Ärger wegen Ehevertrag

    • (1) 23.10.17 - 20:47

      Hallo Zusammen,
      mein Partner und ich wollen nächstes Jahr heiraten. Da ich etwas Grund besitze bestehe ich auf einen Ehevertrag. Mein Partner ist darüber sehr enttäuscht und wütend. Er sagt ich vertraue ihm nicht und er würde sich im Falle einer Trennung daran nicht bereichern wollen weil ihm davon nichts zusteht.
      Wie seht Ihr das? Würdet Ihr an meiner Stelle nachgeben und keinen Ehevertrag machen oder würdet Ihr Euer "Vermögen" schützen wollen? Ich brauche bitte ein paar Meinungen zu diesem Thema.
      Vielen Dank schon mal.
      Kathi

      • Wenn es Vermögen ist, würde ich es ebenfalls schützen wollen.

        Das hat nichts damit zu tun, ob man glaubt, dass der Partner sich daran bereichern will, sondern schlicht damit, dass Menschen sich ändern. Ich kann mich ändern und mein Partner auch.

        Nach 10 Jahren Ehe und 2 Kindern ist man z. B. definitiv ein anderer Mensch als vor all dem.

        Wenn ich nur "Vermögen" hätte, wär mir der Aufwand zu groß #cool.

        Viele Grüße
        mari

        Hallo,


        ich würde einen Ehevertrag machen. Und ohne einen würde ich nie! heiraten wollen.



        vg
        novemberhorror

        Meine Chefin (glücklich verheiratet) meinte letztens, dass sie und ihr Mann das auch noch überlegen und sie sagte das mit einem schönen Satz: Solche Dinge sollte man in guten Zeiten regeln.

      • (5) 23.10.17 - 21:50

        Hi,

        Warum bestehst du auf einen Ehevetrag?
        Wird keine anderweitige Regelung vir der Hochzeit getroffen, gilt automatisch der Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

        "Sein Hauptmerkmal ist, dass es grundsätzlich kein gemeinschaftliches Vermögen der Ehegatten/Lebenspartner gibt, solange sie keine Miteigentumsverhältnisse begründen. Stattdessen bleibt jeder Ehegatte oder Lebenspartner jeweils Alleineigentümer der Sachen, die er in die Ehe oder Lebenspartnerschaft eingebracht oder während der Ehe oder Lebenspartnerschaft erworben hat (§ 1363 Abs. 2 BGB)." (Wikipedia)

        Insofern bleibt an Vermögen, das Du mit in die Ehe einbringst, auch nur Dir, sofern Du nicht aktiv etwas überschreibst.

        Alles Gute

        • Wenn über Immobilien aber ein Zugewinn erwirtschaftet wird (Wertsteigerung, Mieteinnahmen oÄ), ist dieser zu teilen. Und je nach Höhe muss ggf. die Immobilie verwertet werden, um die Ausgleichszahlung zu leisten.

          Wenn jemand sagt, dass er sich im Rahmen der Trennung nicht daran bereichern will, wäre es ja auch kein Problem, dem "vermögenden" Partner den Gefallen eines Ehevertrages zu machen...

        • Genau um den Zugewinn geht es!
          Ich geb Dir ein Beispiel: Angenommen mein Grundstück ist 1.000 m2 gross. Der m2 Preis liegt zum Zeitpunkt der Eheschliessung bei 500 Euro. Die Ehe geht in die Brüche, mein Mann und ich trennen uns und wollen uns scheiden lassen. In der Zwischenzeit sind die Grundstückspreise auf 550 Euro pro m2 gestiegen. Macht einen Zugewinn von 50.000 Euro. Da hätte er ohne Ehevertrag einen Anspruch auf die Hälfte.
          Das sind von mir erfundene Zahlen.

      X-fach miterlebt...bei einer Trennung gibt es keinen Anstand und keine Rücksicht mehr, wenn es Vermögen gibt, da kann er ruhig den Empörten geben. Gerade WENN er so integer und partnerschaftlich sein will, müsste es selbstverständlich sein, dem Ehevertrag zuzustimmen. Da ich es gerade mit einem Familienmitglied miterlebte, wie fies seine Exfrau versuchte, ihn über den Tisch zu ziehen - trotz notarieller Festlegungen. Er kämpft für viel Geld, welches er dem Anwalt in den Rachen schmeisst, um das, was er schon vor der Ehe hatte, zu behalten. Ich würde an Deiner Stelle am Ehevertrag unbedingt festhalten. LG Moni

      (10) 24.10.17 - 08:34

      Das Vermögen gehört geschützt. Er hat es richtig erkannt, dazu nichts beigetragen zu haben.
      Wenn er das schon einsieht, verstehe ich nicht, wieso er dann wütend wird.

      Da ist was faul.

      Ohne Vertrag würde ich den nicht ehelichen. Wenn er nicht will dann wird eben nicht geheiratet.

      Die Made im Speck will niemand durchfüttern... Und die Parasiten werden immer mehr.

      Ich würde auf jeden Fall dabei bleiben, einen Ehevertrag machen zu wollen. Beziehungen entwickeln sich und beim Ehevertrag geht es um den Vermögensschutz im Fall einer Trennung. Natürlich möchte er sich momentan nicht an deinem Vermögen bereichern. Wie aber sieht das im Falle einer bösartigen Trennung aus?

      Ich kann verstehen, dass dein Partner aus dem jetzigen Blickwinkel der Ansicht ist, ihr bräuchtet keinen Ehevertrag. Allerdings ist das meiner Ansicht nach viel zu kurz gedacht. Schade, dass viele Menschen das Thema Ehevertrag nicht auf sachlicher Ebene betrachten können.

      • Ich hatte einen. Gott sei Dank. Scheidung war richtig dreckig, dank Vertrag blieb ich verschont.
        Nun habe ich einen neuen Partner der Unternehmer ist und von mir einen Vertrag will. Fühlt sich doof an auf der anderen Seite, zugegeben. Aber entweder ich unterschreib ihn oder wir heiraten halt nicht, mir ist das heiraten nicht mehr so wichtig. Heiraten ist eigentlich nur ein staatlicher Vertrag.
        Wenn ihr so glücklich seid, dann belasst es beim Status quo!

    Niemals würde ich mich so dermaßen emotional von meinem Partner erpressen lassen. Das ist echt arm die Schiene "Du vertraust mir wohl nicht genug".

    das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Niemand weiß´was in Jahren ist. seine Versprechen in aller Ehre, aber das ist hochgradig albern.

    Lichtchen

    Ich kann dir nur dringend raten, das alles VOR der Hochzeit NOTARIELL (!!!) regeln zu lassen. Bei mir war es seinerzeit genau das gleiche. Ich hatte deutlich mehr Vermögen als meine damalige "Bald-Frau" (heutige Ex). Es war die ganz große Liebe. Trotzdem habe ich auf einen Partnerschaftsvertrag bestanden und mich zum Gluck auch durchgesetzt. Als es zuende ging, versuchte sie alles, um den Vertrag anfechten zu können. Sie hat gegen alles und jeden geklagt und ist sogar genen den damaligen Notar zu Felde gezogen. Jedesmal hat sie verloren und irgendwann mußte sie klein beigeben. Hätte ich damals nicht auf den Vertrag bestanden, hätte mich das rd. 20 Jahre später einen mittleren, fünfstelligen Betrag gekostet.

    Ich kann der Frühchenoma nur vollunfänglich Recht geben. Regelt das solange ihr euch liebt. Wenn es nicht halten sollte, bleibt von Liebe und Fairness nämlich leider oft nicht viel über...

    (15) 24.10.17 - 14:49

    Wir führen seit vielen Jahren eine sehr glückliche Ehe - und haben einen knallharten Ehevertrag. Meine Eltern bestanden unter anderem darauf, weil sie mir bereit Immobilien übertragen haben und immer gesagt haben, dass sie die für mich und nicht im Falle einer Scheidung für den Ex gekauft haben.
    Mein Mann hatte überhaupt kein Problem damit.
    Bei solchen Sachen muss man realistisch und vernünftig bleiben. Im Falle der Scheidung versucht der eine unter Umständen dem anderen das letzte Fell abzuziehen.

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