Suche Frauen deren Partner ADS haben

    • (1) 09.10.17 - 19:22
      Ronjata

      Hallo

      Ich wende mich jetzt mal an dieses Forum, obwohl ich sonst immer nur stille Mitleserin bin.
      Es würde mir vielleicht helfen wenn ich von anderen Frauen lesen würde, deren Männer Ads haben.
      Ich habe mich nie mit dem Thema beschäftigt, aber meine beste Freundin hat Ads, ihr Sohn auch, und so hat sie mir manchmal davon erzählt und ich bekam etwas Einblick, und weil mein Mann mit ihrem Mann sehr gut befreundet ist kamen wir irgendwann Anfang diesen Jahres auf den Gedanken, dass mein Mann Ads haben könnte.
      Er kommt aus einem Land, in dem man davon weitestgehend noch gar nichts gehört hat und das auch nicht ernst nimmt (generell psychische Erkrankungen oder Auffälligkeiten eigentlich)
      So ist mein Mann jetzt Mitte 30, und die letzten 12 Jahre mit ihm gab es viele Höhen und Tiefen. Im Allgemeinen hätte ich unsere Beziehung als gut bezeichnet, ich habe viel an mir gearbeitet, denn ich habe schon vor 8 Jahren fest gestellt dass mit mir "etwas nicht stimmt". Ich habe Zwangsstörungen und Panikattacken und Angstzustände gehabt, heute denke ich oft, dass ich eigentlich gar nicht sooo unnormal war, nur mein Mann vielleicht teils "der Exot" war, es nur gut und erfolgreich mir andersrum verkaufte.
      Ich bekam Depressionen, bin seit 4 Jahren in Behandlung.
      Es gab immer gute und schlechte Phasen für mich. Dieses Jahr ist das ziemlich schlimmste meiner Ehe.
      Wir haben 4 Kinder. Heute denke ich, ich habe viel zu viel aufgegeben für diesen Mann und hätte mit so jemandem niemals so viele Kinder kriegen dürfen.
      Es hört sich jetzt sehr pessimistisch an. Ich liebe ihn, finde ihn unglaublich attraktiv, gebildet, interessant, ich bin wirklich verliebt wie am ersten Tag, ich bin so gerne mit ihm zusammen, und ich schätze wie großzügig er sein kann in finanzieller und materieller Hinsicht.

      Aber er treibt mich in den Wahnsinn.
      Dieses Jahr war ich einmal kurz davor mir was anzutun, einfach alles hinter mir zu lassen. Das Verantwortungsgefühl meinen Kindern gegenüber und die Angst hielten mich davon ab, wahrscheinlich war es nur ein weiterer Schrei nach Aufmerksamkeit.

      Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob vieles vielleicht einfach sein Charakter ist, seine Art, seine Erziehung und Kultur. Was ist wirklich Ads? Aber eine Psychologin hat es ihm nun diagnostiziert. Medis nimmt er noch keine.

      Seit diesem Jahr hat er sich extrem verändert, auch wenn er in den Grundzügen immer schon der Chaot, der Unkonzentrierte, Abwesende, wenig Reder und schlechter Zuhörer war mit Hang zu extremen Wutausbrüchen.
      Seit diesem Jahr bezeichne ich ihn nur noch als Egoshooter. Er stößt mich plötzlich regelrecht von sich, flieht. Wo wir doch letztes Jahr noch gefühlt ein Team waren. Er kommt wann er will, geht wann er will, wohin er will, gibt nicht mal Bescheid. Teils kommt er morgens um 2 oder um 4 erst heim, schläft grundsätzlich nicht neben mir, sondern vorm TV ein.
      Er muss immer raus, raus, raus, mit Freunden, meist allein. Sitzt dann blöd allein in nem Café, er ist Kaffee- und Nikotinsüchtig.
      Er sagt er braucht das um nicht mehr an die Arbeit zu denken, um es aus seinem Kopf raus zu kriegen, um nicht verrückt zu werden.
      Er lebt für den Job, geht voll darin auf, irgendwann hat er mal 32 Stunden am Stück das Büro nicht verlassen... er kann sich aber für vieles begeistern, hat immer die haarsträubendsten Ideen: Ein Mofa braucht er, Motorrad Führerschein will er machen, eine Hantelbank braucht er, ein Fitness Studio Abo, Studieren im Fernstudium, ein eigenes Business aufbauen, Selbständigkeit, Freelancer, ... dann geht oft viel Zeit und Geld drauf, nach kurzer Zeit ist das alles nicht mehr aktuell, wird schleifen gelassen...ich finde es nur noch kindisch, anstrengend, kopflos, bin durch ihn immer ängstlicher geworden. Dadurch habe ich bei ihm den Ruf des Pessimisten, des Nein-Sagers.
      Ich denke er hat mich erst so ängstlich und depressiv gemacht.

      Ständig haben wir finanziellen Engpass, er kann Geld nicht einteilen, nicht haushalten. Daher ist mir auch so wichtig dass ich eigenes Geld habe/ verdiene.
      Er hasst Planen, braucht Spontanität. Auf die ich mit all den Kindern und Erledigungen und dem ganzen Haushalten von 6 Personen gar nicht kann!

      Wenn er auf Geschäftsreise ist atme ich durch, und schlafe durch. Ansonsten nicht.
      Er hält mich mehr auf Trab als jedes meiner Kinder. Er ist wirklich anstrengender und unordentlicher als alle meine Kinder zusammen. Jeden Scheiß muss ich ihm hinterher räumen. Klar, könnte man sagen, mein Fehler dass ich es immer gemacht habe. Hätte und würde ich nicht sähe es aber aus wie bei den Messis und ich bin sehr ordnungsliebend. Ich verlasse ungern das Haus wenn ich weiß er wird sich darin aufhalten, vielleicht sogar über Nacht. Die Erfahrung hat mich geleert, dass er NICHT alleine klar kommt. Er vergisst alles, kann nicht Müll raus bringen oder ne Tonne auf die Straße schieben, er verliert Dinge, verlegt sie, abspülen kann er nicht, aufräumen kann er nicht, er hat kein System und ist einfach sehr faul. Aber auch nur im Haushalt offensichtlich...

      hach es ist schwer zu umfassen und es gäbe so viel zu sagen, sorry fürs Ausschweifen. Ich weiß nicht wie ich es kürzer fassen soll.

      Ich habe das Gefühl ich existiere nur noch stumm und blind neben ihm. Ich bin ihm einfach nur egal. Er ist nur beschäftigt mit sich. Dieses Jahr hatten wir schätzungsweise 27 Gespräche, oft auch per whatsapp. Es ist ein ganz schmales Eis auf das man sich da begibt. Er kann nicht reden. Diskutieren macht ihn fertig, Vorwürfe machen ihn wütend und lassen ihn dicht machen und fliehen. Mit Pech schmeißt er vorher noch irgendwas durch die Gegend... Aber im Grunde genommen drehen wir uns mittlerweile im Kreis, denn die Probleme bleiben die selben. Alles ist gesagt von meiner Seite, und immer wieder kommt repeat.
      Aus dem Nichts kann er überkochen vor Zorn, meist ohne für mich ersichtlichen Grund. Er ist launisch. Ich habe morgens Angst vorm Abend, unter der Woche Angst vorm Wochenende. Was passiert unerwartetes, wird er da sein, und wenn ja in welcher Stimmung? Die schönen Erlebnisse mit ihm sind leider in großen Abständen und rar. Meistens lebt man still aneinander vorbei, ich beobachte, zügle mich, achte darauf was ich tue, was ich sage, wie ich es sage, und versuche mich emotional von ihm zu distanzieren, was schwer ist wenn man zusammen lebt un den Mann ja liebt. Aber nur dann tut es nicht so weh wenn er mich wieder hängen lässt.

      Er sagt er versteht mich, er sagte schon mal er bemühe sich usw.
      Ich sehe mich hier untergehen. Ansprüche oder Wünsche meinerseits nach Jahren von ZUrückstecken und Opfer bringen und alles allein stemmen mit Kindern und Haushalt, und ihm alles Recht machen werden glatt gebügelt mit "du verlangst zu viel" "das kann ich nicht" usw.
      Mein höchstes Ziel ist ein schönes Familienleben und eine gesunde glückliche Beziehung. Aber wie kann man das hinkriegen wenn man gegen jemanden arbeitet, der NUR an sich denkt und immer tut was er wann will?
      Dann fühlt er sich ruckzuck kontrolliert und bemuttert, ich muss also immer schauen, was sage ich, wieweit stelle ich Fragen usw...

      Körperliche Annäherungen finden kaum statt, alles nur auf mein Beginnen und Insistieren hin, er scheint kaum Bedürfnisse da zu haben, er denkt an sowas nicht sagt er. Zu Hause sitzt er immer nur am Smartphone oder TV. Gespräche sind selten, meist erzählt ER. Er ist immer abwesend, kriegt die Hälfte vom gesagten nicht mit.

      Ich fühle mich schrecklich allein ehrlich gesagt und unverstanden und ungeliebt.
      Meine Kinder kennen nur den abwesenden Papa, der selten da ist, und sich auch dann kaum kümmert oder interessiert. Lieb ist er, aber entbehrlich.

      Ich bin eifersüchtig auf seine Freunde, seine Arbeit. Auf alles was seine Zeit und Aufmerksamkeit offensichtlich so viel mehr kriegt als ich.

      Ich habe mir Jahre lang vorgemacht, dass ICH extrem bin, dass Männer nun mal so sind, dass ich nur noch verständnisvoller werden muss. Aber ich kann einfach nicht mehr. Mein Selbstwertgefühl ist halbwegs im keller.
      Oft denke ich, ich gehe weg, lasse die Kinder bei ihm um ihnen nicht Haus, Freunde, Gewohnheit zu nehmen. Fange irgendwo bei 0 an, allein, ohne jeden Abend heulend im Bett zu liegen, ohne die vielen Enttäuschungen, ohne das ständige Hoffnung machen und dann doch wieder auf die Nase fliegen. Aber ich traue mich nicht.
      Oft denke ich wenn ich doch nur keine Kinder hätte. Dann könnte ich mich dran klemmen, einfach mit in Bars, Cafés oder sonst wo hin mit ihm, müsste nicht immer die Kinderhüterin sein während er ein Singleleben führt.

      Kennt hier irgendjemand diese Problematik mit ADS beim Partner? Wie geht ihr damit um?

      • Huhu,
        ich habe mir jetzt nicht alles bis zum Schluss durchgelesen. Nur mal überlesen.

        Mein Partner hat ADS und ich ADHS.
        Ich wurde als Kind nicht behandelt, Er schon.
        Er bekam ne Weile Ritalin aber wurde schnell wieder abgesetzt.
        Meine Mutter hat sich ein scheiß dafür interessiert und würde damit so stehen gelassen.
        Menschen mit ADS haben regelrecht ein Problem mit der Konzentration.
        Betroffene können sich nicht lange für eins konzentrieren und beginnen vieles gleichzeitig an.
        Ich bin kein Unterstützer von Ritalin und co.
        Ergotherapie ist gut.
        Mein Freund ist manchmal durcheinander und vergisst das zu beenden was er begonnen hat. Das ist bei mir manchmal auch so.
        Wir unterstützen uns da gegenseitig. Ich beende Seins und er manchmal meins usw.
        Ich rede ihn nicht schlecht, weil dann macht er zu.
        Das klappt ganz gut.
        Klar ist es manchmal chaotisch aber dafür ist er bzw. Auch ich entspannter.
        Er fühlt sich verstanden und öffnet sich sardisch auch mehr.
        Ich signalisiere ihm, dass ich immer ein offenes Ohr für ihn habe, wenn er mal Frust wegen irgendwas hat.
        Hoffentlich konnte ich dir bisschen helfen

        LG Melly 😊

        (3) 09.10.17 - 20:24

        Ich habe auch diagnostiziertes ADS, allerdings die „Traumliesl“ Variante, bei der man statt hyperaktiv und ständig auf Achse eher tagträumerisch und geistig oft nicht anwesend ist. Ich hab das von meiner Mutter, bei der das allerdings nie diagnostiziert wurde. Ich habe als erwachsene mal ne Weile Medikamente genommen, fand es aber irgendwie gruselig, wie sehr die meine Probleme tatsächlich behoben haben. Ich er irgendwie nicht mehr ich ohne das schusselig und verplant sein:)
        Jetzt werde ich bald Mutter und habe sehr viel Angst davor, so abwesend zu werden wie meine Mutter. Daher überlege ich, nach der Schwangerschaft wieder mit den Medis anzufangen. Ich denke, es ist eine Frage des Leidensdruckes. Und wenn es bei euch schon so eskaliert, vielleicht könnte er das mit den Medikamenten ja mal probieren, wenn er möchte?

        • (4) 09.10.17 - 21:35

          Hört sich ja super spannend an, dass bei dir die Medis so positiv was bewirkt haben. Er will die auf jeden Fall ausprobieren, er sagt dass ihn das Problem mit seiner Konzentration massiv stört.

          • (5) 10.10.17 - 07:48

            Ja, das kann schon helfen. Ich musste allerdings mehrere Medikamente probieren, bei den ersten hatte ich dann zu GAR nichts mehr Lust, ich stand mit Bärenhunger im Supermarkt, konnte mich aber für nichts entscheiden und so. Man muss sich halt bewusst sein, dass das ziemliche Hämmer sind und in die Psyche eingreifen. Das ist aus eigener Erfahrung wie gesagt sehr gruselig. Und entgegen anderer Leute Meinung bin ich nicht der Meinung, dass ADS (zumindest in meiner Ausprägung) eine Behinderung oder eine Ausrede für schlechtes Verhalten ist. Ich habe eben eine psychische Schwäche, ich bin schusselig, ich bin chaotisch. Das mit Medikamenten „wegzumachen“, fühlt sich seeeehr seltsam an. Aber dazu kann man Romane schreiben, es kommt definitiv auf den Leidensdruck und die alltagsfähigkeit an. In unserer Beziehung geht es sehr gut ohne medis, wir haben uns arrangiert. Trotzdem würde sich mein Mann tatsächlich freuen, wenn ich die Medikamente wieder nehmen würde, er fand es damals viel leichter mit mir...

      (6) 09.10.17 - 20:40

      Ohne mich mit ads auszukennen hört sich das für mich eher nach einem Typen an der überhaupt keinen Bock auf Familie und ein gemeinsames Leben hat.

      • (7) 09.10.17 - 21:21

        Ich hab das auch immer gedacht. Seit ich mich reinlese in die "Ads-Problematik" erkenne ich ihn nur total wieder und irgendwie ist es doch hilfreich sich sagen zu können "er kann halt nicht anders, er macht das nicht um böse zu sein oder weil ihm tatsächlich alles egal ist".

        Ich überlege mal mitzugehen zur Psychologin.
        Gut ist schon mal dass er es selbst erkannt hat dass was mit ihm nicht stimmt, und er da hingeht und sich helfen lassen will. Offensichtlich ist da also doch ein gewisser Leidensdruck. Das war Jahre lang nicht so, da stand ich da wie der meckernde Freak, der alles kontrollieren muss und IHM das Leben schwer macht...

    ADS ist doch keine Entschuldigung dafür, dass man sich wie ein Arschloch verhält...

    • (9) 09.10.17 - 21:17

      Mmh vielleicht liest du dich mal etwas rein, er ist kein Arschloch, denn er ist durchaus lieb und harmoniebedürftig.

      http://www.adhs-ratgeber.com/adhs-partnerschaft.html

      Ich bemühe mich damit umzugehen.
      Es sind Symptome die mir beim googeln alle ins Auge stoßen, 9 von 10 Syptomen sind bei ihm zu finden. Seit ich weiß dass er Ads hat hilft mir das schon, weil ich mir immer sagen kann "er macht das nicht weil er böse ist oder absichtlich". Dennoch ist es verdammt kräftezehrend. Was in diesen Links beschrieben wird kann ich zu 100% bestätigen, eine Beziehung mit einem Adsler ist kräftezehrend, ein Auf und ab, nie langweilig...
      Sein Gehirn ist wirklich völlig anders als das "eines Normalen", er sieht das selbst und wir reden öfter darüber.

(10) 09.10.17 - 21:23

Ist ihm bewusst, wie sehr Du leidest?

  • (11) 09.10.17 - 21:33

    Ob es das im vollen Ausmaß ist kann ich nicht einschätzen.
    Ich mache keinen Hehl daraus wie ich mich fühle, wie es mir geht, ihm gegenüber. Wir hatten wie gesagt viiiieeele Gespräche diesbezüglich, er hatte auch Lösungsansätze und Verständnis. Er entschuldigte sich.
    So richtig besser wirds nicht. Ich schätze er kann da selbst nicht aus seiner Haut raus.
    Ich baue wirklich auf die Medis die er hoffentlich bald bekommt. Nichts unversucht lassen.

    Es gibt gute Tage und Wochen, und schlechte.
    Ich sehe manchmal wie er sich bemüht, dann macht er ein Kompliment oder nimmt mich auf dem Sofa in den Arm, fragt höflich wie mein Tag war, ...
    so lange er so ist sehe ich dass nicht alles verloren ist, dass ihm die Beziehung und meine Person doch was bedeutet.

    • Mein Partner hat kein ADS, aber meine Freundin (bzw. ADHS). Sie nimmt jetzt Ritalin und ihr geht es viel besser damit.
      Es sollte ihm damit also auch besser gehen und er wird sich stark verändern. Du solltest das auf jeden Fall abwarten.

      Aber ich würde Euch dann auch noch eine Ehetherapie ans Herz legen, Du musst die Vergangenheit abschliessen können und er soll schon begreifen, wie schlecht es Dir im Moment geht. Nicht dass er auf die Idee kommt, die Medikamente wieder abzusetzen, weil er sie irgendwann ablehnt. Ihm muss bewusst werden, dass Du diesen aktuellen und akuten Zustand nicht mehr lange durchhalten kannst.

Mein Mann hat ADS - nicht diagnostiziert, aber er hat fast alle Anzeichen der Liste. Hat Probleme, sich auf etwas zu konzentrieren, dass ihn nicht super interessiert, schweift oft ab, hört mir oft nicht zu (sehen ich genau am Gesichtsausdruck, wenn er abschweift, ist unorganisiert, kann keinen Roman lesen, weil er nur abschweift, fummelt gedankenverloren am Mund rum, summt ständig vor sich hin, was mich zu Studienzeiten am Schreibtisch neben ihm halb wahnsinnig gemacht hat. ("Bitte pfeif nicht." - "Oh, sorry." - ... - "Und auch nicht summen!" - "Ups, tschuldigung." - ... - "Jetzt ATMEST du die Melodie!!" - "Echt? Das merke ich nicht! ")

Wir haben uns damit ganz gut engagiert. Ich nehme meinen Schussel mit Humor, auch wenn er sich drei Sachen, die er aus dem Laden mitbringen soll, aufschreibt, den Zettel vergisst und sich nur noch an eine Sache erinnert. Meinen Geburtstag kündige ich Wochen vorher immer mal wieder an. ;-) Die restlichen Geburtstage übernehme ich.

Ich habe mich bemüht, einiges an Struktur reinzubringen, z. B. haben wir immer einen ähnlichen Wochenplan. Die Organisation übernehme ich, auch die der Urlaubstage. Wenn ich sowas mit ihm abstimmen will, ist er auch mal genervt, aber da muss er durch, die Details übernehme ich dann schon.

Er promoviert gerade und hat da für sich ein System entwickelt, das ihm möglichst viel Struktur gibt. Ordnerstruktur am PC, festgesetzte Termine in der Uni, sodass er Deadlines hat etc. Er bemüht sich da sehr.

Da wir in der Kinderwunschklinik in Behandlung sind, nimmt er momentan Arginin, Vitamin D und Omega 3. Die Kombi hilft ihm auch bei der Konzentration.

Bei euch scheint mehr im Argen zu sein. Vielleicht sollte sich dein Mann Hilfe suchen und mal Medikamente probiert.

  • (15) 10.10.17 - 07:25
    Adsehefrau und Mutte

    Ich weiß nicht, ob du dir da schon Gedanken gemacht hast, aber ADHS ist erblich.

    Der Vater meines Sohnes hat ADS und mein Sohn auch. Eine sehr schwere Form.

    Seit der Einschulung erlebe ich die Hölle auf Erden. Ich mag nicht ins Detail gehen, aber es ist nicht so toll, die ganze Familie ständig an alles zu erinnern und für alles zuständig zu sein, weil keiner an seine Verantwortlichkeiten denkt.

    Dazu unzählige Termine bei Ärzten, Klinikaufenthalten, Jugendamt, Therapien mit mehreren Terminen in der Woche seit Jahren.

    Niemals würde ich mehr mit einem Behinderten (das IST eine Behinderung, ich habe gerade den Schwebehindertenausweis für meinen Sohn beantragt) wissentlich ein Kind zeugen.

    Schon gar nicht, wenn es nicht normal klappt!!!

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