Ungewollt Kinderlose und ihr Neid... Seite: 2

          • Es ist natürlich nicht richtig, wenn man dir auf deine Sorgen entgegnet, du müsstest doch wohl glücklich sein. Aber meinst du wirklich, dass Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch da die richtigen Ansprechpartner sind? Ich finde das schon eher taktlos, da empathisches Verhalten von ihnen zu erwarten.

            Nun schreibst du noch, dass du ja auch schon zwei Abtreibungen zusätzlich zum ungeplanten Dritten hattest. So, als würde das deine schwere Lage noch mal bekräftigen und zeigen, wie ungern du ein drittes wolltest. Aber jetzt mal unter Erwachsenen: es gibt auch sehr sichere Verhütungsmethoden. Notfalls eben Pille UND Kondom. Wie kann man denn dreimal ungewollt schwanger werden?

            Ich möchte nicht gemein sein, aber um es ganz ehrlich auszudrücken: Vielleicht fängst du erstmal damit an, dein eigenes Verhalten zu hinterfragen. Wie kannst du ein viertes Kind sicher verhindern? Mit wem kannst du sinnvoll über Probleme mit drei Kindern sprechen? Wie und worüber sprichst du mit Menschen, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben? (Und zwar nicht darüber, wie toll das für sie sein muss, denn drei sind ja so anstrengend.) Im Gegenzug kannst du dann auch darum bitten, das Thema Kinderwunsch nicht aufgetischt zu bekommen.

            Das Problem erscheint mir ja eher, dass in deiner eigenen Kernfamilie etwas nicht richtig läuft wenn du Kinder bekommen "musst", die du gar nicht möchtest.

            Ob nun deine Freundin oder deine Schwester dir zuhören können oder nicht löst deine Probleme nicht. Klar, wäre toll, wenn du die beiden als Ansprachpartner hättest. Nun passt das leider an dem Punkt nicht.

            Mir erscheint es so, dass du das Problem, dass du mit deinem Mann gemeinsam lösen müsstest auf die beiden überträgst.
            Di Beiden haben damit aber rein gar nichts zu tun und sind auch nicht schuld, dass du keinen anderen Ansprechpartner hast mit dem du diese Probleme ansprechen kannst.

            Ich finde es vollkommen nachvollziehbar, dass man mit besteimmten Menschen bestimmte Probleme nicht besprechen kann. Von einer Freundin, die seit Jahren versucht schwanger zu werden, Verständnis und ein offenes Ohr zu erwarten, weil man viermal ungewollt schanger geworden ist und davon zwei Kinder abgetrieben hat ist ein wenig weltfremd.Das hat auch ncihts damit zu tun, dass sie anmaßend ist und meint zu wissen wie sich Mutterschaft anfühlt.

            Ich finde die Frauen in deinem Umfeld auch nicht naiv, sondern habe eher den Eindruck, dass bei dir grundsätzlich etwas schiefläuft, wenn du so mit deiner Mutterrolle haderst.

            So anstrengend wie Kinder auch sind, zu denken, dass ungewollt kinderlose Frauen es tatsächlich besser haben als Mütter im Baby- und Kleinkindstress ist schon auffällig.

            Ich habe das dritte Kind nicht gewollt, konnte aber nicht abtreiben,trotzdem bin ich nicht glücklich damit und ständig überfordert.

            Da gibt es doch eine ganz einfache Lösung: du gibst das dritte Kind zur Adoption einer Freundin oder deiner Schwester. Dann hat die Kinderlose ein Kind und ist glücklich und die überforderte Mutter hat das, das sie nicht wollte, los, und ist auch glücklich.

            Manchmal ist die Lösung so nahe und so einfach.

            • War dein Beitrag ernst gemeint? Ich zu mal so...

              Schön, wenn das Leben so einfach wäre. Es ist in Deutschland aber aus guten Gründen verboten, sein Kind einfach "Freunden" zur Adoption zu übergeben. Die Schwester als Familienmitglied wäre vermutlich noch denkbar, aber auch das muss komplizierte und geregelte Wege gehen und immer über eine Adoptionsvermittlungsstelle laufen. Außerdem ist es natürlich niemals einfach, einem Kind seine Wurzeln zu entreißen. Jeder Bindungsabbruch kann dem Kind sehr nachhaltig schaden - außerdem ist es etwas komplett anderes, ein Kind zu adoptieren (vor allem, wenn es kein Säugling mehr ist) als ein leibliches Kind zu bekommen. Für diesen Weg muss man sich ganz bewusst entscheiden und auch all seine damit verbundenen Konsequenzen begreifen und akzeptieren.

              • Mein Beitrag ist todernst gemeint.

                Die TE ist sehr unglücklich mit ihren ungewollen Kindern, die Schwester leidet an ihrer Unfruchtbarkeit nach dem 1. Kind. Was liegt näher als das verhaßte Kind der Tante zu überlassen?

                Wir hatten selbst einen Fall in der Verwandtschaft, dass eine kinderlose Tante ein Kind der Schwester übernommen hat und dieses Kind wie das eigene aufgezogen hat. Ich finde das nicht so toll, aber ich liebe ja meine Kinder und kann für sie selbst sorgen. Wenn ich es unbedingt los werden wollte, dann bitte....!

          Oh, Du schon wieder ... lass Dir helfen, ärztlich, Bitte und schnell! Das ist mein Ernst!

      • Hallo!

        WARUM musstest Du für die Kinder eigene Bedürfnisse verleugnen?

        Es sind nicht die Kinder, die unbedingt eine Hausfrauen-Mama haben wollen. Die Kinder kommen mit einer vernünftigen Ganztags-Kita genauso gut klar. Und ab und zu ein Babysitter, damit die Eltern auch mal zu zweit ausgehen können, ist letztendlich für die Kinder allemal schöner als unglückliche Eltern.

        Wer genau hat denn die hohen Erwartungen an Dich? Du und Dein Mann, vielleicht noch dein direktes Umfeld, aber doch nicht die Kinder. Die kommen mit jeder Lebenssituation zurecht in der sie eben leben. und dabei kann man nicht mal sagen, dass die eine Situation besser oder schlechter wäre, solange es keine Gewalt oder Vernachlässigung und ein Mindestmaß an Liebe gibt.

        Das ist eher der Knackpunkt: dadurch, dass du so unglücklich bist, musst du dich wirklich fragen, ob du ALLE Kinder ausreichend liebst. Oder ob dein Verzicht dazu führt, dass du dem jüngsten Kind die Schuld an allem gibst. das kann nämlich nichts dafür.

        In jedem Fall: Such dir therapeutische Hilfe und ändere dein Leben. Nicht die Kinder wollen, dass du dich verbiegst. Spätestens mit 10 Jahren sind die sogar im Internat besser dran als bei einer lieblosen Mutter.

        Na 5 mal schwanger und das obwohl man im grunde nur ein kind wollte ist schon harter tobak, damit bräuchtest du deiner kinderlosen Freundin tatsächlich sicher nicht ankommen.

        Na mein Gott, Du bist ganz bestimmt nicht unschuldig 5 mal schwanger geworden!

        Wenn Du Deine Kinder nicht willst, Dein Mann aber schon, dann solltest Du Dich trennen.

        Eine Mutter, die ungewollte Kinder großzieht, können Kinder sowieso nicht gebrauchen.

        Geh und leb Dein Leben und sei Zahlmutter und gut ist.

(37) 31.10.17 - 21:20

Hi,
Ich denke, daß da einfach der "Ton die Musik macht".
Ich versteh euch beide irgendwie - das sollte eben einfach anders kommuniziert werden, sowohl von der einen wie auch von der anderen Seite.
Gegenseitiges Vergleichen, Hochrechnen... gibt immer Unzufriedenheit oder schlechte Stimmung.
LG

Wenn das schon Jahre so geht, warum hast du dann noch nicht "gelernt", bei diesen beiden Frauen etwas sensibler zu sein? Warum willst du dich ausgerechnet bei Ihnen beklagen? Beschwerst du dich auch bei einem Rollstuhlfahrer, wie anstrengend es ist, als 3-fach-Mutti ständig auf den Beinen zu sein? Ok, genug rhetorische Gegenfragen...

Ungewollt (!) kinderlos zu sein, ist ein Problem, dass man nur versteht, wenn man es selbst hat. Es kann eine enorme psychische Belastung sein. Vielleicht haben die beiden Frauen auch bereits weitestgehend ihren Frieden damit gefunden, aber es ist doch klar, dass selbst die verblassteste Narbe wieder zwickt, wenn man unsensible Worte zu hören bekommt.

  • (39) 01.11.17 - 06:24

    Guten Morgen,
    auch Behinderte wollen als normale Menschen wahrgenommen werden und nicht mit Samthandschuhen angefasst werden.
    Diese Beispiele sind so extrem an den Haaren herbei gezogen. Du scheinst absolut keinen Kontakt zu dieser paersonengruppe zu haben, oder?

    • Sorry, aber es geht ja wqeniger darum, dass die TE sich beklagt, sondern dass sie nicht versteht, warum die beiden Frauen in ihrem Umfeld nicht die positiven Seiten ihres Schicksals sehen wollen.

      Und ich möchte mal den Rollstuhlafher sehen, der sich als normaler Mensch wahrgenommen sehen würde, wenn man ihm erklkärt, dass er ja so ein einfaches Leben hat, weil er nicht so viel rum latschen muss.

      • (41) 01.11.17 - 15:58

        Man kann aber auch jeden Satz drehen wie man will?
        Allergiker sollen daheim bleiben, weil man ja nicht jede Pflanze verbieten kann, Leute mit Flugangst dürfen nur dort wohnen, wo keine Flugzeuge am Himmel zu sehen sind,

        Jeder hat sein Schicksal zu tragen, das eine kennt man, das andere nicht.
        Irgendwann muss man sein Schicksal annehmen, um "normal" leben zu können, das können diese Frauen wohl nicht.
        Viele enden dann in Depressionen, Therapie, etc.

        Ich habe Frauen kennengelernt, die 15-20 künstliche Befruchtungen pro Person hatten, die waren kaum noch normal ansprechbar, die hatten mehr als einen Knacks weg, klar und deutlich ausgedrückt.

        Wenn ich nicht bereit bin, mein Schicksal anzunehmen, egal wie schwer, dann haben die Frauen ein Problem damit und nicht die Aussenstehenden!!!!

        lisa

Ausgerechnet deine Freundin und deine Schwester sollen noch nicht mitbekommen haben, welches Problem du mit Kindern hast? Wieder einen neuen Aufhänger gefunden?

(44) 31.10.17 - 23:15

Natürlich hast Du das Recht, Dich zu beklagen und zu jammern, dass Dir mitunter alles zu viel wird und Du nicht weißt, wo Dir bei drei Pãnzen der Kopf hãngt Jeder darf jammern. Jeder sollte jammern. Ab und an. Das befreit.

Nun ist aber, wie manche auch anmerken, dass Schicksal Deiner Freundin ein viel Schwereres. Wohlgemerkt aus ihrer Sicht. Für sie muss sich Dein Klagen so anhören, wie jemand, der dreimal im Lotto den Jackpot gewonnen hat und nun stöhnt, er wisse mit dem Geld nicht wohin und überall liegen die scheiss 500er-Geldbündel herum und bringen die Taschen zu Platzen und Reichtum ist ja sowas von anstrengend. Und sie sitzt da und hat noch nicht mal drei Richtige gehabt und weiss oft nicht, wie sie die letzte Woche im Monat finanziell ùberleben soll.

Wie gesagt, jeder hat ein Recht über alles zu jammern aber nicht jeder Grund zum Jammern hat das gleiche Gewicht.

Ich bin nur ein Mann, alt und dick dazu, aber ich glaube, manch' ungewollt kinderlose Frau empfindet diesen Zustand der Mutterlosigkeit als Fanal, als Sinnentleerung ihres ganzen Lebens, als Zustand permanenter Überflüssigkeit weil sie es nicht schafft, aus ihrem Körper neues Leben entstehen zu lassen. Sie fühlt die Bestimmung Ihres Daseins und wird dennoch diese Bestimmung nie erfüllen können. Das kann eine enorme, ja ganz brachiale psychische Belastung sein.

Wenn Du es unter diesem Gesichtspunkt sehen willst, relativiert sich doch manches oder? Und, vor allem, Du hast Hoffnung: In 18 bis 30 Jahren sind Deine Blagen aus dem Haus und Du kannst nochmal voll durchstarten in neugewonnene Freiheit.

  • (45) 31.10.17 - 23:31

    In 30 Jahren bin ich 80.
    Und gefühlt mit angezogener Handbremse gefahren zu sein, kann einen schon fertig machen.
    Diese Zeit gibt mir keiner wieder.
    Nach dem das letzte Kind hier ausgezogen ist bin ich bestenfalls 60, schlimmsten falls ü 70.
    Was bleibt mir dann noch von meinem Rest des Lebens ?
    Nichts mehr denn dann bin ich alt, das bin ich ja jetzt schon.
    Meine Freundin hat tolle berufliche Erfolge, verdient ne Menge Geld, ist überall auf der Welt unterwegs, hat viele Freunde, kennt interessante, erfolgreiche Leute, bewegt was, hilft anderen ein besseres Leben.zu führen
    Und alles was sie statt dessen will ist ein Kind? Das muss ich nicht verstehen
    Was habe ich, drei Kinder, und weiter ?
    Wo ist da die Relation?

    • Nach diesem Beitrag würde ich zu Kontaktreduktion oder -abbruch raten. Offensichtlich herrscht auf beiden (!) Seiten dermaßen viel Neid und Missgunst auf das scheinbar bessere / schönere / erfolgreichere Leben der jeweils anderen, dass ich keine andere Möglichkeit zur Entspannung sehe. Dazu wäre ein Mindestmaß von Verständnis und Mitgefühl auf beiden Seiten nötig.

      Zur Zeit bist Du sicher an der Belastungsgrenze und hast offene Wünsche für Dein Leben. Fühlst, dass Dein Lebensweg, so wie er hinter Dir liegt, Deinem Leben Optionen genommen hat. Und im Nachhinein bist Du traurig darüber, dass Du diese Optionen nicht mehr hast, die Deine Freundin sehr wohl genießen und ausleben konnte. Das ist normal so. Jede Lebensentscheidung und jede Fügung, jeder Schicksalsschlag zurrt das Leben fester. Türen fallen unwiderbringlich zu. Dafür ergeben sich viele neue Optionen für Deine Zukunft. Auch wenn Du das jetzt gerade nicht so siehst. Es kommen bessere Zeiten für Dich. Zeiten, in denen Du das klarer wahrnehmen kannst, was das Leben noch alles für Dich bereithält.

      Versuche Dich auf Dich zu konzentrieren und nicht auf Freundin oder Schwester. Sorge selbst gut für Dich, damit es Dir gut geht. Das ist wichtig.

      Nicht auf die Freundin schauen, Nicht aufregen. Nicht nicht-verstehen. Auf Dich schauen. Für Dich sorgen. Dir Dinge gönnen, die Dir Freude machen. Über kleine Dinge freuen. Zufrieden mit Deinem Lebensweg sein, der hinter Dir liegt. Mit Dir ins Reine kommen. Und auf das freuen, was noch kommen kann.

      Dann hat man auch die Kraft zur Empathie, die nötig ist, die andere Menschen gern hätten und brauchen. Dann kannst Du auch andere wohlwollend und barmherzig aufnehmen mit ihren Nöten, die nicht die Deinen sind. Dann wirst Du auch als Mensch immer schöner und attraktiver.

      Viele Grüße und alles Gute für Dich.

      • (48) 01.11.17 - 00:36

        Danke für den Beitrag. Hast mir echt zu denken gegeben.
        Man kann nur sich selbst ändern, nicht die anderen.

    (49) 01.11.17 - 01:59

    Na ja, die 30 Jahre waren vielleicht etwas zu hoch gegriffen. Die meisten Kinder sind doch oft schon früher selbstständig. So nach 25 Jahren. :-)

    Ansonsten erinnert mich Dein Beitrag an eine Unart von uns Menschen generell, dass wir uns das, was wir nicht haben können, am meisten wünschen und das, was wir haben, oft zu gering wertschätzen oder als wertlos erachten, gegenüber dem, wonach wir uns sehnen. Das liegt wohl in der Natur der meisten von uns.

    Vielleicht gelingt es Dir und Deiner Freundin ja noch, dass ihr Frieden macht mit Euch selbst, weniger mit dem jeweils anderen, und lernt, Euch daran zu erfreuen, was Ihr habt.

    Hallöchen

    Jeder ist für sein Glück selbst verantwortlich.

    Du klingst als ob du gerade richtig unzufrieden bist. Das liegt aber dann an einem selbst.

    Guck was du ändern kannst oder willst.

    Das deine Freundin keine Kinder bekommen kann dafür kannst nichts. Allerdings solltet ihr euch mal darüber unterhalten warum ihr euch da jedesmal aufstichel müsst.

    Jeder von uns hat stressige Phasen. Aber die gehen vorbei.

    Such dir ein Hobby und mach was schönes. Vielleicht mal ein paar Tage alleine ohne Kinder was machen.

    Lg

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