Instabile Partnerschaft?

    • (1) 28.11.17 - 10:37
      Basisfrage

      Hallo Forum,

      mein Freund und ich sind seit 6 Jahren zusammen, haben 1 gemeinsames Kind. Nach der Geburt blieb ich ein Jahr zu Hause, danach arbeitete ich halbtags, jetzt wieder mehr und unser Kind geht seit einem guten Jahr in die Kita.
      Bisher zahle alles ich, weil ich auf seinen nicht sehr üppigen Verdienst Rücksicht genommen habe.
      In letzter Zeit mehrten sich aber die Sprüche, dass bei mir mit der Renovierung (lebe in einem alten Haus und kann nur nach und nach erneuern) alles so lange dauern würde und ich sollte mal Geld aufnehmen.
      Langsam kam ich mir ausgenutzt vor, weil ich auch Kurztipps etc. fast alleine bezahle. Heute Morgen sagte ich dann, dass er unser Kind ja auch mal in die Kita bringen könne. Er meinte dann er würde genug machen und ich entgegnete ihm, dass das eben nicht so sei, er könne ja jetzt zumindest mal die Kita zahlen.
      Er bekam gleich einen Flash, dann würden wir jetzt andere Wege gehen, das sei vielleicht eh besser und er würde jetzt prüfen, wieviel Unterhalt er zahlen müsse.

      So, jetzt sitze ich hier und fühle mich völlig unter Druck gesetzt. Dabei finde ich es schon unfair, dass ich damit ankommen muss. Wieso sagt er nicht freiwillig, dass er einen gewissen Betrag übernimmt.
      Ich hätte ihm gesagt, dass ein Kind die ersten Jahre nicht viel kostet, sonst hätte er sich gar nicht dafür entschieden.

      Was ist denn das für eine Einstellung?

      LG

      • Ich spreche da aus Erfahrung, hatte auch so ein Exemplar. Setz ihm klare Grenzen. Wenn er den Urlaub nicht bezahlen kann, fahr alleine mit deinem Kind.
        Ich habe auch fast alles bezahlt (Miete, Essen, Urlaub) da er noch studiert hat. Trotzdem durfte ich mir immer anhören, dass ich immer zu knauserig bin, wenn wir Technik oder Einrichtung kaufen wollen (bzw. er das wollte). Ich hab am Ende fast alle meine Wünsche hinten an gestellt, weil ich Ihm zusätzlich am Monatsende immer noch Geld geben musste, da er mit seinen 3 Kröten unsinnige Sachen gekauft hat.

        Entweder er akzeptiert, gewisse Grenzen und schraubt seine eigenen finanziellen Ansprüche herunter (oder besser: beteiligt sich mehr) oder du solltest dir Gedanken machen, ob es noch Sinn mit ihm macht.

        Oft steckt hinter solchen Verhaltensweisen auch mehr als nur das Offensichtliche.

        • (3) 28.11.17 - 11:45

          "Oft steckt hinter solchen Verhaltensweisen auch mehr als nur das Offensichtliche."

          Was meinst du denn damit?

          • Nun bei meinem Ex hat sich herausgestellt, dass er mich heimlich mit anderen Frauen betrogen hatte und eigentlich kein emotionales Interesse mehr an der Beziehung hatte. Doch die finanziellen Vorteile haben ihn wohl bewogen, dennoch bei mir zu bleiben (hab ja alles gezahlt) ... solange es für Ihn von Vorteil war.

      >> Was ist denn das für eine Einstellung? <<

      Eine dämliche.

      Gehört das Haus dir alleine? Ich gehe jetzt einfach mal davon aus. Wohnt er mit in deinem Haus? Auch davon gehe ich mal aus.

      Er wohnt also in deinem Haus, zahlt keine Miete, keine Nebenkostenbeteiligung, keine Lebensmittel und keinen Cent für sein Kind. Da hat er sich ja ein schönes Nest gesucht. Nach dem, was er dir an den Kopf geworfen hat dürfte wohl klar sein, dass er dich als Goldesel sieht oder zumindest völlig verdrängt, was das Leben eigentlich kostet.

      Ich würde ihm eine klare Kostentrennung vorschlagen. Er soll sich hälftig an den Nebenkosten, KiTa-Gebühren, Lebensmitteln und gemeinsam genutzten Anschaffungen beteiligen. Verweigert er das, würde ich ihn rausschmeißen und Unterhalt zahlen lassen.

      Das, was er macht, hat mit einer gleichberechtigten Beziehung und Liebe nichts zu tun.

      Vom Grundsatz her gebe ich Dir vollkommen recht.

      Allerdings ist es ein Unterschied, ob man sich _vorab_ darüber verständigt, wer welche Kosten und Aufgaben übernimmt oder ob man damit nach zig Jahren um die Ecke kommt, zumal mal eben zwischen Tee und Toast. Aus seiner Sicht ist das irgendwie eine Verschlechterung und dass er sich darüber nicht freut, kann ich irgendwie auch verstehen.

      Insofern würde auf einen morgendlichen Konflikt jetzt nicht allzu viel geben, sondern das Thema einmal in Ruhe ansprechen: Wer macht was, wer kommt für was auf und wer möchte was zukünftig ändern.

      • ;-)

        Da Du selber - wie Du hier mal geschrieben hast - aus Angst in einer gezwungenen Partnerschaft lebst - bist Du bestimmt nicht der beste Tipp-Geber für die Situation der TE, oder?

        Wer als Mann nur nehmen kann und dann auch noch rumnörgelt und die Frau dazu bringen will, einen (dämlichen) Kredit aufzunehmen, hat nix besser verdient als den Stiefel.

        Immerhin erzieht sie ja auch den gemeinsamen Nachwuchs - for free ;-). Aber das hoffentlich nicht mehr lange.

        • Hey Frischling, wie ist denn Deine Geschichte unter alten Nicks, mit der Du Dir offenbar größere Beratungskompetenz erworben hast?

          Trenn-Dich-Tipps gibt's in diesem Forum immer zuhauf, da braucht's mein me-too nicht.

          Was ich aber weiß -- und das in der Tat aus eigener Erfahrung -- ist dieses: Je länger eine Situation eingefahren ist, desto schwerer wird's sie zu ändern. Und dass man solche Änderungen (so man es denn überhaupt noch möchte) nicht am Frühstückstisch herbeiführen wird. Diese zwei Cents habe ich der TE mitgeteilt, verbunden mit dem Hinweis, dass ich ihr vollkommen recht gebe, dass die gegenwärtige Aufteilung nicht fair finde.

          • (9) 28.11.17 - 12:13

            Der Zeitpunkt war natürlich ungünstig. Gleichzeitig aber auch wieder richtig, weil es schon mehrmals Thema war und nie etwas passiert ist. Er sagt immer sein Kind würde alles von ihm bekommen, aber er darf jetzt auch mal zeigen, dass er Verantwortung tragen kann.

            Ich will ihm gegenüber auch nicht ungerecht sein, aber im Grunde ist er es doch mir gegenüber. So lange ich nichts fordere ist alles tutti. :/

            • Du bist sicher nicht ungerecht ihm gegenüber, aber darum geht's eigentlich gar nicht, sondern um die Frage, was sinnvoll ist, um Deine Ziele zu erreichen.

              Wenn Du die Beziehung aufrecht beibehalten möchtest, aber von ihm ein anderes Verhalten wünschst, dann wäre es aus meiner Sicht zielführend, das in einer ruhigen Minute anzusprechen. Und ich bleibe dabei: Auch wenn man sein Arschlochverhalten nicht gutheißt (was ich ja auch nicht tue), sollte man sich vor Augen führen, dass er damit jahrelang durchgekommen ist und deshalb veränderungsresistent sein wird. (Auch so eine Sache, die ich aus eigener Erfahrung gelernt habe: Was einem in der Beziehung nicht passt, sollte man am Anfang ansprechen, nicht nach fünf oder zehn Jahren.)

              Wenn Du die Beziehung aber nicht aufrecht erhalten möchtest (was ich nach Deiner Beschreibung auch verstehen kann), dann braucht Dich das logischerweise nicht zu kümmern.

      Der Mann hat ein Kind mit der Frau und zahlt 0.

      Wann genau wäre denn der richtige Zeitpunkt einen solchen Nassauer mal anzusprechen?

Warum sind Frauen immer so düsig, lassen sich wie Dreck behandeln und halten solche Idioten auch noch finanziell aus? (Von den kostenlosen Kindermädchen-Diensten für den VATER mal abgesehen #augen)

Diese Beziehung kann ja keine Zukunft haben, wenn er Dich nur als Gehaltsscheck betrachtet, der ihm das Leben erleichtert und sich auch nicht mal um sein eigenes Kind kümmert.

Schmeiß ihn raus, dann hast Du mehr Geld und lebst ruhiger mit Deinem Kinder.

Meine Güte - auf solche Vollpfosten kann man doch nun wirklich verzichten!

  • (13) 28.11.17 - 11:40

    Erstmal Danke für eure Antworten.

    In Bezug auf meinen Freund habe ich einen schwarzen Fleck, ich weiß nicht warum.
    Wir leben nicht gemeinsam, aber er isst hier mit. Das ist ja auch vollkommen okay. Aber alles andere bleibt an mir hängen.

    Und was mich dann ärgert, wenn er mir gegenüber noch so großkotzig tut. Ich hätte nicht mal 5000,- für die Küche über. Hätte ich eben schon, wenn er mal die letzten Jahre Unterhalt gezahlt hätte.
    Er tut immer so, als wäre das mit Trennung verbunden. Und dass er damit jedesmal wieder die Entscheidung für unser Kind in Frage stellt finde ich am allerschlimmsten.

    • Also getrennte Wohnungen und du bietest ab und an Kost und Bett.

      Kita, Lebenmittel, Klamotten, Speilzeug, usw. das zahlst alles Du?

      Da ist die Frage nach Unterhalt aber überfällig.
      Also, such ihm die Adresse/Telefonnummer raus und frag am besten mal in 10 Tagen das Ergebnis ab.

      • (15) 28.11.17 - 16:02

        Ich bin gerade sehr froh, dass ich heute Morgen ein bisschen geplatzt bin. Denn bisher ging ich davon aus, dass wir sowieso irgendwann zusammenziehen und sich dann alles irgendwie ausgleicht.

        Das sehe ich aber mittlerweile anders. Er hat Pläne das Haus seiner Mutter umzubauen. Das kann er alles machen, aber sicher nicht auf meine oder die Kosten unseres Kindes.

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