Wie wichtig ist der Beruf?

    • (1) 23.11.17 - 16:41
      dumme-kuh

      Hallo!
      Wie mein Nick schon sagt, komme ich mir vor wie eine oberflächliche Kuh. Ich habe einen tollen Freund und wir verstehen und gut und liegen auf einer Wellenlänge. Er ist sehr lustig, hilfsbereit, kinderlieb, fleißig, ordentlich. Wenn da nur sein Beruf nicht wäre. Er ist Bedienung in einem Restaurant. Dementsprechend verdient er nun leider nicht die Welt. Und die Arbeitszeiten sind extrem schlecht. Sehr schlecht für ein Familieleben oder auch nur eine Beziehung. Wenn ich Feierabend habe und heim komme geht er weg. Kann so etwas funktionieren? Ist von euch jemand mit einem Partner aus der Gastronomie zusammen? Wie geht ihr damit um dass er relativ wenig Geld verdient? Meine Ex Freunde hatten alle etwas höher angesehene Berufe, konnten sich schöne Urlaube leisten und auch so Luxus zwischendurch. Ich habe nie gedacht dass mir so etwas wichtig ist, aber jetzt wo es anders ist, frage ich mich schon wie es wird. Menschlich passt es super zwischen uns wir sind auch sehr glücklich miteinander. Mache ich mir zu viele Gedanken? Jetzt wo es vielleicht bald ans Zusammenziehen geht, da sind die Finanzen schon wichtig. Oder soll ich es auf und zukommen lassen?
      Danke für eure Meinung.

      • Hallo :-)

        Also ich finde, dass die Finanzen schon wichtig sind, gerade wenn man an das Zusammenziehen denkt. Wichtig in dem Sinne, dass man darüber reden sollte und sich bewusst macht, was geht und was nicht!
        Eine Beziehung allein davon abhängig machen würde ich persönlich nicht. Mir ist mein Partner und die gemeinsame Zeit wichtiger als materielle Dinge, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. :-)

        Wenn es an die Familienplanung gehen sollte, kann die Situation auch wieder ganz anders aussehen und auch andere "Bedienungen" sind Papa und Ehemann :-)

        Ich hoffe, dass du die für dich richtige Entscheidung finden wirst!
        Liebe Grüsse
        Nani

        Ich kann deine Gedanken schon verstehen. Es macht schon einen großen Unterschied ob jemand gutes Geld nach hause bringt oder eher einen schmalen Taler. Ebenso die Arbeitszeiten. Was hat er denn gelernt? Liebt er seinen Beruf? Wenn nicht dann kann man ja im noch drüber reden ob er sich früher oder später nach etwas anderen umschauen will. Wenn der job genau sein ding ist dann bleibt wohlauf nix übrig als das so zu akzeptieren wie es ist.es muss ja auch nicht zwingend der mann der Hauptverdiener sein.

        Viel wichtiger als den aktuellen Beruf finde ich, welche Zukunftspläne man gemeinsam hat.

        Meinen Mann habe ich kennengelernt, als ich noch Abi-Schülerin war und er arbeitete in einem kleinen Handwerksbetrieb auf dem Land, in dem er auch gelernt hat. Ich hatte kein Geld, er nur wenig.

        Heute, 15 Jahre später, arbeite ich in meinem ausgesuchten Beruf und verdiene durchschnittlich - wesentlich mehr als er jahrelang als er als Handwerker verdient hat. Dazu übe ich seit 4 Jahren noch eine freiberufliche Tätigkeit aus. Mein Mann hat sich zum Meister ausgebildet und arbeitet für eine große europaweite Firma als Projektleiter.

        Unser beruflicher Werdegang war also positiv und stockte nicht beim Mindestlohn.

        Viel wichtiger ist, sich gegenseitig zu unterstützen. Frag ihn doch mal, ober an seinem Lebensziel schon angekommen ist (oder wie das Ziel aussieht/aussehen könnte) - und DANN kannst Du immer noch entscheiden, ob das für Dich eine akzeptierbare Zukunft ist, oder eher nicht so.

        Liebe Grüße
        monkiwi

        • (5) 23.11.17 - 20:17

          Sein Lebensziel ist es das Restaurant von seinem Vater zu übernehmen. Doch das dauert noch und er ist jetzt dann sicher noch 15 Jahre nur der Kellner für seinen Vater. Vielleicht in 15 oder 20 Jahren wird er mal das Restaurant übernehmen

          • In dem Fall musst Du überlegen, ob Du das mitmachen willst. Du hast ja schon gute Einblicke bekommen bezüglich Alltagsleben.

            Für mich wäre es unter diesen Umständen nichts - insbesondere weil er nicht Elternzeit nehmen würde.

          • Das heißt ja, dass sich an seinen Arbeitszeiten und der Art der Arbeit grundsätzlich weder jetzt noch in Zukunft etwas ändern wird.
            Dazu ist die Gastronomiebranche ja auch bekannt für viel Arbeit, wenig Geld. Wer nichts wird, wird Wirt, heißt es ja. Es sei denn, es ist ein mehrfach mit Stern und Haube versehenes Luxusrestaurant mir gutgehendem Hotel dabei. Dann könnte man mal drüber reden. Bei allem anderen nicht.

            Ich finde es zudem auch nicht besonders attraktiv, einen so wenig ambitionierten Mann zu haben, der an Papas finanziellem Rockzipfel hängt und nach Papas Pfeife zu tanzen hat. Das ist doch unsexy.

            Nee, das wäre mir alles zu blöd. Sieh ihn als Lebensabschnittsgefährten und halte diesen Lebensabschnitt möglichst kurz.

      Ich habe ein Paar im Bekanntenkreis, wo das sehr gut funktioniert. Allerdings ist sie da auch wirklich der Hauptverdiener, d.h. sie bringt ein SEHR gutes Gehalt mit nach Hause. Sein Geld ist dagegen Taschengeld. Deshalb war auch klar, dass er drei Jahre Elternzeit nimmt, als sie ein Kind bekamen und das macht er besser als jede Mutter. Das soll nichts gegen meine Freundin sein, aber ich glaube, das Kind hat mit diesem Vater einen 6er im Lotto. Gibt nichts, was er nicht tut oder wofür er sich nicht die Zeit nimmt. Nach der Elternzeit hat er erkannt, dass er nicht ewig der Hanswurst in der Gastronomie sein möchte, hat einen Schulabschluss nachgeholt und nochmal eine Ausbildung (zum Erzieher, auch nicht top bezahlt, aber besser und er geht darin auf) nachgeholt.

      Es geht alles, wenn man möchte und sich im Klaren ist, wo der Weg hingehen soll und wer was leisten kann und wird.
      Wenn er hingegen meint, mit seinem kümmerlichen Gehalt könnte er eine Familie ernähren etc., dann hätte ich damit zugegebenermaßen auch ein Problem. Ich möchte nicht jeden Cent umdrehen.

      • (9) 23.11.17 - 20:15

        Er würde nicht zu Hause bleiben wenn wir Kinder bekommen. Er ist Südländer, die machen sowas nicht. Und er würde auch nicht im Restaurant ausfallen wollen.

        • Ich denke DAS wäre für mich das größte Problem. Wie stellt er sich das denn vor? Du bleibst daheim und ihr nagt am Hungertuch? (etwas überspitzt dargestellt)

          Tja, wenn dann natürlich auch noch seine Ansichten antiquiert sind... nee. da hätte ich keinen Bock drauf. Ich sollte im Falle einer Familiengründung meinen Lebensstandard, den ich mir von meinem Gehalt locker leisten kann, auf knapp über Hartz4 Niveau zurückfahren, nur damit der Mann mit dem Hungerlohn weiterhin den Ernährer geben kann und zudem bei den Arbeitszeiten nicht zuhause ist.
          Danke, aber nein danke.

    Hallo.
    Ich habe einen Partner in der Gastronomie und kann dir gerne davon erzählen.
    1 zu 1 übertragen kann man es wohl aber nicht.
    Mein Göttergatte ist Koch und seine Arbeitszeiten sind sowas von Familienfeindlich, das wir uns ein paar mal schon fast deswegen getrennt haben.
    Mein Partner ist ein toller Mann. Uns ver bindet unheimlich viel. Aber er ist halt im teenyalter in die Kochlehre gegangen und es ist seine Passion. Anfangs dachte ich das schaffe ich doch locker. Hätte ich damals gewusst was da auf uns zukommt, ich hätte es beendet. Es gibt schöne Momente. Doch dank dieser Arbeit sind es sehr sehr wenige.
    Hochzeiten von Freunden, Geburtstage , Weihnachten ja selbst der gemeinsame Jahresurlaub ist immer in Gefahr. Und es ist fast überall in der Gastronomie so dass die Bedingungen sehr mau sind. Gesetzlicher Mindesturlaub, Bezahlung schlecht, kein Urlaubs oder Weihnachtsgeschenk, blöde Arbeitszeiten, arbeiten mit vielen unbezahlten Überstunden, arbeiten an Wochenenden und Feiertagen und last but not least von dir wird Flexibilität gefordert. Das heisst du hast Urlaub und wenn das Handy schelten weisst du schon, der nette geplante Abend wird doch nicht stattfinden. Es ist nie was planbar. Wir haben z.b. Kinder. Das geht nur weil ich ihm damit komplett den Rücken frei halte. Trotz das ich selbst vollzieht Berufstätig bin arbeitet er fast doppelt so viel Stunden wie ich und bekommt weit aus weniger raus.
    Warum ich mich nicht trenne? Weil ich einen sehr liebevollen Mann kennen und lieben gelernt habe, der mit mir LebensModell und Weltanschauung teilt. Jemand der ähnlich tickt und mit dem ich mich verstehe. Ob es halten wird???
    Ich weiss es manchmal nicht. Es gab Fernbeziehung en welche ich öfter gesehen habe als ihn.
    Und oft will ich nur heulen wenn meine bzw die Bedürfnisse unserer Familie mal wieder hinter dem Job kommen. Der Job bestimmt sein und damit unser Leben. Ich muss es aktzeptieren oder gehen.
    Ich liebe ihn. Aber mit ihm alt werden wird eine Herausforderung. Ständig muss ich mir wie ein Mantra sagen dass er das nur noch ein paar Jahre machen möchte. Sonst wäre mir als verschwende ich meine Zeit und Kraft für jemanden der nie ganz da ist.

    Ich hoffe ich konnte ein kleines Bild davon geben. Wie es ist mit einem aus der Gastronomie.

    Lg nala

    • (13) 23.11.17 - 17:22

      Danke für deinen Erfahrungsbericht. Genau das ist es was mir Angst macht wenn ich an eine gemeinsame Familie denke. Aber ich denke mir, es gibt so viele Menschen die in der Gastro arbeiten, wie machen die denn das? Ich finde es gut dass es bei euch funktioniert, auch wenn du dafür viel zurückstecken musst und Abstriche machen. Ob ich das auch Dauer kann, keine Ahnung.

      • (14) 23.11.17 - 17:45
        in der Gastro...

        einige haben den Job gewechselt und manche Köche sind in den Catering Bereich oder Kantinen-Bereich gewechselt, um Privatleben zu haben.

        ... wenn es dir jetzt schon so Bauchschmerzen bereitet, dann würde ich das ernst nehmen. Es hat nichts mit dummer Kuh zu tun, sondern dass du auf deine Gefühle, Gedanken und Sorgen hörst.
        kommt für ihn eventuell auch in Frage, seinen Beruf zu verändern? Auf die Dauer ist es auch einfach ganz schön anstrengend - und der Preis, den man dafür bezahlt (z.B. wenig Privatleben) ist schon hoch...

        LG

        Es gibt jaauch in der Gastro familienfreundlichere Jobs. Ich denke da an unseren Koch im Kindergarten, der jedes WE frei hat und abends immer zuhause ist und viel von seiner Tochter mitkriegt. Oder an Restaurant-/Cafébetreiber, die sich auf ein Mittagskonzept beschränkt haben und max bis 18 Uhr aufhaben. Klingt aber bei euch nicht so, als würde sich das bei deinem Freund in diese Richtung verändern und wird, wenn denn man Kinder da sind, sicher nicht besser. Ich könnte das nicht.
        LG, palo

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