Enttäuscht vom Mann und evtl.zu anspruchsvoll????bitte Rat...

    • (1) 28.10.17 - 15:45
      Irgendwie-allein2

      Hallo zusammen,
      mein Mann und ich planten seit 2 Jahren , Nachwuchs . Letztes Jahr hatten wir leider 2 FG - dieses Jahr wurde ich dann zum 3.mal schwanger . Die SS war alles andere als einfach - ich musste fast die ganze Zeit liegen und durfte keinerlei körperliche Anstrengungen durchführen .hilfe bei der Hausarbeit musste ich einfordern und mein Mann teilte mir immer mit, dass 2 mal saugen im Monat reicht. Ende vom Lied , unser Kind kam 11 Wochen zu früh. Die ganze Zeit in der Klinik , bin ich jeden Tag bei unserem Kind gewesen . Mein Mann ist selbstständig und kam abends dann mal für eine Stunde rein. Ich hab bereits in der Klinik die anderen Mütter „beneidet“, da die Männer dort viel präsenter waren. Die Versorgung des Kindes habe ich eigentlich immer allein gemeistert (soweit das in der Klinik gestattet war) - auch wenn mein Mann da war, habe ich mich gekümmert , von allein kommt nix , dass er z.B. Mal die Windel wechselt etc.

      Seit einiger Zeit sind wir nun daheim - auch hier bleibt eigentlich die ganze Versorgung an mir hängen. Es kommt kein „lass mich mal die Flasche geben“ oder „ich Wickel jetzt mal, bleib liegen“. Wenn das Kind schreit, wartet er bis ich komme anstatt einfach mal selbst bereits zu wickeln (vor jedem füttern wird gewickelt). Der Ablauf ist immer der gleiche aber von allein kriegt er nix auf die Kette . Ich fühl mich so allein gelassen mit allem - sowohl in der SS als auch jetzt. Ich will nicht als „Bittsteller“ dastehen und um jeden Handschlag fragen. Mein Mann hat insgesamt erst 1 mal die Flasche gegeben! Kein weiteres Mal mehr!

      Bin ich zu kritisch oder fordernd? Ist er evtl nur unsicher ? Auf die Frage ob er unsicher wäre im Umgang mit dem Kind, kommen antworten wie „nein wieso überhaupt nicht“. Will er nur keine Schwäche zeigen oder dazu stehen?

      Wie würdet ihr Vorgehen? Es ist sicher auch ein bissl mangelnde Kommunikation aber ist es zuviel verlangt, dass er im Handling auch Sachen mal allein sieht ? Oder auch mal allein bereit ist zu füttern?

      Ich würde mir den Enthusiasmus wünschen, den er auch in der Arbeit an den Tag legt, denn hier ist er ein Perfektionist und macht sein Ding mehr als gut . Nur im Bezug auf Kind und Schwangerschaft habe ich dieses Verhalten mehr als vermisst.

      Danke fürs lesen und ggf. habt ihr ein paar Tipps oder könnt mir den Kopf gerade rücken - denn vielleicht bin ich selbst einfach das Problem,

      • Nun, viele mütter haben das Problem, dass der Mann nichts oder sehr wenig tut, was mit dem Baby zu tun hat. Die meisten Männer denken, wenn sie etwas will, muss sie es sagen. Also auch, wenn es für dich als selbstverständlich gilt, das er etwas tut, für Männer ist es das entnehmen leider nicht. Sage ihm immer wieder konkret, was du jetzt von ihm möchtet. Kein "kannst du bitte.." sondern ein: "Du gibst ihr jerzt mal die Flasche." Man muss Männern sehr oft konkret genau sagen, was man von Ihnen jetzt möchte. Und nicht voraussetzen, dass er von selbst darauf kommt. Männer denken anders. Sie denken oft, dass du ihnen schon sagen würdest, was du wann von Ihnen erwartest.

        Hallo!

        Deinem Mann die Schuld an der Frühgeburt zu geben ist nicht fair. Egal ob es jetzt dreckig war oder nicht, Du kannst da nicht die Schuld auf ihn schieben.
        Und trotz Selbständigkeit ist er auch jeden Tag in die Klinik. Das war für ihn auch kein kleiner Zeitaufwand, schließlich hat er selten um 16 Uhr Feierabend, und Urlaub nehmen kann er auch nicht so einfach, wie es die anderen Väter vielleicht getan haben.

        Und jetzt ist es doch wirklich kein Problem wenn Du den Mund aufmachst. Ein "wickelst du bitte, ich mache derweil die Flasche und bringe sie euch beiden dann" macht dich doch nicht zum Bittsteller. Und du kannst auch einfach nur mal eine halbe Stunde alleine spazieren gehen oder dich beim Rückbildungskurs anmelden und solange Mann und Kind alleine lassen, dann muss er das Baby eben auch versorgen.

        Er arbeitet viel und denkt eben im Moment, dass Du ja sowieso zu Hause bist und deswegen das dein Job ist. Wenn Du gerade im Moment Hilfe brauchst, dann sag es einfach. Punkt.

        • (4) 28.10.17 - 16:57
          Irgendwie-allein2

          Danke für Deine Meinung . Das mit der Frühgeburt war von mir missverständlich geschrieben- er ist absolut dafür nicht verantwortlich . Nur weil der Boden dreckig ist , kmmmt kein Kind früher .

          Danke für den Denkanstoß - drum bin ich hier und frage nach „Meinungen „ von außen . Sonst bin ich nicht auf den Mund gefallen, aber bei diesem Thema verlange ich irgendwie zuviel . Klar mein Mann arbeitet sehr viel und freinehmen ist njcht . Ich werde das Thema des Flaschen gebens nachher direkt mal „testen“

      Interessant. Ich habe exakt das Gleiche durch. Null Unterstützung oder Mitgefühl in der Schwangerschaft obwohl ich vorzeitige Wehen hatte. Kind kam 10 Wochen zu früh. Partner kam jeden Tag für sehr kurze Zeit, auch an den Wochenenden, ins KH. 2 Monate nach unserem Krankenhausaufenthalt habe ich mich getrennt weil er auch zu Hause keine Unterstützung war, nicht mal anwesend. Ich finde meinen Ex-Partner auch heute noch schwach und kann so einen Charakterzug nicht verzeihen. Es ist ja nicht nur mein Kind, sondern auch sein Kind. Und wenn ich in Krisensituationen nicht auf den Mann an meiner Seite zählen kann, dann war er längstens mein Partner.

      • (6) 28.10.17 - 17:41
        Irgendwie-allein2

        Danke für Deine Nachricht . Eine Trennung ziehe ich nicht in Betracht . Er ist nicht untätig , aber ich würde mir wünschen, dass er von allein mal das Kind mehr versorgen würde . Er geht mir zur Hand, wenn ich es sage aber ich merke, dass das Problem eher bei mir liegt . Ich muss den Mund aufmachen und einfordern, was ich mir wünsche .

        • Zu Deinem letzten Satz: Ich gehe davon aus,,dass das nicht nur aufs Fläschchengeben beim Kind begrenzt ist sondern weitaus öfter vorkommt als man denkt.....95% des Alltagslebens?
          Ich denke nicht, dass mein Mann ohne zarte Aufforderung gesaugt,den Müll runtergebracht usw. hätte#cool Ohne Aufforderung klappten die reinen Männerarbeiten#schein Rasen mähen mit dem neuen Mäher, Unkraut jäten mit dem Flammenwerfer, das Mammut erlegen und dann den Grill anwerfen (was NUR er konnte #freu).......
          Nimms mit Humor und sag ihm einfach, was Du möchtest, das Leben wird leichter ;-) LG Moni

          >>> Ich denke nicht, dass mein Mann ohne zarte Aufforderung gesaugt,den Müll runtergebracht usw. hätte#cool Ohne Aufforderung klappten die reinen Männerarbeiten#schein Rasen mähen mit dem neuen Mäher, Unkraut jäten mit dem Flammenwerfer, das Mammut erlegen und dann den Grill anwerfen (was NUR er konnte #freu)....... <<<

          Ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Welten von Frauen in den 60ern sein können ... wenn meine Mutter, die zwei Jahre älter als Du ist, jemals so über meinen Vater oder Männer und ihre alltäglichen/familiären Fähigkeiten im Allgemeinen gedacht, gesprochen oder sie so gelebt hätte, hätte ich mich gefragt, ob sie von Aliens 1x in die 50ies entführt worden und ihr eine Gehirnwäsche verpasst worden wäre ...

          Also ich bin hier schon echt oft erstaunt, wie Männer dargestellt werden oder wie viele vielleicht auch so sind. Als wären sie Neandertaler in ihren Höhlen und wären nur fürs Tiere erlegen zuständig. Ich muss meinem Mann nicht sagen, dass er mal ne Windel wechseln muss oder den Müll rausbringt. Gott sei Dank ist er wohl mit der Evolution mitgegangen.
          Andererseits sind manche Männer glaub einfach nur schlau, weil die Frauen eigentlich alles selber machen wollen, der Mann nix recht machen kann und sie ihn deshalb immer korrigieren, wenn er denn dann doch mal was von ganz alleine macht. Da hätte ich als Mann auch keinen Bock mehr was zu machen und würde irgendwann auf "doof" schalten und nix machen bevor ich nicht aufgefordert werde.
          Ich habe eine Freundin, bei der das so ist. Sie schimpft dauernd über oder mit ihrem Freund, weil er nix macht oder halt falsch (=anders als sie). Ich habe ihr das mal gesagt, da war sie ganz geschockt, weil sie das gar nicht merkt.

Das Problem ist ja, dass wir oft denken: man der muss das doch sehen. Der muss doch alleine auf die Idee kommen und machen...

Ne leider nicht ;-)

Ich habe damals in einem Gespräch darüber einen festen Vormittag „frei“ bekommen.
Aber dann kann es eben auch sein, dass dein Mann es anders macht und mal nicht vor dem Essen gewickelt wird :-)

  • (13) 28.10.17 - 17:31
    Irgendwie-allein2

    Danke für Deiben Beitrag .
    Ja ich bin nicht perfekt , versuche aber beim Kind alles perfekt zu machen. Ich muss einfach mal einen halben Tag weg sein, und ihn machen lassen . Ob er dann davor oder danach oder wann auch immer wickelt, ist mir egal . Getreu dem Motto „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Das Kindchen wird es „überstehen“.
    Ich hab halt auch das Problem, durch seine mangelnde Anwesenheit in der Klinik , hab ich irgendwie kein Vertrauen dass er es schaff wobei ich schon denke, dass er es hinbekommt...is ja nun auch keine Quantenphysik. Naja ich merke, ich muss einfach fordern. Dann wird es gehen .

    • Ich denke ihr müßt einmal offen über die gegenseitigen Erwartungen und Bedürfnisse sprechen:
      Wer investiert wie viel Zeit in welche Arbeiten und warum?
      Wer könnte den jeweils anderen worin unterstützen und worin nicht?
      Wer braucht welche Unterstützung vom anderen dringend?
      Sind die Aufgaben fair verteilt?
      Könnt ihr auch Hilfe von außen holen, könntet ihr euch das leisten (Haushaltshilfe, Babysitter, Oma und Opa ....)?

      Ihr könntet ein Paarseminar belegen (natürlich muss das Kind da abgestillt sein und auch mal bei Oma oder Opa bleiben können),
      ihr könntet eine Paarberatung aufsuchen,
      ihr könntet an eurer Kommunikation arbeiten.

      Du musst es einfordern, ja. Aber nicht garstig oder gemein.

      Ich würde nicht einfach das Baby mit dem Papa allein lassen, sondern ihn schon vorher anlernen und erst dann alleine lassen, wenn er sich da sicher fühlt. Alles andere sorgt doch nur für Zündstoff.

      Wenn die Männer uns mit den "Männerarbeiten" einen halben Tag sitzen lassen würden, wären wir auch sauer #aerger - da würde es hier im Forum Vorwürfe hageln ohne Gleichen.

      Ich sag ja nicht, dass Kinder Frauenarbeiten sind, aber aktuell bist Du nun mal die ALleinversorgerin und musst das mit Deinem Mann am besten auf freundschaftlicher Ebene klären, anstatt Streit anzufangen.

      Es ist seinerseits ja keine böse Absicht sondern fehlende Umsicht #aha.

      Wie gesagt: Anders herum wären hier auch wieder alle auf der Seite der Frau.

      Viele Grüße
      mari

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