Welchen Richtung einschlagen?

    • (1) 31.10.17 - 23:56
      Kreuzung

      Ich überlege gerade das erste Mal wie mein Leben weiter gehen soll.
      Mein Mann und ich sind seit 15 Jahren verheiratet, Kinder waren bisher kein Thema.
      Wir waren und sind beide mit unseren Beruf en ausgelastet und diese füllen uns voll und ganz aus, da wir es beide als sehr sinngebend ansehen was wir tun.
      Es ist nicht nur Geld verdienen, wenn ihr versteht.
      Wir sind jetzt Ende 30 und überlegen ob wir nicht noch ein Kind möchten.
      Vor 10 Jahren, als alle unsere Freunde Kinder bekamen, war das kein Thema für uns und ich hab immer gedacht, was finden die alle nur so toll daran Kinder zu bekommen?
      Wenn wir gefragt wurden wann wir Kinder wollen, sagten wir immer, gar nicht da kein Wunsch danach vorhanden ist.
      Ich sah immer eher die Einschränkungen, die ein Kind mit sich bringt und hab ja die einschneidenden Veränderungen auch hautnah bei Freunden miterlebt.
      Jetzt stellt sich die Frage, nächste berufliche Herausforderung oder Kind?
      Wenn Kind, dann würde ich die nächsten 1-2 Jahre normal Vollzeit weiter arbeiten aber keine neuen Projekte mehr annehmen und dadurch Zeit gewinnen.
      Mein Mann könnte das genauso machen, so dass wir beide arbeiten können und trotzdem mehr zu Hause sind als zur Zeit.
      Beruflich länger aussetzen kommt für uns beide nicht in Frage.
      Auch unsere Reisen und Zweisamkeit sind uns sehr wichtig, da hab ich auch Bedenken, ob ich damit gut klar käme, wenn das zeitweise weg fällt.
      Was gibt es sonst noch zu bedenken wenn man ein Kind bekommt.
      Welche schönen Momente entschädigen einen?

      • Hallo,

        ein Kind ist schon ein sehr einschneidendes Erlebnis - und das gute 20 Jahre lang ;-).

        Mein Mann und ich sind glücklich mit Kind - Kind ist auch "schon" 11 Jahre.

        Aber gerade als mein Kind kleiner war, gab es ein paar Jahre, in denen ich meine Mutterschaft bereut habe. Es war einfach anstrengend und aufreibend:

        - Vollzeitarbeit
        - nächtliches Aufstehen
        - 1000 Krankheiten (ich bin mittlerweile quasi "Kinderkrankenschwester"), bei denen man sich selber die übelsten Infekte einfängt, mit denen man mehrmals pro Jahr wochenlang zu kämpfen hat
        - andere "Über"-Eltern #schock
        - Kinderzankereien
        - Erziehung #zitter

        Dazu die nicht bzw. kaum vorhandene Paarzeit, die Arbeitskollegen verstehen auch nicht, warum man nach einer durchwachten Nacht morgens mit geschlossenen Augen und Gesicht zur Faust geballt zur Arbeit schlurft.

        Und Geschrei!

        Ich muss sagen, nichts hat mich in meinem Leben so tief beeindruckt, wie die Tatsache, dass mein Sohn ohne sichtbare Anstrengung so laut schreien kann, wie ein startender Düsenjet #schock#schock#schock. Nachts! IN meinem Bett! Direkt an meinem Ohr!

        Ich bin definitiv schreigeschädigt und darum auch sehr glücklich, dass diese Jahre vorbei sind.

        Ich habe während der ganzen Zeit alles gern für mein Kind gemacht und es geliebt vom ersten Moment an - aber nachdem der erste Schock des Elternseins (da war´s Kind 2 Wochen alt) nachließ, war mir klar, dass das ein Einzelkind bleiben wird! Und so war es dann auch.

        Für mein wundervolles Kind, dass ich so liebe, dass ich es den ganzen Tag knuddeln könnte, würde ich ja durchs Feuer gehen. Man wird auch menschlich anders. Das mag man nicht glauben, aber man lernt auch von Kindern ganz viel. Allen voran:

        Lachen - Ich habe nie so viel gelacht, bevor ich mein Kind hatte (oft auch über mein Kind, weil kleine Kinder einfach lustig sind).

        Lieben - Die Liebe verändert sich einfach, sie wird nicht weniger zum Partner oder schlechter, sie wird mehr, vielfältiger und bedingungsloser zu Kind und Partner.

        Schlafen - hatte nie einen größeren Stellenwert in meinem Leben, als mit kleinem Kind ;-). Die Aussicht auf einen ausgiebigen Mittagsschlaf lässt Glückshormone sprießen.

        Eine schöne Kindheit zu gestalten, erfüllt eine Mutter und Vater auch mit ungekannten Glücksgefühlen:

        - Geburtstage ausrichten und Ballons aufblasen
        - selber malen und Lego spielen dürfen als Erwachsener! Sonntags! IM Schlafanzug!
        - mit Kindern morgens im Bett knuddeln #verliebt

        Es gibt eigentlich nichts tolleres, als wenn das eigene Kind Dich glücklich umarmt (freiwillig) und sagt: "Mami, ich hab Dich sooooo lieb!"

        Ich fühle mich einfach als Mutter "vollständig". Mir hat ohne Kind etwas gefehlt.

        Ein Kind ist kein Projekt, es ist ein eigenständiger Mensch, für den man nicht nur alles tut, sondern viele Kompromisse, Abstriche und Streitigkeiten mitmacht/mitmachen muss.

        Dieser Mensch hat eine 100 % Berechtigung auf sein Leben, nicht auf eures. IHR seid die Eltern. IHR passt gut in das Leben des Kindes, aber nicht anders herum.

        Für ein Kind gibt man oft jahrelang vieles auf, aber ich habe dadurch so viel mehr gewonnen.

        Das hätte ich ohne Kind niemals nachvollziehen können, aber Elternsein hat mich komplett werden lassen. Ein Leben ohne mein Kind kann ich mir gar nicht vorstellen.

        Von mir also trotz aller "Nachteile" ein dickes PRO für ein Kind #pro.

        Viele Grüße
        mari

      ohne sichtbare Anstrengung so laut schreien kann, wie ein startender Düsenjet #schock#schock#schock. Nachts! IN meinem Bett! Direkt an meinem Ohr!

      Oh jaaaa, das kenn ich auch. Herzstillstand...
      Prima geschrieben in allen Punkten. Sternchen!
      LG Moni

      • Hör bloß auf #schock - mein Mann hat einen Dezibel-Messer.

        Der misst bei einem "echten" Schrei - also gestoßen, Finger eingeklemmt usw. - 135 db #schock#schock#schock.

        Und das schlimme ist: Höher geht die Messskala des Db-Messers nicht #heul.

        • #rofl#rofl Ich kugel mich. Ein Dezibelmeßgerät hab ich auch, kam aber bei meinen Kindern leider nie auf die Idee, es anzuwenden. #rofl herrlich.....

          • Da kannst Du mal sehen, wie beeindruckt er war.

            Als er ein Baby war, dachte ich immer, die Feuerwehr kommt, weil er krakehlt wie eine Sirene #rofl.

            Als er eingeschult wurde (mit 5) hatte er sich in der ersten Woche gestoßen und hatte ne dicke Beule.

            Als ich ihn nachmittags abgeholt habe, haben mir in den ersten 30 Sekunden 4 (VIER!) Erzieher bescheid gesagt, dass mein Söhnchen sich GANZ DOLLE gestoßen hat und soooo schreien musste #freu#heul#freu.

            Die waren auch ganz tief beeindruckt. Wenn er sich dann später mal irgendwo auf dem Schulhof gestoßen hat, wusste immer sofort jeder, WER sich verletzt hat #aha.

            Zum Glück ist er jetzt älter und ich bringe ihm langsam bei, dass man nicht immer wie aufgespießt schreien muss, wenn man sich wehtut. Er lernt das noch #cool.

            • Tja, das ist vielleicht auch der Unterschied zwischen Männlein und Weiblein.#cool
              Meine Tochter brüllte eigentlich nur aus Trotz, so zwischen 3 und 6 Jahren #schwitz
              bei Verletzungen garnicht. Und auch meine Enkelin litt und leidet eher still, wenn's weh tut....mit Kullertränchen #heul da leidet man noch viel mehr mit.

    #stern #stern #stern

    Dem ist nichts hinzu zu fügen... und auch mein Kind bleibt Einzelkind ;-)

    Da hab ich fast Pipi in den Augen ;-)

    • #liebdrueck

      Als ich zu schreiben anfing, dachte ich eigentlich, dass das ein Negativ-Beitrag werden würde ... aber irgendwie hat das Mutterleben gewonnen. War richtig reinigend, das mal aufzuschreiben #verliebt.

Ganz genau so!

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