Kinder leben beim Vater- Erfahrungen

    • (1) 08.11.17 - 18:25
      Getrennt

      Wie habt nach der Trennung entschieden, wo die Kinder leben sollen?
      Klappt das? bzw. wie sieht der Umgang des Elternteiles aus, bei dem die Kinder nicht hauptsächlich leben?
      Seid ihr damit zufrieden , wie geht es den Kindern damit?
      Unsere Kinder leben seit der Trennung hauptsächlich bei meinem Ex.
      Das haben wir auch im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf so entschieden, aber auch die Kinder gefragt.
      Er ist Beamter und kommt um spätestens 17.00 nach Hause , ich bin oft bis 19 oder 20 Uhr unterwegs.
      Wir fanden es wichtig, dass die Kinder abends nicht so lange alleine sind.
      Die Kinder sind 14 und 8, ,getrennt sind wir seit 3 Jahren.
      Ich hab die Kinder jedes 2.Wochenende hier und einen Zeit der Ferien aber nicht die Hälfte.
      Wir wohnen 150 km voneinander entfernt, da mein Ex versetzt wurde.
      Jetzt hab ich die Chance, eine wirklich interessante Stelle anzunehmen in einem.Gebiet was eine tolle Lebensqualität bietet.
      Dann wäre wir aber 250 km voneinander entfernt.
      Für die Kinder wäre die Fahrt jedes 2.Wochenende natürlich heftig.
      Ich hatte überlegt, die Kinder zu fragen, ob sie zu mur ziehen möchten, aber dann hätten sie ja alle zwei Wochen das gleiche Problem, wenn sie ihren Vater besuchen.
      Außerdem möchte ich sie auch nicht aus ihrem gewohnten zu Hause raus reißen und auch nicht wollen, dass sie Schule und Freunde verlassen müssen.
      Abgesehen davon, dass mein Mann die Kinder sicher nicht so einfach hergeben würde.
      Wie könnte da eine Lösung aussehen?
      Gibt es vielleicht Erfahrungen von Eltern, die nach einer Trennung auch weiter entfernt voneinander wohnen?

      • (2) 08.11.17 - 19:05

        Hallo,
        Nimm es mir nicht übel. Aber hier schreiben oft Menschen, die mit Erwachsenen eine derartige Beziehung haben - Fernbeziehung - und denen jeder km Distanz schon zu viel ist. Und 150km finde ich schon kaum zumutbar für Kinder, die ja auch mit ihren Dingen befasst sein sollen und dürfen. Spontan, flexibel, das ist dann für die Kinder nicht.
        Soll nur mal zum Nachdenken gereichen.
        Lg

        (3) 08.11.17 - 19:38

        Wir betreuen im Wechselmodell...

        In eurer Situation... wenn du meinst, sich selbst verwirklichen zu müssen, dann tu das.
        Aber dann wirst du deine Kinder evtl. noch seltener sehen. Ich sehe nicht warum ihr was ändern solltet.

        • (4) 08.11.17 - 19:43

          Wobei man natürlich gucken muss wo die 250km sind.
          Hamburg-Berlin sind mit dem ICE schnell erreicht, da können 150km woanders hin länger dauern, allerdings lese ich das so nicht.

      Die Kinder würde ich nicht fragen, ob sie zu dir ziehen wollen. Warum sollen sie an ihrem Lebenszentrum etwas ändern müssen, weil du dich bewegst? Sie sind mit ihrem Vater irgendwann nach eurer Trennung bereits umgezogen und haben sich eingelebt, Freunde gefunden, Schule, Hobbies – da solltest du sie nicht rausreißen. Es ist deine Entscheidung, wegzuziehen. Nicht ihre.
      Klar reizt ein toller Job, aber ehrlich: ein Job ist auswechselbar, die Kindheit deiner Kinder nicht. Ich würde eher versuchen, näher an die Kinder ranzuziehen, als noch mehr Distanz zu schaffen. Deine Kinder sind in einem Alter, in dem sie selbstständiger werden. Da fallen Verabredungen mit Freunden aufs Wochenende, relaxen, von der Schule ausruhen. Und da "müssen" sie jedes Wochenende darauf verzichten und dafür locker mal 3 Stunden (eine Strecke) im Zug/Auto sitzen? Würden meine Kinder ganz schnell ganz blöd finden (ich bin auch getrennt, Kinder haben ihren Schwerpunkt bei mir, Vater wohnt aber nur 300 m entfernt).
      Mir fiele ein: Such dir doch eine Ferienwohnung im Wohnort deiner Kinder, die du alle 2 Wochenende für euch bucht, und pendel du. Das wäre für die Kinder die entspannteste Lösung.
      LG; palo

      Meinen Kindern würde ich eine noch längere Fahrtstrecke auch nicht antun wollen. Da geht ja auch viel zu viel Umgangszeit drauf bzw. wird dann im Auto verbracht. Das werden die Kinder sicher nicht bejubeln, oder was sagen sie denn dazu?

      Abgesehen von der Idee mit der Ferienwohnung, die dann regelmäßig angemietet wird, könnte auch noch das Nestmodell in Frage kommen. Das bedeutet, die Kinder bleiben in der Wohnung, Du wohnst am Wochenende mit ihnen dort und der Vater zieht so lange aus bzw. verbringt die Zeit woanders. Das setzt aber natürlich voraus, dass ein gutes Verhältnis zwischen Euch besteht und er nicht mit einer neuen Partnerin zusammen wohnt. Und gewillt ist, sich alle zwei Wochen zu verdrücken. ;-)

      • (7) 08.11.17 - 21:03

        Hallo,
        Die Idee mit der Ferienwohnung finde ich gut, auch könnte ich mir vorstellen meinem Exmann vorzuschlagen dass ich da wohne am Wochenende.
        Ich sehe ein, dass ich den.Kindern diese Fahrerei dauerhaft nicht zumuten kann.
        Die 150 km sind jetzt schon viel aber es war ja die Entscheidung meines Ex weg zu ziehen.
        Er brauchte damals Abstand und wollte neu anfangen.
        Ich war da auch nicht begeistert, dass er mit den Kindern so weit weg wohnen würde, aber ich habe damals zugestimmt, da unsere Beziehung sehr schwierig war und ich keinen Stress wollte, der dann wieder die Kinder betroffen hätte.
        Mittlerweile können wir aber wieder etwas offener miteinander umgehen und ich könnte mir vorstellen ihm die Nestvariante vorzuschlagen.
        Vielleicht könnte ich ja auch über Nacht mal in.ein Hotel und alle 4 Wochen Freitags frei machen und schon Freitags mittags anreisen.
        Was mich beschäftigt ist, dass mein Mann schon öfters überlegt hat, nochmals umzuziehen.
        Er ist ein unruhiger Mensch, während unserer 14 jährigen Ehe sind wir 3mal umgezogen.
        Das fand und finde ich für die Kinder nicht gut, gerade seit beide in.der Schule sind.
        Mein Sohn geht jetzt schon auf die vierte Schule.
        Der Job ist schon reizvoll ,aber nichts was ich unbedingt machen muss um.glücklich zu sein.
        War nur eine Überlegung was es bedeutet wenn ich es mache.

        • (8) 08.11.17 - 21:09

          Hast du denn mit deinem Ex schon gesprochen? Plant er denn wirklich einen Umzug?

          • (9) 08.11.17 - 21:21

            Momentan ist nichts Konkretes geplant soweit ich weiß.
            Aber die Erfahrung zeigt, dass diese Pläne immer ziemlich kurzfristig kommen.
            Ich werde proaktiv agieren und ihn.einfach darauf ansprechen und dass ich Bedenken hätte wegen der Kinder.
            Außerdem müsste ich dann ja auch hinterher, wenn ich den regelmäßgen Kontakt zu den Kindern halten will.
            Ich bin dann in Zugzwang zu reagieren, wenn er so eine Entscheidung trifft.

            • (10) 08.11.17 - 22:06

              Ich nehme an, dass ihr gemeinsames Sorgerecht habt?
              Dann kann er auch nicht so einfach woanders hin.
              Nachher sind es 500km die euch trennen?
              Wenn es möglich ist, solltet ihr wirklich dringend reden wie es aussehen kann solange die Kinder noch schulpflichtig sind.

        Aber Du könntest eben jetzt zeitnah mal mit den Kindern und deren Vater sprechen, ob es eine Lösung wäre, wenn Du zu ihnen fährst. Ich dachte mir auch, Du könntest eventuell sogar mehr Zeit mit ihnen verbringen, weil für Dich die Fahrerei sicher weniger aufwändig ist.

        Auch das Thema nochmaliger Umzug kann besprochen werden. Am Ende wird es noch so, dass er umzieht, die Kinder in der aktuellen Stadt bleiben und Du dort bei ihnen einen Job findest. Das Leben ist halt gut für "unerhofft kommt oft". ;-)

Ich würde das natürlich mit allen besprechen, finde es aber anmaßend nach 3 Jahren bei ihrem Vater die Kinder mitnehmen zu wollen.
Von daher müsstet Ihr einen möglichen Umgang klären.

Ich würde den Kindern nicht wieder eine Veränderung zumuten, sondern sie beim Vater lassen.

Bei der zusätzlichen Entfernung käme es mir auch darauf an, wie die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln wäre. Und ich würde die Entfernung zu meinen Kindern nur vergrößern, wenn sich auch das Gehalt erhöht, so dass du die zusätzlichen Kosten, die der erschwerte Umgang mit sich bringt, auch gut amortisieren kannst. Wobei die Idee mit der Ferienwohnung doch sehr gut ist.

Auch würde ich versuchen, sie öfter zu sehen als das, was du beschreibst.

Hallo,

die Ex meines Partners ist 200 km von dem Geburtsort der Kinder uns somit auch vom Vater der Kinder weg gezogen.

Das bedeutet, dass mein Partner am Freitag Mittag los fährt um die Kinder zu holen und am Sonntag Nachmittag die gleiche Tour nochmal macht.

Mit allem Drum und Dran (kurze Übergabe, evtl. Stop & Go, Verspätung der Kindsmutter, usw.) dauert die ganze Aktion je 5 Std. Also ist er an den Wochenenden 10 Stunden unterwegs. Die Kinder sind 11 und fast 7.

Er fährt seit 3 Jahren jedes zweite WE diese Strecke. Die Kindsmutter kommt ihm nicht entgegen oder Ähnliches.

Oft kommt es aber auch vor, dass die WE abgesagt werden. Beispielsweise wenn ein Kind krank ist, eine Einladung ansteht, eine Sportveranstaltung ist, usw.

Die Fahrerei schlaucht extrem. Freitags direkt aus dem Job auf die Autobahn und dann erst am Abend zu Hause. Dann wird nur noch etwas gegessen und die Kids gehen bald ins Bett. Dann haben wir den ganzen Samstag, wo auch mal die Omas und Tanten besucht werden möchten. Am Sonntag ist gegen 14 Uhr dann schon wieder Aufbruch.

Zeit mit den Kindern bleibt kaum. Es ist anstrengend für den Vater und die Kinder. Die Spritkosten sind natürlich auch erheblich. Bei dir wären es 1000 km am Wochenende.

Wenn du nicht die Möglichkeit einer Ferienwohnung oder Ähnlichem hast dann würde ich es nicht machen.
Wir konnten es uns nicht aussuchen, da die Kindsmutter mit den Kindern einfach weg gezogen ist.

Denk genau drüber nach.
Alles Gute dir.

Jule

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