Parkinson in jungen Jahren, wie geht weiter? Sehr besorgt um gute Freundin

    • (1) 31.10.17 - 11:48
      Wieredenohnestreit

      Hallo ihr Lieben,

      Ich schreibe heute lieber in Grau, weil das Thema schwierig ist und ich nicht erkannt werden möchte :(

      Eine gute Freundin ist seit ein paar Jahren mit einem älteren Mann zusammen (geht auf 50 zu, sie ist 32) und er wurde nach längerem Kranksein vor Kurzem mit Parkinson diagnostiziert, das ist ganz schlimm für alle.

      Sie haben sich jetzt verlobt (er hat sie gefragt) und wir im Freundeskreis sind total unsicher, was wir denken sollen. Ich weiss, es klingt total fies zu sagen, sie solle ihn nicht heiraten, aber wir haben Angst, dass sie mit ihm unglücklich werden wird und als seine Krankenschwester enden.(sie leidet schon drunter, er geht schon kaum mehr raus und ist schlecht gelaunt usw)

      Sie können doch ohne Trauschein zusammen sein... wer weiss, wie es ihm in ein paar Jahren geht! Wir kennen uns auch alle nicht aus mit der Krankheit, und sie ignoriert es total und will nichts darüber lesen, wissen und hören! Sie ist so stur, wenn wir was sagen, blockt sie ab.

      Wir finden, sie sollte sich wenigstens vorher sehr gut über die Parkinson Krankheit informieren, bevor sie ihn heiratet!

      Man muss dazu sagen, dass er ein schwieriger Typ ist und meine Freundin ein sehr lieber Mensch, der es immer zuerst allen anderen recht machen will!

      Ich weiss, dass es ihr Leben ist und man sich nicht einmischen soll, aber mehrere Freunde machen sich wirklich Sorgen um sie und wie das weitergehen soll??

      Vielleicht lebt er ja noch viele Jahre mit der Krankheit, aber was man so hört ist Parkinson schlimm... sie werden doch nie ein normales Leben führen?

      Wenn jemand selber krank ist oder einen Fall in der Familie hat, bitte gebt mir Rat, ich weiss nicht, wie ich mit ihr reden soll, ohne dass sie abblockt :(

      Lieben Dank

      • (2) 31.10.17 - 12:09

        [vom urbia-Team editiert]

        Sie ist eine Erwachsene Frau. Ich denke schon, dass sie sich informiert. Bleibt ja nicht aus wenn der Partner erkrankt ist.
        Vermutlich blockt sie ab, weil ihr sie nicht unterstützt und sie das Gefühl hat ihr gönnt ihr kein Eheglück. Wenn du und die restlichen Freunde mit der Intention "heirate ihn bloß nicht, er ist krank!!" mit ihr spricht, kann ich sogar verstehen, dass sie abblockt.

        Sie wünscht sich vermutlich, wie jede frisch Verlobte, dass man sich mit ihr freut.

        Der Partner ist nun also krank und ihr findet ihn nicht sympathisch. Für euch alles Gründe ihn nicht zu heiraten.
        Ich gehe aber davon aus, dass sie ihn liebt. Und was wäre wenn er die Diagnose erst 1 Jahr nach der Hochzeit bekommen hätte? Würdet ihr dann versuchen sie zur Scheidung zu drängen??
        Ich kann eure Sorge ja ansatzweise verstehen. Aber ich finde es sehr traurig ihr die Hochzeit ausreden zu wollen weil er krank ist. Wenn sie ihn liebt und sie sich dieses Leben vorstellen kann, soll sie ihn doch heiraten.
        Ich weiß nicht ob er wirklich ein "schlechter Mensch" ist, oder ob nur ihr ihn nicht leiden könnt. Aber SIE ist ja mit ihm zusammen.
        Sie ist alt genug, um sich selber vorstellen zu können wie es enden KÖNNTE. Und wenn sie ihn dann trotzdem gerne heiraten möchte, soll sie es doch tun.

        Ich an deiner Stelle würde zwar meine Bedenken äußern. Ihr aber auch Mut zu sprechen. Unterstützung anbieten. Ihr sagen, dass du da bist, wenn sie reden möchte.

        • (4) 31.10.17 - 12:26

          Danke für deine Antwort, ich weiss ja, dass es gerade für die beiden total schwierig ist nach der Diagnose und wir sind auch nicht alle total gegen die Beziehung, wobei es schon einige Gründe gibt, warum wir uns Sorgen machen und ihn nicht 100% toll finden... natürlich ist es ihr Leben, sie wird eh machen, was sie will.

          Hätte er einen anderen Charakter und hätte sie nicht vor der Diagnose an der Beziehung gezweifelt, würde ich gar nicht auf die Idee kommen, mich nicht für sie zu freuen - trotz schwerer Krankheit! Aber ich glaube, sie würde ihn jetzt eher aus Mitleid nicht verlassen, das ist doch keine gute Basis?!

          Wir würden ihr sehr gern ihr Glück gönnen, aber haben Angst, dass sie es mit dieser Heirat nicht finden wird... aber ja, sie muss es selber wissen. Müssen wir akzeptieren und irgendwie das beste draus machen, ihr zuliebe.

          • Ich verstehe eure Sorge und ich verstehe auch die Reaktion eurer Freundin. Selbst wenn sie Zweifel hat, verlässt man einen kranken Mensch nicht so einfach wie man sich ggfs. von einem Gesunden trennt. Was deine Freundin jetzt braucht sind Freunde, die ihr zur Seite stehen, ihr den Rücken stärken und die ihr versichern, immer für die da zu sein und sie zu unterstützen. Den genau das macht eine Freundschaft aus, zueinander stehen in schweren Zeiten auch wenn man nicht alle Lebensentscheidungen genauso treffen würde.

      (6) 31.10.17 - 12:41

      Sie sind seit ein paar Jahren zusammen und wollen es anscheinend auch bleiben.
      Was wäre denn jetzt mit einem Trauschein anders oder schlechter?

      • (7) 31.10.17 - 17:18

        Erbe, Witwenrente, Absicherung.... wenn du 20 Jahre zusammen gelebt hast ...das ist hi terher oftmals das Chaos perfekt, wenn die Erben kommen, Kinder, etc.
        Die Geier erkennt man erst dann.

        lg
        lisa

    Vielleicht liegt da auch neben Liebe ein Versorgungsgedanken vor.

    Sie wird ihn vermutlich sowieso nicht verlassen, wenn er pflegebedürftig wird. Aber wenn er verstirbt, ist sie zumindest berechtigt, eine Witwenrente zu beziehen und zu erben. Zu entscheiden, wie er bestattet wird.

    LG

    Eine Ehe hat immer Vor und Nachteile.

    Vorteile zb unterhaltsberechtigt, Witwenpension und erbberechtigt.

    Nachteile Unterhaltsverpflichtet, eine Trennung ist aufwendiger.

    In ihrem konkreten Fall wäre es für sie gut zu wissen wie er finanziell dasteht, wenn er mal absehbar arbeitsunfähig wird.

    Aber egal ob Ehe oder nicht, es wird nicht leicht für sie werden. Auch weil er ja jetzt schon seinen Frust ein bisschen an ihr auslässt.

    Und als seine Krankenschwester wird sie teilweise wahrscheinlich auch enden.

    Mein Großvater hatte Parkinson. 10 Jahre waren zwischen Diagnose und Tod. Er war aber auch schon älter.
    Die Pflege hat mit Kleinigkeiten angefangen. Das Essen vorschneiden, weil er es nicht mehr konnte. Beim anziehen helfen. Das Klo jeden Tag zweimal aufwischen (einem alten Mann kannst du das pinkeln im Stehen nicht mehr abgewöhnen, und die Treffsicherheit ist durch das Zittern irgendwann sehr mau).

    Am Ende war er 100% pflegebedürftig. Von füttern bis wickeln...

    Nur: wenn deine Freundin nicht will dann könnt ihr ihr nicht helfen.

    LG

    Hallo!

    Gerade wenn Krankenhausaufenthalte im Raum stehen ist ein Trauschein eine wichtige Sache, um problemloser Entscheidungen treffen zu dürfen, mit Ärzten reden zu können etc.

    Das ist ein echter Vorteil gegenüber dem Status als Freundin.

    Wenn keine Kinder oder ein gemeinsames Haus vorhanden sind, kann sie sich immer noch relativ unkompliziert trennen. Solange sie aber bei ihm bleiben will ist die Ehe klar von Vorteil.

    Hallo,

    ich finde es furchtbar, wenn Freunde in so einem Fall noch hinein reden und die eventuelle Hochzeit ausreden wollen. Eventuell geht es ja auch um Vorsorge, Pflege und Absicherung? Ich kenne auch einen älteren Mann mit dieser Krankheit und er lebt schon viele Jahre damit und auch recht gut, wie ich finde. Also unterstütz die Freundin doch ein wenig, steht ihr bei und hört auf, ihr Dinge aus zu reden. So etwas Gemeines :-(

    LG

    Hallo,

    ich bin ehrlich gesagt über dich und die anderen "Freunde" schockiert. Der Verlobte eurer Freundin ist krank, ich nehme an, dass sie deswegen erst recht heiraten wollen! Ihr ratet ihr nicht allen Ernstes weil er krank ist eher zu einer Trennung #gruebel

    Deine Freundin entscheidet sich bewusst für ihren Mann. Ich würde meinen in einer solchen Situation auch nicht verlassen. Ganz im Gegenteil und auch mit dem Wissen, dass ich eventuell jahrelang die Rolle einer Krankenschwester übernehmen muss und das aus einem einzigen Grund: Ich liebe meinen Mann!

    Wenn deine Freundin mit der Zeit an ihre Grenzen stößt, kann sie sich Hilfe holen.

    PS: Du weißt übrigens auch nicht, wie es dir oder deinem Partner in ein paar Jahren geht. Vielleicht hast du morgen einen Autounfall und bist für den Rest deines Lebens an einen Rollstuhl gefesselt? Willst du dann auch, dass sich dein Partner von dir abwendet?

    LG

    • (13) 02.11.17 - 00:28

      Sicher, wenn man es so betrachtet, klingt es natürlich gemein und "schockierend", dass wir uns nicht einfach nur mit ihr freuen, sondern uns Sorgen machen.

      Wie gesagt, hätte sie nicht schon vorher selber Zweifel an der Beziehung gehabt, weil er sehr schwierig ist und sie nicht immer toll behandelt, dann würde ich niemals etwas sagen! Sie hätte ein paarmal fast Schluss gemacht, bevor die Diagnose kam. Sie ist einfach zu lieb und lässt sich viel gefallen. Das bereitet mir Sorge!

      Natürlich möchte niemand von seinem Partner verlassen werden, wenn er krank wird... aber sich aus Mitleid ein Leben lang binden ist auch nicht das Beste.

      Sie muss es letztendlich selbst wissen, ich hoffe einfach, dass sie das wirklich alles gut durchdacht hat :/

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