Hauskauf - finanzielle Schieflage - Was tun?

    • (1) 28.11.17 - 21:29
      Finanzass gesucht

      Guten Abend,

      Frage steht schon oben. Nach Eigenbedarfskündigung und katastrophalem Immobilienmarkt haben wir in Panik ein Haus gekauft (das einzig für uns erschwingliche auf dem Markt).

      Die Finanzierung - problemlos, Zustand - gut, Monatsrate - unwesentlich höher als die bisherige Miete. Deshalb haben wir all unser Erspartes auf den Kopf gehauen. (Doof...). Nun ist es so, dass täglich neue Rechnungen ins Haus flattern und sich Panik breit macht. Am Haus müssen noch ein paar Dinge gemacht werden, das wird sich so auf 5.000€ - 10.000€ belaufen.

      Als Sofortmaßnahmen haben wir je einen 450€ Job gesucht (wobei mein Arbeitgeber mir nur 300€ erlaubt), alle Ausgaben minimiert, überflüssige Dinge verkauft und das Gästezimmer untervermietet. Doch jetzt, wo Weihnachten kommt, wächst uns alles über den Kopf. Ich habe heute Nacht geträumt, dass der Heizkessel explodiert ist. Ich schlafe auch nicht mehr gut. Wir sind nun tief im Dispo drin. Im Januar kommen die ganzen Versicherungen.

      Normal sind wir bei Finanzen wirklich sorgsam und ich war noch nie in so einer Lage und hatte immer Rücklagen. Was tut man da? Nachfinanzieren? Konsumentenkredit aufnehmen? Versuchen, so zu überleben? Dummerweise wird bald auch noch ein Auto fällig. Wie geht man am geschicktesten vor?

      • Hi,
        lasst euch von einem Schuldenberater beraten, wo ihr bei den Versicherungen, Haushalt, etc. einsparen könnt.
        Niemals neue Kredite aufnehmen, das wird ein Kreislauf.

        Müssen die Dinge am Haus wirklich gemacht werden oder sind das Schönheitsreparaturen? Das würde ich soweit alles auf Eis legen!!!!

        lg
        lisa

        • (3) 28.11.17 - 22:27
          Finanzass gesucht

          Hallo und Danke,

          den Schritt haben wir schon gemacht (nicht mit einem Schuldenberater). Wir haben per Vergleichsportalen alles gecheckt: Gas, Strom, Versicherungen und gewechselt. Wir haben nur noch die Hausversicherung, die PKW Haftpflicht und die Familienhaftpflicht und die Risikolebensversicherung. Also das allernötigste.

          Wir führen ein Haushaltsbuch was Lebensmittelausgaben angeht. Es sind z.T. Dinge, wo es sehr sinnvoll wäre, wenn man sie jetzt macht (z.B. Terassentür schließt nicht ordentlich, es zieht = hohe Heizkosten). Dann gibt es Dinge, die wir nicht wirklich einschätzen: Es war eine Steckdose defekt, da haben wir den Elektriker kommen lassen = 500€ (ihm fielen noch andere Sachen auf). Wir wollten da kein Risiko eingehen. Dann zog der Mieter des Hauses aus und wir mussten ihm eine Ablösesumme bezahlen. Der Mieter zog früher aus als erwartet, da hatten wir Miete + Rate an der Backe.

          Theoretisch haben wir nach allen Fixkosten im Monat 800€ übrig. Praktisch aber nicht, weil eben ständig etwas kommt. Früher konnten wir (ohne die Nebenjobs) jeden Monat problemlos zurücklegen und noch in Urlaub fahren.

          Wir sind immer davon ausgegangen (voll naiv, ja), dass wir alle Nebenkosten kennen. Aber ständig flattern neue Rechnungen ins Haus. Heute wieder 650€ für den Grundbucheintrag. Den hatte ich wirklich nicht mehr auf dem Schirm.

          • Ich habs nicht kapiert. Wieso musstet ihr dem Mieter Ablöse zahlen?

            Habt ihr euch mal hingesetzt und wirklich alles aufgelistet, was an einmaligen und wiederkehrenden Ausgaben da ist?

            Für mich klingt das jetzt gerade nicht Existenzbedrohend und ich würde mir den Stress mit den 450 € Jobs wirklich überlegen, zumal wenn Kinder im Spiel sind...

            Lg

            • (5) 29.11.17 - 00:17

              Das Haus, das wir verkauft haben, war vermietet. Der Mieter war nicht gerade glücklich, dass eine Eigenbedarfskündigung kommt, da er gar nicht so lange in der Wohnung wohnte und einige Dinge (z.B. Einbauschrank) passend angeschafft hat. Die haben wir ihm z.T. abgekauft.

          Hi,
          dann geht noch als zur Hausbank, erhöht den Hauskredit für notwendige Renovierungen und fertig.
          Ob ihr nun 10 oder 20 T€ mehr abträgt, ist zum Schluss auch wurscht, wenn die Rate 50,00 Euro im Monat höher ist oder ihr drei Jahre länger abzahlt,,,,aber ihr habt dann diesen derzeitigen Engpass nicht, wo ihr Euch verkalkuliert habt.

          Vereinbart Sondertilgung, wo ihr dann wieder ansparen könnt und je nachdem was übrig ist, schon zur Abzahlung nutzt.

          lisa

          • (7) 29.11.17 - 00:19
            Finanzass gesucht

            Das haben wir auch überlegt. Oder eben einen Konsumentenkredit, wir gehen davon aus, dass es ab Februar oder März wieder aufwärts geht ... Danke, ich denke, es wird auf deinen Vorschlag rauslaufen.

            • Könnt ihr Euren Dispo kurzfristig überziehen? Rechnet euch aus, was das an Zinsen kostet.
              Ich würde nicht an mehreren Stellen ein kredit aufnehmen, wenn ihr einen mal in Schwierigkeiten kommt, könnt ihr auf einmal beide gleichzeitig nicht bedienen.

              lg
              lisa

    Wenn ihr sehr sorgsam seid, was die Finanzen angeht, hättet ihr euch das Haus nicht gekauft. Mit der Rate für den Kredit ist es ja nicht getan... Grundsteuern, volle Müllgebühren und alle weiteren Nebenkosten, zusätzliche Versicherungen usw.
    Das mit dem Auto stand wahrscheinlich schon vorher fest...
    ist der Hauskauf schon lange her? Könnt ihr noch vom Kauf zurücktreten?
    Ich würde niemals noch einen Kredit aufnehmen - den müsstet ihr auch erstmal bekommen. Kein seriöser Anbieter gibt euch noch einen denke ich.

    Ich würde an eurer Stelle auch fix zum Schuldenberater gehen.... ganz fix.

    Ich wünsche euch alles Gute und dass sich schnell alles regelt

    • (10) 28.11.17 - 22:35

      Hallo,

      das Problem war, dass wir eine Eigenbedarfskündigung bekommen haben. Das Auto stand schon fest ... aber wohnen müssen wir auch irgendwo.

      Wir haben erst überlegt, dass wir was Neues mieten und uns in Ruhe sortieren. Wir haben zwei Monate lang alles mögliche angeschaut ... und nichts bekommen, weil immer mindestens 50 Bewerber da waren. Und die Uhr tickte ...

      Da langsam Panik aufstieg, haben wir mit den Bank gesprochen - wir hatten auch gute Rücklagen, wie gesagt, mit dem Haus selbst haben wir uns glaube ich nicht übernommen. Zurücktreten können wir auch nicht und wäre nicht sinnvoll, wir müssen ja raus. Die Bank hätte uns sogar noch mehr finanzieren lassen, als wir dann ausgegeben haben. Wir wollten, aus Sicherheit, in der Nähe unserer heutigen Miete bleiben. Wir haben z.T. Mietobjekte angeschaut, die teurer waren als die Rate.

      Es sind die ganzen Nebenkosten ... also gar nicht Markler, Notar, Grunderwerbssteuer, sondern alles, was wir naiverweise nicht auf dem Schirm hatten: Hausversicherung, Grundbucheintrag, Müllgebühren ... bzw. wir dachten, wir bekommen das finanziert. Der Mieter im Haus ist etwas früher als erwartet ausgezogen, da fing es an zu bröckeln.

      Wir sind nun einfach an einem Stadium - wenn nun noch was passiert (Auto kaputt, Heizung, ....) dann sind wir erledigt bzw. dann müssen wir den Dispo überziehen.

      • Ich würde auch raten : nachfinanzieren.
        Es handelt sich ja überwiegend um einmalige Kosten. Die Zinsen momentan sind niedrig, aber ein dispokredit frisst viel zuviel.
        Ihr solltet bei der nachfinanzierung einen Rahmen wählen, dass es euch in ein paar Wochen nicht wieder so geht wie momentan.
        Vielleicht lasst ihr den Urlaub nächstes Jahr ausfallen. Das wird schon wieder, aber dauert halt einfach eine gewisse Zeit.
        LG

    (12) 29.11.17 - 17:42

    Ein Hauskauf bedeutet NICHT zwingend, dass man mehr Nebenkosten bezahlen muss. Ich zahle zum Beispiel im Haus spürbar weniger als das was ich in einer 3-Zimmer Wohnung zahlen musste....

    K

ich würde nachfinanzieren, d. h. die Hypothek erhöhen

(14) 28.11.17 - 22:20

Hallo, geht doch mal zu eurem bankberater, vielleicht könnt ihr die Rate senken und länger abzahlen. Wenn die Finanzierung kein Problem war müsste doch mit dem zu reden sein.

Was muss denn noch am Haus gemacht werden?

Ist das Auto wirklich dringend?

Wie viel wird im Jänner extra an Versicherungen etc fällig?

Für die Versicherungen könnte man kurzfristig den Dispo erhöhen lassen. Ob es sinnvoll ist kann man nur sagen wenn du ein paar Zahlen schreibst.

LG

  • (16) 28.11.17 - 22:44
    Finanzass gesucht

    Gemacht werden sollte eigentlich das Bad (uralte Wasserleitung). Wenn wir das schieben haben wir dann keins, wenn wir drin wohnen und müssen vorrübergehend wieder ausziehen. Durch die Terassentür zieht es. Wobei wir das ein Jahr überleben.
    Gerufen haben wir einen Elektriker und den Herd anzuschließen und weil uns ein paar "komische" Dinge aufgefallen sind. Haben mit offenen Karten gespielt. Er hat alles superdringende erledigt.

    Das Auto ist 10 Jahre alt. Es fährt gut, aber jetzt fangen kleine Macken an. Ich habe Angst, dass demnächst was größeres fällig wird (Zylinderkopfdichtung oder etwas anderes fieses). Für den Fall würde ich gerne einen Plan B haben.

    Im Januar kommen ca. 1000€ Versicherungen - also Haus + Auto + Haftpflicht. Einkommen: 4200€. Derzeit noch 250€ Mieteinnahmen für das vermietete Zimmer (der Mieter zog früher aus als erwartet, um das abzupuffern). 800€ Kreditabtrag und 800€ Miete (diese Doppelbelastung fällt bald weg). Ca. 2000€ Fixkosten (also Nebenkosten, Lebensmittel, Busfahrkarten für Kinder, Auto).

    • Hallo,

      tief durchatmen, ruhig bleiben und - nachfinanzieren mit dem Betrag, den Ihr für Bad, Terrassentür und alles Notwendige plus Ausgleich des Girokontos braucht. Bei 4200 € Einkommen und bisher 800 € für das Haus habt Ihr Luft nach oben, und die Hypothekenzinsen sind viel geringer als die Dispo- oder gar Überziehungszinsen.

      Versucht, die Versicherungen auf monatliche Beiträge umzustellen. Das kostet einen geringen Aufschlag, aber Ihr habt dann nicht immer diesen Riesenbetrag am Jahresanfang.

      Die Kaufnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Grundbucheintrag etc. sind einmalig, bald habt Ihr durch die eingesparte Miete 800 € mehr, und alles wird gut. Dann schafft Ihr es auch, für ein Auto zu sparen. Nur Mut, ein Eigenheim kostet, aber es ist eine gute Altersvorsorge!

      LG, basta.pasta

    (19) 01.12.17 - 09:42

    Danke für eure Antworten. Ich dachte, ich bin die einzige, wo das so schief läuft. Also: Weitersparen :)

Hallo, in genau so einer Situation sassen wir auch mal. wir haben angefangen zu bauen, und uns total übernommen. nicht mit den Schulden der mtl. Finanzierung - wir haben weniger aufgenommen - aber es kamen ständig neue Sachen dazu. Fenster waren teurer als erwartet, elekrik teurer als erwartet. und schwupps war nicht mehr viel da. wir mussten uns, bzw haben uns von Eltern Geld geliehen. haben nur das nötigste fertug gemacht. eingezogen nur ins EG. ohne Treppe, ohne Türen, ohne Bad. das kleine Gästekl war fertig. 2 Jahre lang haben wir dort geduscht gewaschen etc. Türen 1 Jahr später eigebaut. Unser Bett stand im Wohnzimmer neben der Couch. wir hatten nichtmal einen Esstisch oder Stühle. wir haben dann langsam pö a pö, Monat für Monat gespart und alles nötigste fertig gemacht.
, bzw besorgt. 2 Jahre keinen Urlaub, kein Ausgehen, kein Shoppen. und ein gebrauchtes Auto haben wir auch zwischendrin kaufen müssen, finanziert. jetzt 4 Jahre später, ist alles fertig, das Geld an Eltern zurückgezahlt und das Auto auch abbezahlt.
Wir haben uns aber nicht unterkriegen lassen. Wir haben uns auch je einen 450 EUR Job gesucht. Mussten beide Vollzeit arbeiten. Kind in der Krippe.

Ich wünsche euch viel Erfolg. ihr kriegt das hin. nur nicht aufgeben. Sachen die notwendig sind, erstmal nicht machen. Unser Bad haben wir vor 2 Jahren fliesen lassen, ein billiges Waschbecken setzen lassen. Erst jetzt, letztes WE, haben wir unsere Badmöbel endlich bekommen.

Anfangs ist es immer scher. aber wenn man will bekommt man alles hin!

  • (21) 29.11.17 - 00:22
    Finanzass gesucht

    Danke, es hat wirklich gut getan zu lesen, dass es euch auch so ging. Meine Eltern hätten Geld, aber verleihen nichts (aber das ist ein anderes Thema). Aber ich hoffe auf die Bank. Es ist wirklich wie verhext ... Immer, wenn wir denken "jetzt kommt nichts mehr, taucht wieder eine Rechnung auf.

Es ist etwa alles besser als Dispozinsen oder Konsumkredite. Wenn ihr die Hypothek erhöhen könnt oder euch mit der Bank verständigen könnt, die Schuldentilgung etwas zu verzögern, könnt ihr damit die Schulden auf eurem Dispokonto ausgleichen. Ich weiss nicht, wie das bei euch ist (ich bin Schweizer), bei uns kann man sich auch mit dem Steueramt auf Ratenzahlung einigen. Eigentlich geht da sehr viel, wenn man sich mit den Behörden aktiv um eine Lösung bemüht und nicht einfach kommentarlos Zahlungen ausfallen lässt und auf Tauchstation geht, bis die Beamten vor der Tür stehen.

Zahlen müsst ihr's am Schluss ja sowieso, so wie ich es verstehe habt ihr im Moment nur ein Liquiditätsproblem, langfristig habt ihr Überschuss. Wenn ihr also dafür sorgen könnt, dass ihr die Zahlungen über einen längeren Zeitraum staffeln könnt und dafür die Zinsen möglichst tief halten könnt, solltet ihr ja irgendwann wieder im grünen Bereich sein. Und dann einfach noch eine Weile den Lebensstandard nicht gleich wieder hochfahren, damit ihr Reserven bilden könnt für Unvorhergesehenes.

  • (23) 29.11.17 - 00:25

    Danke! Die Steuern haben wir als erstes bezahlt. Das mussten wir auch machen, sonst erfolgt der Grundbucheintrag nicht - erfolgt der nicht, darf man den Mieter nicht kündigen. Daher haben wir so entschieden.

    • Euer Problem ist m.E. nur die derzeitige Doppelbelastung (Miete + Kredit).

      Das Bad würde ich evtl. erst im nächsten oder übernächsten Sommer machen, da kann man auch mal 1 Monat mit ner Gartendusche überleben..............

(25) 29.11.17 - 12:10

Wo wir unser Haus gekauft und umgebaut haben war auch eine extreme zeit. Wir hatten keinen einzigen spiegel im Haus weil wir einfach kein Geld mehr hatten. Eigentlich für gar nix. Nicht ein neues möbelstück ist ins Haus gewandert.

Ich hatte zwischendrin immer Angst das uns diese Immobilie das Genick bricht.

Unsere terrassentür zog auch, übrigens 3 Jahre lang, was soll's. Unser neues fensterelement kostet 5000 Euro 🤤
Wir haben halt ständig an der tür rumgemacht.
Das ist bei fast allen so. Das erste Jahr war schlimm, dann Auto kaputt usw.

Aber ihr könntet doch die Versicherungen auch 1/4 jährlich oder 1/2 jährlich zahlen dann ist das in eurer jetzigen Misere nicht so Riesen Batzen.

Kopf hoch es wird besser!!

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