Tochter wird in Schule ausgeschlossen - Lehrer ansprechen?

    • (1) 17.10.17 - 14:29
      Herbstlaub30

      Hallo allerseits,

      entschuldigt, dass ich schwarz schreibe, aber da der Erkennungswert doch sehr hoch ist… Folgendes Problem: Meine Tochter wurde im August eingeschult. Kleine Grundschule, nur eine Klasse pro Jahrgang, 20 Kinder aus ihrem alten Kindergarten und dem anderen Dorfkindergarten.

      In ihrem alten Kindergarten war ein Mädchen ("Else"), das sehr dominant war und sich r recht gut darauf verstand, andere Kinder gegeneinander auszuspielen, gezielt Kinder auszuschließen etc. Darunter hat meine Tochter nicht besonders gelitten, da sie eine gute Freundin, nennen wir sie Frauke, in der anderen Gruppe hatte. Trotzdem waren wir nicht traurig, als Elses Eltern entschieden haben, sie auf die Grundschule im Nachbardorf zu schicken. Dort ist sie aber unter den unbekannten Kindern anscheinend mit ihrer Art aufgelaufen und hat keinen Anschluss gefunden. Folge: Nach nur wenigen Wochen hat Else die Schule gewechselt und ist nun bei unserer Tochter in der Klasse. Ich kenne Elses Eltern flüchtig und natürlich hatten sie vorher auch ein Gespräch mit der Klassenlehrerin.

      Seit zwei Wochen ist Else nun neu in der Klasse. Die erste Aktion war, dass die Sitzordnung von der Klassenlehrerin geändert wurde (ich vermute, dass die Eltern das eingefädelt haben). Folge: Meine Tochter sitzt nicht mehr wie vorher neben Frauke, sondern zwischen den beiden größten Chaoten der Klasse. Frauke sitzt jetzt neben Else. Da war meine Tochter schon ein bisschen geknickt.

      Mittlerweile ist es so, dass Frauke in den Pausen nur noch mit Else und einem anderen Mädchen spielt und meine Tochter anscheinend nicht mehr mitspielen darf. In der Klasse sind insgesamt nur sechs Mädchen, und meine Tochter ist nun außen vor. Sie hat zwar ein paar Jungs, mit denen sie ab und zu spielt, sagt aber auch, dass sie ihre Freundin vermisst, und ist oft traurig. Sie tut mir sehr Leid. Sie ist generell eher schüchtern und lässt sich leicht "unterbuttern". Ich frage mich jetzt, ob ich das beim Elternsprechtag in drei Wochen ansprechen soll? Wenn ja, wie? Wenn nein, wie kann ich meiner Tochter helfen?

      Viele Grüße

      • Das wäre aber eine sehr unsichere und auch inkompetente Lehrerin, wenn sie auf Wunsch der Eltern die Sitzordnung umstellt. Normalerweise passiert das nur, wenn die Lehrerin zwei Ratschtanten trennen muss oder ein zu ruhiges Kind fördern will.

        Warum sagt denn Deine Tochter nicht zu Frauke, dass sie sich ausgeschlossen fühlt und bittet sie, wieder mehr mit ihr zu spielen? Das wäre doch der erste Schritt, bevor Du zur Lehrerin gehst.

        Hallo,

        auf keinen Fall würde ich das an einem Elternabend thematisieren! Wenn es ein 4-Augengespräch mit der Lehrerin ist, hingegen evtl. schon.

        Vielleicht sucht Elsa Anschluss und Ihr ladet Elsa mal zu Euch nach Hause ein. Das wirkt manchmal Wunder.
        Bei meinem Sohn in der Klasse kam auch mal ein Neuer dazu, der sehr verstänkert war. Mein Sohn litt darunter ziemlich. Wir haben dies und das probiert, aber er stänkerte weiter. Letztlich lud ich den Jungen zu uns ein und unternahm was mit meinem Sohn und dem Jungen. Das wars! Von da an konnten die beiden miteinander bis heute.
        Einen Versuch wäre es wert.

        mare88

        Mach nicht so ein Drama drum! Dieses ganze hin und her und der ist mit dem befreundet und der dann mit dem, wird dich die nächsten Jahre begleiten!

        Klar ist es nicht so toll für deine Tochter aber nächste Woche sieht das ganze sicher wieder ganz anders aus!

        Das mit dem einladen zum Spielen finde ich eine tolle Idee!

        Wir fahren immer am besten mit solchen Dingen wenn die Kinder das unter sich regeln, die sind da viel unkomplizierter ;-)
        Schwierig wird es immer erst wenn die Eltern sich einschalten #augen

      • Klar. Absolut täte ich das ansprechen. Wer wenn nicht Du?

        (6) 17.10.17 - 16:34

        Hallo,

        da es sich um einen Elternsprechtag und nicht um einen Elternabend handelt, würde ich es ansprechen. Ich würde die Lehrerin fragen, warum die Sitzordnung geändert wurde und warum ausgerechnet deine Tochter zwischen den beiden Jungs sitzen muss.
        Dass sie seitdem weniger Kontakt zu ihrer besten Freundin hat und die sich seitdem unwohl fühlt.
        Im Gegensatz zu einer anderen Userin bin ich schon der Meinung, dass die Eltern der neuen Schülerin dahinter stecken könnten.
        In der Klasse meiner Tochter wurde regelmäßig die Sitzordnung geändert, sobald Eltern bestimmte Wünsche hatten, wo ihre Kinder sitzen bzw. nicht sitzen sollten.
        Eine Freundin ist Grundschullehrerin und konnte meine Theorie damals bestätigen.
        Bei meinem Sohn war es so, dass in der Grundschule, in der ersten Klasse, regelmäßig die Plätze getauscht wurden, sodsss jeder mal neben jedem saß und sich alle kennenlernen, auch in der fünften Klasse würde dies so praktiziert.
        Ansonsten würde ich sich raten, Else mal zu euch einzuladen, vielleicht auch mal zusammen mit Frauke und dem anderen Mädchen.
        Klappt dies alles nicht, sollte sie sich an die restlichen zwei Mädchen aus ihrer Klasse halten.

      • (7) 17.10.17 - 16:48

        Hallo,

        danke für die Antworten. Irgendwie muss man bei solchen Geschichten doch immer weiter ausholen ;): Weil wir wirkich in einem "Dorf"-Dorf wohnen, kennt jeder jeden wenigstens ein bisschen und Else war auch schon ein paarmal bei uns - zu Kindergartenzeiten, wenn meine Tochter mal angesagt war, und zuletzt vor ein paar Wochen. Sie ist ja auch an die Schule meiner Tochter gewechselt, weil sie da eben schon den Anschluss hat, den sie an der anderen Schule nicht finden konnte. Hier hat sie den Status als Tonangeberin ja schon aus dem Kindergarten inne.

        Unsere Schule ist sehr um die Eltern bemüht (ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken kann) - zum Beispiel ist es nicht ungewöhnlich, dass Kinder bis in die Klasse gebracht werden (meine Kinder gehen aber allein zur Schule). Die Lehrerin kenne ich von meiner älteren Tochter und kann mir durchaus vorstellen, dass sie auf solche Wünsche wie die neue Sitzordnung eingeht - was ich nicht grundsätzlich negativ bewerte.

        Dieses Manipulative, das das Mädchen an sich hat, kommt natürlich nicht aus dem Nichts. Die Mutter ist bezüglich ihrer Tochter sehr "engagiert". Wir hatten da z.B. eine komische Geschichte, bei der ein Spieltermin wegen Krankheit von Elses Mutter abgesagt wurde - und dann Frauke spontan zum Spielen bei Else war #kratz und weitere Sachen.

        Naja, meine Tochter hat sich eigentlich dennoch auf Else gefreut, Kinder vergessen ja schnell. Ich hatte allerdings schon befürchtet, dass das Theater wieder losgeht. Dennoch könnten wir natürlich versuchen, Else noch einmal zu uns einzuladen.

        Viele Grüße

        • Hallo,

          ja, das kennt man als Landei (wie es auch ich bin).
          Wünsche bzgl. der Sitzordnung wurden in der Grundschule meiner Kinder grundsätzlich berücksichtigt. Je engagierter die Eltern, desto mehr Rücksicht wurde genommen. #cool

          Versuch es, Elsa nochmal einzuladen. Vielleicht hilft es ja. Allerdings halte ich Dreierkonstellationen bei manchen Kindern für ungünstig. Wenn Du Pech hast, wird Dein Kind auch trotz "Gastgeberstatus" ausgegrenzt. Habe ich auch schon erlebt. Dann lieber Elsa ohne weiteres Kind einladen.

          Beim Elternsprechtag würde ich es auf alle Fälle ansprechen. Allerdings ohne Elsa zu erwähnen. Dass Dein Kind unglücklich ist, seit es nicht mehr neben seiner besten Freundin sitzen darf. Ob es davor Probleme gegeben hätte, der Platz zwischen zwei unruhigen Kollegen wäre nicht ideal, usw.

          Und vor allem: Deine Tochter sollte sich breiter fächern, was den Freundeskreis betrifft.
          Mit Jungs spielen ist doch auch toll. :-)

          Toi toi toi!

          LG
          Karin

          • "Wünsche bzgl. der Sitzordnung wurden in der Grundschule meiner Kinder grundsätzlich berücksichtigt. Je engagierter die Eltern, desto mehr Rücksicht wurde genommen."

            Bei uns (auch Land) heisst es da wörtlich: Wir sind hier nicht bei wünsch-dir-was. Auf einem Elternabend selbst miterlebt und mich innerlich gekringelt, vor allem über das sichtlich empörte Gesicht der Mutter, die nicht durchsetzen konnte, dass die Tochter zwischen ihren besten Freundinnen platziert wurde.

            Mein Sohn wurde auch häufiger umgesetzt, er konnte in der Nähe von bestimmten Kindern einfach den Schnabel nicht halten und sich kaum konzentrieren. Und das Mädchen neben ihm war so gar kein Fan von ihm, wahrscheinlich musste sie deshalb herhalten. Das wurde auch nicht rückgängig gemacht. Immerhin konnte ich dann bei der nächsten Lehrerin (3. und 4. Klasse) erreichen, dass er alleine sitzen durfte.

            • (10) 18.10.17 - 12:23

              Öffentlich wurden die Sitzplatzwünsche natürlich nie geäußert. Das Liebkind der Lehrerin bekam immer seinen Wunschplatz. Ein Schelm, wer denkt, dass die diversen Sachspenden der Eltern dazu beigetragen hätten. #cool

              Schon in der Grundschule ein Trara. Bin ich froh, dass wir diese Zeit hinter uns haben.

              Klar, es hängt natürlich alles von der Lehrkraft ab. Ich habe ja gehört, dass es Lehrer gibt, die sich nicht von Eltern- und Kinderwünschen reinreden lassen. Damit komme ich irgendwie besser klar.

              • (11) 18.10.17 - 13:18

                Eine gewisse Bestech.. ähm Beeinflussbarkeit kann ich mir da sehr lebhaft vorstellen. Gerade in kleinen Dorfgrundschulen. Also, nicht dass Du denkst, ich glaub Dir das nicht. ;-)

                In der Realschule in der Stadt hier läuft das allerdings auch nicht nach Wunsch und ich behaupte auch mal, den Eltern ist das sowieso nicht mehr so wichtig. Mein Sohn darf jetzt auch neben seinen Wunschsitznachbarn sitzen, wohl weil seine Quatscherei anscheinend deutlich nachgelassen hat. Und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass sein (resoluter) Klassenlehrer sich da reinreden lässt, außer jemand hat einen wirklich triftigen und nachvollziehbaren Grund, für das Kind einen bestimmten Platz haben zu wollen.

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