Wie hätte euer Partner reagiert? Ungeplant schwanger

    • (1) 13.10.17 - 08:26
      Tulos

      Hallo,
      Ich mache es kurz, ich bin ungeplant schwanger und möchte das Kind nicht.
      Mein Partner ist jetzt " schockiet" dass ich unser Kind abtreibe.
      Sagt, er hätte mich nicht so eingeschätzt.
      Tja, aber ist das nicht oft so, dass man merkt , dass man eben niemanden in und auswendig kennt.
      Ich hatte das auch schon mal, dass mich die Reaktion meines Partners überrascht hat .
      Er äußert sich nicht weiter dazu, sagt nur, dass er auch kein Kind möchte , aber meine Entscheidung zum Abbruch ihn trotzdem belastet.
      Muss ich das verstehen?
      Ich befürchte, es wird unsere Beziehung dauerhaft belasten wenn er es nicht schafft, das Thema abzuschließen.
      Wie sind da eure Tipps?

      • (2) 13.10.17 - 08:33

        Hallo,

        na das scheint ja ein feiner Herr zu sein. Er will kein Kind, äußert sich auch sonst nicht dazu, ist aber "schockiert", daß Du abtreiben willst? Was würde er denn in Deiner Situation tun? Es wegatmen? Frag ihn das mal ganz konkret. Was würde er entscheiden, wäre er Du. Das würde mich jetzt echt mal interessieren.

        Liebe Grüße

        (3) 13.10.17 - 08:52

        Ich bin immer wieder überrascht, das man über solche existenziellen Dinge in einer Partnerschaft nicht spricht. Ehrlich? Ihr hattet nie ein Gespräch über Was Wäre Wenn? Über was redet denn ihr denn so?

        • (4) 13.10.17 - 08:58

          Als ob Theorie und Praxis immer zusammengehen würden... ob man nun theoretisch abtreiben oder ein Kind bekommen wird oder es dann praktisch auch durchzieht... da liegen Welten!!! dazwischen.

          • (5) 13.10.17 - 09:11

            also ich denke da kann man so einiges im vorfeld abklären. und wenn man darüber geredet hat, ist es auch möglich sich darauf zu beziehen. wenn mir meine frau sagt, dass sie keine kinder mehr haben möchte bzw. noch nicht jetzt und es passiert, sie mir mitteilt, das sie abtreibt, gäbe es von meiner seite definitiv keine diskussion oder vorwürfe, da -> abgesprochen. das sind keine "welten" sondern total einfache vereinbarungen, an die man sich halten soll.

        Ich bin seit vielen Jahren mit meinem Mann zusammen und wir reden sehr viel miteinander. Trotz allem haben wir wirklich noch nie darüber gesprochen, ob wir bei einer ungeplanten Schwangerschaft antreiben würden oder nicht.
        Wie sollte das auch gehen? Kommt es nicht entscheidend auf die Umstände in der konkreten Situation an?
        So etwas kann man pauschal doch gar nicht beantworten!

    (7) 13.10.17 - 08:58

    Mein Tipp wäre, Deine Partner vielleicht mal besser kennen zu lernen, wenn diese Dich immer wieder mit ihren Reaktionen überraschen. Anscheinend führt ihr über gerade solch extrem wichtige Themen keine Gespräche? Offenbar könnt ihr noch nicht einmal jetzt ergebnisorientiert sprechen.

    Bezogen auf die Überschrift kann ich Dir nämlich sagen, wir haben uns über eine ungeplante Schwangerschaft gleich zu Beginn unseres Sexlebens und der Beziehung ausgetauscht. Würde ich schwanger werden, gäbe es keine Diskussion, das Kind bekommen wir. Und das, obwohl mein Partner keine eigenen Kinder möchte, was eben im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass er eine Abtreibung in Betracht zieht.

    • (8) 13.10.17 - 14:34

      Wir haben uns im Vorfeld darüber nicht unterhalten, das ist richtig.
      Warum auch?
      Soll ich alle eventuell eintretenden Szenarien, die denkbar wären, durchsprechen?
      Da macht man sich doch völlig verrückt.
      Einer kann krank werden, arbeitslos, fremd gehen, usw.
      Darüber haben wir noch nie gesprochen sondern lösen die Probleme wenn sie da sind...warum sich über ungelegte Eier Gedanken machen?
      Ich habe immer von mir selbst gedacht, dass ich ein ungeplantes Kind austragen würde, aber wir haben schon ein Kind und finden beide, dass es unser Leben in erster Linie einschränkt und nicht bereichert.
      Unser Sohn war ein Wunschkind, aber das Leben mit Kind hat uns doch beide sehr ernüchtert.
      Daher haben wir beide entschieden, es bleibt bei dem einen.
      Mein Mann wollte früher maximal 2 , ich konnte mir vor dem ersten Kind auch nicht vorstellen, nur eins zu bekommen.
      In der Schwangerschaft hab ich fest daran geglaubt, dass ich das noch mehrmals erleben werde und auch im Kreißsaal hätte ich schwören können , dass ich noch ein Kind möchte.
      Doch dann kam die Realität mit Kind.
      Ich hab natürlich Elternzeit genommen, macht man ja so als Mutter.
      Dieses Jahr zu Hause fand ich einfach nur langweilig und gleichzeitig anstrengend und war froh nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen.
      Unsere Partnerschaft litt und wir trennten uns noch im ersten Jahr nach der Geburt.
      Mein Mann war dermaßen unzufrieden mit unserem Leben, dass er ausgezogen ist und sich auch drei Monate nicht hat blicken lassen.
      Ich war alleine mit unserem Sohn auch überfordert und bin dann 6 Wochen alleine zur Kur gefahren, meine Mutter hat den Kleinen zum Glück genommen.
      Er ist einfach nicht gerne Vater und ich bin nicht gerne Mutter.
      Ich hatte mich vor ein paar Jahren abbinden lassen, wie sich aber heraus gestellt hat, wurde nur verklebt, nicht durchtrennt.
      Natürlich hab ich meinem Mann nicht einfach vor den Kopf geknallt, dass ich das Kind nicht will, obwohl das von vorne herein für mich fest stand.
      Wir haben geredet und ich hab ihn auch mitgenommen zur Beratung.
      Natürlich hab ich da meine Einstellung kund getan und gesagt, dass ich mir ein zweites Kind nicht vorstellen kann nach der Erfahrung die wir mit unserem Sohn gemacht haben.
      Er will ja auch keins mehr.
      Ich denke er findet meine Entschlossenheit befremdlich, dass ich weder zweifle noch weine noch hadere.
      Er hätte damit gerechnet, dass ich mehr leide oder es mir schwerer fällt.
      Ich bin in der 9. Woche jetzt und der Abbruch ist am Montag.

      (9) 13.10.17 - 20:32

      Zum besseren Verständnis:

      Habt ihr euch tatsächlich an einen Tisch gesetzt und ein echtes "wie reagierst du, wenn das und das passiert" bzw. "Wie sollen wir gemeinsam damit umgehen, wenn ..." durchgespielt und quasi als Rahmen aufgestellt, wie eure Beziehung läuft bzw. euch so auf gegenseitige Kompabilität abgeklopft??

      Finde ich ja echt respektabel, ich denke, die meisten kennen das eher so, man lernt sich kennen, durch Gespräche und auch manches Nachfragen werden die wichtigsten Punkte "geklärt" (also, schließt jemand Kinder generell aus, verfolgt jemand Werte/Einstellungen, die einem selbst widerstreben usw.) ...

      Auch in langen, intensiven Partnerschaften tauchen aber dennoch "Grundsatzdebatten" auf ... (sei es weil man sich verändert hat oder sei es, weil man nie so richtig darüber gequatscht hat).

      Ich finde es auch echt schwierig, bei Kopfgeburten zu entscheiden wie es denn dann wirklich aussieht, wenn sie Realität wird - man kann meistens eine sehr gute Tendenz abschätzen, gibt aber durchaus auch Überraschungen.

      • (10) 13.10.17 - 21:34

        "Habt ihr euch tatsächlich an einen Tisch gesetzt und ein echtes "wie reagierst du, wenn das und das passiert" bzw. "Wie sollen wir gemeinsam damit umgehen, wenn ..." durchgespielt und quasi als Rahmen aufgestellt, wie eure Beziehung läuft bzw. euch so auf gegenseitige Kompabilität abgeklopft??"

        Nö, wir haben uns ein paarmal getroffen und dann wollten wir irgendwann Sex miteinander. Dann ging es vorher erstmal um den Aidstest und Verhütung allgemein und dann in dem Zusammenhang natürlich um Verhütungsunfälle.

        *pieps* Ich komm mir grad ganz komisch vor, bin ich da echt so seltsam? #gruebel

        • (11) 13.10.17 - 21:54

          Neee :) Klingt nur sehr "organisiert" und pragmatisch - man stellt sich meist auch im Kopf was vor und dein Text beschwört ein Bild eines Paares auf, welches kühl eine Liste abhakt...

          Das mit dem Spenderausweis, Patientenverfügung, Rente usw. kenne ich (und andere bestimmt auch) ganz gut. Sicher ist sicher. Aber die meisten von uns spielen nicht unbedingt relativ abwegige Situationen durch ... also, wenn du noch erzählst, dass du für alle Fälle noch 1000m Alufolie zwecks möglicher Alieninvasion hortest, dann würde ich mir einen Kopf machen. Vielleicht ist dein Sicherheitsbedürfnis (Achtung, Hobbypsycho, das Forum färbt ab mit seinen diversen Hobbytherapeuten und -ärzten;)) nur höher als bei der Norm ... (das war das letzte Mal, wo ich dieses besch... Wort verwendet habe).
          Lg

          • (12) 14.10.17 - 08:38

            Nein, Aluhut hab ich keinen auf. :-p

            Denke mal es liegt eher daran, dass ich mit Kalender und Kondom verhüte und nicht mit der Pille, die einer Frau und den meisten Männern ja doch eher ein falsches 100%-Sicherheitsbedürfnis vorgaukelt. Bei Kondomen hat man vielleicht eher den Verdacht, das könnte mal schiefgehen.

(13) 13.10.17 - 08:59

Wie weit bist Du? Beziehst Du ihn mit ein? Also Termin zur Beratung, zur Abtreibung? Je mehr er involviert ist und auch an deinem Seelenleben teilhaben darf, desto einfacher sollte es für ihn werden, bzw. desto nachvollziehbarer und verständlicher.

(14) 13.10.17 - 09:58

Ich bin hier erstaunt, dass einige User so was absprechen und es gilt dann über die gesamte Partnerschaft hinweg. Das ist einigermaßen verbindlich?

Ich kann für mich sprechen - mit 30-jähriger Partnerschaft. Zu Anfang haben wir das besprochen (wie es "theroretisch" laufen kann. Ob man dann aktuell genau so entscheidet, ist wieder was anderes). Dann kam das Thema vielleicht nach 15 und nach 25 Jahren noch mal auf. Aber nur aus aktuellem Anlass, wenn ich dachte, es könnte etwas schief gegangen sein. Ansonsten würden ich das nicht alle 5 Jahre wieder neu ohne Grund ausdiskutieren, obwohl sich die Ansichten sicher im Laufe der Jahre, aufgrund der familiären, partnerschaftlichen, gesundheitlichen und/oder beruflichen Situationen etc.pp. geändert haben könnten.

Ich denke, man ist erwachsen genug, um es im Ernstfall aktuell zu besprechen und eine Lösung zu finden, oder nicht?
Und dazu gehört m. M. n., dass man vielleicht mal überrascht ist, über einen Sinneswandel des Partners. auch wenn man sich gut kennt und angeblich zu wissen glaubt, wie der andere tickt, finde ich es vermessen alles vorhersagen zu wollen.

Ich finde die Reaktion deines Mannes jetzt nicht verwerflich. So lange er dich nicht kritisiert und dich beschwatzen will, ist doch alles ok. Er hat lediglich festgestellt, dass er eine andere Reaktion von dir erwartet hat, genau wie du von ihm auch. Aber grundsätzlich seid ihr euch offensichtlich einig. wo ist jetzt das Problem?

  • (15) 13.10.17 - 11:16

    "Ich bin hier erstaunt, dass einige User so was absprechen und es gilt dann über die gesamte Partnerschaft hinweg. Das ist einigermaßen verbindlich?"

    Ähm bei mir setzt das noch früher an, ein Partner, der mich eventuell zu einer Abtreibung überreden könnte, käme gar nicht in Frage. Deshalb ist mir das auch wichtig genug, meinen Standpunkt da sehr deutlich klarzustellen und eben einen Partner zu haben, der das auch nicht haben wollen würde.

    • (16) 13.10.17 - 14:01

      Ähm bei mir setzt das noch früher an...
      ------

      Find ich gut!

      Da wir aber alle nur Menschen sind, kann es womöglich vorkommen, dass jemand innerhalb von Jahrzehnten seine Gesinnung ändert. Nagelt man ihn dann auf die Aussage vom ersten Date vor 24,5 Jahren fest?

      Man kann seine Meinung in Richtung PRO Abtreibung ändern wegen veränderter Umstände, genau wie PRO Kind obwohl man nie welche wollte. Das finde ich legitim. Jemanden dazu bequatschen zu wollen, ist für meine Begriffe eher eine Charaktersache - wie jede Art von Bedrängen und nicht respektieren.
      Aber auch da hat sich schon der ein oder andere Vorzeigepartner im Ernstfall zum Idioten entwickelt.

      • (17) 13.10.17 - 14:13

        Ja, aber wenn ich meine Meinung zu so einem wichtigen Thema im Laufe der Zeit ändere, dann spreche ich proaktiv darüber. Und warte nicht ab, bis die Umstände eintreten und sage dann: Ach übrigens, vor 5 Jahren habe ich beschlossen, Abtreibung ist für mich doch okay.

        • (18) 13.10.17 - 15:24

          Ich vermute, du bist dann ein besonderes Exemplar Mensch. Die wenigsten besprechen ungelegte Eier. Die meisten Menschen bekommen es nicht einmal hin, ihre Rente zu planen obwohl sie wissen, dass sie kaum noch etwas zu erwarten haben. Sie machen sich wenig Gedanken über Blut- und Organspenden sondern erst, wenn es bei ihnen selbst oder im Umfeld akut wird und man damit notgedrungen in Berührung kommt und wie viele haben eine Patientenverfügung u. ä. und alles besprochen, wie es im fall der fälle laufen soll?
          Deshalb glaube ich eben kein Stück, dass jedwede Meinungsänderung zum Thema pro oder kontra Kind zeitnah kundgetan wird bevor das Thema einen selbst betrifft.

          Ich find's großartig, dass du so strukturiert bist und alles was sich im Laufe des Lebens ändert, sofort deinem Mann mitteilst. Die Mehrheit tut das sicher nicht.

          • (19) 13.10.17 - 15:39

            Erwischt. Ich hab ne Rentenversicherung und Riester laufen und im Geldbeutel ist ein Organspendeausweis, außerdem bin ich bei der DKMS registriert.

            Aber was Abtreibungen betrifft, da war ich bereits mit 15 todsicher, dass ich das emotional nicht packen würde. Und mir ist es halt wichtig, dass diejenigen, die dann ebenfalls an meiner Schwangerschaft beteiligt sind, das auch wissen. Das diskutiere ich einfach nicht.

            • (20) 13.10.17 - 16:04

              Aber was Abtreibungen betrifft, da war ich bereits mit 15 todsicher, dass ich das emotional nicht packen würde. Und mir ist es halt wichtig, dass diejenigen, die dann ebenfalls an meiner Schwangerschaft beteiligt sind, das auch wissen. Das diskutiere ich einfach nicht.
              -------

              Naja, das habe ich auch mal gedacht. Aber alles reine Theorie, weil man eben nicht weiß, welches Elend sich dann noch gerade breit gemacht hat. Ich wurde schwanger, als mein Mann gerade seine 2-jährige Affäre mit seiner Geliebten beendet hatte. Er wäre sogar dafür gewesen, das Kind zu bekommen. Für MICH war das aber völlig absurd, in eine Ehe ein Kind zu bekommen, wo man im Moment im Ausnahmezustand funktioniert, wenn man das überhaupt so nennen kann, man nicht einmal weiß, ob man an der Ehe noch festhält, wenn das Kind auf die Welt kommt und es tausend andere Dinge zu bedenken gibt.
              Bis auf die wenigen religiösen "Extremisten" glaube ich keinem, dass er absolut sicher sein kann, wie man sich am Tag X entscheidet, bevor der Fall überhaupt eingetreten ist.

              Eine Freundin wurde schwanger, als bei ihrem Mann gerade die Chemotherapie gegen eine aggressive Krebsform mit ungewissen Ausgang begonnen wurde. Sie hat einen Job, wo sie viel mit Kindern zu tun hat und liebt Kinder allgemein und ihre eigenen abgöttisch. Da hätte 5 Jahre vorher auch niemand geglaubt, dass sie jemals antreiben würde. Aber evtl. Ihren Mann langsam sterben zu sehen und zeitgleich schwanger zu sein....... Wer da sagt, er wisse ganz genau vorher, wie er sich entscheiden würde, den würde ich mal glatt als Lügner oder grenzenlosen Naivling bezeichnen.

              • (21) 13.10.17 - 16:19

                Es liegt nicht an der Situation, wie gesagt, in die ich eventuell geraten könnte. Es liegt an meinem Seelenleben. Ich würde schwerste Depressionen entwickeln, spätestens dann eben, wenn die Notsituation nicht mehr so akut wäre und ich mich fragen würde, was ich für ein Kind bekommen hätte.

                Da lasse ich mich auch gerne als Lügnerin oder grenzenlose Naive betiteln, ändert aber nichts daran, dass ich nicht abtreiben würde. Es geht ja nicht darum, was andere über mich denken, wie mit Deiner Freundin, sondern wie gut ich mich selbst kenne.

                Übrigens bin ich keine Abtreibungsgegnerin, im Gegenteil. Falls das so rübergekommen ist.

          (22) 13.10.17 - 22:23

          Siehe Antwort unten:

          Selten, dass einem das blanke Ergebnis mitgeteilt wird (witch hat das bisl in die Richtung formuliert, wie ich finde, ein nüchternes "du, ich will jetzt doch lieber abtreiben"), man redet ja mehr oder minder unbewusst darüber in der Phase, wo sich Theorien ändern, wissen tut man es im Endeffekt wirklich nur, wenn die Situation in der Realität durch ist (egal was es ist)

      (23) 13.10.17 - 22:10

      Also bei "so großen" Sinneswandeln spricht man ja zwangsläufig darüber - ist ja meist ein Prozess bis man dann das "Ergebnis" hat, also man spricht zwangsläufig mit anderen zwecks Meinungseinholung drüber oder weil es eben einen so sehr beschäftigt, dass man es erwaehnt ...

      Bei dir klingen nur die Formulierungen so, als ob du "anders" wärst, ich (hoffe) viele sind so wie du ... gutes initiationsthema für viele Threads in Richtung (die Welt aus meinen Augen oder komm mal in mich rein und guck mal raus oder ist das/siehst du das/denkst du genauso wie ich (alleine schon die Frage der ersten Ebene des Sehens, also das Sehen an sich, wäre schön erstaunlich - siehe Farbenblindheit etc.)

(24) 13.10.17 - 10:19

Hallo,

Ich finde es problematisch sowas vorweg zu besprechen und dann zu denken im Fall der Fälle würde diese Abmachung 100% bestehen bleiben.
Es kommt ja auch darauf an WIE ihr das besprochen habt. Habt ihr gemeinsam über die ungeplante Schwangerschaft gesprochen, alles für und dagegen abgewägt und jeder durfte seinen Standpunkt darlegen oder hast du ihm nur vor den Kopf geknallt das du abtreiben lässt und er hatte keine Chance sich zu äußern?
Die Entscheidung liegt ja letztlich immer bei der Frau allein, es ist ihr Körper, aber in dem Fall fänd ich die Reaktion noch viel verständlicher.
Auch wenn man nicht zu einer gemeinsamen Einigung kommt, gehört für mich darüber zu sprechen dazu.

Ich war ja vorletztes Jahr in auch ungeplant schwanger mit dem 4. und bei uns stand eigentlich fest, dass sollte sowas passieren es kein Kind zu diesem Zeitpunkt geben kann.
Wir haben also von Anfang an ehrlich miteinander darüber diskutiert und beiden war klar, rational gesehen kann dieses Kind nicht kommen, aber in der Situation drin musste ich mich mit dem Herzen entscheiden und dieses Kind zur Welt bringen.
Wir haben das gemeinsam entschieden und er ist auch damit rausgerückt das er nicht weiß ob er es hätte gut heißen können, wenn ich abgetrieben hätte.
Wir hatten durch die Schwangerschaft dennoch viele und schwere Konflikte und mussten uns heftigst wieder zusammen raufen, heute 1,5 Jahre später ist wieder alles gut.

Aber da wir an dem Punkt gemeinsame Sache gemacht haben, sind die jeweiligen Meinungen nicht schockierend für den anderen.
Es sind eben Situationen in die man sich erst 100% reinführen kann, wenn man drin steckt und wenn dann einer den Alleingang macht, dann wird es schwierig.
Ich denke hätte ich allein für mich entschieden abzutreiben, dann hätte mein Mann das akzeptieren können, aber ob er damit ,ohne das gemeinsam durchzusprechen leben hätte können bezweifle ich.

Ich weiß nicht wie das bei euch war, darum will ich da natürlichen keine falschen Vorwürfe machen, sondern nur unseren eigenen Fall dazu schildern.

LG

(25) 13.10.17 - 10:51
Was-denn-dann

Was sollst du denn dann tun? Er möchte kein Kind, aber abtreiben sollst du auch nicht.. Eines von beidem wird es wohl werden.

Ich muss ehrlich sagen, ich hab immer gesagt, sollte ungeplant etwas passieren, ich könnte mein Kind nicht töten. Mein Mann sieht das genauso. So jetzt haben wir aber inzwischen 2 Kinder und der letzte Zyklus war etwas erschoben. Muss dazu sagen, ich hatte Antibiotikum genommen, habe eine Spirale drinnen, wo der Zyklus eh macht was er will, mal 26, mal 30 Tage. Außerdem hatte ich eine Röntgenuntersuchung in dem Zyklus. Wir haben auch doppelt verhütet. Da der Zyklus dann aber bei 30 Tagen war, wurde ich doch etwas nervös. Habe getestet, alles negativ.
Aber bis dann die Periode los ging, kam das Thema was tun natürlich auch auf.

Mein Mann natürlich nach wie vor auf seinem Punkt nicht abtreiben, wir bekommen auch ein drittes satt und groß. Ich gerade wieder im Job eingestiegen, noch dazu Angst, dass bei der Röntgenuntersuchung was passiert sein könnte und eigentlich mit meinen beiden Kinder schon genug gefordert, war da echt etwas im Zwiespalt und bin echt froh, dass der Kelch an uns vorbei gegangen ist.

Ich denke letztendlich hätte mein Mann meine Entscheidung egal in welche Richtung aber akzeptiert. Hätte ich mich gegen das Kind entschieden, wenn es so gewesen wäre, wäre er sicher auch nicht glücklich damit gewesen.

Aber bei euch ist es nochmal eine andere Situation. Da dein Partner weder Kind noch Abtreibung möchte. Alternative wäre Adoption. Aber ich denke, dass ist auch schwierig, da das Umfeld die Schwangerschaft ja mitbekommt und man sich dann doch wieder rechtfertigen muss.

Vielleicht sucht ihr nochmal in Ruhe das Gespräch und sprecht beide darüber, wie ihr euch die Zukunft nun vorstellt und was es für euch für Lösungen gibt..

Alles Gute für euch.

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