Uneinigkeit Abtreibung

    • (1) 03.12.17 - 19:14
      Rohes Ei

      Hallo,
      Wir haben vor einer Woche erfahren, dass unser Kind nicht gesund ist, um genau zu sagen, hat es Trisomie 18.
      Für mich war sofort klar, dass ich die Schwangerschaft abbrechen möchte, bin derzeit in.der 21.Woche.
      Es sind diverse Missbildungen im US sichtbar gewesen.
      Der Termin wäre am Freitag gewesen, aber mein Mann möchte dass ich die Schwangerschaft fortsetze.
      Ich hab den Termin abgesagt und wir haben am Wochenende ausführlich geredet, er hat mir dargelegt warum er möchte dass ich auch ein nicht lebensfähiges Kind austrage.
      Das kann ich auch nachvollziehen aber es kommt für mich nicht in Frage.
      Das habe ich ihm auch mitgeteilt und meine Gründe erklärt.
      So, nun hat er mit Trennung gedroht wenn ich unser Kind töte....
      Das ist so schlimm für mich dass er das so sieht.
      Als ob mir das leicht fällt , mir geht's doch auch sehr schlecht mit dem Gedanken an den Abbruch.
      Aber ich kann das Kind nicht austragen.
      Was soll das bringen?
      Ich weiß, dass er mich zu nichts zwingen kann und die Entscheidung letzten Endes bei mir liegt.
      Es war unser letzter Versuch noch ein gemeinsames Kind zu bekommen, ich denke, ihm fällt es schwer mit der Kinderplanung abzuschließen, denn nochmal werde ich das ganze Prozedere mit ICSI und Hormonen nicht mit machen.
      Ich bin 43 und möchte nicht nochmal so was erleben.
      Wie soll ich mich verhalten?

      • Würdest Du mich bitte über die VK anschreiben? LG Moni

        Hallo,


        dir eine Rat zu geben ist nicht einfach.

        Wenn ich es richtig sehe steht deine Entscheidung fest. Dein Problem ist das dein Mann dazu eine ganz andere Einstellung hat.

        Ich glaube dir auch das es dir sehr schlecht geht mit dem Gedanken an einem AB. Versuch nach Möglichkeit für dich zu entscheiden. Dein Mann hat dir mit Trennung gedroht wenn du dich gegen euer Kind entscheidest. Es ist aber leider auch nicht gesagt das dein Mann euch nicht verlässt wenn du dich für euer Kind entscheidest. Es weiß aber auch niemand ob ihr die mögliche Belastung die euer Kind mit sich bringen kann schultern könnt. Es weiß aber auch niemand wie du später mit einem AB umgehen kannst. Versuch nach Möglichkeit genau abzuwägen welches der günstigere Weg für dich sein könnte.

        Lass dir aber auch von niemand Vorwürfe machen. Es ist deine Entscheidung und der einzigste der mit zur Entscheidung gefragt werden sollte ist dein Mann. Dritte haben in meinen Augen deine Entscheidung zu akzeptieren.

        Viel Kraft

        blaue-rose

        Hi,
        geh mit deinem Mann zusammen zum Doc, damit er von einer dritten Person erfährt, was das heisst, ein nicht lebensfähriges Kind auszutragen.
        Somit kann er sich ein komplett anderes Bild bilden und du bist außen vor.

        lg
        lisa

      • Puh, das ist hart. Es tut mir so leid zu lesen, in welcher Situation du bzw ihr euch befindet. So oder so, der Weg der vor euch liegt wird nicht leicht.

        Ich kann deinen Wunsch nach Abbruch der Schwangerschaft verstehen. Dann hätte der Schrecken zumindest körperlich ein Ende.
        Ich kann dir nicht viel raten. Ich habe meine Freundin seelisch begleitet, als sie ihr krankes Baby nicht bekommen hat. Sie hat es gut (sofern man da von gut sprechen kann) verkraftet. Sie und ihr Mann waren sich allerdings über den Schritt einig. Sie ist für die Abtreibung (die in Deutschland grünes Licht von einer Ethikkommission einer Uniklinik hatte), extra nach Holland gefahren. Dort wird das als OP unter Vollnarkose gemacht. Sie wollte ihr Kind nicht zur Welt bringen. Das war genau die richtige Entscheidung.

        Eine Verwandte von mir hat ihr todkrankes Baby bis zum Ende ausgetragen. Die Hoffnung, ihr Baby - wenn auch nur kurz- lebend zu sehen und wenigstens seine Organe zu spenden, wird ihr nichr vergönnt. Es ist im Bauch gestorben und die Geburt ihres toten Kindes war traumatisch für sie. Auch die Erklärung für die Menschen, die sie mit Babybauch gesehen hatten und nun (nichtsahnend und wohlmeinend) nach dem Baby fragten. Das hat sie jedes Mal erneut an den Rand des Ertragbaren gebracht.

        Ich würde mal kurz einen Blick auf deinen Mann werfen. Was sind deine Ängste? Dieses Baby der letzte Versuch für ein gemeinsames Kind. Liegt da seine Panik? Diese Endgültigkeit? Fühlt er sich ohnmächtig, hilflos? Der Schmerz wird auch bei ihm stark sein. Dieses Ungerechtigkeit! Vielleicht auch Angst um ihn. Angst um die Partnerschaft. Ich glaube nicht, dass er dich verlassen will, sondern dass diese Drohung Zeichen seiner Hilflosigkeit ist.
        Nichtsdestotrotz ist es deine Entscheidung, wie du weiter verfahren willst. Es ist dein Körper. Deine Seele, die es aushalten muss. Den deinen oder den anderen Schritt. Mach deinem Mann klar, warum du die Abtreibung jetzt favorisierst und bitte ihn, dass er für dich da ist.
        Ich wünsche dir alles Liebe, für die kommende Zeit.

        Ihr Seid in einer schlimmen Situation. Würde euch psychischer Beistand angeboten? Kannst du nochmal in Ruhe vielleicht im Beisein eines 3. Mit seinem Mann reden? ist es 100% dass du nach einer Zeit es nicht noch mal versuchen möchtest? Waere dann Dein Mann bzgl. Abtreibung anders eingestellt? Ist die Wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass dein Baby jetzt bald noch im Mutterleib verstirbt, so dass du gar keine Entscheidung mehr treffen musst? Ich drücke euch die Daumen.

      • (7) 03.12.17 - 19:59
        Ich-verstehe-ihn

        Ich verstehe deinen Mann.
        Trisomie 18 bedeutet nicht zwangsläufig, dass dein Kind nicht lebend auf die Welt kommt. Es kann sogar bis zu einige Jahre leben.
        Und selbst wenn es nur Stunden sind: er will sein Kind kennenlernen, es sehen... mir würde es genauso gehen wie ihm. Um nichts in der Welt könnte ich es so gehen lassen wie du. Es quasi selbst bestimmen. Ich kann ihn wirklich sehr gut verstehen!
        Ich habe gesunde Kinder aber selbst wenn eines nicht gesund zur Welt gekommen wäre: ich hätte keine Sekunde mit eins von ihnen verpassen wollen. Nicht eine, niemals und für nichts in der Welt! Ich hätte sie küssen wollen, ansehen, im Arm halten, sie spüren und riechen. Und wenn es nur 5 Minuten gewesen wären, hätten sie zumindest gewusst, dass sie eine Mama haben, die sie unendlich liebt.

        • Ich finde diese zeilen hier extrem unpassend und überhaupt nicht hilfreich.

          • (9) 03.12.17 - 20:11

            Das mag ja sein, aber ich muss der TE ja nicht nach dem Mund reden. Ich habe lediglich meine Sichtweise dargelegt und erklärt, warum ich ihren Mann sehr gut verstehen kann. Ich finde, sie sollte bedenken, wie er sich eventuell fühlt und was seine Gründe sein könnten. Ich gehe davon aus, dass er genau aus solchen Gründen wie ich sie genannt habe gegen die Abtreibung ist.
            Das ist nicht unpassend sondern man sollte diese Gründe respektieren.

            • Erstaunlicherweise sind gerade die, die sich am lautesten für das ungeborene Leben einsetzen und sich so bildgewaltig in die Kinder und hier Väter hineinversetzen können, gleichzeitig die, die sich am ekelhaftesten gegenüber den betroffenen Frauen verhalten und über null Empathie verfügen.

              Ja, das ist häufig so, ich kann es aber hier nicht rauslesen. Sie hat nicht versucht, die TE zu überzeugen, dass sie es anders machen soll, sie hat nur geschrieben, dass sie selbst es anders machen würde (ob das nun stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt, ich glaube nicht, dass man das sicher einschätzen kann). Sie hat die TE nicht beleidigt.
              Die Gefühle des Mannes zu verstehen heißt für mich in keinem Fall, dass die Frau diesen nachgeben müsste. Aber so ein klein wenig Verständnis für den anderen würde ich dem Fall ja beiden nichts schaden, falls sie sich nicht trennen wollen.
              Das Wort „ekelhaft“ empfinde ich jedenfalls dafür total übertrieben. „Unnötig und nicht hilfreich“ trifft es eher.


              Die Art der TE sich über behinderte Kinder zu äußern erinnert mich allerdings an einen derzeit ziemlich aktiven Provokationsuser.

          Genau so wie ein Mann Gründe gegen ein Kind bzw.für einen Abbruch vorbringen kann und die Frau auch gegen seinen Willen ein Kind austragen darf und da dem Mann zurecht kein Mitspracherecht eingeräumt wird, ist es auch im umgekehrten Fall so.
          Wenn die Frau die Schwangerschaft abbrechen möchte, hat er das zu akzeptieren.
          Denn umgekehrt wird auch gefordert , dass er ein ungewolltes Kind zu akzeptieren hat.
          Seine Gefühle für oder gegen ein.Kind sind irrelevant.
          Allein die Frau darf entscheiden da es ihr Körper ist und auch ihre Seele die damit klar kommen muss.

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