Warum verharren so viele Frauen in schlechten Beziehungen aus, anstatt zu gehen?

    • (1) 28.11.17 - 15:34
      allgemeine.Frage

      Ich wundere mich immer wieder, was man hier so liest.. warum Frauen sich so viel gefallen lassen...sich schlecht behandeln lassen oder was auch immer, aber an Beziehung dennoch festhalten?
      Was meint ihr dazu?
      Liebe Grüße

      • Ich war 10 Jahre mit meinem Ex Mann zusammen, von 18-28. Er hat mich fast von Anfang an betrogen und belogen und ich habe ihn immer wieder verziehen. Ob es Liebe war, ich glaube nicht im Nachhinein. Eher Angst alleine zu sein, nie wieder jemanden in so jungen Jahren zu finden der einen nimmt wie man ist, gezeichnet von der Schwangerschaft. Angst was die anderen sagen, "so jung geheiratet und ein Kind bekommen, war klar dass das nicht klappt". Natürlich hat unser Sohn auch ne große Rolle gespielt, ich habe immer gedacht für ihn ist es besser wenn wir zusammen bleiben, egal wie schlimm es für mich ist.

        Aber so ist es nicht. Vor zwei Jahren habe ich dann endlich den Absprung geschafft, alle waren geschockt weil sie von all dem nichts mitbekommen haben. Viel zu lange habe ich gewartet, aber besser spät als nie.

        Mittlerweile lebe ich in einer neuen Partnerschaft, mit einem Mann der mich und meinen Sohn auf Händen trägt. Das was ich nie für möglich gehalten habe und ich bin glücklicher denn je :)

        Ich denke, weil es durchaus eine ganze Reihe Beziehungen gibt, die aus der 'Talfahrt' auch wieder raus finden. Das ist die große Hoffnung, die hinter dem 'Festhalten' steckt.

        Ich stand auch mal kurz vor der Trennung; über einen langen Zeitraum lief meine Ehe nicht gut. Aber mein Mann und ich haben da irgendwie rausgefunden; das hat bestimmt 5 oder 6 Jahre gedauert. Und ich bin wirklich froh, daß ich trotz aller schlechten Ereignisse an der Beziehung festgehalten habe. Statt was neues zu suchen, sind wir beide an all dem gewachsen - und zwar zusammen!

        Meine persönliche Erkenntnis ist, daß es auch (nach langer Zeit) wieder gut werden kann.

        Ich will jetzt aber nicht solche Beziehungen schönreden, in denen Gewalt herrscht. Das ist was anderes. Und wenn ein Partner grundsätzlich sehr egoistisch ist, wird alles hoffen vermutlich auch nichts bringen.

        Gruß
        mare88

        (4) 28.11.17 - 18:03

        Na ja, bei mir zum Beispiel macht die Partnerschaft bald die Hälfte meines Lebens aus. Es ist also ein riesiges Stück Gewohnheit, sich davon zu verabschieden fühlt sich dann an wie die Hälfte seines Lebens wegzuschmeißen.
        Und dann harrt man halt weiter aus, weil es runtergerechnet auch nur ne schlechte Phase sein kann...
        Ich hatte schon große Krisen in der Beziehung. Filmreife Situationen, mit Gewalt, Ängsten, Trennungsgedanken, Respektlosigkeiten, psychischen Leiden.
        Aber wir haben wieder zu einer schönen und harmonischen Beziehung gefunden,,mit Liebe und Respekt und Vertrauen, ohne Gewalt.

        Hier wird jedem Hinz und Kunz geraten sich zu trennen, egal welche Schwierigkeit genannt wird.
        Aber letztlich können sich Menschen ändern, aneinander wachsen. Wenn man sich liebt, sich gewohnt ist, auch Kinder dazu gehören lohnt sich das Kämpfen und Versuchen fast immer finde ich.

      (6) 28.11.17 - 19:01

      Ich sags dir wie es ist. Wir haben auf dem Grundstück meiner Eltern gebaut. Sie haben uns das Grundstück geschenkt. Alleine kann ich das Haus nicht halten, wenn ich mich trenne bekommen meine Eltern Fremde auf ihr Grundstück. Deswegen.

    • Weil sie Angst haben, allein da zu stehen.
      Mit allen Konsequenzen.

      (8) 28.11.17 - 20:53

      Ich bin Frührentnerin mit der Mindestrente und körperlich nicht mal dazu in der Lage, einen Umzugskarton zu tragen.

      Ich könnte von der Rente nicht leben, geschweige denn eine Wohnung bezahlen oder mein Kind ernähren.

      Der Antrag auf Sozialwohnung wurde abgelehnt, zu viel Vermögen (das Haus ist irgendwie doch etwas wert trotz Hypothek, weit über eine halbe Million Euro).

      Kann aber nicht davon runterbeißen und alleine halten geht ja auch nicht, müsste dann vermietet werden.

      Umzug in eine andere Stadt ist gerade auch keine Option, nach dem sich mein Sohn endlich mal auf einer neuen Schule eingelebt hat.

      Irgendwie suche ich noch nach der idealen Lösung, keine Ahnung.

      Ich denke, es sind auch Männer, die in schlechten Beziehungen ausharren. Aber die Gründe dazu sind sicherlich auf beiden Seiten gleich. Meine Aufzählung, die sicherlich auch in Kombination auftreten, und es wird sicherlich noch mehr Gründe geben.
      - Man liebt den Partner noch und hofft, dass alles besser wird
      - Gewohnheit
      - Angst vor dem Alleinsein
      - fehlender Mut
      - religiöse Gründen (in guten wie in schlechten Zeiten)
      - finanzielle Gründe
      - KInder, denen man keine zerstörte Familie bieten will
      - sonst. familiäre Gründe
      - was sollen die Nachbarn von uns denken
      - Angst vor dem, was danach kommt

      Die Scheidungsrate in Deutschland liegt bereits bei fast 50 %. Wenn jeder gleich weg rennen würde, weil es mal nicht so passt, wäre sie wohl 100 %. Für mich gäbe es nur einen triftigen Grund sofort zu gehen, das wäre Gewalt.

      Also was ich so aus Bekanntenkreisen immer so höre sind es eigentlich die Frauen, die dann nach vielen Jahren einen Schlussstrich ziehen. Den Männern ist es hier oft zu bequem.

      Wenn ich hier im Bekanntenkreis so schaue, dann gibt es mindestens so viele Männer, die mit Horror-Weibern aushalten wie Frauen, die blöde Männer haben. Mich betrifft es nicht, ich liebe meinen Mann und er mich und es gibt keinen Grund zu gehen.

      "Sich schlecht behandeln lassen" ist m.E. auch nicht nur Sache des Partners. Viele Leute "brauchen" das irgendwie bzw. rutschen in einer neuen Partnerschaft wieder ins selbe Schema, vielleicht weil sie so erzogen sind (zum Duckmauser), vielleicht weil sie einfach was Unterwürfiges ausstrahlen, vielleicht weil sie sich selber nicht abgrenzen können, keine Ahnung.

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