger der in seiner moralischen erziehung hängengeblieben ist und den die tabus dieser gesellschaft antörnen. Er macht mir ständig wieder deutlich das er mit mir zusammen sein will mir ist das zu suspekt und zu unreif insgesamt. Finde es traurig und bin wütend zugleich das es nicht einfach " normale" Probleme sein können und finde mich in einer teufelsschleife wieder

        • ich kann dich sehr gut verstehen. Irgendwie sind seine Vorlieben auch häppchenweise hinzugekommen. Deshalb muss man sich tatsächlich überlegen, bis wann man nicht mehr Kompromisse eingehen mag.

          Es stellt sich grundsätzlich die Frage, ob er dir eher gut tut oder das Projekt in eine zu starke Schieflage geraten ist (die noch nicht ganz beendet zu sein scheint).

          Ich wünsche dir, dass du dir klar wirst.

    Worüber streitet ihr denn häufiger? So wie es sich anhört, geht ihr recht offen mit seinen speziellen Vorlieben um.

    Wenn du ihm da keine Vorwürfe machst und diese Toleranz zeigst, dann macht er sich vermutlich selbst den Stress. Das kann er aber auch nur selbst beseitigen, indem er seine Neigungen akzeptiert und sich nicht dafür schämt. Vielleicht ist er auch gar nicht homosexuell sondern bisexuell. Und ihm fehlt bisweilen der Gegenpart zu dir.

    Wenn du das nicht akzeptieren kannst und ihr die Beziehung dahingehend öffnet, dann habt ihr wahrscheinlich keine Zukunft. Ständig deswegen in Streit zu geraten und sein passiv-aggressives Verhalten mitzumachen, zermürbt dich auf Dauer. Das ist auch nix für die Kinder, die mitkriegen, wenn dicke Luft herrscht.

    Nach reiner Zweckgemeinschaft klingt es für mich eigentlich nicht. Ihr harmoniert ja auf verschiedenen Ebenen. Außerdem kann es durchaus stimmen, dass er dich liebt und ihr ihm wichtig seid. Oder hast du das Gefühl, dass sein Umfeld, in dem er sich bewegt, nur eine heile Familie der klassischen Art toleriert und er ausschließlich deswegen mit euch lebt? Aber selbst wenn er Single wäre, müsste er seine homosexuellen Neigungen nicht an die große Glocke hängen und könnte sie im Verborgenen ausleben. Damit ist er sicher nicht der Einzige. Selbst Prominente aus Sport und TV schaffen den Spagat zwischen auß0en als "normaler"

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