Getreennt leben zusammen veranlagt bei der Steuererklärung

    • (1) 24.11.17 - 12:31

      Hallo, ich lebe schon seit einem Jahr getrennt von meiner Frau.Ich möchte wissen ob eine Zusammenveranlagung bei der Steuerklärung beim Finanzamt weitere Jahre möglich ist?
      Wir beide möchten das.Meine Frau hatte in letzter Zeit kein Beschäftigungsverhälnis, möchte aber demnächst mit einer geringfügigen Beschäftigung beginnen. Ich bezahle auch meiner Frau eine vereinbarte Unterstüzung, haben ein gemeinsames Konto, alle Ausgaben sind ersichtlich, jegliche Raten und Zahlungen werden von meinem Einkommen bezahlt. Wir treffen uns auch gelegentlich, bin meiner Frau bei Anschaffungen behilflich.

      Eine Scheidung glaube ich kann ich mir finananziell nicht leisten..

      • Eine Zusammenveranlagung ist nur noch im Jahr der Trennung möglich. Also bei euch wahrscheinlich für 2016, wenn deine Angabe richtig ist.
        Du könntest die Anlage U (Unterhalt) einreichen, dann würde das von deinem Einkommen abgezogen werden, heißt weniger Steuern für dich.
        Andererseits muss das dann als Einkommen bei ihr berücksichtigt werden.
        Müsstet ihr schauen, ob sich das bei Euch lohnt.

      Nein, das geht nur noch im Jahr der Trennung. Danach müsst ihr die Steuerklassen ändern und dürft nicht mehr zusammen veranlagen. Das wäre schlicht Steuerhinterziehung.

      Du kannst den Unterhalt an sie wie schon beschrieben steuerlich absetzen, ABER sie muss ihn dann auch als Einkommen versteuern und wenn ihr dadurch ein Nachteil entsteht, musst du ihr diesen ausgleichen.

      Warum arbeitet sie nur geringfügig? Sie muss Verantwortung für ihren Unterhalt übernehmen. Dann könnt ihr euch auch problemlos scheiden lassen. Außerdem steigt Jahr für Jahr der Ehe ihr Anteil am Versorgungsausgleich (Rente).

      LG

    • Dem Finanzamt ist es ja egal ob ihr in einer Wohnung wohnt oder in zwei Wohnungen oder ob ihr noch Sex habt oder nicht. Für das Finanzamt seid ihr dann noch eine Ehe, wenn ihr zum einen nicht geschieden seid und zum anderen jegliche Verbindung und Verantwortung zueinander trennt.

      Es gibt ja auch Ehen, da lebt man in einem Haus nebeneinander her. Und ihr habt ja noch eine Art Verbindung miteinander auf einer Ebene, wo man noch Verantwortung für den anderen übernimmt. Also sehe ich da jetzt nicht so sehr die Steuerhinterziehung im Vergleich zu Ehen, wo man wie in einer WG lebt und sich auch nicht scheiden lässt. Ihr lebt halt in zwei Wohnungen.

      Aber ich würde trotzdem versuchen das ganze nur befristet so zu machen. Denn irgendwann müsst ihr euch auch in finanziellen Dingen trennen und einen Abschluss finden.

        • Bist du dir da absolut sicher? Weil ich habe mal irgendwo gelesen, dass man dann dem Finanzamt gegenüber erklären müsste, dass man in jeglicher Hinsicht getrennt ist. Weil es gibt ja auch Eheleute, die an verschiedenen Orten wohnen, berufsbedingt.

          • Ja bin ich. Bei getrennten Wohnsitzen ist das Fortführen einer Ehe in der Konstellation wie oben beschrieben nicht glaubhaft.

            Da müssten sie schon sehr erfinderisch sein, um das Gegenteil zu belegen / glaubhaft zu machen.

            LG

            • Okay. Aber wenn sie dem Finanzamt ja noch gar nicht mitgeteilt haben, dass sie getrennt sind? Wie sollte das Finanzamt das mitbekommen?

              • Habe jetzt den Beitrag noch mal gelesen. Vom TE. Und das klingt überhaupt noch gar nicht richtig nach Trennung. Er bezahlt ihr ja noch viele Sachen.
                Das klingt für mich auch so, als wären die beiden emotional noch nicht richtig getrennt. Er besucht sie noch.
                Und dann wollen beide noch miteinander verbunden bleiben in finanzieller Hinsicht. Vielleicht haben beide noch nicht richtig mit dem Thema abgeschlossen.

                • Sie hat kein Einkommen. Da bleibt ihm nichts Anderes übrig. Unterhaltsleistungen sind alle Leistungen in Geld oder Geldeswert. Das Gesetz sieht sogar vor, dass Leistungen für Krankenversicherung und Rentenversicherung als Unterhaltsleistungen geltend gemacht werden können.

                  In dieser Konstellation glaubt kein Sachbearbeiter mit IQ über der Außentemperatur, dass das keine Trennung ist.

                  Ja, vielleicht haben sie Glück und geraten an einen Trottel, dem das wurscht ist. Ich tippe eher auf getrennte Veranlagung - wie es dem Sachverhalt entsprechend korrekt wäre - und ggf Nachfordern von Lohnsteuer, wenn er zB in 2018 weiterhin Steuerklasse 3 nutzt.

                  LG

          Zu dem berufsbedingt: da gibt es idR ja doppelte Haushaltsführung. Eine (kleinere) Wohnung am Arbeitsort und wöchentliche Heimfahrten.

          Das ist eine ganz andere Konstellation als Ehefrau ohne Einkommen und Stkl. 5 und Ehemann mit Stkl. 3 ein paar Straßen auseinander in A-Stadt.

          LG

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