Wäre euer Partner bereit für euch zurück zu stecken

    • (1) 17.12.17 - 22:37
      Frage am Sonntag

      Hallo,
      Man.hört es ja oft anders herum.
      Die Frau hält ihrem beruflich erfolgreichen Mann den Rücken frei, er macht mehr oder weniger Karriere, verdient mit der Zeit auch so gut, dass die Frau das gar nicht mehr kompensieren könnte nach Jahren wo sie selbst beruflich zurück gesteckt hat.
      Insbesondere wenn.Kinder kommen, ist das ja ein häufiges Modell.
      Oft sind Frauen ja mindestens genauso gut ausgebildet wie Männer,.lassen denen dann aber aus privaten Gründen, Stichwort Familie, den Vortritt.
      Wer das so gut findet, sei an dieser Stelle nicht angesprochen.
      Mein Mann und ich haben beide das gleiche studiert, ähnlich gute Abschlüsse und gleich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und verdienen fast gleich gut, ich momentan etwas mehr weil ich schon ein paar Jahre länger arbeite.
      Jetzt stellt sich mir die Frage, wie wir verfahren, wenn ein Kind kommt.
      Mein Mann hat laut eigener Aussage ein Problem damit wenn seine Frau ihn in beruflichen Dingen abhängt und als Hauptverdiener das Geld nach Hause bringt.
      Er findet das unmännlich, die Frau macht Karriere und er sitzt zu Hause und ist für Haushalt und Kinder verantwortlich.
      Ich möchte mich aber nicht einfach mit dieser Rollenverteilung abfinden, vor allem da ich ja auch was aufzugeben hätte und mir das auch schwer fallen würde.
      Wären.eure Männer dazu beteiligt, zu euren Gunsten zurück zu stecken, und den Part zu Hause zu übernehmen und beim Kind zu bleiben?

      • Hallo, diese Frage stellte sich nie. Ich wollte als Frau und Mutter den häuslichen Part haben. Eine Doppelbelastung kam nicht in Frage.
        Find ich für uns und mich richtig.

        Kenne es auch so bei vielen Paaren. Manche kehrten dann irgendwann zum Job zurück und manche blieben wie ich Hausfrau. Der Sinn nach Karriere stand mir nie.

        Zu Euch, ich verstehe Deinen Mann. Wenn man mal geschichtlich denkt, war auch in der Steinzeit der Mann für Essen besorgen zuständig, währrend die Frau Kind und Höhle hütete.

        Natürlich kannst Du Dein Baby in die Krippe oder zur Tagesmutter geben und weiter arbeiten. Diese Option ist ja normal und dank verdient Ihr beide weiter.

        Du musst nicht zum Hausfrauendasein verdonnert werden, wenn Dir das nicht gefällt und sinnlos erscheint bei Deiner guten Qualifikation.

        Ich habe nur eine einfache Ausbildung gemacht und mein Mann auch. Ich strebte nie nach Karriere, mir war es wichtig beim Kind zu sein. Bei allen Kindern.

        Aber da es ja noch mehr als nur a und b gibt, ist es für Euch "einfach".

        Klärt lieber wer nach 8+ Stunden Arbeit noch den Haushalt schmeißen will oder ob Ihr diese Belastung dann auch abgebt an eine Putzkraft.

        • (3) 17.12.17 - 23:27

          Schön, dass ihr euren Weg gefunden habt. Ich meine auch, dass man einfach schauen muss, was eben für das konkrete Paar die beste Lösung ist. Wenn dein Mann damit zufrieden ist, halt weniger von den Kindern zu haben und dir der Beruf nicht fehlt, ist alles prima.

          Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, aber die althergebrachte Vorstellung von Geschlecherrollen in der Steinzeit scheint nach modernen Erkenntnissen überholt zu sein, nachdem Grabbeigaben andere Interpretationen nahelegen.

          Ich bitte um Verständnis für die Klugscheißerei, aber mit Steinzeiterklärungen stehe ich auf Kriegsfuß, nachdem Frauen durchweg in der Geschichte ihren Teil geleistet haben und zwar nicht nur in Höhle und Haus, sondern z.B. auf dem Bauernhof, als Teil des ehelichen Betriebs und Kinder nebenherliefen.

          • Ja natürlich sind Frauen zu mehr gut als nur für Kind und Heim. Es liegt aber auch in der Natur der Sache: Schwangerschaft, Geburt, Stillen: alles Rolle der Frau. Und die damit verbundene Rolle erstmal zu Hause zu bleiben.
            Natürlich kann man die Flasche geben und sich damit unabhängig machen, finde ich vollkommen ok.

            Auch wenn eine Frau sagt, ich bleibe nicht 3 Jahre zu Hause.

            Das mit der Steinzeit heißt nicht, dass es heute so sein muss, es war nur angemerkt, weil der Partner der TE keinen Hausmann spielen will und diese Rolle nicht gut fände.

            und damals bzw noch vor nicht allzu langer Zeit war es klar, dass der Mann arbeiten geht und die Frau daheim bleibt bis Kind in Kita ist.

            Ich bin so wie es ist glücklich, ich dürfte arbeiten, keine Frage, aber die Organisation die es bedarf dazu wäre mir zuviel und erst Recht die Doppelbelastung, auch wenn mein Mann saugt, Müll rausbringt, mal abwäscht. Ich habe nicht nur 1 Kind und das Management hab ich voll und das ginge nicht mit Arbeit konform. So wie ich es wollte. Bin sehr perfektionistisch und liegen lassen nicht meine Art.

      • (6) 17.12.17 - 23:40

        Eine Putzfrau haben wir jetzt schon.
        Der Haushalt ist das kleinste Problem.
        Das kann mal alles machen lassen, also putzen, kochen, waschen.
        Auch für ein Kind kann man eine Kinderfrau beschäftigen, die Frage ist ob beide damit einverstanden sind und ob man sein Kind so viele Stunden am Tag betreuen lassen möchte.
        Ich finde es sowohl bei Vätern als auch Müttern nicht gut, wenn sie ihre Kinder nur am Wochenende sehen bzw wenn diese schon im Bett liegen.
        Das will ich so nicht und dieser Präsentismus am Arbeitsplatz ist auch nicht nötig um Karriere zu machen, das war früher vielleicht so.
        Heute geht viel über Telkos, Skype, Email usw.
        Ich kann überall arbeiten.

        • Ja auch klar. Man bekommt ein Kind nicht um es zu 80% der gesamten Kindheit abzugeben.

          Ihr müsst Kompromisse finden. Oder es lassen. Ein Geben und Nehmen. 50:50 wäre optimal, aber ist oft nicht umsetzbar, denn der Alltag gibt oft andre Regeln vor.

          Da Du mM nach als Mutter (irgendwann) ja doch viel mehr involviert wärest, solltest Du überlegen zu was Du bereit wärest.

          Da Du noch kein Kind hast ist das auch jetzt nur spekulativ. Denn es könnte sein, wenn das Baby auf dem Arm ist, dass Dir erstmal jeder Job der Erde egal wird.

          • (8) 18.12.17 - 17:01

            Doch ich habe schon ein Kind und mein Job war und ist mir trotzdem wichtig.
            Wieso wäre ich als Mutter mehr involviert?
            Die Erfahrung hab ich bei meinem Sohn nicht gemacht.
            Mein Partner ist nachts genauso aufgestanden wie ich und hat dem Kind die Flasche gegeben, ist mir dem Kind zum Arzt und hat ihn vom Kiga abgeholt oder von der Schule.
            Das war wirklich gut aufgeteilt.
            Und mein Sohn ist auch nach der Trennung
            eine Woche bei mir und eine Woche beim Vater gewesen.
            Dieser ist sogar umgezogen damit das funktioniert.

        Hallo!

        Ich erfülle hier den Klassiker: Mein Mann ist Hauptverdiener, ich leiste die "Care-Arbeit" und arbeite in Teilzeit.

        Dennoch wundert mich dein Beitrag enorm. Wir schreiben das Jahr 2017! Manchmal fasse ich es nicht!

        "Auch für ein Kind kann man eine Kinderfrau beschäftigen, die Frage ist ob beide damit einverstanden sind und ob man sein Kind so viele Stunden am Tag betreuen lassen möchte."

        Wenn dein Mann mit diesem Plan nicht einverstanden ist, dann sollte er sich einen Plan B ausdenken, indem er gefälligst seinen Anteil übernimmt. Er kann doch nicht sagen, dass ihr euer Kind weniger fremd betreuen lassen sollt, du dafür aber allein sorgen sollst, dass es auch anders geht. Finde den Fehler!

        Zu deiner Eingangsfrage: Ja, mein Mann würde sehr, sehr gern für mich zurückstecken. Wären wir eurer Situation gewesen, hätten wir vielleicht beide in Teilzeit gearbeitet oder mein Mann hätte es mal freiberuflich versucht. Er hätte dann auch mehr der Carearbeit übernommen, was er tatsächlich auch jetzt tut. Je nachdem, wer zuhause ist, der packt hier an. Das war auch schon so als die Kinder noch klein waren. Ich bin öfter zuhause, haben dementsprechend hier mehr Arbeit als er, aber er übernimmt seinen Part, ohne dass ich ihn dazu auffordern oder darum bitten muss. Es sind auch seine Kinder, nicht wahr?

        Dazu kommt: Ich arbeite wenig und ich verdiene wenig. Zum einen natürlich wegen der Teilzeit, zum anderen, weil mein Job sehr viel schlechter bezahlt wird. Dennoch ist er mir wichtig und ihm auch. Er achtet und würdigt meine Arbeit ebenso wie ich seine. Wenn eines der Kinder krank war oder ist, dann gucken wir, für wen es einfacher ist hier zu bleiben. Das ist meistens er und er bleibt dann. Er kann nämlich besser auf seiner Arbeit weg bleiben als ich. ER kann die kinder auch mitnehmen, wenn es sein soll, ich nicht.

        Im Grunde verstehe ich die ganze Frage nicht, wenn ich ehrlich bin. Tappe bloß nicht in dieselbe Falle wie beinahe alle Frauen!

        LG

        Warum sollte es dann ein Problem sein, dass beide Arbeiten? Angenommen ihr arbeitet beide 100%, beide einen Teil der Arbeitszeit im Homeoffice, dann geht das doch auf. Vorausgesetzt ihr organisiert euch entsprechend und beide halten gemeinsame Vereinbarungen ein.
        So kannst du wenige Wochen nach der Geburt wieder arbeiten gehen, Kind muss höchstens 2 Tage oder 4 halbe Tage pro Woche fremdbetreut werden, allenfalls sogar mit Au Pair oder Nanny zuhause.
        Alles eine Frage des Willens.
        Es klingt aber für mich so, als würde deinem Mann genau dazu der Wille fehlen. Kind haben wollen, aber sich nur (wenn überhaupt) finanziell beteiligen und ein bisschen Hope Hope Reiter spielen....naja, für mich die ideale Voraussetzung mit dem MAnn KEIN Kind zu bekommen.

    Finde deine Meinung toll! In Deutschland trifft man immer weniger Frauen, die diese Meinung vertreten!

    Und der Vergleich mit Steinzeit ist super #pro den bringe ich auch immer wieder #pro
    Deine Kinder und dein Mann werden dir dafür hoffentlich immer dankbar sein #herzlich

Mein Mann arbeitet 50-60%, ich 80 plus ... primär ist er zuständig für Haus und Kinder... wir sind sehr zufrieden mit unserem Modell.

(13) 17.12.17 - 22:59

"Mein Mann hat laut eigener Aussage ein Problem damit wenn seine Frau ihn in beruflichen Dingen abhängt und als Hauptverdiener das Geld nach Hause bringt.
Er findet das unmännlich, die Frau macht Karriere und er sitzt zu Hause und ist für Haushalt und Kinder verantwortlich."

Wer so in Klischeedenken erstarrt ist, wird keiner Argumentation zugänglich sein und was aus dir wird, ist vergleichsweise egal - Hauptsache männlich, gell, oder zumindest das, was er sich darunter vorstellt. Für eine andere Lebensweise gehört vielleicht etwas Flexibiliät und Mut, Eigenschaften, die man sonst auch gerne Männern zuschreibt, aber bei der Denkweise nicht mehr erkennbarsind.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: sind beide mit der klassischen Aufteilung einverstanden, ist ja alles prima. Das ist bei dir aber schon mal nicht der Fall und da finde ich solche platten Sprüche von Männlichkeit peinlich und dir gegenüber auch lieblos, da deine Interessen wurscht sind.

Was ich bei solchen Fragestellungen aber gar nicht verstehe: gibt es nur schwarz oder weiß und keine Möglichkeit, sich gemeinsam der Aufgabe Familie und Kind zu stellen?

Wir leben das umgekehrte Modell: Mein Partner arbeitet an zwei Tagen die Woche, ich als Selbstständige rund 50 Stunden / Woche und das schon seit 18 Jahren. Zurückstecken musste hier keiner, wir haben das gemeinsam zur Zufriedenheit von beiden so entschieden.

  • (14) 17.12.17 - 23:30

    Einen Gedanken hatte ich noch vergessen: bei der klassischen Rollenverteilung steckt er doch gerade auch zurück und zwar, indem er weniger von den Kindern hat.

Hey, würde mein Mann noch seinen erlernten Beruf als Koch ausüben, dann hätte er Elternzeit genommen und auch reduziert, da ich die Hauptverdinerin bin.

Dadurch, dass er jetzt eine neue Aubildung macht und wir beide der Meinung sind, dass er diese nicht unnötig verlängern muss, bleibe ich ein Jahr komplett zu Hause und gehe ein Jahr in Teilzeit arbeiten. 2019 werde ich wieder in Vollzeit arbeiten gehen. Bis dahin ist mein Mann fertig und wird sich eine Teilzeitstelle vor Ort suchen, da ich pendeln muss.

Wir sind bisher sehr zufrieden mit unserer Konstellation.

Alles Gute 🤗

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