Ist das noch normal?-Wutausbrüche

Guten Morgen,
ich bin mit meinem Mann 4 Jahre verheiratet und insgesamt 7 Jahre zusammen.
In den ersten Jahren ist mir die Systematik hinter seinen Wutausbrüchen nicht aufgefallen, nun bemerke ich aber immer mehr, wie sowas abläuft.

Kurze Erläuterung: über Wochen frisst er Dinge in sich hinein, über die er sich ärgert (in Bezug auf mich), sei es gerechtfertigt oder nicht nachvollziehbar. Er redet darüber nicht, ich merke nur wie sein Verhalten mir gegenüber unfreundlicher wird. Das wiederum macht mich wütend und so schaukelt sich das Ganze auf, bis er platzt und mich psychisch fertig macht. Er beleidigt mich und versucht mit allen Mitteln mir wehzutun, d.h. Bohrt in meinen Schwächen herum und macht mein Selbstbewusstsein damit kaputt. Es ist verbal wirklich grausam.
Ich kann mich dabei nicht verbal verteidigen, er wird immer nur gehässiger und macht mich mehr fertig. Weil ich das psychisch nicht aushalte und damit er aufhört (wenn ich die Situation verlasse, rennt er mir hinterher, ich komme da nicht raus), haue ich ihn oder kneife ihn in die Seite, weil ich ihn dann einfach hasse! Wenn ich das so lese, hört es sich wirklich schlimm an und es ist es auch.

Nun meine Frage: ich habe ihn schon häufiger gebeten, mir zu sagen was ihn stört, sei es Aussagen von mit oder Dinge die ich tue. Aber er schafft es einfach nicht, mit mir darüber zu sprechen, sondern frisst wieder alles in sich hinein. Man kann es mit einem Thermometer vergleichen, das immer mehr ansteigt und bei 100 Grad platzt.

Egal wie ich mich anstrenge, es passen ihm einige Dinge nicht an mir. Ich bin natürlich nicht immer unschuldig, kann schnell pampig werden.

Aber ich kenne das so gar nicht von mir. Wenn er mich nervt, sag ich es und gut ist. Ich sammel nicht die ganzen Ärgernisse und lasse es dann irgendwann raus.

Mir kommt das alles nicht mehr normal vor. Was denkt ihr über diesen Wutanstieg mit anschließendem Plätzen? Normal oder nicht?

Hallo.

Nein, das ist nicht normal so. Und wie du sagst, es ist schlimm, was dann zwischen euch geschieht.

Sowohl mein Mann und ich kommen aus unterschiedlich kaputten Elternhäusern, wobei wir das beide nicht so gesehen haben.

In unserer Beziehung lief es schon immer verkehrt. Er hat verschiedene Verhaltenstendenzen wie Cholerie, Nazissmus, manische Depression...

Was es nun auch immer ist. Es kam rein rechtlich gesehen sehr häufig zu häuslicher Gewalt gegen mich, manchmal, wenn ich es nicht aushielt auch wechselseitig. Überwiegend ist es erhebliche psychische Gewalt, manchmal leichte körperliche. Mir geht es wie dir, es liest sich schrecklich. Wirklich bewusst war mir das aber nie. Das wurde es leider erst, als ich meine Kindheit aufgearbeitet habe. Das ging über gut 2 Jahre. In dieser Zeit wurde mir das Ausmaß der Katastrophe bewusst und der dringende Wunsch nach einer respektvollen Beziehung wuchs. Leider waren wir da bereits verheiratet und Eltern.

Wir arbeiten nach einer zeitweisen Trennung hart daran und er ist mittlerweile in Therapie. Es wird auch besser, aber es ist wirklich sehr harte Arbeit und es ist nicht klar, wie erfolgreich es sein wird.

Rückwirkend würde ich ihn nicht mehr heiraten. Also falls ihr keine Kinder habt, würde ich dir davon dringend abraten. Die Chance, dass sich alles zum Positiven ändert ist doch meist deutlich kleiner, als das es wirklich besser wird.

LG

Danke für deine Antwort. Mir geht es ähnlich, wir haben bereits ein Kind und erwarten unser zweites. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum mir erst jetzt die ganze Grausamkeit dahinter auffällt. Er hat mich so oft psychisch fertig gemacht und ich dachte immer es sei meine Schuld. Arbeite nun seit Jahren an mir, dass ich so bin wie er es gerne hätte, vor allem in Bezug auf das Soziale. Ich brauche nicht viele Freunde, 1-2 gute Freundschaften und meine Familie reicht mir. Er dagegen ist sehr extrovertiert und braucht viele Menschen um sich herum. Ich habe mich angepasst und jahrelang jedes WE mit Freunden Usw... verbracht. Es reicht aber nicht. Ach ich könnte Romane schreiben und bemerke dabei, dass wenn es jemand anderes schreiben würde, ich sofort an Trennung denken würde. Aber ich halte es kaum im Herzen aus, meine Kinder hier herauszureißen.

P.S.:

Und gerade, weil bei euch Kinder im Spiel sind, solltest du gehen. Es ist verantwortungslos, sie sowas auszusetzen. Wenn du das bereits kaum ertragen kannst, warum sollten sie es ertragen müssen? Eine Wahl haben deine Kinder nämlich nicht.

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definitiv nicht normal. ich könnte so nicht leben.

kommuniziert er denn in anderen lebenslagen besser? also gehts ihm nur mit dir so oder hat er solche wutausbrüche auch in der arbeit oder mit seiner familie? sieht er denn selbst ein problem?

ziemlich refelktiert oder kommunikativ klingt er ja mal nicht. ist er gewillt an diesen festgefahrenen muster zu arbeiten?

Er weiß schon, dass er jedes Mal eine Grenze überschreitet, sieht aber nur in mir die Schuld, da ich ihn dazu bringen würde.
Er ist schon mal jähzornig auf der Arbeit, aber nur mit Leuten mit denen er es machen kann, vor denen er keinen Respekt hat.
Und schon merke ich, dass ich wohl auch dazu gehöre.

ojeoje. wies scheint hat er auch vor dir keinen respekt. das zu realisieren muss weh tun.

wenn für ihn immer nur DU schuld bist sehe ich das problem eindeutig bei ihm. ein reflektierter erwachsener weiss, dass streit meist irgendwo in der mitte entsteht und beide dran beteiligt sind. ihr habt euch in sehr destruktiven mustern festgefahren, die zu brechen halte ich für sehr unrealistisch.

sieht er selbst änderungsbedarf? macht ihm diese dynamik zu schaffen? oder ist er zufrieden so wies ist? habt ihr schonmal in einem ruhigen, liebevollen moment (gibts die?) versucht eine lösung zu finden oder da etwas auszusprechen?

und zuletzt: sind kinder involviert?

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Hallo,

ihr lebt in einer von gegenseitiger Destruktivität geprägten Gewaltbeziehung. Denn auch das, was du machst, ist nun einmal Gewalt - ob du sein Verhalten als Auslöser siehst oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Dir blieben durchaus immer noch andere Handlungsoptionen als handgreiflich zu werden.
Wenn du ernsthaft mit ihm zusammen bleiben möchtest, dann werdet ihr an therapeutischer Hilfe nicht vorbei kommen. Wobei ich mich wirklich frage, welchen Sinn das haben soll. Ggf. bekommt ihr eure Kommunikationsmuster sowie eure Destruktivitäten aufgelöst, aber meiner Erfahrung nach wird das Vertauensproblem bestehen bleiben.
Von daher empfehle ich dir eher den Ausstieg aus dieser ungesunden Beziehung und eine Aufarbeitung bei dir selbst, was zu solchen handgreiflichen Mechanismen bei dir geführt hat, damit sich das nicht in der nächsten Beziehung wiederholt.

LG

Oh Gott, das liest sich eklig.

Streit hat jeder mal, inkl. unschöner Worte.

Aber die Art, die er tut ist physische Gewalt.

Dadurch dass Du bei ihm bleibst, zeigt, dass er es mit Dir machen kann.

Das musst Du alleine ändern!

Nee nicht normal!

Ich würde auch definitiv niemanden an meiner Seite haben der mich fertig macht.

Narzissmus ahoi!

Setz dich mal mit dieser Persönlichkeitsstörung auseinander. Vielleicht hast du einen Aha-Moment.

LG

Ihr macht euch gegenseitig kaputt und Kinder leiden unter dieser Situation wie ein Hund. Glaub ja nicht, dass sie das nicht mitkriegen. Meine Tochter hat früher wie ein Seismograph jegliche "atmosphärischen Störungen" zwischen meinem Mann und mir gespürt, da musste es nicht mal lautstark oder giftig werden. Ihre Tochter ist genauso.
Beende endlich diese Gewaltspirale, bevor ihr prügelnd aufeinander losgeht und ein Kind daneben verzweifelt. Wie ich das sehe, ist bei euch keine Liebe mehr vorhanden, ich befürchte, das ist schon in Haß umgeschlagen. Und das willst Du als "gute Eltern" vorleben?
LG Moni

>>>Egal wie ich mich anstrenge, es passen ihm einige Dinge nicht an mir.<<<

Du strengst dich an und er zettelt alle paar Wochen ein "Straf-Donnerwetter" an, um dich schön in der Spur zu halten.
Du kannst dich anstrengen wie du willst, es wird ihm nie reichen.
Es kann ja wohl auch nicht der Sinn einer Ehe sein, dass einer (in diesem Fall du) permanent wie ein dressierter Affe Kunststückchen vorführt und der andere meckert nur.

Willst du noch 30 Jahre so leben? Das wirst du nicht schaffen, vorher gehst du psychisch zugrunde.

Zunächst einmal finde ich das Verhalten deines Mannes keinesfalls normal, sondern krankhaft. Für mich hört sich das auch sehr nach einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung an, aber ich bin diesbezüglich kein Fachmann. Diese Störung ist leider schlecht behandelbar, weil die Betroffenen sich in der Regel ihres Fehlverhaltens nicht bewusst sind und sich auch nicht ändern möchten.

Ich würde mich daher an deiner Stelle trennen, um dich und deine Kinder zu schützen. Das wäre natürlich in eurer Lebenssituation ein schwerer Schritt, aber ich sehe einfach keine andere Lösung. Außerdem frage ich mich, warum du unter diesen Umständen überhaupt ein zweites Kind bekommen hast. Das ist nicht böse gemeint, aber das verschlechtert deinen Handlungsspielraum um einiges mehr. Falls du den Absprung jetzt nicht schaffst, wird er dich immer kleiner machen und du wirst früher oder später krank werden.

Ich fühle gerade mit dir.
Ich sitze in einer ähnlichen Situation. Mein Freund rastet öfter aus. Kriegt Wutausbrüche. Wir sind erst ein Jahr zusammen. Beide Alleinerziehend. Wollen eigentlich zusammen ziehen demnächst weil ich Schwanger bin.

In diesem einen Jahr hatte er einen großen Wutausbruch bei meiner Familie. Er ist danach abgehauen und ich mit Taxi hinterher.
Es gab immer mal kleinere Ausbrüche von ihm aber da waren wir zu Hause und er hat sich schnell wieder beruhigt.
Wahrscheinlich weil ich auf ihn zugegangen bin. Gesagt habe daas es mir leid tut usw.

Jetzt Weihnachten ist er bei meiner Familie wieder ausgeflippt.
Er ist mir gegenüber sehr provozierend. Ich habe das Gefühl gehabt dass er ständig mit mir diskutieren wollte. Meine Familie hat schon gesagt: herrje was diskutiert ihr denn ständig.
Gestern dann wieder. Als wir schlafen wollten war er gut gelaunt aber mir lag es auf der Seele und wollte es ihm sagen dass ich mich unwohl gefühlt habe mit seinen Worten. Ich bin halt der Meinung dass Beziehungen (egal ob zw Freunden, Eltern u Kindern oder Partnern) nur funktionieren können wenn man sich gegenseitig reflektiert und auch mal kritisiert.
Da ich weiß wie schnell er sich aufregt habe ich es vorsichtig angesprochen.
Er ist völlig ausgerastet und Nachts mit der Bahn noch nach Hause gefahren.


Er zerfliesst bei diesen Ausbrüchen in Selbstmitleid: Ich weiß ihn nicht zu schätzen. Keiner erkennt seine Mühen! Er macht alles für uns! Alle hacken auf ihn ein!
Ich bin Prinzessin auf der Erbse und und undankbar. Ich bin schlichtweg Schuld in seinen Augen!


Ich bin sehr wohl in der Lage mich möglichst sachlich zu reflektieren. Das habe ich beruflich schon üben müssen.
Aber ich fühle einfach, dass da jedesmal irgendwas getriggert wird und es dann zum Ausbruch kommt. Sein inneres Kind wahrscheinlich?!

Wir hatten uns so gefreut wegen der SS obwohl wir das gar nicht geplant hatten.

Und nun liege ich hier die ganze Nacht, schwanger und alleingelassen von einem Mann der ein Problem hat dass er auf mich abzuwälzen versucht. Ich streite mich sonst so gut wie nie! Bin ein harmonischer Mensch. Versuche immer wertschätzend mit meinen Mitmenschen umzugehen auch wenn ich anderer Meinung bin.

Ich überlege ob ich noch schnell eine Abtreibung in Erwägung ziehen soll?

Will ich das alles wirklich?
Schaffe ich es nochmal all die Jahre Alleinerziehend das Leben zu meistern? Ich habe mich damals getrennt von meinem Ehemann als unser Sohn sehr klein war. All die Jahre über war ich allein. Habe mir ein abgestrampelt.
Mein Sohn ist jetzt Teenager. Er hat das Gebrüll gestern mitbekommen.
Ich habe es bald geschafft.
Nochmal von vorne? Ganz alleine?

Eine Abtreibung würde ich mir wahrscheinlich auch nie verzeihen können.
Aber so? Schaffe ich das? Will ich das?

Mein Sohn und ich wir haben all die Jahre friedlich miteinander gelebt.
Und jetzt hat er schon 2 mega Wutausbrüche und mehrere kleinere Streits miterlebt. Die auch völlig überflüssig waren.


Eigentlich weiß ich was zu tun ist... :-(

Hallo,
Oh Gott das kenne ich nur zu gut! Ich bin mit meinem Freund erst seit 7 Monaten zusammen, und die Wutausbrüche werden immer schlimmer. In seinen Augen mache ich alles falsch und ich bin auch an allem schuld. Es sind schon Kleinigkeiten die ihn aufregen (das muss nichtmal wegen mir sein) und er geht auf mich los. Er macht mich verbal richtig fertig, ich bin ein sehr emotionaler Mensch und nehm mir das teilweise richtig zu herzen auch wenn ich weiß dass er sich zb nach 10 Minuten wieder beruhigt aber dennoch. Ab und zu entschuldigt er sich auch. Es macht ihm richtig Spaß wenn er mir Angst einjagt. Er tut manchmal so als ob er mir weh tun wollen würde, letztens hat er ein Messer aus der Küche geholt und das Licht abgedreht. Natürlich hat er nichts gemacht, er hasst sich danach auch immer. Wenn ich das hier so niederschreibe klingt das richtig heftig. Wenn mir eine Freundin davon erzählen würde, würde ich sie nie wieder allein mit so jemanden lassen.
Und um deine Frage zu beantworten - nein das ist bestimmt nicht normal. Anscheinend hat er ein riesiges Problem mit sich selbst und du bist nur der Puffer.. ich bin in einer ähnlichen Situation, ich rate dir dennoch da vorallem emptional Abstand zu sojemanden zu nehmen!!