Anfang des Jahres vergewaltigt

    • (1) 18.11.17 - 21:22

      Hey....ich bin hier ganz neu und habe mich aus Verzweiflung angemeldet...

      Ich fang einfach direkt an...ich bin 26 und wurde Anfang des Jahres (am 3. Januar) von zwei Männern vergewaltigt als ich Abends joggen war...es war wirklich schrecklich und ich dachte, ich muss sterben weil sie so brutal waren.
      Lediglich mein Freund (inzwischen Verlobter) und dessen bester Freund (zu ihm bin ich kurz nach der VG gerannt, weil er in der Nähe wohnt und ich im Schockzustand war) wissen davon.
      Der erste Monat danach war schrecklich...ich wollte weder essen noch trinken (mein Verlobter musste alle Überzeugungsarbeit leisten damit ich überhaupt was esse und trinke), habe mich nicht aus dem Haus getraut...danach ging es so langsam wieder Bergauf und bis vor ein paar Tagen konnte ich ganz gut damit umgehen.
      Aber seit fast einer Woche geht es mir sehr schlecht...ich schlafe kaum, habe Albträume, mir ist übel und ich fühle mich dauerhaft 'verzweifelt'...
      Kann mir jemand sagen, warum es mir plötzlich so schlecht geht?

      Und ich stelle mir auch ständig die Frage: “was genau ist so schlimm an einer Vergewaltigung? Warum stelle ich mich deshalb so an? Das ist doch einfach 'nur' erzwungener sex (angesehen von der Gewalt, die mir angetan wurde)“...

      ..bitte um hilfe...
      LG Patty

      • Warst Du bei der Polizei?
        Diese hätten Dir auch Beratungsstellen genannt.

        Dir gehts sehr schlecht. Du brauchst dringend Behandlung.

        Was daran schlimm ist? Die Gewalt die Dir angetan wurde. Du wolltest keinen brutalen Sex im Dunkeln, in der Kälte mit 2 fremden Schweinen.

        Das ist kein normaler Sex der aus Lust heraus entsteht

        Ich wünsche Dir, dass Du es zur Anzeige bringst und Dich an Opferberatungsstellen wendest.

        • Im März war ich dann bei der Polizei...vorher hab ich es einfach nicht geschafft...
          Leider zu spät (laut Aussage des Sachverständigen) und dadurch erfolglos. Ich konnte zwar das aussehen und Nationalität der Täter relativ genau beschreiben, aber es gab kein 'Beweismaterial' ...
          War also nur eine Strapaze mehr für mich.

      (4) 18.11.17 - 21:48

      Eine Therapie wäre bestimmt gut für Dich. Du könntest Dich an den weißen Ring wenden, die können Dir jemand vermitteln und Dich auch sonst unterstützen.

      • (5) 18.11.17 - 22:00

        das hatte ich mir auch schon überlegt..nur ich schaffs einfach nicht drüber zu reden...hier anonym in einen Forum geht ja noch.
        Ich verstehe nicht, warum es mir plötzlich wieder so schlecht geht?

        Hatte alles wieder relativ gut im Griff...Arbeit, Uni, Beziehung und Sport...und jetzt stehe ich vor einem riesigen Scherbenhaufen und weiss nicht, wie ich weitermachen soll...bin so verzweifelt und weiss nicht wieso auf einmal.
        Will auch für niemanden eine Belastung sein und deshalb tu ich immer so als wäre alles gut..

        • (6) 18.11.17 - 22:07

          Dir wurde Gewalt angetan und du hast das nicht aufgearbeitet..Deshalb geht es dir im Moment schlecht. Die Dubletten Jahreszeit erinnert dich daran, was dir passiert ist. Und dein Unterbewusstsein geht in hab acht Stellung, weil du tief im Innern angst hat, dass es wieder geschieht. Du brauchst dringend Hilfe von Profis um die Vergewaltigung verarbeiten zu könnrn. Es wird nicht von selbst besser, es wird dich dein lebrn lang verfolgen, wenn du nicht lernst, damit abzuschließen. Und um das zu lernen täte dir eine Therapie gut. Weißer Ring ist die erste Anlaufstelle. Du kannst da auch erstmal anrufen und Firmen alles von der Seele reden. Aber Hilfe in professioneller Form wirst du definitiv brauchen um die Vergewaltigung verarbeiten zu können.

    (7) 18.11.17 - 22:14

    auch so...
    Ich bin Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls geworden und habe das nach dem ersten Schock ganz gut weggesteckt. Monate später ging es mir zunehmend schlecht, es kamen immer neue Ängste dazu, Albträume und eine immer lähmendere Depression. Mit einer Therapie habe ich das ganze dann verarbeiten können.
    Das sind posttraumatische Belastungsstörungen, du machst zwar oberflächlich weiter wie vorher, hast das Geschehene aber nicht verarbeitet, darum geht es dir schlecht.
    Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an, lass dir professionell helfen! Du brauchst vor der Therapie keine Angst zu haben, du hast dort alle Zeit der Welt dich zu öffnen und entscheidest selbst, wann du über was sprechen kannst und willst. Ich habe monatelang zweimal die Woche mit meinem Therapeuten nahezu ausschließlich übers Wetter geredet bis ich dann auch irgendwann meine Themen besprechen konnte...

    Sorry für den langen Text...
    Es tut mir sehr leid was du erleben musstest, lass dir helfen, du schaffst das!
    Ich wünsche dir viel Kraft. 😘

    • Das mit der dunklen Jahreszeit ergibt Sinn...habe seit 2 Wochen auch keine Lust mehr, laufen zu gehen..wahrscheinlich ist das auch mein Unterbewusstsein das mich davon abhält...

      Ich weiss nicht ob eine Therapie mir helfen kann...ich glaube nicht, dass es mir gut tut mit einem fremden Menschen darüber zu reden was mir passiert ist...ich schäme mich so dafür und auch dafür, dass ich so schwach bin und nicht alleine damit klarkomme.

      Aber ich kann mich ja an den weissen Ring wenden...wie genau läuft das ab? Kostet mich das was? Und wie viel kostet eine Therapie...? Bin Studentin und hab nicht zu viel Geld über..

(11) 18.11.17 - 23:13

Hi,
geh unbedingt in Behandlung!!!
Meine Freundin wurde gleich 2x in ihrer Bank überfallen, sie war immer direkt betroffen.
Sie war unfähig wochenlang das Haus zu verlassen, war am Ende und es wurde immer schlimmer.
Jetzt ein paar Jahre später ist wieder alles fast OK aber sie kann nicht mehr im Kundenverkehr arbeiten. Sie war diesbezüglich auch lange in Behandlung!

Ich würde immer noch zur Polizei gehen, die können sicherlich noch was machen, vielleicht wurden die Schweine auch schon irgendwie gefasst?!?!?!

lg
lisa

  • (12) 18.11.17 - 23:24

    Okay, dann google ich morgen mal den weißen Ring und ruf an oder so...

    Ohje...das mit deiner Freundin ist echt heftig...kann nachvollziehen, dass sie sich nicht mehr rausgetraut hat.

    Hätten mein Freund und dessen Kumpel mich nicht gezwungen zu essen und zu trinken, wäre es sicher auch echt schlecht ausgegangen für mich...
    Leider geht es mir seit Tagen wieder so schlecht, dass ich wieder kaum essen und trinken kann...und ich werde von albträumen geplagt...
    Danke für die Ratschläge

    • (13) 18.11.17 - 23:33

      Hallo.

      Der "Weiße Ring" ist eine gute Idee (daneben kannst Du gucken, ob es in Deiner Stadt einen "Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen" oder ähnliches gibt; aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass Dir dort sehr angenehm weitergeholfen wird, samt Gesprächen und weiterer Betreuung) ...

      ... ich selbst habe gerade neulich beim "Weißen Ring" angerufen (auf der Website findest Du die Telefonnummer Deiner Region), weil ich mich für jemand anderen wegen eines Überfalls erkundigen wollte ... mir wurde gleich eine Telefonnummer für einen direkten Ansprechpartner genannt und die verschiedenen Möglichkeiten, die es gibt. Sehr, sehr freundlich und zuvorkommend.

      Aus persönlicher Erfahrung kann ich Dir nur wirklich ans Herz legen, Dir Hilfe bei einer der Organisationen zu holen ... die können auch damit umgehen, dass Du eigentlich nicht reden möchtest.

      LG und alles Gute.

      Ich hab Dir den Link mit der Telefonnummer geschrieben, siehe oben. Du brauchst nicht mehr suchen. LG

(15) 18.11.17 - 23:32

Und bezüglich Polizei...die hat das Verfahren eingestellt, ich soll mich melden, wenn ich was 'handfestes' habe. Obwohl meine FA bei der ich eine Woche nach der Tat war, bestätigen kann, dass ich überall Hämatome hatte, ein blaues Auge und Aufgeplatzte Lippen...von Verletzungen im Intimbereich will ich gar nicht erst anfangen.

Aber ich glaube mein Fall wurde unter den Tisch gekehrt da es sich eindeutig um Asylanten handelt und man nicht noch mehr negative Meldungen diesbezüglich veröffentlichen wollte... (bitte jetzt nicht anfangen über unser politisches System und Asylbewerber zu diskutieren, danke!)

  • (16) 19.11.17 - 00:06

    tut mir leid, was dir passiert ist. genug tipps hast du ja, wie du am besten nun handelst.

    aber haben die typen dir etwa während ihrer tat verraten, dass sie asylanten sind???
    eventuell waren es auch nur reiche urlauber aus saudi-arabien?
    oder hier geborene söhne indischer eltern, die einen akzent haben?
    vor zehn jahren zugewanderte akademiker aus dem iran, die sich in landessprache unterhalten?

    • (17) 19.11.17 - 00:17

      Also ich habe von der Herkunft keine Ahnung, ist mir auch egal wo die herkommen. Dass es sich um Asylanten handelt war die Schlussfolgerung des zuständigen Kriminalpolizisten...ich hab lediglich das Aussehen der Täter beschrieben...sie haben kein Deutsch gesprochen und angrenzend an meine Laufroute befindet sich ein Asylantenheim...den Rest hat er sich hergeleitet.

      (18) 19.11.17 - 00:20

      Ich habe auch keinerlei Vorurteile bezüglich Migranten..ein Großteil meiner Freunde sind Kinder von Migranten und ich auch zur hälfte..

      • Im Prinzip egal wer es tat.
        Ob 2 Deutsche oder 2 Europäer oder 2 Amis.

        Es geht um die Tat an sich.

        Klar greift die Polizei im Dunkeln. Aber wärest Du zb sofort zur Gynäkologin hätten Spermaspuren evtl zur Aufklärung beitragen können. Dann hätte man alle Männer des Asylheimes testen müssen um zu gucken ob es einer von denen war.

        Da das nicht getan wurde ist es nun schwierig, oder man klappert das Heim bzgl Alibis der dort wohnenden Männer ab.

        Auch eine Möglichkeit. Dies nicht zu tun wäre grobe Fahrlässigkeit der Polizei und andre Frauen könnten Opfer werden.

        Vielleicht findest Du Mut nochmal bei der Polizei aufzuschlagen und die damit zu konfrontieren.

        Alles Gute.

(20) 19.11.17 - 08:52

Was handfestes wären in einem solchen Fall eben DNA-Spuren. Dein Nachtatverhalten war menschlich absolut nachvollziehbar, aber er hat eben auch quasi unmöglich gemacht, dass die Täter ermittelt und für die Tat verurteilt werden.

Das ist kein Vorwurf am Dich. Das ist jetzt einfach eine Tatsache, mit der Du umgehen musst. Vielen Frauen tut aber, entgegen aller gutgemeinten Ratschläge, die juristische Aufarbeitung der Vergewaltigung auch gar nicht gut. Weil sie vor Gericht noch mal alles erzählen müssen. Weil der Täter vielleicht eine unangemessen geringe Strafe bekommt (und für die Geschädigte ist vermutlich alles unangemessen gering).

Deshalb konzentriere Dich jetzt auf Dich und verrenne Dich nicht in Verschwörungstheorien. Die Polizei hat das nicht unter den Teppich gekehrt, weil sie Asylbewerber schützen oder die aktuelle Debatte um Sicherheit nicht weiter entgleisen lassen wollte, die Polizei hatte zwei Monate nach der Tat schlicht keinen vernünftigen Ermittlungsansatz mehr.

Leider wurden nicht unverzüglich nach der Tat die Beweise gesichert. Und auch wenn der Verdacht auf Asylbewerber naheliegend ist, so braucht die Polizei schon etwas mehr als eine bloße Hypothese, um Personen überhaupt als Verdächtige führen zu können und damit Maßnahmen gegen sie einleiten zu können.

Für Dich ist es zu spät und ich hoffe sehr, dass Du nie wieder in eine solche Situation kommst. Aber vielleicht ist die folgende Information mal nützlich für jemand in Deinem Umfeld oder für irgendwen sonst, der diesen Beitrag liest:

In (zumindest den großen) Krankenhäusern stehen in der Regel geschulte Gynäkologinnen zur Verfügung, die mit Hilfe spezieller Beweissicherungs"Pakete" die verwertbaren Spuren nach einer Vergewaltigung sichern können. Das bedeutet nicht, dass die Frau (oder der Mann, das gibt's ja auch) direkt im Anschluss zur Polizei muss. Ob man Anzeige erstattet, kann man sich dann immer noch überlegen. Aber wenn man sich entschließt, dann kann die Polizei auf die gesicherten Beweismittel zurückgreifen und man wird nicht erneut zum Opfer wenn man feststellen muss, dass einem die Justiz leider nicht mehr helfen kann.

  • (21) 19.11.17 - 09:06

    Danke für die Antwort, du hast da vollkommen recht...wollte hier auch gar nicht anfangen über die Täter zu diskutieren.

    Ich habe es direkt nach der Tat einfach nicht geschafft zur FA bzw ins Krankenhaus zu gehen...ich wollte einfach nur noch duschen und stand gefühlt Tagelang unter Schock.
    Ich verstehe das im Nachhinein auch nicht..bin eigentlich ein offener, 'dominanter' Mensch..ich weiss was ich will und lass mir von niemandem was sagen. Aber die beiden Täter haben es irgendwie geschafft aus mir ein verängstigtes, schwaches Kind zu machen und ich wollte mich einfach nur verstecken...was ich jetzt natürlich bereue.

    Ich will einfach nur wieder aus diesem Loch rauskommen..die letzten Monate habe ich doch auch gut überstanden?!
    Ich kann eine Therapie ja mal antesten...frag mich nur warum es mir helfen soll mit einem Fremden darüber zu reden.

    • (22) 19.11.17 - 09:28

      Sinn und Zweck der Therapie ist es nicht in erster Linie, mit einem Fremden über die Tat zu sprechen. Aber Du wirst in den Gesprächen Deine Gefühle aufarbeiten können. Idealerweise kann Dir der Therapeut mit einer speziellen Technik helfen, das Trauma zu verarbeiten.

      Das Gemeine an solchen Erlebnissen ist, dass sie Verletzungen zurück lassen, die man nicht sieht. Man kann erstmal weiterleben und das Ganze wegschieben. Aber der ganze Mist kommt wieder.
      Die Gefühle überfallen einen dann, und man hat keine Kontrolle, wann und wo das passiert. Ich hatte ein weit weniger eonschneidendes Trauma, aber nach ca. einem Dreivierteljahr habe ich so viel Kraft benötigt, nur die Fassade halbwegs aufrecht zu erhalten, dass ich mir eingestehen musste, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht. Das war für mich ein enormer Schritt, denn ich habe ein ähnliches Selbstbild wie Du. Ich war immer der "tough cookie", und es hat mich echt Überwindung gekostet, mir mein "Scheitern" einzugestehen.

      Rückblickend war die Therapie meine Rettung. Und das, obwohl ich anfangs auch skeptisch war, wie mir "Gelaber" helfen soll.

      Für Dich wäre es jetzt wichtig, Deine Gefühle aufzuarbeiten und damit wieder Kontrolle über sie zu bekommen. Nur so wirst Du wieder Kontrolle über Dein Leben erlangen. Ich wünsche Dir die Kraft und den Mut, dass anzugehen. Du wirst leider Dein Leben lang Geschädigte einer Vergewaltigung sein. Aber ein Stück weit hast Du es in der Hand, ob die Täter auch Dein Leben lang mit der Tat Macht über Dich ausüben. Hol Dir Dein Leben zurück, lass nicht zwei Verbrecher Dein Leben dominieren!!

(24) 20.11.17 - 15:20

-Aber ich glaube mein Fall wurde unter den Tisch gekehrt da es sich eindeutig um Asylanten handelt und man nicht noch mehr negative Meldungen diesbezüglich veröffentlichen wollte... (bitte jetzt nicht anfangen über unser politisches System und Asylbewerber zu diskutieren, danke!)-

Nach deinem Eröffnungsthread, habe ich gehofft, dass diese zu erwartende Aussage nicht kommt.
Es hat sich
eindeutig
um Geflüchtete gehandelt?
Eindeutig,
aha,
Und du bist
eindeutig
kein
Troll?

So eindeutig, wie die Indizien, die du für deine
Behauptung hast, es handele sich
eindeutig
um Schutzsuchende?

  • (25) 20.11.17 - 16:42

    Ich habe nur die Aussage des ermittelnden Kriminalpolizisten wiedergegeben. Das sollte keine Wertung meinerseits sein.
    Mir ist es wie gesagt egal wo die herkommen oder so...wollte hier niemanden vor den Kopf stoßen und bin auch vorurteilsfrei.

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