Fühlen uns irgendwie "gefangen"

    • (1) 28.11.17 - 17:29
      Heteronomie

      Hallo,

      mein Partner und ich sind Eltern eines 6 Jährigen Mädchens. Wir sind gerne Eltern und finden normal, dass Elternschaft bedeutet sich zurückzunehmen, weil Große eben Rücksicht auf Kleine nehmen müssen. Je größer die Kinder werden desto mehr Rücksicht können allerdings die Großen von den Kleinen erwarten.
      Ein gewisses Maß an Fremdbestimmtheit infolge der Elternschaft akzeptieren wir bereitwillig.
      Nun ist es so, dass dieses Maß für uns seit einiger Zeit überschritten ist, wir uns aber nicht zu helfen wissen. Wir fühlen uns gewissermaßen in der Situation "gefangen".
      Unsere Tochter wird regelmäßig mindestens 1 Stunde eher wach als wir aufstehen müssten. Meistens noch eher. Sie schläft bei uns, was niemanden von uns stört, aber weder verlässt sie dann, wenn sie wach ist, das Schlafzimmer noch verhält sie sich so, dass wir müden Eltern weiterschlafen könnten. Sie 'zwingt' uns Kuscheln auf. Sie fordert es unentwegt ein. Dabei zappelt sie so sehr, tritt, zieht die Decke weg, dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Wir kuscheln generell viel - abends, tagsüber - kein Problem, aber in den frühen Morgenstunden ist es uns einfach zu viel. Wir erklären ihr immer, dass wir noch müde sind und gerne später mit ihr kuscheln, aber jetzt einfach zu müde sind. Sie kann sich aber einfach nicht daran halten. Das ist keine Böswilligkeit oder Ignoranz, sie kann es einfach nicht. Es genügt ihr auch nicht, sich einfach an uns anzukuscheln. Wir müssen genau so liegen, wie sie es möchte (Arm um sie legen z.B), auch wenn es für uns unbequem ist.
      Leider hat sie seit einem Einbruch auch Angst morgens alleine das Zimmer zu verlassen. Wir müssen aufstehen und alles überprüfen. Mit Glück bleibt sie dann im Wohnzimmer und spielt dort und wir sind noch verschlafen genug, um wieder in den Schlaf zu finden. Das ist allerdings sehr selten.
      Hier stehen eindeutig Elternbedürfnis nach Schlaf gegen Kuschelbedürfnis des Kindes. Das ist seit über einem Jahr der Ist-Zustand. Wir haben zunehmend das Gefühl, dass nicht mehr 'ertragen' zu können, wissen aber auch nicht, wie wir sie 'los werden können' (ich hoffe, ihr versteht, was ich meine), ohne dass sie sich abgeschoben fühlt.
      Sie ist ohnehin ein eher ängstliches Kind und wir möchten die Situation für sie auch nicht verschlimmern oder ihr noch das Gefühl geben, sie sei ungeliebt.
      Wir können auch nicht noch früher schlafen gehen, denn die Partnerschaft braucht halt schon auch abends mal 2 Stunden ohne Kind.

      Wie können wir die Situation für uns alle verbessern? So, dass sie sich nicht abgeschoben fühlt?

      • Wenn Ihr es normal findet, dass eine Sechsjährige dauerhaft in Eurem Bett schläft, dann müsst Ihr wohl mit den unangenehmen Begleiterscheinungen leben.

        • (3) 28.11.17 - 17:42

          Naja, es gibt ja durchaus Kinder, die im Elternbett schlafen und dennoch morgens alleine spielen. Das Problem scheint hier eher der Einbruch bzw. die Angst infolge des Einbruchs. Aber daran kann ich ja nichts ändern.

          • Den Einbruch hast Du lediglich mit ihrer Angst, morgens das Zimmer allein zu verlassen verknüpft, nicht mit ihrer aggressiven Kuschelei und auch nicht mit dem Bei Euch im Bett schlafen generell.

            • (5) 28.11.17 - 18:02

              Das Schlafen im Familienbett ist ja auch nicht unser Problem. Du hattest aber den Umstand, dass sie morgens nicht einfach aufsteht als Folge aus dem Familienbett abgeleitet. Und das ist eben nicht notwendigerweise so.
              Sie hat eben aber auch deswegen keine großartigen Alternativen. Das Zimmer verlassen kann sie nicht, im Zimmer spielen, Licht machen ect. darf sie nicht. Da bleibt nur zu versuchen zu kuscheln oder zu schlafen. Da sie aber wach und hibbelig ist, ist das auch nicht wirklich eine Alternative. Sie ist da gewissermaßen genauso gefangen wie wir: Sie kann nicht raus und wir können kein ängstliches Kind einfach rauswerfen.

              • Nochmal: Ihr stellt das Familienbett nicht in Frage, wundert Euch aber über mangelnde Zweisamkeit und mangelnden Shclaf bei unterschiedlichen Schlafrythmen. Für mich ein hausgemachtes und selbstgewolltes Problem.

                • (7) 28.11.17 - 18:16

                  Nochmal: es gibt zig Kinder, die im Familienbett schlafen und trotzdem morgens alleine aufstehen und spielen.
                  Ich habe eingesehen, dass du mir nicht weiterhelfen kannst oder willst, sondern scheinbar den Schuldigen schon gefunden hast.

                  Wenn das Kind von klein auf in seinem eigenen Bett geschlafen hätte und nach dem Einbruch Angst gehabt hätte alleine zu schlafen, wäre es doch auch nichts anders. Oder müsste dein Kind dann trotz Ängsten alleine schlafen?

                  Wenn du keine konkrete Hilfestellung hast, kannst du doch auf das Antworten verzichten. War ja keine Umfrage zum Familienbett.

                  • Zig Kinder tun es, Eures aber nicht. Und wenn das Kind das Alleinschlafen gewohnt gewesen wäre, hättet Ihr nicht "jetzt musst Du aber langsam mal in Deinem Bett schlafen" und "Mama und Papa wollen morgens ausschlafen, also musst Du Dich allein und vor allem leise beschäftigen" einführen müssen, nachdem das Kind durch den Einbruch verunsichert wurde. Der ja nun anscheinend auch schon zwei Jahre her ist.

                    Ich frag mich immer, wie lang Verfechter des Familienbettes ihre Kinder bei sich pennen lassen wollen. Bis der Teenie dann den ersten Freund mitbringt und auch in der Besucherritze schlafen lässt?

                    • (9) 28.11.17 - 18:42

                      Hast du eine Leseschwäche?
                      Dem Kind soll das Familienbett gar nicht abgewöhnt werden. Es konnte früher durchaus auch mal außerhalb des Schlafzimmers alleine spielen, tut dies seit dem Einbruch nicht mehr.
                      Wenn es vorher alleine geschlafen hätte, hätte es danach bei Angst durch Einbruch (unter der ja auch viele Erwachsene noch länger leiden) auch im Elternbett schlafen dürfen. Die Ausgangsituation wäre gleich.

                      Damit hat auch das Totschlagargument "potenziellen Schwiegersohn später mit im Ehebett" nichts zu tun.

                      Ich finde es schade, dass bei einigen Familienbett ein Reizwort ist, sodass alle anderen Infos als nebensächlich ausgeklammert werden, weil die 'Ursache' ja schließlich klar ist. Das entscheidende Stichwort ist hier aber Einbruch oder auch Angst.
                      Ich schreibe jetzt nochmal: wenn du doch keine konkreten Handlungsoption aufzeigen kannst (das Kind ist ja schon in den Brunnen gefallen, weil verzogen durch Familienbett), dann halt dich doch zurück.
                      Welche Absicht hat man denn, wenn man nicht helfen kann, zu schreiben außer seine eigenen Überlegenheit ( Kinder von Anfang an richtig erzogen zu haben) Nachdruck zu verleihen.
                      Kannst du deine Überlegenheitsphantasien woanders ausleben?
                      Ist vermutlich ein frommer Wunsch. Vermutlich nutzt du einfach die Gelegenheit um ein drittes mal - abseits von der eigentlcihen fragestellung- gegen das Familienbett zu wettern.

                      The stage is yours

                Wenn ich sowas lese, bekomme ich nen Fön. Familienbett ist sicher nicht der Auslöser, mein Sohn ist ebenfalls 6 und schläft bei mir. Und er steht auf und stört mich nicht. Dass ich wach werde, liegt eher an meinem Schlaf, z.B. werde ich auch wach, wenn ich bei meinem Freund schlafe und er geht auf Toilette.

                Ich kenne dazu genug Familien, die ebenfalls zu wenig Schlaf bekommen, weil die Kinder halt dann aus ihren Betten ins Elternschlafzimmer gelatscht kommen und sich eben dann zu den Eltern kuscheln. Die Länge des Schlafes der Eltern hat herzlich wenig damit zu tun, wo das Kind schläft.

                An die TE: ich würde mal genau hinschauen, was ihr Bedürfnis ist. Wird sie viel frembestimmt? Geht sie in die Schule? Muss sie sich stark einfügen oder hat sie am Tag viel Freiheiten? Was fehlt ihr? Ist sie ausgelastet? Wie gut hat sie den Einbruch verknuspert? Kindliche Ängste sollte man immer ernst nehmen, denn für das Kind sind sie real. Und bedrohlich. Sie macht das nicht, um euch zu ärgern. Ein Kind macht immer nur etwas für sich, nicht gegen andere. Da würde ich mal hinschauen, hinfühlen. Was braucht sie, was fehlt ihr, wo kann man ihr helfen? Was vermisst sie?

                Und natürlich ist euer Schlaf auch wichtig. Könntet ihr ihr am Wochenende vielleicht ein besonderes Spielzeug ins Wohnzimmer legen? Oder sie darf malen, basteln (alles am Abend dafür vorbereiten). Oder sie darf imTV schauen, mein Sohn liebt die Märchen im ZDF. Oder sie geht spät mit euch ins Bett, evtl bleibt sie dann länger im Bett. Ansonsten hilft nur: aushalten. Damit leben. Abwechseln mit Aufstehdienst. Großeltern einspannen. Evtl ein Übernachtungskind mal einladen.

                Mit 18 macht sie das nicht mehr 😉

            Sorry, was seid hr für unsensible Eltern?

            Sie darf nicht aufstehen, darf nicht kuscheln, darf nicht unruhig sein, darf kein Licht anmachen, darf nicht spielen , etc.etc.

            WAS darf sie denn, wenn sie wach wird?
            Wie eine Mumie still liegen und warten, das ihr Euch bequemt aufzustehen?
            So etwas dummes habe ich selten gelesen.

            Dann steht einer von Euch auf, begleitet das Kind ins Kinderzimmer und spielt, etc.
            Ihr wechselt Euch jeden zweiten Tag ab, so hat jeder eine Stunde mehr Schlaf und am Wochenende kann jeder 1x von Euch ausschlafen.

            Vielleicht nimmt ihr dem Kind so die Angst, alleine ins Zimmer zu gehen, so dass sie in Zukunft selber gehen wird.

            lisa

Hat die Kleine kein eigenes Zimmer?

Wacht sie auch früh morgens auf, wenn sie in ihrem eigenen Bett schläft? Warum die Schlafenszeit von ihr nicht eine Stunde nach hinten schieben, vielleicht wacht sie dann auch später auf?

  • (13) 28.11.17 - 17:43

    Sie hat ein eigenes Zimmer. In das geht sie aber morgens auch nicht, weil sie Angst hat seit dem Einbruch.

    • (14) 30.11.17 - 22:00

      Hallo!
      Vielleicht habe ich es irgendwo übersehen. Von welcher Uhrzeit sprechen wir hier eigentlich? Wird sie morgens um 5 oder um 8 wach? Ist das jeden Tag ein Problem oder „nur“ am Wochenende?
      Die Situation ist echt schwierig. Ich halte das Familienbett auch nicht für das Problem. Die Grenzen sind beim Thema Familienbett eh fließend. Meiner Meinung nach. Unsere Kinder haben eigene Betten, alle 3 schlafen in einem Zimmer. Jede Nacht haben wir Besuch. Eine kommt immer. Mindestens. Ist nicht toll, aber nicht zu ändern und akzeptieren wir.
      Bei Euch ist das Problem aber ja etwas anders. Irgendwie ja süß die Maus, aber ich verstehe Euch natürlich.
      Ich finde wirklich die Uhrzeit entscheidend. Erzähl doch mal bitte, wann das Ganze stattfindet. Das wird sich ganz sicher irgendwann von selbst erledigen. Ich würde ihr immer wieder sagen, dass Du gern kuschelst, aber selbst entscheidest, wie Du liegst. So in der Art.
      Halt durch!

Hallo,
ich glaube du hast es selber schon beschrieben... eure Tochter hat Angst. Rührt diese „nur“ vom Einbruch her? Gibt es sonstige Gründe, weshalb sie ängstlich ist?
Ich würde bei diesem Ursprungsproblem ansetzen, da sie scheinbar ihre Sicherheit in Gefahr sieht - ein Grundbedürfnis. Vielleicht könnte ein Gespräch mit einem Kinderpsychologen helfen, evtl benötigt sie dort ein paar Termine?

Gibt es Großeltern oder andere Menschen, die mal aufpassen könnten, damit ihr mehr Zeit als Paar habt?

Eure Tochter ist nicht mehr sooo klein, vllt sprecht ihr mit ihr mal gesondert darüber?

LG

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