Meine Ehe meine ständige Baustelle

    • (1) 18.12.17 - 08:36
      frischgeduscht

      Guten Morgen

      Ich schreibe heute hier, um einfach mal alles los zu werden was ich täglich mit mir rum schleppe und eigentlich niemand habe mit dem ich so offen sprechen kann.

      Mein Mann ist 42 ich bin 36, wir haben 2 Kinder ein Haus auf dem Land beide gute Jobs und ja eigentlich alles wie man es sich wünscht....

      Zusammen sind wir 18 Jahre.

      2013 kam der Bruch, mein Mann hatte eine 3wöchige Affäre in der es nicht zum Sex kam was für mich aber absolut nicht weniger schlimm ist.

      Nunja, wie soll ich sagen, die Affäre soll hier eigentlich kein Thema sein .....sondern das was heute ist.

      Ich habe mich nach langem hin und her entschieden zu bleiben, mein Mann hat viel dafür getan und in den letzten 4 Jahren gab es auch keinen Anlass ihm nicht zu vertrauen, wir haben viel gesprochen, ich kann es auch nachvollziehen aber mein Herz ist nicht verheilt.

      Mein bedingungsloses vertrauen meine unbeschwertheit ist nicht wieder zu finden.
      Mein Mann ist für mich nicht mehr der, der er mal war, es ist ein Riesen Bruch entstanden und ich weiß nicht wie ich ihn überwinden kann.

      Ich habe mich verändert, und mein Mann tritt auf der Stelle und kommt mir nicht hinterher.

      Er weiß um mein befinden, aber er kann natürlich nix tun - seine Lösung ist, mir alles recht zu machen mir zu helfen wo er kann - finde ich auch sehr nett - nur anziehend eben nicht !!!

      Wo ist die Augenhöhe hin ??
      Wie kann ich wieder stolz auf ihn sein ??

      Ich denke so oft über Trennung nach, und ganz ehrlich ich bin noch da wegen den Kindern, weil er einfach ein richtig toller Vater ist.
      Er macht sehr viel mit den Kindern, und die 3 haben eine tiefe Bindung es wäre schrecklich wenn ich das kaputt mache......aber dennoch wo bleibe ich????

      Es ist sehr schwer, vielleicht versteht mich jemand

      Eine paartherapie haben wir nach der Affäre gemacht.


      LG

      • Wie wäre es für dich, das was dir fehlt außerhalb der Beziehung zu suchen? Das soll kein Rat sein, nur eine Frage. Was genau fehlt dir? Sex? Geborgenheit? Oder nur die gleiche Augenhöhe? Was wenn du dich auf das gleiche Niveau begeben würdest? Liebst du ihn noch? Oder ist es eher Gewohnheit?

        • (3) 18.12.17 - 10:51

          Hallo

          Was meinst du mit gleichem Niveau??
          Eine Affäre??

          Mir fehlt die Augenhöhe, er wirkt auf mich schwach und unmännlich.

          Klar, hab ich mir auch schon überlegt mich mit einer Affäre zu rächen.....
          Aber ich denke, das wird nicht die Lösung sein, sondern würde noch mehr schaden anrichten.

      Vielleicht sollte drin Mann eine andere Rolle einnehmen, und zwar nicht mehr die des reuigen Seitenspringers, der dir alles recht macht, sondern mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen und dir durchaus zeigen und sagen, dass auch er trotz des Fehlers wertvoll ist.

      LG

      Nach so vielen Jahren und aktivem Tun seinerseits hätte ich dir schon zwei Alternativen vorgeschlagen: Krieg dich langsam wieder ein oder wir trennen uns.

      Das meine ich nicht böse. Man kann nicht vergessen aber vergeben. Und wenn man das nicht Kann, wäre es wohl besser sich einzugestehen, dass man endgültig gescheitert ist.

      Bei euch hat sich das Machtgefüge ungesund verschoben. Vielleicht brauchst du für dich allein noch mal ein paar Stunden Therapie? Wenn du den Strich drunter machst, kann er auch aufhören, dir in den Hintern zu kriechen.

      LG

      • (9) 18.12.17 - 11:49

        Hallo

        Ja, genau so !!
        Du hast es wohl auf den Punkt gebracht.

        Er kriecht mir in den Hintern und macht sich damit für mich noch kleiner, obwohl ich das gar nicht möchte.

        Verzeihen, vergeben ?? Schwer eher akzeptieren.

        • (10) 18.12.17 - 23:39

          Wie wäre es mit vergeben? Vergeben und vergessen?!!

          Du bist auch nicht ohne Fehler, auch du brauchst Menschen, die dir vergeben und deine Fehler dir nicht 100 Jahre lang nachtragen.
          Ist dir das bewußt?

          Und wie wäre es mit Blick nach vorne in die Zukunft, das was war, abschließen und ruhen lassen? Dankbar sein für das Gute, aussprechen wofür man dankbar ist.

          Macht doch nochmal ein halbes Jahr Paarberatung. Gibts auch als Seminar für Gruppen.

    Könntest Du Deinem Mann eine neue Rolle zugestehen?
    Stell Dir vor er würde sich in manchen Bereichen anders verhalten. Wärst Du offen dafür?
    Darf er "fordernder" sein, oder wünschst Du Dir ab und an daß er besitzergreifender Dir gegenüber wird?
    Versuche herauszufinden, wie sich ein solcher Moment der Augenhöhe anfühlt und in welchen konkreten Momenten Du Dir das wünschst.

    Wenn Ihr darüber reden könnt umso besser, dann frage ihn nach seinen Schuldgefühlen, hat er welche, was könntest Du dazu beitragen daß diese weniger werden.

    Wenn Ihr Euch gegenseitig Eure Schwäche und Verletzlichkeit offenbaren könnt und diese annehmt, dann besteht die Möglichkeit daraus (anders) stark hervorzugehen.

    • (12) 18.12.17 - 12:15
      frischgeduscht

      Hallo dyhan

      Ja er hat schuldgefühle, er weiß ja auch wie sehr mich das getroffen hat.

      Mein Kopf weiß alles nur mein Herz kommt nicht nach.

      Er hat wahnsinnige verlustsängste, man kann auch sagen er lebt nur noch für mich und die Kinder.

      Ja ich wünsche mir, das er mir einfach mal Grenzen aufzeigt das er selbstständiger wird das ich das Gefühl bekomme er könnte auch ohne mich.....

      Ich habe ihm das alles schon gesagt, ich denke er weiß auch was ich meine.
      Seine Antwort ist oft, das ich eine starke Persönlichkeit habe und er kommt dagegen nicht an.

      Deshalb wahrscheinlich auch die Affäre....da war er mal der "starke "

      • Wenn ich Deinen Text so lese, dann denke ich, daß er den Weg zu einem Therapeuten, evtl. auch Coaching für mehr Selbstwertgefühl, Familienaufstellung oder etwas Ähnlichem suchen sollte. Das muss er jedoch selbst wollen.
        Letzten Endes muss er sich selbst vergeben, für das was er Dir angetan hat.(Vertrauensbruch)

        Erst dann könnt Ihr Beide wieder anfangen, aneinander zu wachsen.
        Der Vorfall wird immer mal wieder auftauchen und ist dann der Gradmesser Eurer Beziehung und wie Ihr damit umgeht. Mal erwischt es Dich, mal wieder ihn.

        Ich finde es ganz toll, daß Du hier ziemlich reflektiert bist. Bleib weiterhin so achtsam, das gibt es viel zu selten.
        Evtl. kannst Du Dich mit Deinem weiblichen Charme mal "kleiner" machen, für einen Moment in eine andere Rolle schlüpfen und ihm dabei das Gefühl geben, daß er der Große, der Macher ist (kann man beim Sex ganz gut einbauen). Das Gefühl hat er wohl verloren und ist verängstigt. Den kleinen Jungen erstmal wieder aus der Höhle locken und ihn spüren lassen, daß er ein ganzer Mann ist.

        Was ich auch ganz hilfreich finde ist, daß Ihr Euch als Mann und Frau (egal was kommt) gegenseitig ein Versprechen auf Zeit gebt. Bspw. für die nächsten 12 Monate. Das kann etwas Druck rausnehmen, die Angst den anderen zu verlieren. Ich darf mir sicher sein, nicht verlassen zu werden.
        Und es bekräftigt Euren Willen gemeinsam weiter zu gehen.

        (14) 18.12.17 - 23:42

        Kann es sein, dass du ihn mit dem Nichtvergeben und der Drohung ihn zu verlassen gefügig machst und manipulierst?

        Nur so ein Gedanke.

        Wenn du vergibst und abschließt, kann er seine Verlustängste ablegen und ihr könnt beide wieder normal miteinander umgehen. Die Gefühle kommen auch wieder, auch die Lust.

(15) 18.12.17 - 12:09

Was darf man sich den unter der Affäre ohne Sex vorstellen?

Du sagst, die „Affäre“ die schon vier Jahre zurück liegt, soll hier kein Thema sein, aber dies ist wohl der kleine Übeltäter!
Zum einen hast du ihm bisher noch nicht verziehen was passiert ist, willst aber auch nicht den reumütig Hund zu Hause haben...
Diese Ausgangssituation macht es weder für dich noch für deinen Mann einfach.

Vielleicht solltest du dir erstmal überlegen, was genau dir fehlt in deinem jetzigen Leben und deiner Beziehung. Du kannst nicht von deinem Partner erwarten, dass er dich jeden Tag glücklich macht, wenn du es selbst nicht bist!
Entweder du vergisst die Geschichte vor ein paar Jahren oder du musst dich trennen. Denn sonst werdet ihr beide nicht wirklich wieder glücklich zusammen werden.

Und dass die sexuelle Anziehung nach einigen Jahre eine andere ist wie am Anfang der Beziehung ist denke ich klar.... aber vielleicht solltest du offen mit deinem Mann darüber sprechen... vielleicht gibt es ja etwas konkretes das dich stört? Hygiene, Aussehen, Gewicht, etc.?

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