KiWu, aber Angst dass Beziehung sich verändert

    • (1) 04.12.17 - 14:03

      Hallo,

      Mein Mann und ich (27 und 29) sind frisch verheiratet und haben auch Kinderwunsch. Wir sind seit 6 Jahren zusammen und waren davor beste Freunde, und unsere Ehe ist traumhaft schön, harmonisch, liebevoll. Ich freue mich sehr auf Nachwuchs mit ihm, aber ich höre so oft, dass ein Kind eine Herausforderung für die Beziehung ist und ich habe Angst, dass sich irgendwas zum Negativen verändern könnte. Wie war das bei euch? Oder hat ein Baby euch sogar noch mehr zusammen geschweißt? Bin neugierig auf eure Erfahrungen - übrigens auch gerne mal auf männliche Meinungen :)

      • Es kommt sehr aufs Baby an. Wir hatten ein sehr pflegeleichtes Baby, das viel geschlafen hat und weder auf mir schlafen oder rumgetragen werden wollte.
        Von daher kam ich damit sehr gut zurecht, ohne auf dem Zahnfleisch zu gehen.
        Da ich gestillt habe, brauchte mein Mann nicht nachts noch aufstehen.
        Sie hatte nie ein Problem mit Kinderwagen, Auto fahren usw.
        ABER es gibt auch andere, die sowohl Mama als auch Papa an den Rand der Verzweiflung treiben.
        Ich kann Dir nichts raten, es ist so unterschiedlich.

        Wenn eine Partnerschaft gefestigt ist dann erschüttert dies auch ein Baby nicht! Sicher ist es eine Veränderung und anstrengend...aber auch schön!!
        Partnerschaften die aufgrund eines gemeinsamen Kindes auseinander gehen waren nicht gefestigt oder hatten vorher schon einen knacks

        Natürlich verändert sich die Beziehung. Ein Kind ist die totale Fremdbestimmung. Dazu Schlafmangel, wenig Paarzeit usw. Das erste Jahr ist wirklich nicht einfach.

        Die Frage ist wie geht ihr damit um? Würdet ihr das als gemeinsame (!) Herausforderung sehen, die es zu bewältigen gilt? Könnt ihr verstehen, wenn der Partner einfach mal nur müde und genervt ist und längere Zeit keine Lust auf Sex hat? Dann würde euch ein Kind wahrscheinlich eher zusammenschweißen.

        Wenn euch allerdings eure persönliche Freiheit, Reisen, teure Hobbys und gemeinsame Unternehmungen so wichtig sind, dass ihr auch nicht phasenweise drauf verzichten wollt, dann passt ein Kind nicht zu euch. Und wenn dann auch noch ein Partner dem anderen alle Arbeit aufhalst und sich nur die Rosinen rauspickt, dann geht die Beziehung über kurz oder lang in die Brüche.

      • Wichtig ist das ihr eine gemeinsame Vorstellung habt wie ihr als Eltern, mit Kind sein wollt. Klar man kann nicht alles planen und vieles kommt anders, aber in den grundsätzlichen Dinge sollten übereinstimmen.

        Wenn ein Part ständig um das Kind gluckt und der andere sich nach einiger Zeit wieder paarzeit und Körperlichkeiten wünscht kann das die Beziehung sicher enorm belasten. Wenn man dann über Dinge wie Betreuung durch die Oma vs nie allein weggehen streitet wird es sicher auf Dauer zu Stress kommen usw.

        Ansonsten kommt es viel aufs Kind an. Wenn es schnell gut schläft und generell wenig weint und zufrieden ist, wird sich alles schnell einspielen. Wenn dauerhafter Schlafmangel und viel weinen zusammenkommt, kann es auch sehr belastend sein.

        Ihr müsst es also völlig auf euch zukommen lassen und zusammenhalten. Ja so ein Kind kann auch eine intakte Beziehung an die Grenzen bringen - weil man sich vorher (fast) gar nicht vorstellen kann wie die veränderungen durch ein Baby wirklich sind.

        Hallo. Ich bin mit meinem Freund seit 8 Jahren zusammen und wir haben eine 5 Monate alte Tochter. Unsere Beziehung war und ist sehr stabil und unsere Tochter einfach bezaubernd und mittlerweile meist pflegeleicht. Nach der Geburt, während des Krankenhausaufenthaltes, hatte ich sehr viele Ängste vor der neuen Situation und war überfordert. Da war er mein Fells in der Brandung, mein Ruhepol. Ich weiß nicht, was ich ohne ihn gemacht hätte. Auch zu Hause gab es schlimme Tage mit der Kleinen. Abends hatte er immer Verständnis und ein offenes Ohr für mich. Und auch wie er mit der kleinen umgegangen ist hat mich so viel gelehrt. Er ist ein toller Vater, der sich besser nicht um uns kümmern könnte.
        Ich glaube es ist wichtig, dass beide Partner wissen was ungefähr auf sie zukommt und beide Lust darauf haben. Wie schon viele geschrieben haben, wenn die ganze Arbeit nur an einem hängen bleibt, dann belastet das die Beziehung sehr. Da solltest du deinen Mann aber schon sehr gut einschätzen können.
        Bei Bekannten von mir gab es oft Streit, da sie mit dem Jungen einfach nicht auf einer Wellenlänge waren. Schwer zu beschreiben. Ein Beispiel: sie wollte unbedingt stillen. Sie war da richtig verbohrt drin. Nur der Junge hat ums Verdursten nicht die Brust genommen. Von Anfang an. Die ersten Monate wurde in dem Haus mehr gebrüllt als alles andere. Die Mutter total verzweifelt und der Vater konnte nicht nachvollziehen, was diese Verbissenheit in Sachen stillen eigentlich soll. Das war sehr sehr oft Streitpunkt. Irgendwann gab es für den Jungen dann endlich pre und von da an war er entspannt, Mutter war entspannt und der Vater hat sich auch noch gefreut.
        Ich denke es ist wichtig, dass man immer als Team arbeitet.
        Eine glückliche und stabile Beziehung bringt ein Baby nicht zum kippen. Es macht alles noch viel schöner.

      • Mehr zusammengeschweißt. Ja, aber eher nicht in diesem romantischen Sinn.

        Um mal auf Deine Überschrift einzugehen. Natürlich ändert sich die Beziehung. Ihr ändert euch auch als Menschen.
        Ob das negativ ist, hängt, glaube ich, zu stark von euch ab, als das ich dazu eine Aussage treffen könnte, die Dir hilft.

        Angst ist nie ein guter Begleiter. Vielleicht bist Du innerlich noch nicht bereit für ein Kind. Zeit hast Du ja noch.

        Selbstverständlich ändert sich die Beziehung, schließlich habt ihr auf einmal für die nächsten 18 bis 25 Jahre ein Familienmitglied mehr unter eurem Dach wohnen! Wie sollte das NICHT die Beziehung beeinflussen?
        Es ändern sich so viele Dinge, vom Finanziellen angefangen über die persönliche Freizeit, die Verantwortung, das ganze Organisatorische, der Schlafmangel usw.
        Und selbst wenn ihr euch jetzt THEORETISCH einig seid, wie ihr euer Kind erziehen wollt, weißt Du nicht, wie es dann in der Praxis aussieht. Vieles muss man tatsächlich erst live erfahren, um sich eine wirkliche Meinung darüber bilden zu können und zu wissen, wie man dann tatsächlich reagiert.
        Ob eine Beziehung das aushält, weiß man immer erst hinterher.
        Manche Paare trennen sich, weil die Partnerschaft auch vorher schon nicht richtig funktioniert hat.
        Manche trennen sich, weil sie als 2-er Gespann prima harmoniert haben, aber zu dritt überhaupt nicht klar kommen.
        Andere wiederum wachsen gemeinsam und sind noch viel fester und liebevoller miteinander verbunden.
        Und wieder andere wurschteln sich so durch und überstehen die Zeit bis zur Volljährigkeit so gerade eben...

        • Eben!
          Man bekommt kein Baby, sondern einen Menschen mit seiner eigenen Persönlichkeit. Meine Kinder sind mittlerweile 3. und 6. Klasse und die Herausforderungen sind nicht unbedingt kleiner sondern nur anders. Ich glaube, gegen die sich abzeichnende Pubertät ist die Trotzphase ein Kinderspiel.
          Ich stimme Hippogreif in allem zu, schön geschrieben.

          LG Sabine

      (10) 06.12.17 - 10:15

      Wir waren so alt wie ihr, als wir angefangen haben zu üben. Mittlerweile sind einige Jahre ins Land gezogen und wir sind glücklich ohne Kind und wollen auch keins mehr.
      Wir wollen, dass der jeweils andere die Nummer eins in unserem Leben bleibt - dadurch dass wir schon so langsam zusammen sind (mittlerweile 13 Jahre) würde uns eine Zurückstufung wohl nicht unbedingt gut tun.
      In unserem ganzen Umfeld war nur ein Pärchen, dass die ersten Jahre easy weggesteckt hat, denen ist aber von Anfang an die Sonne aus dem Arsch geschienen... Schwanger im ersten Zyklus, Schwangerschaft nur schön, nicht mal dicke Füße, das Kind hat wegen Koliken zwei Nächte und beim Zahnen vier Nächte durchgeweint, ansonsten hat er sich alleine ablegen lassen, hat von anfang an stundenweise geschlafen und nachts sogar ganz durch geschlafen - die ersten Monate mit einmal wach sein. Beide Großelelternpaare kümmern sich und nehmen das Kind wann immer gewünscht. Beide Gutverdiener mit vermögenden Eltern und keinerlei Geldsorgen.
      Alle anderen waren augenringige, zickige Zombies, die auf dem Zahnfleisch gegangen sind. Ich will nicht abstreiten, dass sie glücklich waren und sich teilweise schon aufs zweite freuen, aber schön war das nicht.
      Statt der Lieblingsmusik dröhnt jetzt Rolf Zuckowski durchs Haus, der Urlaub geht dahin, wo das Kind sich wohl fühlen könnte, statt Sonntags Billard zu spielen, geht es zu den Großeltern und Freizeit heisst in den meisten Fällen nicht nur Zeit ohne das Kind sondern auch Zeit ohne den Partner zu verbringen, weil einer muss ja bei selbigem bleiben. Die Couch muss - egal wie durchgesessen - noch ein paar Jahre halten, weil das Kind ein neues Bett braucht und einen Schreibtisch noch dazu. Die Paare, die keine Familie zum helfen haben, gehen dann nochmal ganz anders auf dem Zahnfleisch, also wirklich existentiell...
      Ich hab damals in der Entscheidungsphase auch viel gelesen, also warum sich Paare für und gegen Kinder entscheiden, wer warum glücklicher ist... Eltern sind nicht glücklicher, sie sind erstmal unglücklicher und dann lange Zeit gleich glücklich, wenn auch "anders glücklich" :)
      Mein Papa zum Beispiel hätte nie ohne Kinder gewollt und für ihn war es, genau wie für meine Mutter, selbstverständlich dass wir Kinder an 1. Stelle stehen und ich hab schon damals als junger Teenie beschlossen - weil ich es immer fies fand, wie der Partner hinter den Kindern runtergefallen ist - dass mein Partner mal an erster Stelle stehen wird - ist bis heute so... und auch jetzt beobachte ich in den meisten Fällen, dass es da für die Paare/Familien am besten läuft, wo zwei Erwachsene als Team die Kinder aufziehen und im besten Falle noch stundenweise die Paarebene rausholen können.

      (11) 06.12.17 - 14:15

      Wenn die Beziehung intakt ist, wird es die auch mit einem Kind sein. Unser Sohn ist erst 16 Wochen, aber bis jetzt gab es deswegen noch nie Steit oder so. Wir haben allerdings auch ein pflegeleichtes Kind. Zu sehen, was für ein liebevoller Vater er ist hat meine Liebe nur größer gemacht.

      • (12) 06.12.17 - 16:30

        eben... euer Kind ist "erst 16 Wochen" und dazu noch pflegeleicht... das ist in etwa so, wie wenn jemand nach dem Geheimnis lebenslanger Beziehungen fragt und frisch Verliebte antworten.
        Ich wünsche euch weiterhin viel Spass mit eurem Kind und hoffe, dass ihr die nächsten 20 Jahre genauso glücklich bleibt - aber in einem Punkt muss ich Dir widersprechen: Eine intakte Beziehung ist kein Garantie für eine gute Elternschaft bzw. dafür, dass die Beziehung hält. Wirklich gute Beziehungen können an einem Kind (aus drölfhundert Gründen) scheitern, umgekehrt können schlechte Liebende trotzdem gute Eltern sein und so wieder zusammenfinden. Wie sagte eine Freundin so schön: Ein Kind ändert alles...

        • Ich glaube nicht dass wirklich gute Beziehungen scheitern, egal woran.

          • (14) 06.12.17 - 17:44

            Dein Glaube ehrt Dich, entspricht aber leider überhaupt nicht der Realität. Menschen verändern sich (nicht immer in eine Richtung), Dinge passieren... Krankheit, Arbeitslosigkeit, Tod, Seitensprung, Schicksalsschläge... und manchmal stirbt auch einfach nur die Liebe im Alltag. Kinder sind ein weiterer, grosser Risikofaktor.

            • Tja, vielleicht komme ich eben aus einer „heilen Welt“, meine Eltern waren 45 Jahre glücklich zusammen bis zum Tod meiner Mutter ( und die 3 Jahre Krebserkrankung haben sie zusammen durchgestanden), meine Schwiegereltern sind seit 50 Jahren glücklich zusammen, mein Mann und ich schon fast 2 Jahrzehnte... Natürlich gibt es keine Garantie, aber ich kenne in meinem Umfeld viele, die Probleme zusammen lösen und sich nicht direkt trennen.

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