Mann leidet-.Kind wollte zur Mutter

    • (1) 16.12.17 - 17:15

      Hallo,
      Mein Mann und ich sind 10 Jahre verheiratet, er hat damals seinen 6 jährigen Sohn mit in die Ehe gebracht.
      Die Mutter war jahrelang nicht auffindbar und hat sich bor 3 Jahren wieder gemeldet.
      Seitdem bestand regelmäßig Kontakt mehrmals im Jahr.
      Mein Stiefsohn ist jetzt 16 und ist vor zwei Monaten zu seiner Mutter und seiner Halbschwester gezogen.
      Seitdem ist mein Mann oft traurig weil der Kontakt zwischen den beiden nur noch sehr sporadisch ist.
      Weihnachten will er auch nicht kommen.
      Ich verstehe, dass der Junge jetzt erstmal raus finden möchte wie es so läuft mit seiner Mutter und der Schwester, er sucht bestimmt auch Antworten warum sie ihn verlassen hat und möchte einfach raus finden was für eine Person seine Mutter ist.
      Gerade in der Pubertät ist das ja ein wichtiger Punkt,.die eigene Identität finden.
      Mein Mann glaub, er hat seinen Sohn verloren, ich sehe das gar nicht so.
      Er muss das jetzt für sich machen, aber die Bindung zum Vater bleibt.
      Mir kommt es so vor, als hätte mein Mann Liebeskummer.#gruebel
      Wir sind jetzt Weihnachten zu zweit und ich freue mich darauf.
      Ich hab ihm gesagt, dass es in wenigen Jahren sowieso soweit ist, dass sein Sohn sich abnabelt, auszieht und sein eigenes Leben lebt.
      Ich glaube, dass Mütter, die ja häufig die Hauptbezugsperson sind, diese Abnabelung auch so erleben wie jetzt eben mein Mann.
      Er kam jetzt sogar mit einem erneuten Kinderwunsch auf mich zu, etwas was mich auch total überrascht hat.
      So als ob er die Lücke die sein Sohn hinterlassen hat, jetzt mit einem weiteren Kind füllen will.
      Wie soll ich mich verhalten?

      • Das relativiert sich wieder. Natürlich will der Junge jetzt nach so viel "Dosis Papa" auch mal "Dosis Mama" und hat dementsprechend Nachholbedarf. Sag Deinem Mann von mir, dass es normal ist, dass sich Jugendliche in der Pubertät oft seeeehr einseitig orientieren. Das gilt sowohl für Freunde, als auch Freizeitgestaltung, als auch andere Themen.

        Spätestens wenn es mit Mutter oder Schwester auch Normalität wird bzw. eben dann gar Alltagsprobleme dazu kommen, wird er ankommen und sich auskotzen wollen. Dann sollte der Papa aber klar sagen, er gibt neutrale Tipps, wird sich aber persönlich raushalten.

        Dein Mann kann seinem Sohn aber durchaus mitteilen, dass er sich einen festen Umgang mit ihm wünscht, weil ein Kontaktabbruch ja grundlos wäre. Und dass er es schön fände, wenn auch Weihnachten ein Besuch machbar wäre. Er sollte das halt als Bitte und vorwurfs- und schuldzuweisungsfrei formulieren.

        Der Kinderwunsch.. ja, es kann eine Lücke sein, die Dein Mann als Vater spürt. Wollte er vorher gar keine Kinder mehr? Wie alt seid ihr denn?

        • Danke für deine Tipps.
          Werde ich ihm so sagen bzw.ich sehe das ähnlich wie du und hab ja auch schon versucht ihn zu beruhigen, indem ich gesagt habe, dass ich nicht denke, dass er seinen Sohn verliert.
          Ich finde es sogar gut, dass er jetzt intensiv Zeit mit seiner Mutter verbringt, weil ich denke, dass das sehr wichtig für ihn ist, diese Lücke zu schließen.
          Ich bin Ende 30 , mein Mann Anfang 40.
          Wir wollten beide kein gemeinsames Kind.
          Er hatte ja schon einen Sohn und ich..naja, ein Kinderwunsch war bei mir einfach nie da.
          Mir fehlt nichts.
          Ich dachte eher daran, mich sterilisieren zu lassen und wir hatten auch schon drüber gesprochen....und jetzt das.
          Ich finde die jetzige Situation, wo er mit der Trennung von seinem Sohn kämpft, nicht gerade passend so was zu entscheiden.
          Und ehrlich gesagt, steht für mich auch fest, dass ich keine Kinder möchte, auch nicht meinem Mann zuliebe, dafür ist das eine zu weitreichende Entscheidung und verändert das Leben von Grund auf.

          • Du solltest Deinem Mann schon ehrlich sagen, dass ein Kinderwunsch nach wie vor nicht existiert. Trotzdem würde ich eine Sterilisation jetzt erst einmal aufschieben. Das würde Deinen Mann wohl nur zusätzlich belasten, diese Endgültigkeit. Das siehst Du absolut richtig.

            Aber vielleicht hilft es ihm umgekehrt auch, seinen Kinderwunsch zu konkretisieren und genau zu erfühlen, was er damit alles verbindet. Wenn sich dann herausstellt, dass es eigentlich um den Verlust seines Sohnes geht, den er so empfindet, kann er daraus vielleicht wiederum die richtigen Handlungen ihm gegenüber finden.

      (5) 17.12.17 - 14:07

      Wie du dich jetzt verhalten sollst? Du sollst ihm seinen Schmerz nicht kleinreden, keine Arguemente ins Feld führen und sondern einfach nur Empathie erweisen.

      Empathie ist, wenn du ganz Ohr für die Gefühle des anderen bist, wenn du versuchst nachzufühlen was der andere jetzt fühlt.
      Es ist schon hart, wenn man das einzige Elternteil war, und jetzt plötzlich nach so vielen Jahren auf einmal das Kind weg ist. Warum auch immer, Gründe und Argumente sind jetzt nicht wichtig. Das Gefühl ist nun mal da und darf auch da sein.

      Ähnlich wenn jemand sterben würde: würdest du dann auch sagen, ach, in wenigen Jahren wäre er doch eh gestorben? Das hilft dem Trauernden nicht. (Damit sag ich jetzt nicht der Junge wäre wie gestorben. Aber ein Lebensabschnitt ging vorläufig zu Ende, und das ist mit Trauer verbunden.)

      Laß deinem Mann Zeit, respektiere seine Gefühle, lass sie zu, trampele nicht drauf rum. Sei für ihn da wenn ihm danach ist, und wie gesagt: sei empathisch.

        • (7) 17.12.17 - 14:31

          Man hat schon im Ausgangsbeitrag gemerkt, dass du kaum oder keine Empathie aufbringen kannst.

          Wenn du zuhörst, dann mit deinem ganzen Ohr, von ganzem Herzen, ohne zu werten, ohne zu Ratschläge zu geben, ohne Beispiele von anderen oder von dir zum Besten zu geben. Einfach nur zuhören und mitgehen.

          Rational sein hilft dem Betroffenen nicht. Es geht nicht um Logik, sondern um Gefühle.

    Ich glaube, dass du ganz gut den Überblick hast und deinen Mann unterstützen kannst. Deine Gedanken sind absolut nachvollziehbar.

    Der Sohn wird sich dem Vater auch wieder zuwenden. Er darf nicht an ihm ziehen und dem Sohn Zeit geben. Er weiß, dass er zurückkommen kann. Es ist schön, dass er die Sicherheit hat.

    Schön, wenn dein Mann seinem Sohn die Zeit gönnen kann. Er braucht das jetzt offenbar.

    LG

Top Diskussionen anzeigen