Kind ohne Partner

    • (1) 24.10.17 - 15:38
      Pssstgeheim

      Hallo miteinander,
      Gibt es hier Gleichgesinnte die ein Kind ohne Partner haben?
      Evtl schon die ganze Schwangerschaft alleine waren oder sogar komplett ohne KV sind?
      Weil dieses vielleicht aus einem ons, Samenspende, Affäre o.ä. entstanden ist?
      Vielleicht finden sich hier auch welche bei denen der KV komplett anonym ist? Wie hat euer Umfeld reagiert?
      Wie geht euer Kind mit diesem Wissen um?
      Danke

      • HI,
        ich bin ein Produkt eines ONS und meine Mutter war alleinerziehend, ihr neuer Partner kam dazu als ich ca. 6 Jahre alt war.
        Für mich war das ganz normal, dass es meinen Vater so nicht gab, er war zwar nicht anonym und zahlte Unterhalt, aber das war's dann auch schon.
        Er meinte die Zahlungen einstellen zu müssen, als ich 18 wurde, da ich aber Abitur machte und auch studierte, musste ich mit ihm per Anwalt in Kontakt treten. Das war unschön, er hat sich saublöd verhalten.
        Wenn ich das Gespraddel mitbekomme, das eine meiner Freundinnen mit dem KV hat, bin ich froh, dass das uns allen erspart blieb.

        vlg tina

      (4) 24.10.17 - 17:09
      Mama alone at Home

      Wien sind auch so ein Fall, Mutter und Kind ohne Vater. Der Erzeuger meines Kindes war eine Art ONS und das Kind ein Produkt doppelten Verhütungsversagens. Er hat sein Kind noch nie gesehen und will weder von mir noch von dem Kind jemals kontaktiert werden. Das hat er sehr unschön sehr deutlich gemacht. Tja. Wir bekommen auch keinen Unterhalt. Das macht es nicht immer einfach, weil der Betrag fehlt. Aber so ist es eben und wir schaffen das schon.

      Es hat ohne jeden Zweifel seinen Charme und viele vorteile, keinen Vater zum Kind zu haben. Keinen der einem reinredet, das Kind blöd behandelt, keinen mit dem ich mich im Falle einer Trennung um das Kind streiten muss, keinen der mein Kind permanent enttäuscht weil er keine Zeit hat. Mein Kind kennt seinen Vater nicht und vermisst ihn daher auch nicht. Er ist eine abstrakte Figur ohne jeden "Wert" für mein Kind.

      Uns wurde oft prophezeit, wie sehr die "Vaterfigur" fehlen würde, aber bisher ist dem keinesfalls so. Der kleine Kerl ist ein wohlgeratener Junge, heute Grundschüler und glücklich. Er hat einen Opa, einen Onkel (meinen Bruder), meinen Onkel als Zweitopa, einen tollen Trainer und meinen Lebensgefährten als männliche Vorbilder und kommt ausgesprochen gut klar.

      Mir als Mutter hat mit Säugling manchmal der Partner gefehlt, ich konnte den Anblick der bemühten glücklichen Jungväter im Babyschwimmen & Co. manchmal nur schwer ertragen. Und alleine mit Baby, speziell wenn es krank ist oder zahnt und man als Mama auf dem Zahnfleisch geht, wäre ein netter Partner schon gut gewesen. Allerdings waren in meinem Umfeld auch nicht alle Väter derart um ihren eigenen Nachwuchs bemüht. Also ist das Vorhandensein eines Vaters keineswegs ein Garant für Hilfe und Unterstützung für die Mutter. Ich hatte meine Eltern als Hilfe und bin inzwischen Expertin in Sachen "Netzwerk unter Müttern aufbauen".

      Ich würde es noch anders haben wollen. Auch wenn man sich das als junges Mädchen anders vorgestellt haben mag, so ist die alleinige Verantwortung sehr oft um einiges einfacher als mit Partner. Ich bekomme das Kind groß. Es ist gut so, wie es ist.

      Planst du, ein Kind alleine zu bekommen?

      • (5) 24.10.17 - 21:58

        Danke für den ausführlichen Bericht.
        Kind ist aus Affäre mit dieser wird es aber keine Zukunft geben.
        Gewünscht wird auch das der Vater nie benannt wird.
        Familie habe ich, diese steht auch hinter einem.
        Habe nur Sorge vor der Reaktion im Umfeld. Eben das typische Dorfgespräch. Aber vielleicht habe ich nur zu viel Kopfkino und sollte es einfach auf mich zukommen lassen und genießen

        • Heisst das nach deutschem Recht etwa auch, dass das Kind gegenüber dem "nicht benannten" Vater keinen Unterhalts- und Erbanspruch hat? Ich halte das für ziemlich verantwortungslos. Ist es nicht wichtiger, dass das Kind möglichst optimale Verhältnisse kriegt, d.h. insbesondere die bestmöglichen finanziellen Verhältnisse, die in der Situation möglich ist, als dass irgendwelches Dorfgeschwätz erfolgt oder nicht erfolgt?

          Ich bin darüber hinaus auch einigermassen erschüttert vor dem Männerbild, das hier aus einigen Posts scheint. Um mit ihm ein Kind zu zeugen war der Mann ja offensichtlich ausreichend. Aber warum man mit einem Mann ein Kind zeugt, den man sich von vornherein nicht als Vater für seine Kinder wünscht, verstehe ich echt nicht. Naja, ok, es gibt vielleicht einige Dinge, die mir nicht in den Kopf wollen, vielleicht liegt's auch an mir.

          • (7) 25.10.17 - 09:19

            Das so zu planen macht wohl kaum eine Frau. Aber wenn das Kind schon unterwegs ist, soll es dann nicht zur Welt kommen dürfen weil die Umstände nicht optimal sind? Wo sind diese denn stets optimal? Und wer legt fest, was optimal ist? Das kann ich meinem Kind gegenüber auch genauso vertreten. Es war nicht geplant, aber dann nun mal unterwegs, da schwinge ich mich doch nicht zum Herrn über Leben und Tod auf und treibe mein Kind ab, nur weil der dazu gehörende "Vater" irgendein Problem damit hat.

            Selbstverständlich wäre es schön, wenn der Erzeuger in irgendeiner Form am Leben des Kindes teilnehmen würde, aber er sperrt sich mit allem was er hat dagegen. Das muss man sich auch nicht geben. Da er freiwillig auch keinen Cent rausrückt (und sich "arm" rechnet"), ist es ohnehin leichter für meinen Alltag, den Vater weder in der Geburtsurkunde noch im Leben zu haben. Ich entscheide alleine über alle Belange des Kindes, und muss mich nicht mit so einem Vollhonk rumschlagen. Was mein Kind daraus später macht, werden wir sehen. Es wird da nicht alleine durch müssen. IIch hatte nie vor, mich mit diesem Mann fortzupflanzen aber mei, es ist halt passiert. Muss man das beste draus machen.

            Das schlechte Männerbild ist nicht meine Idee sondern Erfahrung. Mir wird durch den abwesenden Vater viel erspart. Und meinem Kind auch. Zumindest jetzt. Ich habe viele tolle alleinerziehenden Mütter in meinem Freundeskreis, und für die ist das kein Spaß. Väter die sich sperren, die kommen (oder eben nicht kommen) wann sie wollen, die nicht oder zu wenig zahlen und trotzdem an Erwartungen und Forderungen an die Mutter nicht sparen, die die Kinder wartend und enttäuscht zurücklassen weil sie mal wieder was wichtigeres zu tun haben,... mein Kind wird auch enttäuscht werden von seinem Vater aber zumindest nicht jetzt permanent.

            Statt Mutter zu verurteilen, die diesen Weg gehen solltest du eher die Stärke und Wärme anerkennen, die diese Mütter jeden Tag doppelt aufbringen. Den Kampf den sie jeden Tag kämpfen, die Zeit, das Geld, all die Schwierigkeiten die sich auftun, wenn man diese Aufgabe alleine schultern muss. Da muss man nicht draufhauen sondern sich eher verneigen. Verglichen mit dem bequemen Leben meiner Freundinnen mit gut verdienenden, sich kümmernden Ehemännern ist mein Leben um ein Vielfaches schwerer. Aber wenn diese Ehen zerbrechen, fallen diese Frauen oftmals tiefer. Doch dann stehen sie auf. Und dann werden sie eine von uns #winke

            • Es geht mir nicht darum, dich als Mutter zu verurteilen, sondern um das Weltbild, das in einigen der hieisgen Postings transportiert wird, dass der Mann quasi als Belegstier taugt, aber sonst als nichts weiteres im Leben des Kindes.

              Wenn ich ähnliche Geschlechterklischees als angebliche Tatsachen verbreiten würde, z.B., dass man Frauen bestenfalls zum Putzen, Kaffee machen und Termine in den Kalender eintragen gebrauchen könne, alle wichtigen und prestigeträchtigen Tätigkeiten in einem Unternehmen aber grundsätzlich von einem Mann erledigt werden sollen, weil meine Erfahrung mit Frauen einfach dahingehend sei, dass sie es nicht könnten, wäre der Teufel los, zu Recht.

              Meine Erfahrung in meinem Freundeskreis ist, dass sich Väter allesamt um ihre Kinder kümmern. Das ist möglicherweise auch ein etwas einseitiges Bild, das sich durch meine Auswahl an Freunden ergeben hat, aber handkehrum wird das Bild, das deine Freundinnen und du haben, auch nicht zuletzt durch deine und deren Auswahl an Männern zustande gekommen sein.

              • (9) 25.10.17 - 12:11

                Klar, meiner einseitigen Auswahl an Freundinnen ist es zu verdanken, so viele arme, ach so gescheiterte Frauen mit Kindern ohne Männer zu kennen. Nicht zu vergessen meine eigene miese Wahl bzgl des Erzeugers meines Kindes. Das ist alles meine Schuld #rofl

                Und deiner exzellenten Menschenkenntnis in deinem Wolkenkuckucksheim ist es zu verdanken, in der schönen Welt der Ehen, treuen Partner, Eigenheime, glückseligen Vätern und ausnahmslos seelisch gesunden Kindern dank der rührselig engagierten Väter zu leben. Herzlichen Glückwunsch dazu. Hoffen wir mal inständig, die gemeine Realität zerhackt dir nicht irgendwann deine Tupperidylle..

        "Gewünscht wird auch das der Vater nie benannt wird."

        Denk bitte an das Kind und die (auch finanzielle) Verantwortung des Vaters - denn ob "gewünscht" oder nicht, er IST es und sollte dafür geradestehen!

Hallo

jede wie sie mag aber ich gebe zu bedenken:
das Kind fragt irgendwann nach seinem Vater-------früher oder später.
Und dann sollte man gerüstet sein, ohne Schaden beim Kind anzurichten.
Ich hatte z.B.eine Kollegin die ging erst mit Mitte 20 auf Vatersuche im Ausland, zuvor hatten ihr die recht wagen Erklärungen ihrer Mutter gereicht.
Eine andere erfuhr, dass sie das Produkt eines Tramp Erlebnissen ihrer Mutter ist.Damit kam sie auch nur mittel prächtig zurecht.

Eine Affäre fände ich noch am einfachsten ( Urlaub oder etwas in der Art) zu erklären.
Auch das Umfeld muss nicht alles wissen.
Wie man hier täglich lesen kann,schadet mancher Vater eher dem Kindeswohl..
Zumal wenn man dem Kind auch so ein stabiles familiäres Umfeld und geordnete Verhältnisse bieten kann.

L.G.

  • (13) 24.10.17 - 22:00

    Danke für die Antwort.
    Das ist für mich auch ein wichtiger Punkt ob lieber kein Vater besser ist als einer der dem Kind nicht gut tut

Hallo,

Ich kann nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber habe vier recht gute Freunde/innen, die ihren Vater entweder nie kennengelernt oder seit frühster Kindheit nie mehr gesehen haben. Sagen wir mal so, sie haben alle vierbdefinitiv ein Problem damit, einen wichtigen Teil ihrer Wurzeln nicht zu kennen. Sind alle mittlerweile über 30, die wirklichen Probleme haben sich erst im Erwachsenenalter bzw. bei ihren Erfahrungen und Problemen mit Beziehungen gezeigt. Kein/e einzige/r von den Vieren hat bis heute eine stabile und glückliche langjährige Beziehung gehabt, aber das kann durchaus auch am generellen Knacks unserer Generation liegen, da besteht noch Hoffnung... nun ja. Habe mich aber immer gefragt, ob das zusammenhängt.

Ich glaube, es löst schon in gewisser Weise eine (kleinere oder größere) Krise der eigenen Identität aus, einen oder gar beide Elternteile nicht zu kennen, zumindest vermute ich das und hab es bei meinen Bekannten beobachtet und auch durch Gespräche mit Ihnen erfahren. Wenn man seine Erzeuger kennt und nicht mit ihnen klarkommt, ist das zwar auch nicht grade toll, aber man kann sich immer auf eine "reale" Person beziehen.

So oder so wird Dein Kind eines Tages fragen, wer und wo sein Vater ist und warum es keinen Kontakt gibt. Ich würde immer zur Wahrheit plädieren und am besten irgendwie ganz natürlich seit Kindertagen mit einfließen lassen, damit es nicht irgendwann das große Erwachen gibt.

In Deinem Fall ist es natürlich schon krass, denn die Wahrheit wird sein "Dein Vater verleugnet Dich und will nichts von Dir wissen." Da musst Du ganz genau überlegen, wie Du das verpackst... da bin ich überfragt. Da gibt es hoffentlich Erfahrungsberichte und Hilfe irgendwo.

Ich sage das jetzt so hart, weil man sich das wirklich von vornherein bewusst machen sollte. Das ist keine Lappalie. Kannst Du nicht nochmal eindringlich mit dem Kindsvater reden?

Ich könnte mir vorstellen, dass Kinder generell besser mit dem Fehlen eines Elternteils umgehen können, wenn sie liebevolle Stiefeltern oder Pflegeeltern hatten.

Viel Glück und alles Gute
Avokado

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