Burn out - Mein Mann macht absolut gar nichts mehr!

    • (1) 15.10.17 - 13:25

      Ich würde hier nicht schreiben wenn es mir nicht so schlecht ginge. Mein Mann (59 Jahre) und ich sind seit 29 Jahren verheiratet, er hat 31 Jahre ordentlich als Ingenieur gearbeitet. Ich habe über 20 Jahre gearbeitet und bin dann Hausfrau geworden. Damals in den letzten Monaten vor seinem Burn-out ist er um 7 Uhr auf die Arbeit gefahren und um 20 Uhr nach Hause gekommen. Er hatte dabei noch die Möglichkeit an einem großen Projekt teil zu nehmen in der Schweiz um gutes Geld zu verdienen. Im Februar 2016 dann der Anruf von seiner Arbeit aus: "Schatz, ich kann nicht mehr, ich gehe zum Arzt". Es sollte der letzte Tag seines Arbeitslebens werden. Er ging zum Arzt und lies sich krank schreiben. Er erzählte mir das unser Hauswasser vergiftet sei und wir alle sterben müssen, er würde ins würde ins Gefängnis müssen. Das war ein großer Schock für mich was mit seinem Gesitigen zustand los war, Kurze Zeit später ging er 8 Wochen in die Klinik. Das brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Er ging weiter zum Arzt und lies sich wieder krankschreiben, nahm eine Therapie auf. Dann ging es erst richtig los: Er hat mich belogen, er hat vorgetäuscht zum Arzt zu gehen ist es aber nicht, dadurch wurde er mangels Attesten entlassen!! Er wurde zum Frührentner, es hat 7 Monate gedauert bis wir die Rente durchgebracht haben, weil er sich immer wieder geweigert hat hin zu gehen. Seine Krankheit hat ihn zu einem extrem sturen und eigensinnigen Menschen gemacht. Es ist egal wie ich es sage, freundlich, laut, mit Nachdruck, er macht einfach gar nichts mehr.
      - Er kümmert sich nicht um seine Angelegenheiten, Rechnungen werden versteckt vor mir und nicht bezahlt, dann trudeln Mahnungen bei uns ein. Geld ist ihm mitlerweile egal.
      - Er macht keine Haus- und Gartenarbeiten mehr
      - Er geht auch in keine Klinik, er meine es seie eh sinnlos
      - Er geht nicht mehr zu seiner Therapie, hat demnach auch immer zu wenig Medikamente
      - Er ignoriert Telefonanrufe für ihn, geht nicht mehr an die Türe wenn es klingelt
      - Er war 9 Monate nicht mehr beim Friseur, seine Haare sehen furchtbar aus, mehrere Termine wurden abgesagt/ignoriert
      - Wir gehen nirgends mehr gemeinsam hin
      - Er kümmert sich nicht um die Abfindung die ihm zusteht, obwohl die Firma ihn schon 3 mal das Formular zugeschickt hat
      - Ich habe mal eine anstrengende Arbeit zu 90% erledigt, er sollte sich um die letzten 10% kümmern, er hat bis heute davon nichts gemacht
      - Er erzählt mir immer das er gaaaaanz schlim körperlich krank sei, obwohl er 2016 Hauf alles mögliche untersucht wurde
      - Er will immer alles auf morgen verschieben, macht aber am nächsten Tag gar nichts


      Seine Begründungen sind immer die selben: "Ich bin Krank", "Mir geht es nicht gut", "Machen wir es morgen", "Heute nicht!!" Usw. Ich kann es nicht mehr höhren. Er ist extrem hartnäckig auch wenn ich stundenlang auf ihn einrede, er bleibt nur auf der Couch sitzen und liest Bücher. Nehme ich die Bücher weg legt er sich hin. Ich rede mir den Mund fusselig und er antwortet nicht mal. Manchmal hat er einen ganz komischen Blick. Natürlich kann ich Arbeiten für ihn erledigen, doch das löst ja nicht dieses Problem.

      Ich habe keine Ahnung wie diese Ehe weiter gehen soll :-(

      • (2) 15.10.17 - 13:34

        Gehst du arbeiten, oder bist du noch immer Hausfrau?

        • (3) 15.10.17 - 16:44

          Welche Relevanz hat die Antwort auf diese Frage im vorliegenden Fall?

          • (4) 15.10.17 - 16:50

            Sie ist mehrfach relevant

            Zum einen ist die TE schon länger aus dem Berufsleben ausgeschieden und kann daher wohl nicht nachvollziehen wie anstrengend und fordernd ein Beruf sein kann. (Heute übrigens kein Vergleich zu vor 20 Jahren!)

            Zum anderen ist die Frage wichtig um festzustellen ob sie außer ihrem Mann und der Situation zu Hause noch etwas anderes sieht und hört.

            Dazu stellt sich die Frage ob finanzielle Nöte die Sache verschärfen.

            • (5) 15.10.17 - 19:09

              Ok, dann kann ich die Frage nachvollziehen

              Ich kann allerdings nicht erkennen, dass das Problem darin liegt, dass der Mann einfach nur erschöpft vom Beruf ist und die Frau verständnislos darüber wäre. Der Mann scheint vielmehr schwer krank zu sein und die Frau weiß sich nicht mehr zu helfen, da der Mann zb nicht einmal mehr die Kraft hat zu Therapien zu gehen.

              Würde es meinem Mann so gehen, ginge es mir ebenso. Ich wüsste nicht mehr weiter- und ich bin voll berufstätig, weiß also, dass das Berufsleben heute anstrengend sein kann. Aber dieses Wissen würde mir da nichts helfen. :-(

              Viele Grüße, liki

      (6) 15.10.17 - 13:34

      Ganz ehrlich? Gar nicht. Ich würde mich trennen..Allein aus Selbstschutz. Du kannst ihm nicht alles abnehmen und wenn er keinen Sinn darin sieht, etwas zu tun, was euch beide betrifft (Geld, Rechnungen, Mahnungen usw.) musst du dich selbst schützen und gehrn, ehe er dich mit in den Abgrund reist. Er will keine Hilfe, gut. Muss man dann halt so akzeptieren. Aber entnehmen auch die Konsequenzen daraus ziehen. Nämlich selbst zu gehen, ehe du wegen ihm selbst in die schuldenfalle gerätst. Um dich selbst zu schützen gibt es nur eintn weg: Geh. Trenn dich, sonst reist er dich mit in seinen Abgrund.

      • (7) 15.10.17 - 16:41

        Nach fast 30-jähriger Ehe und einem Mann, der gut verdient hat und jetzt seit ca. 1,5 Jahren krank ist, finde ich eine Trennung nicht angemessen.
        Irgendwann wird die TE eine Trennung in Erwägung ziehen müssen, aber erstmal würde ich alles in Bewegung setzen, dass es wieder aufwärts geht.

        • (8) 15.10.17 - 17:48

          Ja, wie denn, wenn er absolut nicht will?! Er verweigert JEGLICHE Hilfe. Er hintergehen sie, er zeigt mit voller Absicht keine Rechnungen und Mahnungen vor, die sie Beide betreffen und SIE hat die Arsch Karte und muss das wieder gerade biegen, was ER verlockt hat. Da hört es auf! Er zieht sie damit nicht nur in den finanziellen riun sondern auch in den psychischen. Und da muss jeder die reißleine ziehen uns sich da komplett ausklinken. Sonst geht msn selbst mit kaputt. Als co- abhängige.

    "Ich habe keine Ahnung wie diese Ehe weiter gehen soll "

    Das ist keine Ehe mehr, sondern ein Betreuungsverhältnis, nur dass der zu Betreuende beratungs- und therapieresistent ist, nicht mitmacht, und der Betreuer (du) keine Anerkennung und Entschädigung für seine Arbeit erhält.

    Für mich wäre beides Grund genug sowohl Ehe als auch "Arbeitsverhältnis" per sofort aufzulösen.
    Vermutlich die einzige Chance, dass der Bedürftige sich irgendwann mal besinnt und berappelt.

    (10) 15.10.17 - 13:51

    Er hat ne Depression... schwer zu sagen wie du ihn da raus bekommst... lass dich beraten

    • Es ist NICHT Aufgabe des Partner jemanden aus einer Depression rauszubekommen, der gar nicht rauskommen will. Wann dann ist das Aufgabe von Ärzten und Therapeuten, und auch diese werden irgendwann entscheiden, dass ohne Mitarbeit des Erkrankten eine weitere Behandlung keinen Sinn ergibt.
      Depression hin oder her, es rechtfertig nicht langfristig ohne Therapie als Energieräuber seines Umfeldes durchs Leben zu gehen.

      • Also ich sehe es definitiv als Aufgabe des Partners an

        Sie hat absolut den Auftrag ihn dazu zu bringen eine Therapie zu machen. Es gibt dazu garantiert Meinungen von Profis wie man das schafft. Wie man ihn zu einer Krankheitseinsich bekommt.

        Wenn mein Partner sich verdrückt, wenn ich erkranke - dann hab ich keinen Partner. Dannn isses Augenwischereri.

        • (13) 15.10.17 - 21:48

          Man schafft das nicht. Ni3msnd, egal wer, kann eintn anderen Menschen zu etwas bringen, was der nicht will. Weder der Partner noch die Eltern noch irgendwelche obrigkeiten. Niemand wird jemanden zu einer Therapie überreden können, der das nicht will. Und wenn, dann würde sie nicht helfen. Denn jede (!) Therapie setzt den WILLEN des Patienten zur Verbesserung voraus.

          • (14) 15.10.17 - 21:53

            Wenn ich einen Herzinfarkt habe und nicht zum Kardiologen gehe, Weil ich ihm nicht glaube, dass schmerzen im linken Arm in Kombination mit Luftnot und schmerzen Symptome sind, hoffe ich, dass mein Mann mich hinfährt ....

            • (15) 15.10.17 - 21:55

              Du vergleichst gerade Äpfel mit Birnen. Eine physische Krankheit zu erkennen und zu behandeln ist etwas vollkommen anderes als eine psychische. Den Herzinfarkt spürst du unmittelbar. Eine Depression kommt schleichend.

              • (16) 15.10.17 - 21:59

                Ich finde es schrecklich wie viele Menschen psychische Erkrankungen nicht als Krankheit erkennen.

                Ich kann einen Herzinfarkt negieren und eine Depression auch ...

                Ich find die TE sollte sich beraten lassen wie man den Mann dazu bringt seine Erkrankung als solche zu erkennen und sich behandeln zu lassen.

            (17) 15.10.17 - 22:00

            Dein "Beispiel" ist sowas von unpassend und schon fast dumm.

            Ja, aber wenn du dich mit allen dir zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehrst ins Auto zu steigen, dann sollte dein Partner entweder deine Autonomie respektieren oder aber versuchen eine fürsorgerische Massnahme gegen dich zu erwirken, damit Fachleute dich ins Krankenhaus bringen.
            Er sollte NICHT mit dir in den Gegenverkehr fahren und euch beide plus Mitmenschen in den Tod reissen, bloss weil du dich gegen die Fahrt ins Krankenhaus dergestalt wehrst, dass du alle um dich rum gefährdest.

            Zudem dauern die Bemühungen dich zum Kardiologen zu schleppen im Akutfall ja nicht 18 Monate lang.

            (19) 15.10.17 - 22:57

            Im Falle der TE weigert der Mann sich aber ins Auto zu steigen. Was soll sie denn machen? Ihn fesseln und reintragen?

            und wenn du das beim Kardiologen immer noch nicht glaubst und die Behandlung ablehnst, kann dein Mann dich halt trotzdem nicht zwingen...

      Sie hat es versucht, eine angemessene Zeit lang. Mindesten 18 Monate. Ohne Mitarbeit des Erkrankten kann es nur Verlierer geben, ein Abgrund, der alle mitreisst.
      Der erkrankte Partner hätte dies in gesunden Tagen niemals gewollt. Daraus ergibt sich sein mutmasslicher Wille. Derzeit ist er weder kooperativ, noch urteilsfähig, bezogen auf die aktuelle Situation, denn über Krankheitseinsicht verfügt er ja offensichtlich (ich bin krank, ich bin depressiv, usw.)
      Unter solchen Umständen verhält sich der ausharrende Partner neben dem Erkrankten genau wie ein Co-Abhängiger bei einem Suchtkranken. Der Co-Abhängige trägt zu dem Zeitpunkt NICHTS mehr zu einer möglichen Heilung bei, sondern er zögert die Misere mit seinem vermeintlichen Opfer nur heraus.

      Bei meinem Partner kann ich mir absolut sicher sein, dass er mich eine angemessene Zeit "in meinem Elend" nach bestem Wissen und Gewissen begleiten würde, nach einer gewissen Zeit würde er entweder unter Zwang eine Veränderung herbeiführen (zb. Zwangseinweisung) oder sich rechtzeitig abgrenzen/in Sicherheit bringen. DAS verstehe ich unter Liebe/unter Partnerschaft.

      • Also soll dich dein Partner auch verlassen, wenn du demenzkrank wirst und dein Kopf sich verabschiedet .. oder wenn du auf intensiv liegst ohne Bewusstsein ... oder bei vollem Bewusstsein querschnittsgelähmt, aber du damit das Leben des andern komplett zerrüttest ...

        • Ja, unter gewissen Umständen soll er mich als Partner verlassen. Wir haben uns das gegenseitig vor 20 Jahren versprochen. Aber wir vertrauen gegenseitig darauf, dass wir einander als Bezugsperson, als Fürsprecher/Betreuer weiter begleiten würden.
          Wir arbeiten beide in der Pflege (Geriatrie, Schwerpunkt Demenzerkrankungen und Psychiatrie) und haben Zusatzausbildungen im Erwachsenenschutzrecht.

(24) 15.10.17 - 14:18

Oh je, er scheint tief in einer depressiven Phase zu stecken. Da kann sich nur etwas ändern, wenn er selbst einsieht, dass er Hilfe braucht und diese dann auch annimmt.

Das Problem ist, er zieht Dich automatisch mit runter. Du musst alles erledigen, was er nicht tut, zusätzlich zu dem, was sowieso Deine Aufgaben sind. Das heisst, irgendwann bist Du auch überarbeitet und dann habt ihr beide einen Burn Out. Ein denkbares Szenario.

Im Moment läuft es relativ super für ihn, er muss nichts tun. Du erledigst alles und fängst ihn auf, alles andere bleibt eben liegen. Natürlich geht es ihm nicht gut, aber Hilfe will er auch keine, weil - wie gesagt, es läuft ja. Krank sein dürfen ist auch sehr bequem, das muss man schon sagen. Man bekommt sein Essen, hat ein Dach überm Kopf, kann auf dem Sofa liegen und muss nichts tun, ausser krank sein.

"Ich habe keine Ahnung wie diese Ehe weiter gehen soll"

Das weisst Du, er braucht Einsicht und muss etwas ändern wollen. Die Frage ist also: Womit könnte man ihn wirklich erschrecken und aufwecken, was wäre für ihn so schlimm, dass er sagt, jetzt MUSS er etwas unternehmen, sonst verliert er auch noch das Wichtigste in seinem Leben?

(25) 15.10.17 - 17:00

Hi,
hast du dich mal mit seinem Arzt zusammen gesetzt?
Weiss dieser, was bei Euch abgeht? Vielleicht wäre nochmals eine Therapie ausser Haus wichtig.

Kannst du ihn mehr abnehmen? Oder mit ihm zusammen zum Doc gehen oder der Doc kommt zu Euch?

lg
lisa

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