Finde keine passende Überschrift

    • (1) 11.11.17 - 10:06
      tragbareSituation

      2006 haben mein Mann und ich uns kennengelernt. Ich brachte eine Tochter mit in die Beziehung, 2010 wurde, nach einer frühen Fehlgeburt, unser gemeinsames Kind geboren.
      Leider sind wir beide sehr belastet. Dinge wie frühere Erfahrungen, die Kindheit, berufliche Konstellation, Diagnostik seit 2014 mit dem gemeinsamen Kind, Verlust von Familienangehörigen usw spielen eine gewichtige Rolle.
      Der Beruf meines Mannes setzt Gehorsam, Disziplin, Kameradschaft, Flexibilität voraus. Wir gehen oft beruflich bedingt getrennte Wege und führen dann zwei völlig unterschiedliche Leben. Er schiebt seinen oft sehr anstrengenden Dienst, ob physisch oder psychisch, ist in dieser Zeit ansonsten aber frei von familiären Verpflichtungen. Wir telefonieren nach Möglichkeit täglich und er versucht an den Wochenenden nach Hause zu kommen. Dies ist allerdings abhängig von der Entfernung und dem, was gerade von ihm gefordert wird. Ich möchte auch nicht unbedingt, dass er jedes Mal fährt. Das Risiko und die zusätzliche Anstrengung möchte ich nicht abverlangen. Diese Veränderung besteht seit 2014.
      Wir haben große Probleme in Sachen Kommunikation. Oft ist mein Mann, in meinen Augen, zynisch, schnippisch, genervt, angespannt, spricht aber nicht über die Problematik. Er selber empfindet sich nicht so. Oft ergreife ich Partei für die Kinder, da ich Ungerechtigkeit ganz schlimm finde.
      Ich biete mich immer wieder, jedoch hoffentlich nicht zu aufdringlich, als Gesprächspartner an. Ich kann ihm bei beruflichen Problemen nicht wirklich helfen, sehe es jedoch als befreiend an, sich Luft machen zu können. Manchmal hat der Gesprächspartner ja auch einen anderen Blickwinkel auf die Problematik und kann Denkanstöße geben. Außerdem hilft es zu verstehen, warum die Laune gerade auf dem Nullpunkt verweilt und man situationsbedingt vielleicht überreagiert.
      Ich muss meinen Standpunkt ständig erneut behaupten. Es gibt große Probleme bei dem Thema "Begegnung auf Augenhöhe". Immer weider kommt es zu Streitigkeiten da ich mich untergebuttert fühle, entmündigt, es hier scheinbar eine Rangordnung gibt. Das ist extrem anstrengend!
      Sauer stößt auch auf, dass ich mich wehre, mich auf die Hinterbeine stelle und endlich mal meine Bedürfnisse durchsetze.
      Wir haben uns ein Haus gekauft, haben viel im Garten verändert(n) (müssen). Jetzt ist endlich das Innere dran. Ich bin richtig aufgeblüht, habe mir Angebote eingeholt und die Dinge, die wir neu haben wollten, zu tollen Preisen ergattert. Leider wurden nun aus leichten Renovierungsarbeiten doch erheblich schwierigere Arbeiten. Und leider sind dies Dinge, die ich meinem Mann nicht abnehmen kann. Dinge, die ich erledigen könnte, "darf" ich nicht machen - er macht es! Ich arbeite ihm zu, versorge ihn mit Essen, Trinken, Leckereien, frage ob er Hilfe benötigt. Mein Mann ist gerade völlig überlastet.
      Es nützt aber nichts, da müssen wir jetzt irgendwie durch. Ich finde es toll, was er schafft, bin mächtig stolz auf unser Eigenheim und wie schön es dann wird. Mein Mann scheint diese Empfindungen überhaupt nicht zu haben.
      Wir, die Familie, scheinen eine ganz große Belastung zu sein. Er hat kein Interesse an gemeinsamer Zeit. Er sieht es als familiäre Verpflichtung. Man merkt es ihm aber auch an.


      Ich kann die Situation momentan nicht ändern. Aber ich mache mir Gedanken, wie lange diese noch tragbar ist. Für meinen Mann und für die Kinder und mich

      • Ich fass es mal kurz zusammen, so wie ich es verstehe:

        - beide Partner bringen jeder ein großes Paket an Altlasten mit in die Beziehung, die einer Aufarbeitung bedürfen
        - ihr führt eine Wochenend-Patchwork-Ehe, d.h. ihr seid 5 von 7 Tagen die Woche getrennt und habt daher wenig Zeit füreinander
        - dein Mann hat einen körperlich und psychisch belastenden Beruf (hört sich an nach Soldat?)
        - ihr könnt euch nicht auf Augenhöhe begegnen, er möchte hierarchisch deutlich über dir stehen (vielleicht vermißt er Wertschätzung, Achtung?) und du wünscht dir ein gleichgestelltes Gegenüber
        - du hast dein Element für Selbstverwirklichung entdeckt, den Innenausbau eures Hauses, und er soll es für dich ausführen.

        Zu viele Baustellen auf einmal, viel zu hohe Erwartungen auf beiden Seiten an den jeweils anderen (das der andere nicht leisten kann), viel zu wenig was ihr in die Beziehung hineinsteckt.

        Ihr tankt eure Beziehung nicht auf und fahrt statt dessen ständig mit "viel zu hohen Spritverbrauch". Kraft fließt nur überall ab, anstatt dass Kraft aufgetankt wird.

        Das führt zwangsläufig zu Enttäuschung, Frustration, Ohnmachtsgefühlen, Wut, Traurigkeit, burnout und zur Trennung.

        Ohne gravierende, sehr einschneidende Veränderungen (Abstriche) werdet ihr diese Sache wohl schnell an die Wand fahren.

        Hat dein Mann niemanden im seinem beruflichen oder privaten Umfeld, mit dem er sich austauschen kann? Gerade bei psychisch und physisch sehr belastenden Berufen gibt es doch teilweise interne Anlaufstellen, die ihre Mitarbeiter auffangen und für Gespräche zur Verfügung stehen. Auch wenn du dich als Gesprächspartner anbietest, ist jemand so nah dran manchmal nicht die richtige Adresse, da du direkt von den Folgen seiner Belastung betroffen bist. Vielleicht empfindet er es als falsch, dich zusätzlich mit seinem Päckchen zu belasten, wenn eure Beziehung und das Privatleben schon derart belastet sind. Allerdings kannst du ihm dahingehend nicht helfen, denn ER muss es auch wollen und sich Unterstützung suchen.

        Was euer Haus betrifft; Ihr habt euch ein großes Projekt an den Hals geladen obwohl zumindest dein Mann beruflich schon am Limit ist. Da war doch abzusehen, dass sich jemand mit tagelanger Abwesenheit von zuhause nur bedingt dort einbringen kann. Er wäre nicht der Erste, der die Woche hart arbeitet und am WE an Haus und Hof Rückert, unter der Last zusammenbricht und unzufrieden wird.

        Was bedeutet denn "du darfst diverse Arbeiten nicht erledigen obwohl du es könntest"? Wie kann er dir das verbieten? Er ist doch sowieso kaum anwesend und wenn du einfach machst und am Ende ist es zu aller Zufriedenheit erledigt, verstehe ich nicht, was jemand für Einwände haben könnte.

        Ganz ehrlich, wieso musste es dann ein Haus sein? Wenn dein Mann doch eh schon total kaputt von der Arbeit ist? Das habt ihr euch alles selbst eingebrockt.

        Du könntest ja auch arbeiten, davon lese ich nichts. Deine Kinder sind ja schon relativ groß. An deiner Stelle würde ich Vollzeit arbeiten und das Haus verkaufen und bescheiden in den Ansprüchen sein.

        Wenn dein Mann wirklich so einen schwierigen Job hat, dann sollte das Wochenende rein zur Erholung dienen.

        Wenn du nun unbedingt dein Traumhaus willst, dann überlege dir, ob es diesen Preis wert ist.

        Oder aber du verdienst soviel Geld, dass du Handwerker bezahlen kannst. Und dein Mann kann dich entspannen und du kannst dich auch entspannen.

        Für mich sind das alles selbstgemachte Probleme.

        • (5) 11.11.17 - 16:33
          tragbareSituation

          Als wir das Haus gekauft haben war mein Mann noch voller Elan. Das Haus haben wir uns gekauft, da wir aus der Stadt ziehen wollten. Die vorherige Miete konnten wir, bei den günstigen Zinsen, in einen Abtrag problemlos umwandeln.
          Mein Mann hat eine andere Belastungsgrenze als ich. Ich finde es schwierig in Worte zu fassen. Es ist nicht so, dass mein Mann beruflich ständig vollkommen ausgeschöpft wird. Es sind Dinge wie Umstrukturierung, Diät, schlechte Planung aus der Bahn werfen.
          Er hat jetzt z.B. völlig vergessen mitzuteilen, dass er die nächsten Wochen vermehrt außer Haus ist und einige Tage weg bleibt. Diese Aktionen steht schon Ewigkeiten fest. Er hat nur vergessen mich in Kenntnis zu setzen und das in die Renovierung mit einzuplanen.
          Einen Handwerker möchte mein Mann nicht.
          Es ist auch nicht MEIN, sondern UNSER Traumhaus. Wir haben alles, egal ob Hauskauf, neue Anschaffungen, Renovierung, gemeinsam entschieden.

      Wir haben uns ein Haus gekauft, haben viel im Garten verändert(n) (müssen).

      Wer hat das gewollt, wer hat das Empfinden, dass das sein MUSSTE?

      Jetzt ist endlich das Innere dran. Ich bin richtig aufgeblüht, habe mir Angebote eingeholt und die Dinge, die wir neu haben wollten, zu tollen Preisen ergattert.

      Dein Ding - seins wohl nicht?
      Du hast die Initiative ergriffen.
      Wer wollte Dinge neu haben? Er oder Du? Ihr beide?

      Leider wurden nun aus leichten Renovierungsarbeiten doch erheblich schwierigere Arbeiten.

      So ist es immer mit dem Hauskauf und der Renovierung.

      Und leider sind dies Dinge, die ich meinem Mann nicht abnehmen kann.

      Du hast entschieden, und leider muss er es nun machen. Wie unfair.

      Dinge, die ich erledigen könnte, "darf" ich nicht machen - er macht es!

      Wer hat das wieder entschieden?

      Ich arbeite ihm zu, versorge ihn mit Essen, Trinken, Leckereien, frage ob er Hilfe benötigt. Mein Mann ist gerade völlig überlastet.

      Aha, da ist von anfang an der Wurm drin gewesen und der frisst immer schlimmer.
      Warum kann er deine Hilfe nicht annehmen? Ihr seid kein Team?

      Es nützt aber nichts, da müssen wir jetzt irgendwie durch.

      Und wer hat entschieden dass ihr da jetzt durch MÜSST? Du natürlich.

      Ich finde es toll, was er schafft, bin mächtig stolz auf unser Eigenheim und wie schön es dann wird. Mein Mann scheint diese Empfindungen überhaupt nicht zu haben.

      Klar, es war ja auch dein Ding. Du wolltest das Haus für deine Selbstverwirklichung und er muss es machen, da hilft alles nichts. So funktioniert Ehe nicht.

      Es wäre wirklich zu überlegen, ob du nicht Vollzeit arbeiten gehst, - ja wir lesen nichts davon dass du arbeitest, komisch. - und dann von deinem Einkommen etwas zur Seite legen kannst für externe Handwerker.

      • (7) 11.11.17 - 16:27
        tragbareSituation

        "Wer hat das gewollt, wer hat das Empfinden, dass das sein MUSSTE?" - Im Februar haben wir uns das Haus angesehen, im Juli sind wir eingezogen. Bis dahin wurde von unseren Vorgängern leider nichts mehr im Garten gemacht. Die Dinge, die vor uns gemacht wurden, waren halbherzig. Mein Mann wollte sich unbedingt draußen austoben. Pflastern, Bäume fällen, Beete neu anlegen, Schuppen bauen

        "Dein Ding - seins wohl nicht?
        Du hast die Initiative ergriffen.
        Wer wollte Dinge neu haben? Er oder Du? Ihr beide?" - Wir beide wollten die Dinge neu haben. Wir haben besprochen was wir möchten, ich bin losgezogen habe geschaut und mich informiert. Anschließend sind wir gemeinsam los und haben die Käufe fix gemacht.

        "So ist es immer mit dem Hauskauf und der Renovierung." - Nein, wir haben uns bewusst für ein Haus mit minimalem, nicht dringenden Renovierungsbedarf entschieden. Wir leben hier seit zwei Jahren, mein Mann kam auf die Idee mit der Renovierung.

        "Du hast entschieden, und leider muss er es nun machen. Wie unfair." - Was habe ICH entschieden und was ist unfair?


        "Wer hat das wieder entschieden?" - Mein Mann. Er traut mir manches scheinbar nicht zu

        "Und wer hat entschieden dass ihr da jetzt durch MÜSST? Du natürlich." - Ich natürlich? Du urteilst ziemlich schnell, ohne zu wissen worum es sich hier wirklich handelt, schade! Wir haben einen 30 Jahre alten Wandschrank entfernt und wussten auch, dass es einen Durchgang vom Wohn- ins Esszimmer gibt. Der Schrank war nur leider mit der Türzarge verleimt und konnte nicht gerettet werden. Nun haben wir ein riesiges klaffendes Loch ( 2 x 3 Meter) in der Wand, welches verputzt werden muss. Ich bot an Handwerker ins Haus zu holen. 250 Euro waren meinem Mann aber zuviel, er will es selber versuchen. Er ist jetzt völlig ins Straucheln geraten, da er seine bevorstehenden Dienst auswärts ignoriert hat. Ich selber habe von diesen Diensten erst letzte Woche erfahren.
        Und ja, wir MÜSSEN da leider durch. Ob jetzt alleine oder doch mit Hilfe.

        "Klar, es war ja auch dein Ding. Du wolltest das Haus für deine Selbstverwirklichung und er muss es machen, da hilft alles nichts. So funktioniert Ehe nicht." - Und wieder ICH wollte das Haus? WIR wollten EIN Haus. Mein Mann wollte ein Haus mit riesigem Garten zur Selbstverwirklichung. Finde ich auch toll. Was meinst du denn wer es hier in Schuss hält, wenn mein Mann unterwegs ist?

        "Es wäre wirklich zu überlegen, ob du nicht Vollzeit arbeiten gehst, - ja wir lesen nichts davon dass du arbeitest, komisch. - und dann von deinem Einkommen etwas zur Seite legen kannst für externe Handwerker." - Richtig, von mir habe ich nicht gesprochen, sondern von der Belastung meines Mannes. Jeder hat eine andere Belastungsgrenze. Der eine kann mehr, der andere weniger ab. Ich für meinen Teil habe z.B. eine höhere Belastungsgrenze als mein Mann. Das muss ich so hinnehmen und daran kann man auch nichts ändern.

        • Hallo,

          arbeitest du nun oder nicht? Ich finde das nicht unwichtig für das Befinden deines Mannes.

          Warum verputzt du das Loch nicht einfach selber (ist nicht sooo schwierig) oder lässt es halt machen so lange dein Mann weg ist?

          Was genau ist denn jetzt dein Problem?

          Lg

          Es ist schwierig, von dem was du geschrieben hattest, ein absolut zutreffendes Bild zu gewinnen. Man kann nur immer wieder lesen und erhält Eindrücke, die auch falsch sein können. In einer Beratungsstunde wäre das Fragen und Antworten und man käme schneller auf den Punkt.

          Es hat sich tatsächlich so gelesen, als wäre es Dein Ding gewesen, zu renovieren weil du drin aufblühst, weil du ganz in dem Haus lebst und dich verwirklichen willst.

          Nun habt ihr ein Loch im Wozi. Und dein Mann schafft es zZt. nicht, im beruflichen Kontext ist er zu stark beansprucht. Er braucht Erholung, er hat Termine.

          1. Du kannst das Loch einfach lassen, das Haus wird davon nicht einstürzen.
          2. Du kannst das Loch selbst verputzen, das ist nicht schwer.
          3. Du hast Bekannte oder Verwandte, die das Loch verputzen.
          4. Ihr spart für einen Handwerker und gebt es in Auftrag.

          Auf jeden Fall nichts mit Gewalt erzwingen wollen, was jetzt eben nicht geht.
          An der Stelle finde ich deine Aussagen irgendwie "gewaltsam" - "da müssen wir jetzt eben durch, es muss eben sein ...".

          Wenn dein Mann Krebs im Endstadium hätte, was wäre dann? wenn du einen Autounfall hättest und im KKH liegen würdest, was wäre dann mit dem Loch? Es ist doch alles relativ im Leben.

Top Diskussionen anzeigen