Mein kleiner Sohn stürzt sich in den Abgrund

    • (1) 28.10.17 - 10:33
      Keinerweissweiter

      Ich weiß einfach nicht weiter. Ich fühl mich ohnmächtig, ich hatte noch nie so Angst!
      Mein Sohn ist erst 12 geworden, er hat adhs.
      Er war auf dem Gymnasium und plötzlich veränderte er sich, er wollte nicht mehr zu Schule.
      Ich las in seinen whatsapp Chats das er an selbstmord denkt. Er Ritze sich.
      Ich brachte ihn in die geschlossene Kinderpsychiatrie.
      9 lange Wochen war er dort, sie sagten er hätte eine Depression, haben aber keine Ursache dafür gefunden.

      Er wechselte die Schule. Das war erst Mitte August.. er wurde wieder fröhlich, lachte, ging wieder gern zu Schule. Hat Freunde gefunden.
      Leider bekam ich dennoch von Anfang an Anrufe von Lehrern, Julian ist verhaltensauffällig.. keine konzentration ..
      Er verabredete sich täglich und ich freute mich für ihn endlich Anschluss gefunden zu haben.

      Vor 6 Wochen fing es an das er mir fast täglich schrieb das er Kopfweh hat, ich soll ihn bitte aus der Schule abholen.
      Ich vermutete Schulangst.. die Lehrer auch.
      Und jetzt könnte ich mich dafür hassen das ich da nicht schon angefangen habe zu hinterfragen!

      Beim aufräumen seines Zimmers habe ich 2 Zigaretten gefunden, ich ließ sie dort und schaute regelmäßig nach ob sie noch da sind.
      Hin und wieder vermisste ich Feuerzeuge die im Keller lagen.
      Er roch nach der Schule komisch, offensichtlich mit Deo/Parfüm eingesprüht.
      Raucht er heimlich?

      Sein Zimmer stank zwischendurch so nach raumspray..

      Sogar morgens vor der Schule. Okay Pubertät? Übertreibt er es mit einduften?
      Regelmäßig suchte ich Indizien die fürs rauchen sprachen .. aber ich hab nie was gefunden.

      Die Kopfschmerzen wurden so schlimm das er mich täglich nach Tabletten anbettelte..
      mein nasenspray was ich erst gekauft hatte war plötzlich leer und niemand wollte es gewesen sein.

      Mein Mann sagte vor wenigen Tagen "wo ist denn schon wieder mein Deo hin"..

      Der Groschen fiel vor 2 Tagen.
      Er kam von der Schule, ging in sein Zimmer .. und kam zu mir hoch.
      Ich ging in sein Zimmer weil mir schon wieder ein Geruch entgegen kam den man kaum aushält.
      Sein Fenster war gekippt und ich musste sofort aus seinem Zimmer raus. Es roch nicht nach Rauch.. sondern einfach nach Deo.

      Ich Googlte.. Deo schnüffeln. Ich hatte keine Ahnung davon, ich musste lesen wie das geht! Taschentücher stand da.. ich bin wieder in sein Zimmer, natürlich war der Mülleimer voll damit, neben seinem Bett.. ich roch dran und wäre am liebsten einfach gestorben.
      Auf einmal war mir alles klar! Warum das nasenspray leer war.. warum Deos weg waren, Klopapier war weg.. Taschentücher weg..
      ich war überfordert, ich konnte ihn nicht sofort darauf ansprechen ich fühlte mich gelähmt. Er sagte er geht jetzt zu seinem Freund, er hätte haushausgaben fertig.. ich blickte kurz in sein Rucksack.. eine Deo Flasche.
      Ich lies ihn ziehen. Ich wartete auf mein Mann und fiel ebenfalls aus allen Wolken! Total besorgt besprachen wir die nächsten Schritte
      Wir haben sein ganzes Zimmer auseinander genommen, noch mehr Zigaretten gefunden, noch mehr Taschentücher .. Deos.. Kleber.

      Wir führen zu seinem Freund.. und haben mit der Mutter gesprochen. Die Jungs waren unterwegs und sie war überhaupt nicht überrascht, sagte sie kontrolliert regelmäßig die Tasche von meinem Sohn?!?! Hä? Wie kommt man darauf fremde Taschen zu durchsuchen?
      Sie meinte ihr Sohn macht das nicht, sie hätten sowas auch nicht im Haus und wimmelte uns ab.
      Ich schrieb der Klassenlehrerin von unserem Sohn eine E-Mail ..

      Später haben wir ihn darauf angesprochen. Er gab zu mit Deo und Feuerzeug zu "fackeln".. auf die Nachfrage was noch stellte er sich dumm "wie was noch".
      Ich bluffte und sagte Papa hat dich gesehen, mit dem Deo und Taschentuch..
      dann gab er das zu "das war einmalig".
      Auf die Nachfrage seit wann das so geht kam "ich weiß gar nicht was du meinst, ich spiele mit Deo und Feuer erst 2-3 Tage"

      Das wir alles weggeräumt haben reagierte er panisch drauf.
      Auch wo er das her hat keine Antwort. Ob sein Freund das auch macht keine Antwort.
      Wir haben ihn auf die Gefahren aufmerksam gemacht, er ist sehr klein und dürr, nimmt schon anti depressiva und etwas für die konzentration.
      Ich hab ihm gesagt das er schon längst hätte tot sein können und wir haben einfach nichts gemerkt!

      Ein Tag später telefonierte ich mit seiner Klassenlehrerin und sie berichtete mir das auch jetzt für sie alles Sinn macht, insbesondere diese Woche saß er teilnahmslos im Unterricht. Und auch weit vor den Herbstferien saß er mit Taschentuch vor dem Mund im Unterricht, auffallend oft aber auch sie hat sich darüber keine Sorgen gemacht. Der Sozialarbeiter der Schule sagte das er das in 25 Jahren Schulzeit zum ersten Mal davon hört und das eher kiffen und rauchen zum "Alltag" gehöre.

      Der Freund von ihm, in der Parallelklasse.. seine Klassenlehrerin hat mit der von meinem Sohn gesprochen und hat genau das selbe festgestellt, teilnahmslos.. auffällig .. verändert.

      Ich las mir Gespräche von mir und meinem Sohn durch und er schrieb mir schon Anfang September er hätte grausame Kopfweh. Meistens war das in der Schulzeit.

      Ich muss ständig weinen aus Angst mein Kind zu verlieren.
      Gestern fragte er mich das Desinfektionsmittel .. weil er Farbe wegmachen wollte.. hält er mich für dumm?
      Wenn er abhängig ist weiß ich nicht wie es weitergehen soll. Deo ist so schnell gekauft.. billig und schnell.
      Ich hab gestern nochmal sein ranzen durchsucht und wieder Kleber(Stift) und sprühlack gefunden.

      Ich hab so eine Angst !!

      Ich fühle mit Dir!!! Mir ist nich eingefallen dass er den Trick ev.in der Psychiatrie von anderen Kindern gelernt hat, also da auch sehr vorsichtig sein. Ev.alternative Beratung suchen wie z.B. Entwicklungsberatung wo jemand zu Eich nach Hause kommt und doe ganze Familie mittherapiert. Alles Gute!!!

    • Ich kann Dir leider auch nicht mehr raten, als dringend eine Drogenberatungsstelle aufzusuchen, Du schaffst das alleine nicht.
      Mehr kann ich Dir leider nicht helfen, wollte Dir nur alles alles Gute wünschen, weil ich sehr gut weiß, wie man sich fühlt, wenn man vor so einer Problematik steht.
      Mein Sohn war spielsüchtig.......bei euch kommt noch dieses elende ADHS dazu, kenne ich vom Bruder meines Patenkindes.
      Lass DIR SELBER bitte auch helfen.
      LG Moni

      Hi,
      zum Thema Deoschnüffeln und Drogenberatungsstelle hast du ja schon hilfreiche Tipps bekommen.
      Wegen seiner Depressionen und ADHS, hast du ihn schon mal wegen seiner Schilddrüse auf den Kopf stellen lassen? So richtig, nicht nur eine Blutuntersuchung beim KiA? Ich frage deshalb, weil eine meiner Kolleginnen das Thema bei sich und ihrem Sohn durch hat, dementsprechend sensibel ist und Eltern ihrer Schüler bei derartigen Problemen eine Schilddrüsenubtersuchung anrät.

      vlg tina

    • (7) 28.10.17 - 16:18

      Oh man, oh man...
      Ich kann es dir absolut nachfühlen, wie es dir dabei gerade geht.
      Mein Sohn drohte in Drogenabhängigkeit "unterzugehen"...
      12 Jahre ist ja echt verdammt jung. Ja - Suchtberatung sollst du wohl in Anspruch nehmen, das ist manchmal hilfreich, um einfach von einen Tag zum nächsten zu kommen, aber das Problem lösen, können sie wohl auch nicht.

      Mir ist, genauso wie einer anderen Schreiberin hier, der Gedanke gekommen, daß er den "Kick" oder die Idee dazu, wohl wirklich in der Jugendpsychiatrie bekommen haben kann.
      Hab ich das richtig verstanden, daß der Freund in der Paralellklasse das auch macht? Dann tut euch auf alle Fälle mal mit dessen Eltern zusammen.

      Ich weiß echt keinen rechten Rat. Zumal es ja wirklich so ist, daß Deo oder Kleber einfach schnell besorgt werden kann. Also wegsperren bringt da nichts. Wenn, dann müsste dein Sohn davor "weggesperrt" werden, sprich Unterbringung in einer Jugendeinrichtung oder -psychiatrie. Aber ob das am Ende dann mehr nützt oder schadet..., weiß man hinterher.
      Das hört sich jetzt krass an, aber vielleicht wäre es hilfreich, wenn er dadurch wirklich massive gesundheitliche Probleme bekommt, die ihn zu einem Klinikaufenthalt "zwingen" und zum Umdenken bringen.
      Versuche, irgendwo einen Termin aufzutreiben, wo ein Dritter ein Gespräch mit euch führt - Kinderpsychologe, Beratungsstelle... irgendwas.
      Und lass ihn nicht fallen, bzw. bestrafe ihn nicht mit "Liebesentzug" - er braucht dich momentan ganz besonders. Versuche, irgendwie an ihn ran zu kommen.

      In mir kommen gerade wieder Erinnerungen hoch: auch ich habe heimlich seine Whatsapp-Nachrichten gelesen, wobei mir manches Mal das Ausmaß weiter klar wurde, er hat mit 16 gekifft (was uns aber auch erst nach und nach bewusst wurde), was das Zeug hält, ist so sogar mit dem Moped durch die Gegend gefahren, hat das Zeug weiterverkauft, dann kam Extacy und was weiß ich noch dazu - was hab ich mir vor Verzweiflung die Nächte um die Ohren geschlagen, geweint, gebetet (ja ich hab da wirklich intensiv zu beten begonnen und es bis heute beibehalten) -
      heute, gut drei Jahre später ist er auf einen guten Weg, doch ich bin wachsam.
      Ich glaube, der Auslöser lag bei ihm daran, daß er sich von Anfang an an seiner Ausbildungsstelle unwohl fühlte...
      Darum kann ich nur raten: die Gesamtsituation betrachten - wo hat er Probleme, fühlt sich minderwertig o. ä. ...
      LG und alles Gute

      • (8) 28.10.17 - 21:04

        Unser Verdacht war auch erst aus der KJP, da hat er mir immer alles erzählt (der Junge hat Gras versteckt, der zieht Kreide, der andere hat Scherben unterm Bett)
        Und das war auch eher die Problematik dort bei den Kids.

        Zwischen KJP und neuer Schule lagen 3 Monate und die Schule hat er ja wegen nicht wohlfühlen gewechselt, und auf der jetzigen fühlt er sich wohl (sagt er zumindest).

        Wie ich ja geschrieben habe, war ich bei der Mutter.. und sie hat abgeblockt. Jedoch von meinem Sohn Taschen kontrolliert und regelmäßig sein Deo weggenommen.
        Da frag ich mich erstens warum kontrolliert sie Taschen, da muss es doch ein Grund geben?!
        Warum ausgerechnet Deo wegnehmen? Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen, wusste sie es evtl?
        Als ich meine Ängste und Verdacht und Beweise offen legte war sie fast eiskalt, kein besorgtes Gesicht, eher abgetan "wir haben sowieso nichts im Haus, gar nichts davon"
        Bei 6 Kindern im Alter zwischen 5-20 Jahren kann ich mir das schlecht vorstellen, was ja auch total normal wäre, aber gleich "mein Kind hat damit nichts zu tun" fand ich irgendwie merkwürdig.

        Und laut der Aussage der KL des Freundes hat er genauso abgebaut wie mein Sohn, der Verdacht liegt also nahe das sie es beide zusammen machen. Wer es von wem hat spielt für mich keine Rolle, jedoch würde ich natürlich gerne wissen wie man darauf kommt und woher sie das haben.
        Aber seiner Mutter würde ich keine Schuld geben, aber ich würde ihr wahrscheinlich vorwerfen (wenn sie es wirklich weiß) das sie verantwortungslos reagiert.

        Er wird irgendwo ein tiefes Problem haben,etwa was ihn belastet.. aber redet leider nicht, mit niemanden.. vielleicht ist es wirklich der Kick, oder versucht sein dopamin Haushalt zu regulieren weil sein adhs nicht mit MHP behandelt wird sondern seine Depression.

        Ich habe einfach echt Angst ihn tot zu finden, er weinte so oft wegen seinen Kopfschmerzen .. hatte er keine Angst? Wieso hat er das nicht mit dem schnüffeln in Verbindung gebracht?!

        • Wahrscheinlich hilft ihm das Schnüffeln kurz weg von den Schmerzen, ob körperlich oder seelisch, zu kommen, deswegen ist er süchtig danach. Das ist dich immer so bei Suchtkranken. Einfach die schreckliche Welt da draussen vergessen wo sie mit sich selbst vor allem nicht zurecht kommen. Ich hab immer stärker das Gefühl dass ich nicht den klassischen Weg zum Psychiater suchen würde. Die Medikamente mit 12 Jahren sind auch schon hammermäßig. Ich schreibe Dir privat eine Nachricht wenn Du erlaubst, mit einem Vorschlag zu einer Therapeutin. LG

          (10) 28.10.17 - 22:47

          Kannst du denn reden mit ihm, ihm erklären, dass din Kopfschmerzen vom deo kommen?
          Ja - es ist einerseits egal, wie er auf die Idee kam. Heute kann ich sagen, ich würde raten, jeglichen Kontakt zu anderen, die solchen scheiß machen, minimieren. Mit 12 dürfte das noch etwas leichter sein, als bei einem 16jährigen.
          Ich glaube, manche Eltern schämen sich einfach dafür, einzugestehen, dass ihr Kind irgend sowas macht. Wenn die Mutter so reagierte, ja dann hat sie doch sicher was gemerkt oder hatte den Verdacht. Ich wäre nie drauf gekommen, deo weg zu räumen...

          Ich bin damals auch zu den Eltern des Freundes meines Sohnes gefahren, bei dem sie oft, oft abhingen. Der Vater hat sich bedankt für meine Offenheit, aber nicht in Erwägung gezogen, dass sein Sohn ebenfalls was raucht etc. Die Mutter hat mir dann einige Tage später erzählt, dass sie an den Sohn schon lange nicht mehr rankommt. ...Er hat sich sogar einen holzkeil zurechtgemacht, den schiebt er in seinem Zimmer von innen unter die Türe, zusätzlich sperrt er mit dem schlüssel ab. Man darf sich gar nicht vorstellen, wenn da wirklich mal jemand rein muss....

          Ich hoffe, du kannst gut mit deinem Sohn sprechen...verlierst nicht den Draht. ...Dann bekommt ihr das bestimmt wieder hin, auch wenn der weg nicht nur einfach ist.

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