Kinder aus dem Haus ein Rückblick

    • (1) 02.12.17 - 17:49
      sodass

      Ich habe zwei Kinder gemeinsam mit meinem Mann groß gezogen.
      Die Erziehungsarbeiz hab ich als anstrengend und mühsam empfunden.
      Man ist Mutter immer die Böse wenn man etwas nicht gut findet oder verboten hat.
      Als sie klein waren.gab.es Geschrei, als sie Teenies waren Streit und Diskussionen und wütende Reaktionen.

      Mein Mann sagte jetzt als unsere Tochter auszog, dass er sich sehr erleichtert fühlt und sagte noch dass sich für ihn.der Aufwand nicht gelohnt hat.
      Ich gebe ihm da Recht, denn die Schönen Momente wiegen die Nachteile nicht auf.
      Kinder sagen, ich hab dich lieb wenn sie klein sind, man bekommt durch diese Zuneigung zumindest ein bisschen, was einem das Herz wärmt.
      Wir sind froh das hinter uns zu haben.und sind kürzlich ausgewandert.
      Ein.langgehegter Traum, ich studiere und möchte jetzt einen Beruf ausüben mit vollem Einsatz der mir wirklich Freude macht.
      Und nicht etwas arbeiten was nur so halb passt weil es mit den Kindern besser vereinbar ist.
      Auch können wir jetzt unser Wohnmobil nehmen und weg wenn wir wollen.
      Mein Mann arbeitet nicht mehr seit Jahren und jetzt endlich können wir weg wann wir wollen ohne Rücksicht auf Schule bzw. Ferien.
      Was ich damit sagen will: für jemanden der nicht die Erfüllung des Lebens darin.sieht Kinder groß zu ziehen, kann ein kinderloses Leben durchaus die bessere Wahl sein.
      Hier wird öfter mal darauf hingewiesen, dass man es bereuen könnte keine Kinder zu haben.
      Diese Leute hört man ja auch schon mal sagen, dass sie im Nachhinein bedauern keine zu haben.
      Aber wer würde sich schon eingestehen 20 Jahre seines Lebens mit Kindern verschwendet zu haben?
      Ich würde keine mehr bekommen und lieber Dinge tun, die mich wirklich begeistern.
      Leider wusste ich vorher nicht was auf mich zukommt und wie ich das Muttersein empfinden würde.

      • (2) 02.12.17 - 17:54

        Trauriges Resumee.

        Ich hoffe, eure Kinder bekommen diese Einstellung nicht zu spüren.

        Alles Gute

        Also wer Kinder bekommt und eine erwartungshaltung an sie hat, wird immer enttäuscht sein. Ich habe ein Kind bekommen, weil ich es aufziehen und ihm liebe geben und will. Ich erwarte weder Dankbarkeit noch sonst etwas von meinem Kind. Mein Kind hat nicht darum gebeten, auf der Welt zu sein. Es kam zur Welt, weil ich mich bewusst für es entschieden habe. Es ist mir zu nichts verpflichtet und ich erwarte weder Dankbarkeit noch sonst etwas von ihm. Es ist da, weil WIR es wollten. Natürlich ist msn als Eltern oft der buhmann, denn ein Kind weiß nicht, was ihm gut tut und was ihm langfristig schadet. Ich bin sehr gerne mutter, ich liebe mein Kind und bon froh, daß es da ist. Alle Anstrengung ist es wert, denn die liebe, die msn zurück bekommt ohne sie zu erwarten ist das größte Geschenk. Ich verzichte gern für mein Kind auf gewisse Dinge, denn mein Kind ist mir wichtiger als alles andere auf der Welt. Schade, dass du das nie so gesehen hast.

        (4) 02.12.17 - 18:16

        >>>Was ich damit sagen will: für jemanden der nicht die Erfüllung des Lebens darin.sieht Kinder groß zu ziehen, kann ein kinderloses Leben durchaus die bessere Wahl sein.<<<

        Aha. Das ist ja mal ein bahnbrechende neue Erkenntnis.

        Sehr tragisch für dich, dass du einen großen Teil deines Lebens derart verschwendet hast.

        • Sehr tragisch für dich, dass du einen großen Teil deines Lebens derart verschwendet hast.
          --------

          Und das gleich 2 x !!! Vielleicht waren es Zwillinge, das wissen wir nicht. Aber ansonsten bekommt man zwei hintereinander, wenn man bei einem schon das Gefühl hat, dass man nicht so recht für die Mutterrolle taugt #klatsch

          • Immerhin hat es die TE innerhalb von 20 Jahren geschafft, die Brut aus dem Haus zu haben. Bei mir hat es länger gedauert bei drei Kindern. Mit dem Abitur allein ist es ja nicht getan...

            Ich musste allerdings nicht auswandern, um "nach den Kindern" ein Leben "frei Schnauze" führen zu können.

            So ganz habe ich nicht verstanden, was die TE will :
            Sie möchte "jetzt einen Beruf ausüben mit vollem Einsatz der mir wirklich Freude macht."

            >>>Mein Mann arbeitet nicht mehr seit Jahren und jetzt endlich können wir weg wann wir wollen ohne Rücksicht auf Schule bzw. Ferien.<<<

            Vermutlich wird sie jetzt Rücksicht nehmen müssen, wann sie Urlaub bekommt...

      Es gibt genug Menschen, die bewusst keine Kinder haben wollen. Davon kenne ich auch etliche. Scheint eine Sache der Selbstreflektion und Stärke zu sein, wenn man keine bekommt, weil man sein Leben eben anders erfüllen möchte.

      Oh Gott, das klingt ja verbittert. Und sehr traurig für deine Kinder. Gut, dass sie das hier wohl nicht lesen. Meine Tochter ist 1,5 und ist momentan sehr anstrengend. Die Nächte auch. Aber um nix in der Welt würde ich sie eintauschen. Und ich sage im Übrigen meiner Mutter mit meinen 39 Jahren immer noch, dass ich sie lieb habe. Sowas ist also nicht mit einem bestimmten Alter verbunden. Aber vielleicht habt ihr euren Kindern die Liebe auch nicht mehr so vermittelt, mit der Einstellung, die du hier darstellst. Da muss man sich auch nicht wundern, wenn man auch nicht mehr so viel Liebe zurückbekommt.

      (9) 02.12.17 - 18:45
      Kinder-ein-Geschenk

      Ich habe drei Kinder gemeinsam mit meinem Ehemann großgezogen, nachdem ich schon ein Studium und einige frustige Berufsjahre hinter mir hatte.
      Die Zeit als die Kinder klein waren, empfand ich oft als anstrengend und mühsam.
      Ich habe mir oft Rat gesucht bei Freunden und Bekannten wenn es Erziehungsprobleme gab, aber ich hatte oft das Gefühl nicht alles richtig zu machen. Gerade in der Windelzeit war es sehr anstrengend. Aber auch später noch. Wir hatten auch Streit, auch Frust, auch Unzufriedenheit, aber wir haben das bewältigt.
      Als die Kinder ins Schulalter kamen, hatten sie alle ein Musikinstrument und ein, zwei spielten später im klassischen Orchester oder in Gruppen. Das gab den Kindern viel Selbstwerterfahrung; sie entfalteten ihre Fähigkeiten; nicht nur in der Musik, auch in Naturthemen und Technik.
      Wir haben früh schon ein Haus gebaut und den Kindern viele Aufgaben übertragen. Sie lernten bei uns Gärtnern, Verantwortung für Tiere, Arbeiten mit Werkzeugen, Schreinern, Elektronik, Kochen, Backen, Renovieren und vieles mehr.
      Als sie in der Pubertät steckten, machten sie aus eigenem Entschluß nicht mit bei den Kameraden, die anfingen die Nächte mit Alkohol, Mädchen, Rauchen und z.T. Drogen zu verbringen und die Schule zu schwänzen. Statt dessen schallte Musik durch unser Haus, wenn die Kinder auf den Instrumenten stundenlang probten, alleine und zu zweit.
      Im Winter sind wir zusammen Langlaufen und Snowboardfahren gegangen, im Sommer streiften wir durch die Wälder, machten Lagerfeuer ...
      Mit 18 durfte jeder erst mal einen Motorsägenkurs belegen und Bäume fällen.
      In den Ferien fuhren wir oft mit einem Wohnmobil weg, im Sommer immer ans Meer.

      Nach langen Jahren, in denen ich für die Kinder da war, bin ich erfolgreich ins Berufsleben zurückgekehrt und habe in kurzer Zeit aufgeholt. Ich habe einen Job gefunden, der mir sehr liegt und viel Spaß macht, aber auch eine große Verantwortung beinhaltet. Da kann ich mich jetzt so richtig "austoben". Ich habe beruflich nicht das Gefühl etwas verpaßt zu haben. Ich konnte in der Familienpause viele Dinge tun, die ich sonst hätte nie tun können.

      Die Kids machten ihr Abitur und begannen mittlerweile ein Studium - es gab höchste Auszeichnungen. Sie haben unsere Werte übernommen und leben ein verantwortliches Leben. Sie kümmern sich um ihr Studium, ihren kleinen Haushalt, gehen sparsam und verantwortungsvoll mit Geld um und sind Mädchen gegenüber respektvoll. Und sie haben gute Freunde und engagieren sich für andere.
      Inzwischen ist das älteste Kind verheiratet und wir hören von den Kindern immer wieder, dass sie uns lieb haben und gerne nach Hause kommen. Wir haben eine sehr gute Beziehung zu allen und sind stolz auf sie.
      Wenn ich nochmal von vorn anfangen müßte, würde ich alles genauso machen, aber nicht drei, sondern vier oder fünf Kinder bekommen. Denn Kinder sind ein Geschenk. Sie geben weit mehr zurück, als man in sie investiert hat. Sie sind es wert. Jeder einzelne Moment, wenn ich ihnen in die Augen schaue, wenn ich sie umarme, wenn wir zusammen lachen, oder kochen, oder tanzen, ist ein Glücksmoment, für den sich all die Mühen der Schwangerschaft, der Geburt und Stillzeit, der Verzicht auf Einkommen, die schlaflosen Nächte gelohnt hat.
      Und wenn ich eine berufliche Herausforderung zu bewältigen habe, schreiben mir die Kids: du schaffst das. Und wenn ich Erfolg hatte, schreiben sie: Mum, ich bin stolz auf dich!! Und wenn ich ihnen in die strahlenden blauen Auge schaue, merke ich dass sie sehr stolz auf mich sind. Genauso stolz wie ich auf sie bin.

      • Hallo,

        das hast du sehr schön geschrieben.

        Meine Kinder sind noch kleiner aber auch ich merke, dass sie auf dem richtigen Weg.

        Kinder sind anstrengend aber das tollste was ich je erleben durfte.

        LG Tina

        Danke. 👍

        (12) 02.12.17 - 19:53

        Hört sich schön an.
        Das hatten wir hier aber so nicht.
        Ich denke unsere Familienleben war auch deshalb schwierig, da mein Mann ist Autist und ich bin auch eher ein Einzelgänger ,der viel Freiraum und Zeit für sich braucht. Auch psychische Störungen sind bei mir vorhanden.
        Wir haben nie viel als Familie gemacht.
        Wenn wir es versucht haben ging es in.die Hose.
        Die Kinder ständig unzufrieden. Der Urlaub war blöd, Schifahren ist langweilig, der Schnee zu kalt usw.
        Wenn wir um Hilfe gebeten haben wurde gesagt, keine Lust, mach deinen Kram alleine.
        Hilfe im Haus oder Garten?
        Nur nach kräftezehrenden Diskussionen, und unter ausgesprochenem Protest.
        Ich habe nie darüber nachgedacht, dass mir das Familienleben nicht liegt und ich unglücklich bin.
        Mein Mann hat da durch seine Aussagen erst etwas ausgelöst.
        Meine Kinder hatten beide schwere Phasen in der Pubertät, die uns alles abverlangt haben und mir bis heute wie ein böser Alptraum nachhängen.
        Von daher, jede Familie ist anders, was bei euch so gut geklappt hat,muss für andere nicht so funktionieren.
        Ich bin jetzt raus aus dieser Phase, unser Kontakt ist nur noch selten, allein wegen der Entfernung.
        Und traurig bin ich darüber nicht.
        Im Gegenteil ich bin froh nicht mehr ständig mit ihren Problemen konfrontiert zu werden.

        • (13) 02.12.17 - 19:57

          Wenn ihr von vorne herein eher Einzelgänger ward, warum habt ihr euch dann bewusst für Kinder (also sogar mehr als eins) entschieden? Ich meine, wenn man doch von Anfang an weiß, daß man das alles eigentlich gar nicht will, warum bekommt man dann bewusst Kinder?

          • (14) 02.12.17 - 20:17

            Da hab ich kein Problem drin gesehen.
            Jeder hat halt eine andere Persönlichkeit.
            Welche muss man denn haben um Kinder zu bekommen?
            Wir waren immer für unsere Kinder da und haben sie sehr geliebt, keine Frage.
            Bisher kam es auch noch nie zur Sprache, dass mein Mann das als so eine Belastung
            empfunden hat. Hat er sich nie getraut, weil ea nichts geändert hätte, die Kinder waren nun mal da und wir hatten die Verantwortung.
            Aber im Nachhinein einen Lebensabschnitt als nicht so gelungen zu betrachten, ist ja nichts Ungewöhnliches.
            Das geht doch vielen so, dass sie bestimmte Zeiten als anstrengend oder Belastung empfunden haben.
            So ist das nun mal.
            Das Leben ist keine ständige Party.
            Aber im Rückblick betrachtet haben wir uns jetzt eingestanden ,dass wir da wohl beide nicht so glücklich waren wie wir erwartet hätten.
            Ist ja nicht schlimm, ich empfinde das nicht als negative Zeit, nur erkenne ich jetzt nochmal wie angespannt und unzufrieden ich über weite Strecken doch war.
            Wir haben ja das beste draus gemacht und somit ist alles ok.
            Jetzt kommt etwas Neues und das fühlt sich gut an.

        (15) 02.12.17 - 20:01

        >>>Wenn wir um Hilfe gebeten haben wurde gesagt, keine Lust, mach deinen Kram alleine.<<<

        Da kannst du niemandem einen Vorwurf machen, du bist ja auch nicht bereit zu helfen, nicht mal deinen eigenen Kindern :

        >>>Im Gegenteil ich bin froh nicht mehr ständig mit ihren Problemen konfrontiert zu werden.<<<

Top Diskussionen anzeigen