Es tun? Bleiben oder gehen?

    • (1) 04.12.17 - 10:04
      mauselausi

      Hallo zusammen,

      derzeit befinde ich mich in einer schwierigen Phase meines Lebens und würde gern mal Eure Meinungen hören, um neutrale Ansichten zum Thema zu erhalten:

      Sorry, wenn es etwas länger wird!

      Also mein Mann und ich leben im Ausland und haben 4 Kinder. Nun läuft es schon seit längerem nicht mehr rund bei uns, bzw. hat mein Mann in dieser Krisenzeit ein Gesicht herausgeholt, dass ich bis dato noch nicht kannte. Er erpresst mich psychisch, macht mich fertig, hat keinen Respekt, gibt mir kein “Haushaltsgeld“, wenn ich nicht „lieb“ bin. Stellt sich gegen meine Erziehung, hetzt die Kinder gegen mich auf, etc. Hat mich auch zwei Mal physisch angegriffen, nach der Seite „reempowernment“ der klassische „psychische Gewalttäter“.

      Wir haben uns im Sommer getrennt, mit der Regelung, dass zwei Kinder bei ihm bleiben und zwei Kinder mit mir zurück nach Deutschland ziehen. Die beiden Großen wollen auch unbedingt in dem Land bleiben, in dem sie verwurzelt sind, ich allerdings würde sie natürlich gern mitnehmen, aber das will auch ihr Vater nicht. Um überhaupt die Chance zu haben, wegzukommen, geht es also nur mit der Trennung der Geschwister.

      Die beiden Kleinen sagen auch, dass sie gern in dem Land blieben und nicht nach Deutschland wollen, gerade der Größere lehnt alles ab und sagt, er will zurück zu Papa.

      Mein (Ex-)Mann versucht nun alles, um mich und uns zurück zu bekommen, wie er sagt, der Kinder wegen und es sei nicht richtig, die Kinder zu trennen usw. Seine psychopathische Seite hat er jetzt wieder eingepackt und verhält sich wieder „normal“ wie zu „guten Zeiten“.

      Ich vermisse wiederum natürlich sehr meine beiden Großen, die beim Vater sind und bin im Grunde auch überhaupt nicht glücklich, dass sie nicht bei mir sind.

      Wir versuchen nun in den letzten Wochen, uns wieder als Familie anzunähern, aber ich merke zunehmend, dass ich nicht mehr mit meinem Mann kann. Ich bekomme teilweise richtige Panikattacken und habe Angst vor ihm.

      Es muss also definitiv nun eine Entscheidung gefällt werden, wie es weitergeht und dort gibt es drei Möglichkeiten:

      1. wir bleiben als Familie zusammen, zumindest bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Ich habe so zwar ein privilegiertes Leben mit viel Schnickschnack, lebe dafür aber mit einem „Psychopathen“ zusammen und kann nicht einschätzen, wie er sich in Zukunft verhält. Es wäre definitiv die beste Lösung für die Kinder, nur würde ich nicht glücklich sein und das Geld allein macht nicht glücklich, wenn man mit einem psychischen Gewalttäter zusammen wohnt.

      2. gemäß der vom Richter abgezeichneten Trennungsvereinbarung lebe ich mit meinen beiden Kleinen Kindern gegen deren Willen in Deutschland, sehe auch meine Großen eher selten. Sie müssen ohne ihre Mama aufwachsen, mit einem Vater, der nur bedingt erziehungsfähig ist. Für sie wäre das aber in Ordnung, weil sie mit mir definitiv nicht nach Deutschland umziehen wollen würden. Ich hätte Angst, dass mich alle Kinder irgendwann hassen würden, weil ich sie auseinander gerissen habe und mich für ein neues Leben in Deutschland entschieden hätte. Ich könnte jedoch arbeiten und mich wieder auf eigene Beine stellen.

      3. ich würde mit den beiden Kleinen wieder zurück in das Land ziehen, in die Nähe meiner Kinder und (Ex-)Mannes. Nur wird er da immer gegen mich arbeiten, ich wäre ganz allein und im Grunde möchte ich in dem Land gar nicht mehr leben. Mein Ex hat schon so Dinge rausgehauen wie: „die Kinder dürfen dann entscheiden, bei wem sie übernachten wollen“, usw. Und da er den dicken Geldbeutel hat, keine Erziehung durchsetzt, nur zum Bespaßen dient, hätte ich da sehr schlechte Karten. Außerdem müsste mit einem mickrigen Unterhalt auskommen. Jobs hier zu finden, ist aussichtslos.

      Leider weiß ich überhaupt nicht mehr, was ich machen soll und was die am wenigsten schmerzhafte Lösung für alle wäre.

      Vielleicht habt Ihr ja ein paar Meinungen, wie Ihr das lösen würdet.

      LG
      Mauselausi

      • (2) 04.12.17 - 10:46

        Hallo,
        vielleicht findest du auf dieser Seite einen Gesprächspartner, der dich besser beraten kann
        weil er/sie besser in der Thematik drin ist
        http://www.1001geschichte.de/links-die-helfen/

        Immer entscheidest du dich automatisch gegen eine Sache, ein richtiges Dilemma...
        eine Forscherin, die über Entscheidungen in einem Dilemma, erzählt hat, lässt ihre Klienten stellvertretend für jede Lösung ein anderes Kissen in die Hand nehmen. Der Klient fühlt sich in die Situation rein, stellt sich vor, was kommen mag,... und das pro Kissen ein paar Minuten...
        Oft finden Klienten, die in einem Dilemma stecken, so leichter zu einer Lösung.
        Davor würde ich dennoch in jedem Fall mit Fachleuten sprechen wollen, um bestens informiert zu sein.

        lg

        • (3) 04.12.17 - 14:32

          Ganz lieben Dank für Deine Antwort. Das mit den Kissen werde ich mal ausprobieren.

          Zu der Seite: das ist ein guter Tipp, hier werde ich mich mal umschauen!

          LG Mausilausi

      Wie alt sind die Kinder denn und um welches Land handelt es sich?

          • Weil ich etwas studiert habe, das ich nur muttersprachlich arbeiten kann. Außerdem ist es unmöglich für eine Mutter von 4 Kindern zu arbeiten. Die Schule endet um 13 bzw. 14 Uhr. Halbtagsjobs gibt es so gut wie gar nicht. Man bekommt nur einen Hungerlohn gezahlt. Im Sommer haben die Kinder 3,5 Monate Sommerferien. Wie soll das realistisch gehen? Ich habe keine Familie oder sonstige Unterstützung.

            • Wie machen das denn die italienischen Mütter, die alleinerziehend sind?

              • Die haben ihre Eltern, die die Kinder während der Arbeitszeit betreuen. Hier machen alles die Großeltern.

                Oder der Mann zahlt Unterhalt.

                • Ja. Mann zahlt Unterhalt. Und du könntest vormittags irgendetwas arbeiten. Supermarkt, Bäcker o.ä.
                  Zur Not leben dann die Kleinen bei Dir, die Großen bei Deinem Mann mit wechseldem Umgang.

                  • (11) 04.12.17 - 15:03

                    Mein Mann zahlt aber gemäß der derzeit ausgemachten Trennungsvereinbarung keinen Unterhalt. Ich müsste erst wieder mit ihm zusammen leben, die Trennungsvereinbarung müsste nichtig werden, und dann könnte ich noch mal von vorn eine andere Trennungsvereinbarung durchsetzen. Einer Abänderung der zur Zeit gültigen Vereinbarung zu seinen „Ungunsten“ würde mein (Ex-)Mann natürlich nie unterschreiben. Er hat schon gesagt: wenn ich mir hier eine Wohnung suche:
                    - nur in seiner unmittelbaren Umgebung
                    - die Kinder können selbst entscheiden, bei wem sie abends schlafen wollen
                    - er zahlt keinen Unterhalt
                    Usw.
                    Ganz ehrlich sträubt sich da alles in mir! Ich möchte nicht immer in seinem Umfeld sein - und dann noch ganz allein. Er ist hier aufgewachsen, hat seinen riesigen Familienclan um sich herum usw.
                    Und ich sitze dann hier alleine und bin weiterhin seinen möglichen Psychattacken ausgesetzt. Es glaubt mir sowieso schon keiner, wie er wirklich ist und dass er mich zwei mal physisch angegriffen hat. Er ist der typische Manipulator, der alle davon überzeugt bekommt, dass er recht hat. Er verkauft seine tätlichen Angriffe so, dass ich es gewesen wäre, die ihn angegriffen hätte und dass er sich nur verteidigt hätte!!!
                    Welche Frau greift einen Mann an, der einen schwarzen Gürtel im Judo hat?
                    Das ist alles so absurd hier...

                    • Du musst ja nicht Tür an Tür mit ihm wohnen, aber wenigstens im gleichen Ort.
                      Kann seine Mutter nicht nach der Schule die Kinder betreuen, da das ja so üblich ist in Italien?

                      • (13) 05.12.17 - 15:57

                        Leider sind meine Schwiegereltern schon zu alt, um die Kinder vernünftig zu betreuen. Als ich meine SchwieMu vor 2 Jahren gefragt hatte, ob sie zwei Stunden in der Woche auf den Kleinsten aufpassen kann, damit ich zum Sport kann, war ihr das schon zu viel, da ihr jeden Tag etwas anderes weh tut und sie sich von morgens bis abends ausruhen muss.

                        Aber ich habe mich heute mal angefangen zu informieren, ob es nicht möglich wäre in einer Schule als Muttersprachler irgendetwas zu machen. So kann das Problem der Sommerferien gelöst werden.

                        Somit bleibt "nur" noch das Problem, wer einspringt, wenn die Kinder krank sind.

        Ist dein Mann Italiener oder Deutscher?

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