Alle Schwanger nur ich (will?) nicht

    • (1) 01.12.17 - 08:33

      Hallo Zusammen,

      Ihr könnt mir nicht helfen, aber irgendwie muss ich mir das mal von der Seele schreiben- mein Mann, so toll er sonst ist, hat für mein aktuelles Problem nicht so viel Verständnis...
      Es geht ums bei mir leidige Thema Kinder kriegen(bin 38). Ich habe vor 2 Jahren mal einen Versuch gestartet, diesen aber nach 6 Monaten wieder abgebrochen weil ich zunehmend Panik bekommen habe, dass ich tatsächlich schwanger werden könnte. Ich hatte und habe nach wie vor Bedenken beim Thema Kind: Die ganze Verantwortung, das ständige Angehängt sein, auch das Finanzielle: Ich müsste nach einem Jahr wieder Vollzeit arbeiten gehen, da hab ich auch keine Lust drauf-doppelt Stress. Kurz und gut: ich war und bin mir relativ sicher dass ein Kind mir nicht ins Leben passt. ABER ein kleines bohrendes Gefühl von wegen "du verpasst was" blieb.
      Danach war 2 Jahre Ruhe und das Thema versandete....Bis vor einigen Wochen.
      Ungelogen JEDE meiner engen Freundinnen und auch Bekannte wie z.B. Nachbarinnen, sind in den letzten Wochen schwanger geworden. Haben die sich abgesprochen? Ich weiß es nicht...Auf den allerletzten Drücker- alle so um die 40, der letzte Versuch....
      Ich freue mich wirklich für jede einzelne, aber das Gefühl was zu verpassen und vielleicht einen Riesen Fehler zu machen kein Kind zu bekommen ist RUMMS wieder voll da.
      Mein Mann meinte nur: "deren Leben hat doch nichts mit unserem Leben zu tun. Wenn du so zufrieden bist, passt es doch und falls du doch ein Kind willst bekommen wir es schon irgendwie hin- entscheide dich wie du willst"
      Da ich nun heulend vor dem PC sitze kann es mit meiner Zufriedenheit nicht so weit her sein. Aber ein Kind wäre mir unter den gegebenen Voraussetzungen wirklich zu stressig.
      Mit 38 fühle ich mich eigentlich auch schon zu alt für ein Kind. Ich habe es mir in 8 Jahren Beziehung so kuschelig und bequem eingerichtet, da würde ein Kind alles umschmeißen und eigentlich finde ich es so toll wie es ist
      Und ich kann es ja nicht zurückgeben wenn mir das Mama sein doch nicht taugt.
      Aber andererseits frage ich mich vielleicht in 10 Jahren wieso ich so faul und egoistisch war und nicht einfach ein Kind bekommen habe.
      Vielleicht denke ich jetzt auch nur über ein Kind nach, damit ich mitreden kann?
      Wie gesagt, Ihr könnt mir nicht helfen und eine Entscheidung kann mir keiner abnehmen, aber für Frauen wie mich- die nie unbedingt Mama werden wollten, ist es ein ganz beschissenes Gefühl nicht zu wissen was man tun soll...
      Ich wünschte mir ich wäre vor Jahren aus Versehen schwanger geworden, dann wäre mir die Entscheidung abgenommen worden...
      Vielleicht ging es ja einer von euch mal ähnlich? Falls ja was habt Ihr gemacht? Ins kalte Wasser gesprungen und Mama geworden, oder nicht?

      Jedenfalls musste das jetzt mal raus, danke fürs lesen..

      LG Luna

      • (2) 01.12.17 - 08:59

        Du beantwortest dir dein Posting eigentlich die ganze Zeit selbst.

        In dir ist kein wirklicher Kinderwunsch, kein Streben nach Mamasein und der daraus resultierenden Verantwortung.

        Du möchtest frei sein, dein Leben so leben wie bislang.

        Dann tu das auch.

        Die Gefahr, dass du ein Kind bekommst und nach zwei Jahren feststellst, das hättest du besser gelassen, ist groß.
        Gerade in Verantwortung dem noch nichtmal entstandenen Leben gegenüber solltest du dieses Risiko nicht eingehen.

        Natürlich ist es blöd, wenn nun alle um dich rum Kinder kriegen.
        Vielleicht musst du tatsächlich nochmal versuchen, neue Freunde zu finden, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich Freundschaften oft auseinander dividieren, wenn die einen mit Brutaufzucht beschäftigt sind, während die anderen feiern gehen.

        Aber lass dir davon kein schlechtes Gewissen machen.
        Ich finde es toll, dass du dir eigentlich klar bist, was du (nicht) willst und dann handel auch danach.

        Gruß Hezna #klee

        • (3) 01.12.17 - 09:12

          Jaein, so einfach ist es leider nicht. Was mich in erster Linie vom Kinder bekommen abgehalten hat war die Aussicht auf die ständige finanzielle und zeitliche Belastung.
          Viele meiner Freundinnen sind in der glücklichen Lage einen reichen Mann zu haben. Die müssen nicht mehr arbeiten, können sich ums Kind kümmern und haben "nur" den Haushalt. Und wenns zu stressig wird, dann stellen die halt jemanden ein. Putzfrau, Tagesmum, etc.
          ICH müsste zeitnah wieder voll arbeiten und ziemlich viel würde an mir hängen bleiben. Und diese ständige Doppelbelastung macht mir irre Angst. Ich weiß dass dadurch eine Ehekrise entstehen würde und das letzte was ich will ist meine Beziehung zu gefährden.

          Und mit 38 gehe ich nicht mehr großartig feiern :-) Wir haben ein sehr gemütliches, eigentlich kinderfreundliches Leben. Ich gehe zwar 1 Mal die Woche mit meinen Mädels was trinken, aber da artet nichts aus. Mein Mann bleibt generell lieber zu Hause und könnte aufs Kind aufpassen....

          Aber hier wird doch auch immer geschrieben, dass wenn das Kind erstmal da ist, man sich automatisch komplett umstellt und alles sich fügt, man muss sich nur trauen...?

          • Also hättest Du generell einen Kinderwunsch, den Du aber aus wirtschaftlichen Erwägungen wegdrückst?

            Warum bliebe denn so viel an Dir hängen? Und wäre es möglich, dass Dein Mann die Betreuung übernimmt, wenn Ihr ja anscheinend auf Euer Gehalt nicht verzichten könnt?

            • Wir verdienen beide gleich- normales Gehalt. Es ist einfach so dass ich in meinem vorigen Leben viel mitgemacht habe und erst jetzt- in meiner 8 Jährigen Ehe, konnte ich zur Ruhe kommen. Mit 2 normalen Gehältern können wir uns manches leisten- vieles auch nicht ;-) Aber so passt es.

              Ich habe die Angst, dass ich mein Kind gar nicht genießen könnte, weil ich Vollzeit arbeiten müsste und wir uns trotzdem extrem einschränken müssten.
              Die Belastung Kind und Arbeit traue ich mir prinzipiell zwar zu, habe aber Angst dass ich meinem Mann Vorwürfe machen würde, dass er nicht in der Lage ist so für uns zu sorgen, dass ich nicht arbeiten müsste und mich die ersten 2 Jahre nur ums Kind kümmern kann und danach nur Teilzeit arbeiten gehe.
              Ich klinge schrecklich materiell, ich weiß, aber das hat eben Gründe aus meiner Vergangenheit :-(

          (6) 01.12.17 - 09:37

          Es IST eine stetige Belastung, egal in welche Richtung du guckst. Und wenn du nach einem Jahr wieder arbeitest und dein Kind fremdbetreuen lässt, wird dich ein dauerhaft schlechtes Gewissen begleiten, weil du in vielen Situationen eben nicht für dein Kind da sein kannst (ich sprech da aus Erfahrung).
          Mal abgesehen von der psychischen Lage, dem Alter geschuldet. Man kann sicherlich nicht generell sagen, dass man mit 40 weniger belastbar ist, aber ich war froh (habe mein 4. Kind mit 41 bekommen), dass ich schon in den Jahren zuvor Kinder bekommen habe, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Ich war mit allen Wassern gewaschen dadurch, und mein letztes Kind ist somit in der glücklichen Lage gewesen, eine tiefenentspannte Mutter zu haben, die genug Training hatte, mit allem klarzukommen.

          Das erste Kind um die 40 stelle ich mir generell belastender vor, selbst wenn es ein absolutes Wunschkind ist.

          Ich will dir nicht generell abraten, wenn Kinderwunsch da ist, bin ich die letzte, die dagegen spräche. Aber dein erstes Posting wirkt auf mich, als ob die Panik vor der kommenden Belastung größer ist bei dir als der Wunsch nach Dreisamkeit.

          • (7) 01.12.17 - 09:48
            nichtbelastend...

            Erstes Kind mit 40 und es ist überhaupt nicht belastend gewesen, im Gegenteil.
            In meinem Umfeld sind alle Frauen erst ab 37 Mama geworden und alle sind gesettelt und zufrieden. Gefeiert und gelebt wurde zuvor und ich finde für mich war es gena richtig so, ich wollte kein Kind mit 25, sondern immer erst ab 35.
            Das hängt aber von jedem Menschen selbst ab.

            • Darum sagte ich ja, dass es sicherlich nicht generell so ist.

              Ich habe bei anderen aber genau meine Sicht erlebt. Kind mit 40 oder leicht drüber und nach kürzester Zeit arg überfordert, Realität hatte mit der Wunschvorstellung der heilen Familie nicht mehr viel gemein usw...

              Natürlich erlebt das jeder anders...

          (9) 01.12.17 - 09:54

          Dein letzten Absatz trifft ins Schwarze!

          Dennoch fühle ich mich wie ein schlechter Mensch, weil ich so egoistisch bin....

          Ich werde übers Wochenende noch einmal in aller Ruhe mit meinem Mann drüber sprechen. Aber für Ihn ist das auch ein empfindliches Thema, weil er sich natürlich in seiner "Männlichkeit/ Versorgerrolle" untergraben fühlt, wenn ich Ihm sage, dass er mir für ein Kind zu wenig verdient...

          (12) 01.12.17 - 10:27
          noexcuseseseses

          Das würde ich ihm nicht so sagen, damit würdest Du jedem Menschen mächtig vor den Kopf stoßen!
          Äußere Deine Bedenken normal, dass Du Bedenken hast, wie es finaziell sein wird, ob IHR das mit 1,5 Gehältern schafft, aber bitte nicht DU verdienst zu wenig. Im Gegenzug könnte man nämlich das Gleiche von Dir behaupten. Würdest Du mehr verdienen hättest Du mehr Elterngeld.

      (14) 01.12.17 - 10:38

      "Das erste Kind um die 40 stelle ich mir generell belastender vor, selbst wenn es ein absolutes Wunschkind ist."
      Widerspruch;-).
      Ich wusste überhaupt nicht, wie tiefenentspannt ich eigentlich sein kann. #rofl

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