Wer hat es so gemacht? Mann Teilzeit, Frau Karriere?

    • (1) 22.12.17 - 22:09
      Rote Zora

      Hallo,
      Ich bin 6 Wochen nach der Geburt wieder in den Job eingestiegen, zur Info: ich lebe nicht in Deutschland, hier gibt es keine Elternzeit oder Elterngeld.
      Aufgrund meiner Position konnte und wollte ich eine längere Auszeit vermeiden, mein Mann konnte dafür seine Arbeitszeit dauerhaft reduzieren und arbeitet seit der Geburt unserer Tochter vor 8 Jahren 30 Stunden.
      Mein Beruf ist zeitweise sehr stressig und nimmt auch viel Zeit in Anspruch.
      Wie kommt ihr damit zurecht, häufig von der Familie getrennt zu sein und eure Kinder erst abends oder am Wochenende zu sehen?
      Ich gebe zu, ich verpasse schon einiges, aber es ist nicht so, dass ich das bedaure, es ist eine Feststellung.
      Unsere Tochter entwickelt sich gut, mein Mann macht das super, ist aber auch im Alltag oft auf sich gestellt.
      Wir haben aber das Glück, junge und aktive Großeltern zu haben, die uns eine große Stütze sind und unser Modell auch unterstützen.
      Unsere Beziehung ist ein Stück weit in den Hintergrund getreten, aber man kann halt nicht alles haben.
      Wie erlebt ihr das im Alltag, also den Spagat zwischen Beruf und Familie?
      Meine beiden Kollegen, die ähnliche Positionen bekleiden sehen da gar kein Problem, bzw.machen sich keinen Kopf.
      Ist man als Frau da vielleicht zu selbstkritisch, wenn der Beruf im Vordergund steht?
      Ist das ein Frauending, sich ständig zu hinterfragen?
      Haben Männer diese Zweifel auch oder doch nicht?

      • Warum schon wieder ein Thread mit diesem Schwarz/Weiß-Denken? Und wo liegt eigentlich das Problem?

        Wenn es für EUCH passt und ihr zufrieden damit seid als Familie, ist es völlig irrelevant, ob es angeblich ein Frauending ist oder Männer anders ticken. Wenn du es als Frau (also geschlechterspezifisch) hinterfragt, dann ist das DEIN Ding.

        Ich kenne sehr viele Lehrer, die nicht an Ganztagsschulen arbeiten. Ich weiß von einigen, dass deren Frauen auch Vollzeit berufstätig sind. Einfach weil es sich zeitlich machen lässt. In den Fällen stecken beide beruflich nicht zurück und auch die Kinder haben eben nachmittags UND in den Ferien den Vater vor Ort. Ich glaube nicht, dass sich irgendwer von ihnen darum Gedanken macht.

        ------Wir haben aber das Glück, junge und aktive Großeltern zu haben, die uns eine große Stütze sind und unser Modell auch unterstützen.--------
        Was bedeutet das? Macht es einen unterschied für sie, ob du Vollzeit arbeitest oder dein Mann? Machen sie ihre Unterstützung von der Rollenverteilung abhängig? Braucht ein Mann mehr Unterstützung als eine Frau?

        Diese Klischee-Thread werden langsam langweilig.

        Wenn DU explizit ein Problem damit hast, dass du zuhause zu wenig präsent bist, dann hat das nichts mit dem Geschlecht zu tun. Es hat das mit dem Menschen zu tun, ob ihm daran gelegen ist, mehr zuhause zu sein oder seine Prioritäten anders setzt.

        (3) 23.12.17 - 00:47

        Kommst du klar damit?
        Bist du glücklich?
        Wenn ja dann mach dir keinen Kopf.
        Andererseits machst du dir ja scheinbar nen Kopf und vielleicht solltest du dich Mal in Ruhe hinsetzen und darüber nachdenken warum du dir so einen Kopf machst. Ist es vielleicht doch nicht das was du wolltest? Oder kommt die Verunsicherung von aussen, Familie, Kollegen oder Freunden?

        Ich bin regelmäßig weg von zu Hause auf Tagungen oder sonst wo zu Terminen, arbeite ansonsten aber auch voll und teilweise auch mit Überstunden bis zu 50/60h die Woche. Mein Mann arbeitet selbstständig von zu Hause aus und auch nur dann wenn er Zeit dafür hat, denn mein Gehalt reicht eigentlich. Er betreut unser Kind Vollzeit und ist ein toller Papa. Ich habe mein Kind bis etwa 2 Jahre gestillt und das eben neben dem Beruf. Wir haben eine tolle Bindung weil wir die wenige Zeit sehr gut nutzen und schön gestalten. Ich fühle mich super wohl so und meine Familie auch. Ich bin sehr stolz genug Geld zu verdienen um uns ein Haus mit Garten und ein schönes Leben zu bezahlen. Ebenso bin ich sehr stolz auf meinen Mann der einen ganz anderen "Beruf" gewählt hat als er gelernt hat und nun glücklich darin aufgeht.

        Ich hätte das nie nach der Geburt meines Kindes gedacht aber am Ende ist dieses Modell tatsächlich das beste für unsere Familie, sowohl wirtschaftlich wie auch emotional und wir genießen unsere Zeit auf Erden genauso und keiner redet uns was anderes ein!

        Lass dir auch nix einreden wenn du wirklich glücklich bist mit deiner jetzigen Situation.

        Dein Kind ist 8 Jahre und jetzt kommst du drauf? Gibt es einen Anlass?

      • (5) 23.12.17 - 08:48

        <<<< Unsere Beziehung ist ein Stück weit in den Hintergrund getreten, aber man kann halt nicht alles haben.<<<<

        Doch, kann man...aber/und wenn man das so nüchtern sieht wie du, ist das Problem auch schon da.Wer möchte so jemanden auf Dauer an seiner Seite?
        Nur weil du das so platt siehst, muss es dein Mann nicht auch so sehen, auch wenn er dir das evtl. so sagt/zeigt.

        Es ist nur eine Frage der Zeit wenn man sich, dass was Zuhause fehlt, woanders holt.

        Als wir nach einem Auslandsaufenthalt wieder nach Deutschland zurück gekommen sind bin ich 4 Jahre lang arbeiten gegangen und mein Mann war Hausmann. Probleme oder Zweifel an diesem Modell gab es nie, alles war bestens. Später haben wir gemeinsam ein Unternehmen aufgebaut, da konnten wir beide arbeiten.

      • Als Frau ist man trotzdem anders
        Bei uns isses so
        Montag betreuen meine Eltern die Kinder
        Dienstag ich
        Mittwoch bis Freitag mein Mann.
        Am Wochenende wer Zeit und Nerven hat, wobei ich oft Dienst hab, also oft auch nicht da bin. Hab offiziell eine 80%Stelle.
        Mein Mann arbeitet Montag und Dienstag ganztags, Mittwoch bis Mittag.
        Unsere Kinder sind halbtags in Kindergarten bzw Schule (seit 3, davor waren die entsprechend der Tage daheim betreut, nur konnte mein Mann Mittwoch nicht halbtags arbeiten).
        Geht wunderbar. Nur bin ich eben nicht bereit so Karriere zu machen wie es andere wohl täten ... also Männer ... Familie geht vor. Werde aber sicher später noch mal studieren. Aber eben erst später.

        Einerseits schreibst du dass es für dich ok ist, so wie es ist und andererseits schreibst du dass du Zweifel hast. Verstehe ich jetzt nicht so ganz.
        Ich würde deutlich mehr verdienen als mein Freund (Vater der 2 Kinder) aber um nichts auf der Welt würde ich es hergeben, meine Kinder soviel wie möglich zu sehen. Ich hätte große Probleme damit, mehr auf der Arbeit zu sein, als die Kinder zu sehen.
        Ich war bei dem 2. Kind ganze 2 Jahre vollzeit zuhause. Nun arbeite ich wieder 16 STd/ Woche und das ist genug. Jeder muss selbst wissen, was er für richtig ansieht. Wenn man ein schlechtes Gewissen hat, sollte man evtl in Erwägung ziehen was zu ändern. Ich kann mir definitiv nicht vorwerfen, meine Kinder zu wenig gesehen zu haben bzw zu sehen.
        Ich denke auch, dass MÄnner sich darüber weniger Gedanken machen.

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