Uneinigkeit bei Gartengestaltung wird zum Problem

    • (1) 09.12.17 - 10:39
      Traumgarten

      Guten Morgen,

      unser- bzw. mein Problem ist eigentlich so lächerlich, dass ich lieber grau schreibe.

      Mein Mann und ich sind ein sehr gutes Team, haben ein Haus gekauft und alle Renovierungsarbeiten Hand in Hand erledigt.

      Auch unsere Alltagsaufteilung aller Aufgaben klappt super.

      Es gibt nur ein Problem und das wird immer größer: Die Gartengestaltung!

      Vor dem Hauskauf haben wir darüber nicht gesprochen, alles andere hatten wir geklärt, aber beim Garten dachten wir wohl beide, dass es sich ergibt, zumal der Garten schon angelegt war.

      Leider hat sich herausgestellt, dass wir komplett unterschiedliche Vorstellungen haben.

      Ich hätte gerne einen Garten, in dem es Bäume gibt, einen romantischen Garten mit Stauden und verschiedenen Pflanzen in verschiedenen Höhen- auch zur optischen Gliederung.

      Mein Mann würde am liebsten alle Pflanzen bis zur Unkenntlichkeit beschneiden, damit alles in Reih und Glied steht und möglichst wenig Arbeit macht.

      Da wir bei dem Thema regelmäßig aneinandergeraten sieht es derzeit so aus:
      Ich pflanze regelmäßig neue Pflanzen, kümmere mich natürlich auch um die Pflege und versuche so dem Garten mehr Leben einzuhauchen.

      Er schneidet regelmäßig alles ratzekurz und so sieht unser Garten in seinen Augen gepflegt und in meinen Augen steril aus.

      Ich hätte nicht gedacht, dass so ein lächerliches Problem mal so existenziell unsere Ehe belastet, aber ich fühle mich machtlos, bevormundet und reagiere darauf absolut wütend.

      Jeglichen Argumenten ist er nicht zugänglich, auch eine Teilung des Gartens in zwei Bereiche, die jeder nach seinen Wünschen gestaltet möchte er nicht.

      Er will alles so haben wie er möchte und Punkt. Und natürlich sitzt er insofern am längeren Hebel, dass er es schneiden kann- ich kann ihn ja nicht daran hindern.

      Sein Argument ist immer, dass er ja auch die Arbeit damit hat. Größere Pflanzen = mehr Blätter = mehr Arbeit.
      Ich würde ihm aber durchaus noch mehr im Garten helfen nur möchte er das ja gar nicht (für meine Blumenbeete bin ich sowieso zuständig), er kümmert sich ums Rasen mähen, die Hecken und Laub entfernen, Hof fegen etc.

      Ich kann mich doch wegen solch einer Lächerlichkeit nicht scheiden lassen?

      Naja, dann würden wir das Haus verkaufen und hätten auch das Gartenproblem nicht mehr.

      Gebt mir doch bitte mal Input, ich komme da nicht weiter.

      LG
      Die Traumgartenfrau

      • Hmmm, das ist schwierig...

        Aber erstmal würde ich mir nicht verbieten lassen, bei der Gartenarbeit zu helfen.
        Ich mäh genauso den Rasen oder fege den Hof, schneide im Herbst zurück, etc. wie er.
        Auch oft, wenn er auf Arbeit ist. Er ist nämlich ein kleiner Besserwisser und korrigiert mich gerne :-) Dem geh ich so aus dem Weg.

        Ansonsten würd ich das Thema jetzt erstmal ruhen lassen, im Winter kann man ja eh nix tun.
        Im Frühjahr setzt ihr euch zusammen und besprecht das in Ruhe.
        Sag ihm ruhig, dass das nicht nur seine Arbeit ist, das alles zu pflegen. Und so ein großer Aufwand ist das eh nicht. Das einzige, was ich im Sommer täglich schneide, sind die verblühten Rosenköpfe, das ist eine Sache von 5 Min. Der Rest sind Formschnitte im Frühjahr oder Herbst.

        Aber einen Kompromiss müsst ihr finden. Es gibt auch schöne Beete mit Kies und Gräsern/Buchs oder ähnliches. Die sehen modern und aufgeräumt aus. Vielleicht ist ihm das lieber, als Beete mir Rindenmulch oder so dicht bepflanzt, dass man gar keinen Boden mehr sieht.

        << Jeglichen Argumenten ist er nicht zugänglich, auch eine Teilung des Gartens in zwei Bereiche, die jeder nach seinen Wünschen gestaltet möchte er nicht >>

        Das ist kein Liebesbeweis und schreit nach Rache!

        Im Ernst, wenn dein Mann nicht kompromissfähig ist, hast du offensichtlich nur die Wahl zwischen nachgeben und trennen.

        Mit einem Sturkopf würde ich keine Kinder machen. Überlege dir das gut.

        Scheiden lassen wegen sowas ist natürlich Quatsch, aber ein ordentliches #wolke würde ich allemal auf ihn runterbrettern lassen. Hallo? Ich will doch keine Büsche/Bäume, die 20 cm über Grund abgeschnitten sind.
        Eine Alternative wäre, falls finanziell machbar, einen Gärtner kommen zu lassen für die "groben" Schneidearbeiten - und das Kleinzeug machst Du selber. So machte es eine Bekannte, die über Jahre hinweg mit Ihrem Mann Krieg führte wegen genau der gleichen Sache. Nun ist Ruhe und alles fachgerecht gepflegt.
        Rasen mähen, Laub entfernen, Hof fegen darf er ja weiter, aber diese Abschneiderei würde ich ihm ganz sicher abkaufen. Gibt es nicht einen Nachbarn/Familienangehörigen/Freund, der ihm das mal sagt, dass man Büsche auch kaputtschneiden kann? Schenk ihm doch einen Kurs bei der VHS "richtig Büsche/Bäume" schneiden. Gibt es alles.
        LG Moni

      • Euer Grundproblem ist doch, dass eigentlich der Garten Euer Garten ist und Euch gleichermaßen gefallen soll. Das lässt er aber nicht zu, mit dem Argument, er habe damit ja die Arbeit. Daraus resultiert für ihn, er kann so vorgehen, wie er alleine es für richtig hält.

        Zuerst habe ich mich gefragt, ob er damit irgendein Machtspiel verknüpft. Gibt es vielleicht sonst nichts, wo er gleichwertig mitbestimmen kann? Werden die anderen Dinge im Haushalt alle nach Deinen Plänen und Wünschen erledigt und er muss sich da Dir anpassen? Ich meine, von ungefähr kommt ja so ein Verhalten nicht.

        Ansonsten würde ich ihn mal wirklich auseinandernehmen und ihm klar machen, dass das Problem für Dich so drastisch ist, dass Du Dich schon gefragt hast, ob an der Stelle eine Scheidung die Lösung ist. Mir schoss als Erstes durch den Kopf, ich würde ihm vorgaukeln, dass ich 2018 vor habe, den ganzen Garten komplett planieren und zubetonieren oder Rollrasen ohne jegliche Blumen und Bäume verlegen zu lassen. Das wäre dann ja auch etwas, wogegen er gar nichts tun kann und er könnte mal nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. Das Argument wäre dann: Naja, dann hast Du es ja noch einfacher mit der Pflege.

        Aber ist ja auch total albern. Nur ich kann Dein Gefühl der Machtlosigkeit total nachvollziehen. Er aber anscheinend nicht, ihm ist nicht klar, eine Partnerschaft auf Augenhöhe verlangt eben Kompromisse.

        Ich kann das ehrlich gut verstehen.
        Haben exakt das gleiche Problem.

        Ich habe nachgegeben.
        Gezwungener Maßen, da ich schwanger bin und nichts arbeiten kann im Garten.

        Jetzt hat er dort ganz viel so gemacht wie er hält will: Resultat: Sieht sch*** aus!

        Richtig schlecht.
        Drei verschiedene Beetabtrennungen. Jetzt sollen noch selbstgezimmerte Hochbeete dazu und alles in Reih und Glied.

        Meine Genugtuung ist, dass ich weiß, dass es ihm eigentlich auch nicht gefällt, aber er es jetzt nicht mehr zugeben kann.

        Seine Taktik jetzt: er fragt mich bei jedem drum und will meine Meinung.

        Aber glaub mir, wir haben auch bis aufs bitterste gestritten.

        Ich weiß leider keine Lösung für dich.
        Außer vielleicht klare Worte zuvor?
        Beispiel: ich Pflanze jetzt XY dort und du belässt ihn so wenn nicht schläfst du im WZ bis XY nachgewachsen ist!

      • Hallo

        ich glaube nicht, dass dies das einzige Problem in eurer Partnerschaft ist.
        Absolute Kompromisslosigkeit nur bei der Gartengestaltung?
        Ich hatte das Gartenproblem auch in erster Ehe.
        Durfte an bestimmte Pflanzen nicht dran,neu gesäte Beete von den Kindern und mir wurden gnadenlos nieder gemäht oder umgegraben u.s.w.
        Mein Ex war nicht nur in dieser Beziehung ein Machtmensch.

        Ich habe es früh aufgegeben mich um den Garten zu kümmern, lange vor meinem Auszug.

        L.G.

        Klingt ein bisschen wie bei meinen Eltern, aber selbst die haben ihren Kompromiss gefunden... meine Mama hat eine Beetreihe und den Hang an der Terasse, den Rest kann mein Papa bespaßen... lediglich beim „Vogelschutz“ vor den Nachbarskatzen ist er an „seinen“‘Bäumen entgegenkommen und auch bringt er artig alle Nistkästen etc. an.
        Gegen den englischen Rasen hat meine Mama mal in einer Ecke heimlich Gänseblümchensaat rauf gehauen... kriegste nicht mehr weg und es verteilt sich auch fleißig ;-)

        Dann habt ihr die falschen Büsche.....wenn wir unsere im Herbst super kurz schneiden, wachsen die im Frühjahr wieder so extrem, dass im Sommer wieder alles wild und gross ist.

        Pflanzt Gräser....die kann er ruhig kurz schneiden im Herbst.
        Oder pflanzt Stauden/Bäume, die nicht geschnitten werden dürfen, da sie sonst kaputt gehen.

        Oder hast du Kletterpflabzen an der Garage, Terasse? Damit kann man auch romantischen Garten gestalten oder ganz viel mit Töpfen arbeiten.

        Ich denke es gibt schon Kompromisse die man eingehen kann. Hier will nur Frau ihren Willsen durchsetzen aber der Mann ist ebenso Eigentümer und darf dann nichts entscheiden, weil sonst die Scheidung droht....boah...wenn man sonst keine Probleme hat

        lg
        lisa

        (10) 09.12.17 - 15:09

        Jeder von euch hat seine legitimen Bedürfnisse, die diesen jeweiligen Vorstellungen zugrunde liegen.
        Ihr könnt den Konflikt vielleicht dann lösen, wenn ihr dem jeweils anderen ganz in Ruhe zuhört ohne zu werten, ohne zu kommentieren, ohne dazwischen zu unterbrechen. Nur zuhören.

        Welche Bedürfnisse hat er, wenn er auf seinen Vorstellungen beharrt?
        Ist es der Wunsch
        - ernstgenommen werden zu wollen?
        - viel Licht und Sonne reinzulassen, wo er sich aufhält
        - nach Einfachheit
        - nach Effizienz (Arbeitsminimierung)
        - viel Platz zum Spielen und Toben
        - freie Sicht rundherum haben?
        - Ärger mit Nachbarn wegen Laub und herüberhängenden Ästen vermeiden?

        Was sind denn deine Bedürfnisse dabei?
        Wunsch nach
        - Aufenthalt im Schatten (hat das einen Grund?)
        - Abwechslung
        - Ästhetik?
        - künstlerische Gestaltung ausleben?
        - sich selbst verwirklichen?
        - Bewegung an der frischen Luft beim Arbeiten mit dem Pflanzen?
        - Früchte ernten
        - Zyklus der Jahreszeiten besser beobachten?
        - Farben und Düfte wahrnehmen?
        - Lebensraum für Tiere und Pflanzen schaffen?

        Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Du pflanzt etwas, kümmerst dich mit Herzblut darum und er schneidet es einfach weg, damit er weniger Arbeit hat? Und das passierte bisher schon mehrfach? Und Argumenten ist er nicht zugängig? Also entweder ist er ein Kotzbrocken oder du wirklich schlecht im Argumentieren.

        Hat er im Haus etwas, das ihm wichtig ist und dir nicht? Und wenn du das verkaufst oder wegschmeißt, damit du an der Stelle weniger Staub wischen musst? Wie wäre das für ihn? Wenn mein Mann anderen Argumenten gegenüber nicht zugänglich wäre, würde ich damit argumentieren oder das womöglich direkt in die Tat umsetzen.

        Achja, beim Staubwischen helfen darf er natürlich nicht. Aus den gleichen Gründen wie du das Laub deiner Büsche nicht selber wegharken darfst.

        Hallo, mach doch mal ordentlich Ramba Zamba. Ergebnis wäre bei uns: entweder bekommt jeder seinen Bereich oder ich darf zumindest ein bisschen was anpflanzen und kümmere mich dafür komplett selbst darum.

        Ganz ehrlich - wenn Geld nicht unbedingt eine Rolle spielt, dann lasst eine Gartenbaufirma kommen, schildert denen jeder seinen Wunsch und vielleicht haben Profis ja eine Idee, die ihr bis jetzt noch nicht hattet. Oder was ganz anderes, was euch beiden gefällt...

        Na wenn ER dafür zuständig ist zu mähen, zu schneiden, also Unkraut und Wucherungen einzudämmen, dann kann ich auch verstehen dass ER da das letzte Wort hat.
        Mmh. Ich mag gern Blumen. Aber es ist doch total begrüßenswert wenn weniger Arbeit anfällt, alles pflegdleicht und sauber gehalten wird.
        Icv wäre meinem Mann einfach dankbar für das Engagement und den Ordnungssinn.
        Ihr schlaft doch nicht im Garten, es ist NUR der Außenbereich. Dafür würdich echt keindn Streit vom Zaun brechen.

        (15) 09.12.17 - 20:02

        Kann es sein, das er überhaupt nicht weiß, was er macht? Und hast du Erfahrungen mit Gärten?
        Ich nehme dir nicht so ganz ab, das du über seine "Linienführung" im Gartenbereich so gar nichts wusstest. Da muß man ja nun keine tiefgreifenden Gespräche drüber führen, das merkt man doch schon in der Kennenlernzeit ob der Partner mit "Natur" was anfangen kann oder nicht. Dieser Kampf den ihr da führt, der ist doch lächerlich und geht auch ins Geld.
        Jetzt ist Winter, super Zeit um sich hinzusetzen und zu überlegen wie irgendwann was mal aussehen soll (Stichwort Sichtschutz; Aussehen der Beete usw). Wenn ihr da vorher nie drüber gesprochen habt und jeder jetzt sein Ding stumpf durchzieht, dann wird das nie was mit einem schönen Garten.

        Wir hatten hier zu Beginn trotz total ähnlicher Vorstellungen richtige Startschwierigkeiten. In manchen Bereichen hatte mein Mann sogar recht, zB das meine Idee wie ein Beet aussehen soll (also nur die Form) total ätzend für ihn mit dem Mäher ist und nur viel zusätzliche Arbeit bedeutet. Also, ein gerade Beetführung kann trotzdem augenscheinlich einen "wilden" Charakter durch die Bepflanzung haben.

        Man kann einfach keinen Garten anlegen ohne einen Plan zu haben (und das alleine kann schon echt Knoten ins Gehirn machen, auch wenn man einen Naturgarten möchte) und den bekommt ihr anscheinend nur mit riesigen Kompromissen hin.

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