wie beibringen

    • (1) 18.11.17 - 22:01
      kein Kind

      Hallo und guten Abend,
      ich bin gerade ziemlich fertig und traurig. Mein Mann und ich sind seit 10 Jahren verheiratet, kennen uns schon seit fast 20 Jahren.
      Er hat Kinder nie ausgeschlossen, ich wollte eher keine, aber mit 20 oder 30 kann sich das ja noch ändern. So wurde es mir immer vermittelt von meinen Freundinnen und meinen Eltern, die natürlich gerne ein Enkelkind wollen.
      Tja, bei mir anscheinend nicht, wir haben oft geredet über die Jahre und mein Mann hatte wohl immer die Hoffnung, dass ich irgendwann sage: ich bin soweit, lass uns los legen.
      Heute Abend jetzt der große Knall. Bei einem romantischen Essen hat er quasi " um ein Kind angehalten", mit einem süßen Anhänger in Form eines kleine Babyfußes.
      Er war so voller Zuversicht und dann seine Enttäuschung als ich" nein" sagte, nein zu einem gemeinsamen Kind endültig.
      Er sagte : willst du nicht nochmal überlegen und ich dachte; nein das muss ich nicht.
      ich bin mir darüber klar, dass ich nichts tun kann, die Entscheidung ob er die Beziehung weiter führen will, liegt jetzt nur bei ihm.
      ich weiß nicht was ich will. Ich möchte mir in 20 JHREN nicht vorwerfen lassen, dass er wegen mir auf Kinder verzichtet hat und seine Freunde dann Opa werden und er wieder nur zu schauen kann.
      Oder soll ich es wagen obwohl ich nicht möchte? Was wenn ich das Kind dann nicht als Bereicherung empfinde, sondern nur wie jetzt auch, die Einschränkungen sehen kann?
      Ich bin sehr freiheitsliebend und kann nur sehr schlecht mit Fremdbestimmung umgehen, auch wenn er zuhause bleiben würde, wäre mir das Lebe mit Kind trotzdem nicht geheuer. Selbst wenn unsere Patenkinder hier sind, möchte ich am liebsten weg laufen weil ich keinen Draht zu ihnen finde.
      Ich möchte aber auch jetzt nicht die sein, die die Beziehung beendet, nur um ihm zuvor zu kommen. Das würde ihn noch mehr verletzen.
      Ich weiß, keiner kann mir da helfen, aber danke fürs Lesen.
      Wie soll man mit so einer verfahrenen Situation umgehen, ich wollte ihn nie so verletzen.

      • (2) 18.11.17 - 22:27

        Schwierig. Ein Kinderwunsch, oder eben das fehlen eines solchen, ist in meinen Augen fundamental in einer Beziehung. Wenn man da nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt hat die Beziehung keine Zukunft.

        Wir haben einen kleinen Sohn, mittlerweile ein Jahr alt. Ich weiss was es bedeutet schwanger zu sein, dann die Entbindung und die Verantwortung für so ein hilfloses Wesen zu haben. Das sollte man nicht seinem Partner zuliebe "ertragen", das geht nämlich gar nicht ohne das man selbst leidet und auch das Kind.

        Unser Sohn war von beiden Seiten gewünscht, ersehnt und gewollt. Ich hatte vorher eine Fehlgeburt, und fürchtete nie ein Kind haben zu dürfen. Er ist ein Wunder. Wenn er heute gefühlt 1000x am Tag Mama sagt (sein erstes Wort), dann bin ich der glücklichste Mensch. Trotzdem erinnere ich mich lebhaft, wie ich kurz nach der Entbindung mit frischer Kaiserschnittnarbe, aufgequollen, mit Schmerzen und Schlafmangel um 3 Uhr nachts beim Stillen sass und dachte "und das soll jetzt mein Leben sein??" Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Da kommt noch viel mehr. Ein kind bekommt man nicht weil der Partner sich eines wünscht.

        Klar gibt es Frauen und Männer die kein Kind wollen und dann während einer Schwangerschaft oder nach der Geburt tiefe Gefühle für ihr Baby entwickeln und alles ist gut. Ebenso gibt es aber auch genug Fälle wo das nicht eintrifft.

        Du solltest dich mit deinem Mann intensiv mit diesem Thema befassen. Ihr müsst euch einig sein, ob nun Kinder kommen sollen oder ihr auch ohne glücklich seid. Ich wünsche euch das ihr zu einem guten Weg findet.

        Hey du, fühl dich mal gedrückt. Das ist eine echt bescheidene Situation. Allerdings kann dir vermutlich keiner einen besseren Rat geben, als den, den du dir selbst schon irgendwie gegeben hast. Die Entscheidung über die Beziehung liegt bei ihm, da Du ihn offensichtlich nicht als Partner verlieren willst. Du machst den Eindruck, als wärest du dir sehr sicher und ich denke sowas hat auch seinen Grund und seine Berechtigung. Ich bin ein Redemensch und würde sagen es ist sinnvoll nochmal in Ruhe zu sprechen und klar zu Stellen, dass du ihn nicht verletzten und auch nicht verlieren willst, ein Kind für dich aber nicht in Frage kommt. Und dass er für sich entscheiden muss, was er nun möchte. Und das musst du dann leider akzeptieren. Auch dass er diese Entscheidung vielleicht erst in X Wochen/ Monaten wirklich treffen kann (oder direkt).

        Ich hoffe ihr findet einen gemeinsamen Weg und dir viel Kraft für diese blöde Zeit!

        Liebe Fragende,
        eine schwierige Situation, wie du selbst schreibst. Aber... ich will dich bestärken. Du willst keine Kinder. Das ist in Ordnung. Dein Mann hatte wohl die leise - und heute laute Hoffnung - dass du deine Meinung änderst. Das ist nicht passiert. Das ist sicherlich traurig. Zu realisieren, dass eure Zukunftsvorstellungen nicht zueinander passen. Ich finde, du tust das richtige. Du lässt ihm den Raum, nun selbst zu entscheiden, ob er mit deiner Entscheidung leben kann oder sich neu orientiert. Ich wünsche dir und euch alles Gute für den weiteren - gemeinsamen oder getrennten Weg. So traurig es vielleicht ausgehen wird, fände ich es den falschen Weg ihm zu Liebe ein Kind zu bekommen.

      • (5) 19.11.17 - 00:46
        Manbleibtflexibel

        Huhu
        Ich denke es gibt nur 2 Möglichkeiten.
        Entweder du gibst ihn frei, oder aber du bekommst ein Kind.

        Klar- ein Kind verändert das Leben. Aber man muss dazu auch ehrlich sagen, es geht hier nur um EIN Kind und damit ist man doch noch sehr flexibel und wenig eingeschränkt.
        Grade ein Baby kann man doch leicht überall mit hinnehmen und es bedeutet außerdem eine noch tiefere Bindung zum Partner.

        Ich habe 8 Kinder. Da ist man deutlich eingeschränkter. Und doch bereue ich kein Kind! Im Gegenteil. Aber ich erinnere mich noch gut, wie es mit nur einem Kind war. Und ja- man war total frei. Urlaube waren möglich, häufig Freunde treffen, shoppen etc. Und man lernte in Krabbelgruppen viele andere nette Frauen kennen.

        Wer weiß. Vielleicht wird dich ein Baby ja doch sehr erfüllen

        • (7) 19.11.17 - 09:33

          Sicher nicht.
          Kinder sind einfach nicht das, was ich mir wünsche. Es könnte keine Erfüllung für mich sein.
          Und es ist für mich klar, dass ich keine bekomme.
          Try and error ist angesichts eines Menschen, der auf mich und meine Liebe angewiesen ist, ja wohl keine Option.

          Hallo,

          ich sehe das ehrlich gesagt auch anders als du.

          In dem Moment, wo dieser neue Mensch geboren wird, ändert sich alles.
          Dieser neue Mensch hat Bedürfnisse, die man weder ausblenden,noch wegreden kann.

          Alles andere sind dann nachher die "logistischen, organisatorischenund äußeren Feinheiten", die eben variabel sind - 3 oder 6 oder 8 Kinder zu versorgen - oder eben eines ist natürlich ein Unterschied.

          Aber nichts von allem gleicht einem Leben ohne Kind.

          Vor allem- und ich lese das hier immer wieder- was soll das immer mit dem "...noch ein Baby zu haben...?"

          Ein Baby ist süß und neu und Schwangerschaft und Tralala - aber ein Baby ist dieser neue Mensch die kürzeste Zeit in seinem Leben - der Zauber ist so kurzweilig.

          Ich habe mir abgewöhnt mit Menschen in Bezug zum Kinderwunsch immer nur über "Babys" zu sprechen.

          Es folgen ca.20 Jahre, in denen du ein Kind dabei begleitest, heranzuwachsen und Rest des Lebens erwachsen zu bleiben.

          Das ist durchaus eine "Aufgabe" , mit der man sich kritisch auseinandersetzen darf...so wie die TE.

          Dass ich Kinder habe,die teilweise schon erwachsen sind - und sie jetzt zu sehen- das gibt mir persönlich ein gutes Gefühl.

          Meine Mama sagte, als mein Papa gestorben war ,aus tiefstem Herzen
          "Ich bin so froh, dass ich euch habe..."

          Zum ersten Mal sagte sie das.

          Das würde ich der TE auch gerne mitgeben wollen...

          Ein Kind ist ja nicht nur "Baby" ind "gebunden sein".

          Es ist eben auch ureigenste Familie....

          Und ja- auch mit "nur" einem Kind macht das für mich einen gewaltigen Unterschied,der für mich viel wesentlicher ist, als die Frage nach einem Babysitter.

          Lulu

      Hallo,

      mein Ex Mann und ich wollten auch keine Kinder. Er hat irgendwann seine Meinung geändert und ich habe mich dann darauf eingelassen und die Pille abgesetzt. Das war eine Entscheidung mit dem Kopf, nicht mit dem Herzen. Aber vom Alter her war es quasi die letzte Möglichkeit und ich wollte mich selbst zur Mutterschaft zwingen.

      Nach ein paar Wochen habe ich die Reissleine gezogen - ich wollte keine Kinder und habe dann auch dazu gestanden. Unsere Ehe ist kurze Zeit später zerbrochen - aber nicht wegen des Kinderthemas. Heute hat mein Ex Kinder und ich nicht. Er ist happy und für mich ist die Kinderlosigkeit auch heute noch die richtige Entscheidung.

      Ich finde es gut und richtig, dass Du bei Deiner Entscheidung bleibst, man sollte kein Kind für jemanden bekommen müssen und nicht bei jedem stellen sich diese starken Gefühle für das Kind ein. Allerdings ist der Kinderwunsch bei Deinem Mann elementar und kann auch nicht einfach weggewischt werden. Da müsst Ihr offen und ehrlich besprechen, ob eine Partnerschaft noch Sinn macht. Wenn er wegen Dir auf Nachwuchs verzichtet, wirft er Dir das vielleicht in ein paar Jahren vor. Aber ein Leben mit Kind ist eine noch größere Veränderung - vor allem für Dich - das muss er auch akzeptieren.

      Alles Gute
      Lg

      • (10) 19.11.17 - 12:07

        Wie siehst du das ganze heute?
        Bist du nach wie vor im Reinen mit deiner Entscheidungen?
        Ich weiß, dass es sicher auch Männer gibt die kein Kind möchten, hast du so jemanden gefunden?
        Und hast du direkt klar gestellt ,dass du keinen Kinderwunsch hast?

        • Ich bin jetzt Mitte 40 und mit meiner Entscheidung absolut im Reinen. Mein Partner wusste von Anfang an, dass Kinder nicht in Frage kommen und ist heute auch froh, dass er diese Verantwortung nicht schultern muss.

          Eine Entscheidung für ein Kind sollte meiner Meinung nach vom Herzen her kommen - und wenn sich dieses Gefühl nicht einstellt, dann ist das eben so. Erzwingen lässt es sich nicht.

          Kinder sind auch heute keine Versicherung mehr, dass man im Alter nicht allein ist - den Kindern steht die Welt offen und nach einem
          Studium bleibt man doch nur in den seltensten Fällen im Heimatort hängen. Abgesehen davon ist auch räumliche Nähe kein Garant für die gefühlte Nähe zu seinen Eltern.

    (12) 19.11.17 - 08:39

    Ich kann dich sehr gut verstehen.

    Ich könnte noch nie etwas mit Kindern anfangen. Ein Kinderwunsch war bei mir auch nie vorhanden. Ich habe ein Kind bekommen, weil sich das ja so gehört.

    Tja, und jetzt? Ich liebe meine Tochter und ich bereue sie auch nicht. Aber ich fühle mich nur noch unwohl in meiner Haut, seit ich Mutter bin. Es ist schwer, das zu erklären. Mein übersteigerte Verantwortungsbewusstsein hilft mir, das durchzuziehen. Ich funktioniere, bin aber eigentlich komplett unfähig, ein Kind großzuziehen. Das hat kein Kind verdient.

    Zum Glück reicht meinem Mann ein Kind. Ich wüsste auch nicht was ich tun sollte, wenn er unbedingt noch eins haben wollte.

    Hallo!

    es muss nicht zur Trennung kommen und auch nicht zu bösem Blut später.

    Bei uns wollten eigentlich wir beide Kinder. Aber es hat sich schnell gezeigt, dass es nicht klappt. Das Spermiogramm war dann so niederschmetternd, dass ohne ICSI keine Hoffnung besteht - und ganz ehrlich: das wollte ich nicht. Damals nicht und heute immer noch nicht. Noch dazu weil bei mir weitere gesundheitliche Probleme dazu kommen, die die Chancen auf ein gesundes Baby in Richtung 10-15% pro Versuch drücken. Dafür tue ich mir keine Hormonbehandlungen an, die den müden Rest an Gesundheit noch weiter ruinieren.

    Also - gewollt hätten wir beide, miteinander wird es aber sicher nicht klappen. Ich hätte mit einem Mann mit guter Spermaqualität wahrscheinlich ohne größere Probleme Kinder bekommen können, mein Mann hätte mit einer Frau die sich einige Versuche ICSI antun würde immerhin eine Chance gehabt.

    Wir sind trotzdem zusammen geblieben und haben es eben verarbeitet. Wir haben uns in unserem Leben sehr gut eingerichtet, fühlen uns wohl und sind trotzdem glücklich.

    Ich finde es aber wichtig, möglichst von Anfang an mit offenen Karten zu spielen. Wir haben etliche Male das Thema durchgesprochen, ob sich was geändert hat, ob wir doch noch eine ICSI machen sollen oder eine Adoption beantragen, wir haben nicht angefangen, das ganze totzuschweigen.

    Rede also besser offen mit ihm. Du bist bei Deinem Punkt, und der ist auch total ok und richtig so. Er muss entscheiden, ob er damit leben kann - darf dann aber trotzdem nicht Dir die Schuld geben, wenn es anders läuft.

    Übrigens sind eigene Kinder lange kein Garant für Enkel. Meine Mutter hat drei Kinder. Ich - kinderlos. Ein Bruder - Dauer-Single, kinderlos. Noch ein Bruder - wohnt 700km weit weg, was den Kontakt zu den beiden Enkelkindern auch auf 2x im Jahr begrenzt. Da nimmt meine Mutter dann sogar ein Hotel, weil die Wohnung so klein ist, und sieht ihre Enkel einen Nachmittag lang. Hätte man bei jemandem mit drei Kindern vielleicht auch anders erwartet, aber es gibt eben keine Garantie.

    • (14) 19.11.17 - 12:03

      Das finde ich eine mutige Entscheidung von Euch. Viele Frauen schätzen die Erfolgsaussichten einer ICSI , Stichwort Schwangerschaftsrate vs.Baby take home Rate, viel zu optimistisch ein .
      Die Chance für eine Schwangerschaft bei einem normal fruchtbaren Paar in den fruchtbarsten Jahren liegt unter optimalen Voraussetzungen bei 25%pro Zyklus
      Besser als die Natur kann auch die Medizin nicht sein. Off topic.
      Ich hab immer das Gespräch gesucht und er wusste über meine Gedanken Bescheid.
      Geredet haben wir immer wieder darüber und unsere Standpunkte immer wieder überprüft.
      Das war und ist uns auch immer wichtig gewesen.

      • Naja, die Fruchtbarkeitsmedizin schafft es auf bis zu 40% positive Schwangerschaftstests, wenn sie mindestens drei Blastozysten einsetzen - das ist schon ein wenig besser als Natur pur. Allerdings ist die Fehlgeburtsrate nochmal höher, und wenn dann noch weitere Probleme dazu kommen, sieht es noch schlechter aus. Und Sex kann man halt jeden Monat haben, aber eine ICSI besser nicht allzu oft wegen der Nebenwirkungen.

        Da kann Dein Mann eigentlich echt nichts sagen, auch wenn er vielleicht gehofft hatte, Dich umzustimmen und Dein Nein weh tut. Aber die Entscheidung liegt bei ihm, und die solltest Du ihm auch überlassen.

        Eine Trennung vorweg nehmen, wenn er nicht die Kraft dazu hat, das ist auch der falsche Weg. Er muss die Entscheidung auch für sich selbst treffen: Entweder, Dich auch ohne Kinder behalten wollen, oder die schmerzhafte Trennung durchstehen, weil sein Kinderwunsch schwerer wiegt. Schließlich muss er in beiden Fällen auch die Konsequenzen tragen können.

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