Einmischen oder nicht? Und wie?

    • (1) 25.10.17 - 13:18
      Patchworknewbie

      Mein Freund und ich zogen vor zwei Monaten zusammen. Wir sind beide Mitte 40 und hatten vorher eine Fernbeziehung. Er hat eine Tochter von 14 Jahren. Mein Kind ist erwachsen und außer Haus.
      Ich kenne seine Tochter, er hat sie die letzten zwei Jahre in denen wir zusammen sind, nur unregelmäßig an den Wochenenden gesehen. Manchmal war ich dabei manchmal nicht. Mir fiel damals schon auf das er nicht so den Bezug zu ihr hat.
      Nun verbrachte sie in den Ferien ein paar Tage bei uns. Ich muss dazu sagen ich bin ein sehr harmonischer Mensch. Pflege auch eine gute Beziehung zu meinem erwachsenen Kind und wir unternehmen nach wie vor schöne Dinge zusammen. Von daher war ich wegen seinem Verhalten seiner Tochter gegenüber bestürzt bis vor den Kopf gestoßen. Ich fand das alles sehr disharmonisch. Er war die meiste Zeit über zu ihr sehr ungehalten und ungeduldig, so kenne ich ihn nicht. In den ganzen Tagen hatte ich das Gefühl er will eigentlich gar nicht das sie bei uns ist. Ich habe mich dann auch schnell verantwortlich gefühlt um dem Mädchen eine nette Zeit zu machen. Es gab dann von ihm so ungehaltene ungeduldige Ausbrüche ihr gegenüber wo ich mich gefragt habe ob ich mich nun einmischen soll oder nicht. Ich fand es nicht ok und unangemessen. Die Kleine hat nichts falsch gemacht. Wie würdet ihr reagieren? Würdet ihr dann was sagen?

      • Ja. Wenn er eine 14 jährige unfair behandelt würde ich was sagen. Du mischt dich ja nicht in "Erziehung " ein, sondern du sagst ihm dass er sich gerade unmöglich bzw unfair verhält.
        Das Mädel kriegt seine Stimmung doch mit....
        In einer ruhigen Minuten würde ich ihn dann nochmal amsprechen und ihm fragen warum er sich plötzlich so anders verhält.

        • (3) 25.10.17 - 13:43
          Patchworknewbie

          Ihn direkt konfrontieren, vor der Tochter bloßstellen? Finde ich nicht so gut....

          • Nunja...die TE schrieb Ja, dass die tochter nichts gemacht hat und er sich einfach unfair und ungeduldig verhält.
            Dann würde ich schon was sagen. Nicht viel, aber so viel das mein Partner merkt dass er sich gerade unmöglich verhält.

            Ich spreche jetzt nicht davon, seine Entscheidungen in punkto Erziehung zu untergraben.
            Da würde ich mich auch nicht einmischen.


            Aber es klang so, dass er sie "einfach So" unfair/ungeduldig behandelt. Und da würde ich je nach Situation diplomatisch was sagen.

            Das hat für mich nichts mit bloßstellen zu tun.

          • (5) 25.10.17 - 13:56

            Du findest dieses bloßstellen nicht gut, aber er macht genau das mit ihr dir gegenüber und erniedrigt sie.
            Niemals käme ich auch nur ansatzweise auf die Idee den Mund zu halten wenn sich jemand so unfair benimmt und erst Recht nicht wenn der, der zu Unrecht behandelt wird auch noch schwächer ist...

            Ich verstehe dich absolut nicht, kann es nicht nachvollziehen und lasse auch nicht gelten, dass du Harmonie liebst.die liebe ich auch, aber nicht SO..,
            Man kann auch jemanden sein falsches Verhalten vermitteln ohne ihn bloßzustellen und wenn derjenige dennoch bockig oder so, reagiert, dann ist es so, in dieser Zeit kann er dann mal nachdenken...außer natürlich man dackelt wieder sofort hinterher...dann ändert man nichts!

            • (6) 25.10.17 - 14:45
              Patchworknewbie

              Nein ich finde es nicht gut jemanden bloßzustellen und schon gar nicht ein Elternteil vor seinem Kind. Mir liegt nichts daran die Beziehung zwischen den beiden noch dadurch zu verschlechtern in dem ich ihn vor seiner Tochter mit dem Verhalten was ich von ihm unangemessen finde zurechtweise. Sowas kann eine Beziehung die eh schon nicht gut ist noch mehr Schaden zufügen, und das will ich einfach nicht. Außerdem finde ich das hier Diplomatie gefragt ist und danach frage ich. Nicht Brechstange.

    (8) 25.10.17 - 14:14

    Ob du jetzt nur übertrieben harmoniebedürftig bist, oder dein Partner tatsächlich zu ungeduldig und ungerecht lässt sich anhand dieser eher spärlichen Informationen schlecht beurteilen.

    Gib doch mal ein Beispiel. Was hat die Tochter getan, und wie hat er reagiert?

    Das wäre scho wichtig, um sagen zu können, ja da solltest du eingreifen.

    Ich würde ihn definitiv ansprechen. Das klingt jetzt etwas um die Ecke, aber ein mögliches Szenario wäre, dass er sich gestresst fühlt, weil er glaubt, wenn sie sich nicht brav genug benimmt, reagierst Du möglicherweise wiederum unwirsch und genervt. Sprich, er setzt hohe Maßstäbe an, von denen er erwartet, dass sie eingehalten werden müssen, damit Du das Kind nicht als störend empfindest. Natürlich kann es aber auch wirklich so sein, dass er von ihr selbst hochgradig genervt ist.

    Du meintest ja, er hat generell nicht so viel Bezug zu ihr. Kam die Einladung, dass sie mehrere Tage bleiben soll, von ihm aus? Hat er sich denn auf sie gefreut? Hat er Unternehmungen geplant? Kannst Du mal ein Beispiel geben, wo er Deiner Meinung nach übertrieben ungehalten reagiert hat?

    Wenn man das Problem etwas eingrenzen kann, fällt es Dir leichter, ihm da vorsichtig mal ein Feedback zu geben. Und ja, das solltest Du unbedingt tun, gerade wenn Du seine Tochter gern magst.

    • (10) 25.10.17 - 14:42
      Patchworknewbie

      Die Idee war von mir weil sie sich so selten gesehen haben. Auch die gemeinsamen Unternehmungen habe ich geplant. Ich mag seine Tochter. Auch nach den Tagen hat mich das Mädchen nicht gestresst, sondern sein Verhalten. Ein Beispiel von vielen sie schaffte es nicht den Sitz umzulegen. Er hat sie sofort ungehalten und ungeduldig angefahren. Dabei ist der Sitz sehr sperrig.
      Ich fand nicht das er sich gefreut hat. Die Begrüßung alleine war schon befremdlich für mich. Kühl distanziert von seiner Seite aus.
      Mir gehen gerade viele Dinge im Kopf herum. Aber sicher ist er war eher erleichtert wenn ich was mit dem Mädchen gemacht habe (zB haben wir Kekse gebacken) und er sich zurückziehen konnte in der Zeit. Daher gehe ich kaum davon aus das er denken könnte ich empfinde sie als störend, was auch nicht so ist.

      • Das klingt wirklich sehr danach, dass er mit ihr gar nichts anfangen kann.. oder will. Das müsstest Du jetzt halt im Gespräch herausfinden, ob er nicht weiss, wie er mit ihr umgehen soll oder ob er (und leider klingt es eher danach) gar keinen Bock auf seine Tochter hat.

        • (12) 25.10.17 - 15:36
          Patchworknewbie

          Deshalb frage ich hier... denn ich würde gerne mit ihm darüber sprechen es aber vermeiden wollen das er sich verletzt fühlt, andererseits möchte ich aber auch das die Tochter sich hier wohlfühlen kann und sich nicht Unwillkommen fühlt.

          • Ich bin jetzt nicht davon ausgegangen, dass Du die Holzhammermethode benutzen würdest. ;-) Geht es Dir im Kern jetzt eher darum, ob Du etwas sagen sollst oder wie Du es am Besten formulierst?

            • (14) 25.10.17 - 15:55
              Patchworknewbie

              Eigentlich geht es mir wohl um das berühmte "wie" :-) Feinfühlig genug und ohne zu kränken.

              • Dann würde ich sagen, finde erstmal das Gesamtbild heraus. Hat er sich in der Beziehung mit der Mutter viel um das Kind gekümmert oder konnte er da schon nichts mit ihr anfangen? Wollte er immer viel Umgang haben, aber die Mutter hat es verweigert? Hat er dadurch irgendwann den Bezug verloren? Du weisst was ich meine. Bestimmt weisst Du ja bereits einige Dinge, die da gelaufen sind.

                Das kannst Du ihm jetzt natürlich nicht unbedingt alles in einem Gespräch aus der Nase ziehen, außer er zeigt, dass er auch gerne darüber sprechen würde, weil ihn das belastet. Druck aufbauen wolltest Du ja nicht. Wobei ich eher der direkte Typ bin und ihn auch ebenso direkt danach gefragt hätte. Am selben Abend noch, als die Vorfälle passiert sind.

                Wenn er fragt, warum Dich seine Tochter so interessiert, würde ich tatsächlich unverblümt aber freundlich antworten, was Dir aufgefallen ist. Eben dass Du gemerkt hast, dass er genervt reagiert hat (die Situation beschreiben). Dass Du einfach verstehen willst, warum er so distanziert wirkte, weil Du seine Tochter als so angenehm empfindest. Denke mal, das kriegst Du vorwurfsfrei hin. :-)

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